Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt: Audiobearbeitung auf dem Grafikprozessor... Das is wie Grafikbearbeitung auf dem Audioprozessor
Jetzt bloß keine Denkfehler:
Also Audiobearbeitung läuft auf einem PC digital, d.h. das analoge Audiosignal liegt quantisiert als Bitmuster im Speicher (oder sonstwo), z.B. 16Bit mit 44,1kHz Samplingfrequenz. Damit könnte man in der Tat auf der GPU arbeiten (z.B. FFT zur Frequenzanalyse, ...). Was du vermutlich meinst, ist die Ausgabequalität. Das wäre aber erst der nächste Schritt, nämlich das quantisierte Signal zurück in eine analoge Schwingung zu wandeln (D/A-Wandler). Da kommt es dann auf die Qualität der verwendeten Schaltung udn Bauteile an, wie das klingt.
Audioprozessoren (gehören zu den DSPs, digital signaling processor) sind spezialisierte Chips, sog. ASICs, wie GPUs auch. In der Tat sind GPUs auch DSPs und Audioprozessoren von der Grundidee her gar nicht so unähnlich. Beide sind nämlich auf eine schnelle Verarbeitung gleichartiger Datentypen ausgelegt. Die Idee der Audiobearbeitung auf einer GPU ist daher nicht mal so abwägig, in Anbetracht der aktuellen Rechenleistung einer CPU ist diese in den meisten Fällen allerdings auch dafür brauchbar (anders als Videokodierung).
Grundsätzlich ist GPGPU also für alle Probleme, die die schnelle Verarbeitung vieler gleichartiger Daten sehr gut geeignet, dafür macht Nvidia/ATI zurecht Werbung. Wichtig ist nur, auf diese Daten müssen die selben Operationen ausgeführt werden (SIMD, gibt auch MIMD, dann geht's mit mehreren Befehlen).