AW: AMD Radeon RX Vega 64 und Vega RX 56 im Test: Heiße Vega?
Finde VEGA 56 für das möglich machbare seitens AMD eigentlich recht gut gelungen. Schon mit den Standar 216W kommt man durchschnittlich über einer GTX 1070 raus (mit ca. 150W). Mit etwas Undervolting lässt sich sicher die Leistungsaufnahme etwas drücken und die Leistung etwas erhöhen. Mit OC ist V56 auf 1080 FE Niveau. Insgesamt dürfte man dann realistischerweise bei ca. 170W GTX 1070 OC und etwa 200W VEGA 56 "optimiert" bei etwa gleicher Leistung landen. Mit Spielraum für Performancesteigerung durch Treiber für VEGA.
Das geht für mich absolut in Ordnung -> realistisch gesehen eine konkurrenzfähige Karte.
Man kann sich alles schön lügen oder?
Mein ganzer PC braucht in Spielen auf 2/3-Last (ich spiele zu selten echte Hardwarefresser und den Strommesser hatte ich leider nur kurz da), 170W.
So, jetzt kommt's: Mit Monitor und Kabelmodem.
Bei der einen Seite was runter "rechnen" und dafür bei der anderen was drauf, nur weil es einem so besser in den Kram passt?
Tatsächlich hat AMD den fast 40% Leistungssprung (einer der größten der letzten Jahre) zwischen Maxwell und Pascal auch packen können.
Das ist schon mal gut.
Aber leider wieder im gleichen Segment wie damals (290 vs. 970, man mag sich erinnern, sogar die Argumente laut vs. teuer sind fast 1:1 identisch).
Auch der Chipaufwand ist wieder in Relation gleich. Der 2/3-Chip von Nvidia konkurriert mit dem Vollausbau bei AMD.
Für sich genommen, besonders im Verhältnis zum unmittelbaren Vorgänger, sind das beides durchaus passable Karten.
Bei CB skaliert die 56 sogar in WQHD noch eine Ecke besser als die 1070. (keine Ahnung, was PCGH hier gemessen hat

)
Aber man schaue doch mal bitte auf den Kalender. Die kleinen Pascals sind seit über einem Jahr auf dem Markt.
Das Preis-Segment ist bedarfsseitig leergefegt. Selbst der treuste Fan musste schon arg leidensfähig sein, um nicht zwischenzeitlich zugegriffen zu haben.
Ich halte nichts vom typischen BWL-Absolventen, aber hier stimmen die Lehrsätze ja dann doch mal:
Ein Produkt kann am Markt bestehen, wenn es einen Bedarf zum aufgerufenen Preis decken kann.
Das wird in der derzeitigen Situation rund ums Mining schwer.
Klar, die Karten gehen überteuert weg und AMD hat gute Einnahmen, aber der Image-Dämpfer in der Wahrnehmung der Leute wird noch eine ganze Weile nachhallen.