So mal ne kurze Zusammenfassung meiner ersten Erkenntnisse.
Die Karten sind ein rundes Produkt. ich bin auf quasikeinerlei Probleme gestoßen während meiner Tests, auch das optimieren läuft so unkompliziert wie noch nie bei AMD zu Release. Dass die Lüfterkurve ausgehebelt wird durch erhöhen des Speichertakts tritt auch bei meiner Merc auf, ist das selbe Phänomen wie bei der Bauer. Lüfter gehen dann auf 2300 Umdrehungen.
Stärke der Karten ist das hervorragende Framepacing. Deutlich besser als bei Blackwell derzeit.
Das ist wirklich nahezu perfekt, da kann man nicht meckern.
Zum Speichermanagement, das scheint auf einem Niveau mit dem von Nvidia zu sein mittlerweile. ich hab jetzt noch nicht so viel zeit zum testen gehabt, aber meine Speicherfresser liefen alle quasi identisch wie Blackwell. 16Gb bleiben natürlich 16GB. Die Zeiten wo man NV jedoch überlegenes Speichermanagement bescheinigen konnte dürften jedoch hiermit vorbei sein. In manchen Szenen hab ich sogar weniger Allokation gesehen als bei den NV Karten.
Tuning:
Kurz und knapp. Der Frequenzslider erhöht den Takt nicht wirklich, sondern im Bereich von 20-80 effektiv um 20-30Mhz. Alles andere verändert lediglich die maximale Taktgrenze, die man sowieso nicht erreicht. Die liegt bei der Merc bei 3450. Ein -Offset ausgehend von diesem Wert reduziert dann den Takt auch effektiv. Stell Ihr also -300 ein, dann wird ab 3150 der Takt gekappt.
Der Vram ist der selbe wie bei RDNA 3 und verhält sich auch exakt so. Realistisch sind Werte zwischen 2700-2780. Ab 2780 geht fast jeder Speicher in die Fehlerkorrektur, kann man spätestens ab 2800 sehr gut beobachten. Mit sehr guten Temps geht der Speicher auch kurzfristig bis 2860 bei mir. Könnte mit Wasser machbar sein.
Der Voltageslider spiegelt nicht die mv wieder sondern ist lediglich ein Fantasy-Offset der die Kurve (die Ihr nicht seht) beeinflusst. Selbes Prinzip wie bei RDNA 3. in konstanten Lastsituationen gehen hier teils abenteuerliche Werte bis zum Maximum von -200. Das ist aber weit weg von stabil in einem gemischten Parcours. Die Werte die
@PCGH_Raff verwendet hat, sind nahezu das was Ihr als Ergebnis bei einem aufgebohrten Design erwarten könnt. Dadurch das er diese direkt in den Parcours gebencht hat, habt Ihr da quasi eine OC 9070XT direkt eingebettet in den Benchmarks. Ergebnisse darüber hinaus sind eher unrealistisch nach meiner ersten Einschätzung.
Das Problem ist nicht der maximale Takt, den können die GPUs gut ab, sondern die Stabilität der Versorgung beim Undervolting. Es gibt dafür folgende Erklärungen:
1. Ich hab keinen guten Chip erwischt
2. Das Platinendesign meiner Karte ist nicht hochwertig genug
3. Dies ist die allgemeine Realität der Karte.
Punkt 1 & 2 werde ich prüfen können wenn meine Aorus da ist. Laut meinen Infos hat diese Karte die beste verfügbare Platine in dieser Serie. ich gehe aber davon aus, da sich meine Ergebnisse mit denen von raff quasi 1:1 decken, dass hier Punkt 3 gilt.
Punkt 1 & 2 kann ich zudem durch diese Werte hier ganz gut entkräften:
Undervolting konnte ich noch nicht ausprobieren richtig. Man kann die GPU theoretisch so einstellen, dass sich diese mehr oder minder wie Blackwell verhält. Ich weiß nur noch nicht ob man das auch sinnvoll stabil kriegt aufgrund der genannten Problematik. Mich würden hier über die Woche eure Erfahrungen interessieren da ich in der Woche leider nicht testen kann.
Summa Sumarum ist das ne runde Generation. Ob zukünftige Treiber hier mehr Potential noch beim undervolten eröffnen muss man schauen. Hängt davon ab ob man via Treiber das erratische Verhalten der Telemetrie in den griff kriegt. Da dies aber fast identisch ist mit dem von RDNA 3 würde ich mir da nicht all zu große Hoffnungen machen.
Realistische Leistungssteigerung über dem Referenzniveau würde ich auf circa 10-13% taxieren, dies jedoch nur mit den dicken Karten und aufgebohrtem PL die einen Teil dieser Mehrleistung auch bereits vorweg nehmen.