Special AMD Athlon: Wie der K7-Prozessor am 23.6.1999 Intel herausforderte

Immer wieder gern beim GHZ Rennen unterschlagen bzw. vergessen wird der Kryotech SuperG, ein übertakteter Athlon 700, der bereits Ende 1999 zu kaufen war und Dank Extremkühlung die GHZ Marke durchbrach.
Insofern gewann AMD das Rennen sozusagen gleich zweifach, hihi...
 
Das Ding war eine Fest- mehrere! Hab meinen Coopermine 666 nach zwei Monaten eingemottet. Ein Kumpel hatte günstig einen K7 800 bekommen. Das Board fällt mir leider nicht mehr ein. Ein weiterer aus der Gruppe hat sich den 600er geholt. Er war auf einer Geforce DDR unterwegs und ich hatte mir dazu eine Elsa GF2 GTS gegönnt. Nach ein paar Wochen bei 3D Mark 99 und 2000 Durchläufen und viel (im besten Sinne irren) Gekicher, waren wir dann betrfeffend folgendem übereingekommen:

- Das wir das GHz sehen wollten
- ein Goldfinger Device brauchten
- Intel einmal hinten sehen

(Das musste sein. Die K6-II+ und III Gemeinde hat das immer gehofft und war stets enttäuscht)

Na ja, die GFDs zu bekommen, gestaltete sich schwierig. Nicht zu kriegen und online war das wenig vertrauenswürdig. Aber gut, selbst LianLi hatte damals nur zwei oder drei Gehäuse auf der eigenen Seite und dieses Zollding war übermächtig. Bis zur Hobby Elektronik in Stuttgart hatten wir gesucht, aber uns nicht bewegen können. Dann ging das Gerücht, das es die dort geben soll. Chance gering- jeden Stand abgeklappert und am Ende jeder eines bekommen. Shut Up and Take My Money.

Gut das GHz haben wir nicht gesehen bzw. nicht sehen wollen. Bzw. ich wollte nicht. Der Cache Teiler hätte da auf 1/5 runtermüssen (wenn ich mich recht erinnere). Na ja, sein 600er war wie ausgewechselt, rannte mit 750 und ich bekam den 800er auf 950 stabil, ohne den FSB zu schinden. Wir haben dann die Karten und Kühler so gemodded wie das nur ging. Heatsinks zugesägt, Lüfter und Paste mit Sekundenkleber. Die Ramchips zu kühlen war eines. Dazu habe ich die Füllratengewinne pro Mhz rausgerechnet und wie sich das splittet und wie die Multiplier waren. Hat mich eine Nacht gekostet, bis ich die Verhältnisse raus hatte, mit denen es zu takten Sinn machte. Konnte langsamer sein, wenn man am Ende auf einem halben Frame saß. Alles zugesägt, den Athlon aus dem Gehäuse gepult und auch rückseitig gekühlt. Ging als GF2Volksfront bis auf den 3. Platz im Overall bei MadOnion.

Deus Ex war einfach nur der Wahnsinn bei hohen Auflösungen. Zumindest wenn man nicht gerade einfach Quake 3 abgefeiert hat. Da waren dann sogar die AvP verwöhnten GLIDE Leute neidisch auf die 32 Bit Performance. Zumindest auf den kleinen LANs, die wir im Freundes- und Bekanntenkreis veranstaltet haben.


Was wir gelassen haben:

- Ln2
- VaporChilly
- Stufenloser Echtzeit FSB Regler
 
Oh ja, daran kann ich mich noch gut erinnern. Hatte damals leider im April ein Pentium 3 System gekauft und dann gut 2 Monate später kam dann der AMD Athlon (K7) auf den Markt.:klatsch:
Der einzige Vorteil das der Pentium 3 hatte, war die erste SSE Einheit als Feature. Nur brauchte man diese erst lange später. Als ich den AMD Athlon (K7) erstmals rennen sah, konnte ich mich grün und blau ärgern. Der AMD Athlon (K7) stellte den Pentium 3 in vielen Anwendungen in den Schatten.
 
Ja klar, von Argon bis Barton gab es natürlich einiges an Überarbeitung, ein bisschen Die Shrink hier mit on die cache und Kupfertechnik, ein bisschen SSE da, nochmal bisschen Die Shrink und dann noch etwas mehr L2 cache, aber grundsätzlich war es ja die gleiche Architektur. War schon eine starke Geschichte, bis dann K8 übernahm.
 
Auch wenn ich den Artikel etwas wirr zu lesen fand - Moment? War das Absicht, weil die Zeit damals auch wirr war? :ugly:

Mein erster PC hatte einen ausrangierten Pentium meines Onkels, weiß nicht mehr was das war.

Irgendwann hatte ich jen K6-III im Rechner und dann der Wechsel auf einen AMD XP 1800+ und meine Güte, was habe ich mir regelmäßig das System durch Übertaktung zerschossen :devil:

Dann gab es einen Studiums-Laptop und es ging danach mit dem Intel core i5-2400K weiter...

Die Leistungssprünge waren schon krass
 
Ah, krass, das Heft habe ich glaube ich noch hier.

Die bunten Balkenpornos dieser Ausgabe waren der Hauptgrund, warum ich nur wenige Monate einen K6-2 300 hatte und durch einen Celeron 400A ersetzte. Im Ernst, schauts euch das mal an: Der K6-2 (Warnfarbe Rot!) hinkte dem Celeron (Ampel-Idealfarbe Grün!) trotz ebenfalls 400 Mhz ja mal so was von hinterher... Das Interview mit dem Tekram-Mann sowie der Pro-Tipp im Statement vom Chef persönlich machte den Deckel drauf. Preisbewusst? Das war mein Zivi-Ich. :D


Intel schuldet euch was, Leude bzw. Thilo. :devil: Zu AMD gings erst wieder, als die mit dem Duron auch nen Zivi-Kracher am Start hatten. Aber das, Kinners, das ist ne Geschichte aus der Hardwaregruft für einen anderen Tag.


Damals war hat ein PC wortwörtlich Wert verloren, während man ihn nach Hause getragen hat.

Passend dazu neulich noch eine News aufm Schirm gehabt.

Stell dir vor, du verpfändest im Mai 1997 ne Niere und dein Meerschwein, um dir zu Launch einen Pentium II 300 zu "gönnen" -- und zwei Monate später halbiert Intel den Preis. Noch mal ein Jahr später landet der Celeron 300A in den Testlaborhänden von Thilo Bayer -- und kommt für ~150 Mäuse nah an einen gleichgetakteten PII-Prozessor ran, der im Jahr davor für ~2000 Dollar gestartet war.. Ein Wertverlust, wie ihn nicht mal Neuwagen-Käufer kennen. Und ein Verlustgefühl, das man nicht mal seinen schlimmsten Nachbarn wünscht. :D https://www.cnet.com/tech/tech-industry/intel-slashes-prices-across-board/
 
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Immer wieder gern beim GHZ Rennen unterschlagen bzw. vergessen wird der Kryotech SuperG, ein übertakteter Athlon 700, der bereits Ende 1999 zu kaufen war und Dank Extremkühlung die GHZ Marke durchbrach.
Insofern gewann AMD das Rennen sozusagen gleich zweifach, hihi...

Auf Basis der Kryotech- und Vapochill-Gehäuse gab es damals mehrere Anbieter. Aber wenn man einmal mit OC anfängt, dann wird es schnell unübersichtlich. Selbst vom originalen Coppermine, der nicht wirklich 1.000-MHz-tauglich war, steht der OC-Rekord mittlerweile für jedes einzelne Modell bis auf den 500er bei über 1 GHz, teils deutlich. Da hat man sehr viel Recherche-Arbeit vor sich und am Ende hängt es von einer eigenen, willkürlichen Definition ab, wer "erster" ist, sobald man sich jenseits von "ein Hersteller verkauft regulär" bewegt. Stand Februar 2000 hatten zum Beispiel noch zweit weitere Hersteller 1-GHz-Prozessoren offiziell vorgeführt:
(Man beachte AMDs offizielle Angabe zum Athlon-1000-Launch: "4th Quarter". Vier Wochen vor dem tatsächlichen Launch kann das keine Planänderung, sondern nur eine glatte Lüge gewesen sein.)

Der Bleistift Trick hat damals wunderbar funktioniert, bei so einigen.

Lang ist´s her.

Ging das auch beim Slot A?

Ja klar, von Argon bis Barton gab es natürlich einiges an Überarbeitung, ein bisschen Die Shrink hier mit on die cache und Kupfertechnik, ein bisschen SSE da, nochmal bisschen Die Shrink und dann noch etwas mehr L2 cache, aber grundsätzlich war es ja die gleiche Architektur. War schon eine starke Geschichte, bis dann K8 übernahm.

Und der K8 seinerzeit hat dann eigentlich nur die Registerlängen auf 64 Bit aufgebohrt und den Speichercontroller mit reingeholt. Der K8L hat nur einen zweiten Kern dazu gepackt. Der K10 hat das ganze genommen und mehrfach hinter eine dritte Cache-Stufe geparkt. Tatsächlich komplett beerdigt hat AMD die Arbeit der Alpha-Ingenieure erst mit der Bulldozer-Einführung.

Um mich mal selbst zu zitieren:


(Geschrieben kurz vor dem FX-Launch. Ich ärgere mich bis heute, dass ich mich nicht getraut habe, die ursprünglichere, schärfere Formulierung mit ausdrücklichem K7-Bezug zu publishen.)

Auch wenn ich den Artikel etwas wirr zu lesen fand - Moment? War das Absicht, weil die Zeit damals auch wirr war? :ugly:

Ja, das ist durch die Zeit bedingt. Einerseits die damalige, verwirrende Zeit. Andererseits die knappe Zeit, die von der Feststellung "wir brauchen einen Artikel darüber!" bis zur Abgabe verging und regulär keine 7 Arbeitsstunden umfasst hätte. Geburtstage kommen halt immer wieder plötzlich aus dem Nichts. :fresse:
 
Das war wirklich eine spannende Hardware-Zeit. Heute wirkt es fast unglaublich, wie schnell sich damals Leistung und Plattformen verändert haben.
 
Ging das auch beim Slot A?

Das war denke ich nur mit dem Athlon XP möglich, die Slot A Teile konnten jedoch auch übertaktet werden, dabei ging man anders vor.

Habe das hier noch einmal gefunden:

Slot A Overclocking:


Athlon XP Overclocking:

 
Auf Basis der Kryotech- und Vapochill-Gehäuse gab es damals mehrere Anbieter. Aber wenn man einmal mit OC anfängt, dann wird es schnell unübersichtlich. Selbst vom originalen Coppermine, der nicht wirklich 1.000-MHz-tauglich war, steht der OC-Rekord mittlerweile für jedes einzelne Modell bis auf den 500er bei über 1 GHz, teils deutlich. Da hat man sehr viel Recherche-Arbeit vor sich und am Ende hängt es von einer eigenen, willkürlichen Definition ab, wer "erster" ist, sobald man sich jenseits von "ein Hersteller verkauft regulär" bewegt. Stand Februar 2000 hatten zum Beispiel noch zweit weitere Hersteller 1-GHz-Prozessoren offiziell vorgeführt:
(Man beachte AMDs offizielle Angabe zum Athlon-1000-Launch: "4th Quarter". Vier Wochen vor dem tatsächlichen Launch kann das keine Planänderung, sondern nur eine glatte Lüge gewesen sein.)



Ging das auch beim Slot A?



Und der K8 seinerzeit hat dann eigentlich nur die Registerlängen auf 64 Bit aufgebohrt und den Speichercontroller mit reingeholt. Der K8L hat nur einen zweiten Kern dazu gepackt. Der K10 hat das ganze genommen und mehrfach hinter eine dritte Cache-Stufe geparkt. Tatsächlich komplett beerdigt hat AMD die Arbeit der Alpha-Ingenieure erst mit der Bulldozer-Einführung.

Um mich mal selbst zu zitieren:
https://www.pcgameshardware.de/CPU-...ter-und-weniger-bekannter-CPU-Details-829207/

(Geschrieben kurz vor dem FX-Launch. Ich ärgere mich bis heute, dass ich mich nicht getraut habe, die ursprünglichere, schärfere Formulierung mit ausdrücklichem K7-Bezug zu publishen.)



Ja, das ist durch die Zeit bedingt. Einerseits die damalige, verwirrende Zeit. Andererseits die knappe Zeit, die von der Feststellung "wir brauchen einen Artikel darüber!" bis zur Abgabe verging und regulär keine 7 Arbeitsstunden umfasst hätte. Geburtstage kommen halt immer wieder plötzlich aus dem Nichts. :fresse:

Der Kryotech Athlon 1000 war das erste kommerziell erhältliche Einprozessor System der Welt, das die 1GHZ Marke knackte. So unübersichtlich ist das nun auch nicht.
Ich rede hier natürlich nicht von irgendwelchen individuellen OC Sessions.
 
Das war denke ich nur mit dem Athlon XP möglich, die Slot A Teile konnten jedoch auch übertaktet werden, dabei ging man anders vor.

Habe das hier noch einmal gefunden:

Slot A Overclocking:


Athlon XP Overclocking:


Sockel-A-Athlons hatten alle Brücken, die sich mit Leitmitteln überbrücken ließen. Bei den Thunderbirds einfach mit Bleistift, bei den frühen XP wurde oft schon Leitlack empfohlen, bei den späteren waren Cuts dazwischen, die man erst auffüllen musste.

Der Kryotech Athlon 1000 war das erste kommerziell erhältliche Einprozessor System der Welt, das die 1GHZ Marke knackte. So unübersichtlich ist das nun auch nicht.
Ich rede hier natürlich nicht von irgendwelchen individuellen OC Sessions.

Kannst du das "erstes kommerziell erhältliche" belegen? :-) Um mit Sicherheit auszuschließen, dass nicht jemand anderes noch früher dran war, müsste ein Vielzahl zum Teil nicht einmal digitalisierter Archive durchsuchen. Mir ist es, auf deinen Hinweis hin, nicht einmal gelungen, sicherzustellen, dass Kryotec selbst den ersten 1-GHz-Athlon in einem System verkauft hat. Es gab alleine in Europa mindestens drei Anbieter, die Systeme mit Athlon, mit 1 GHz und mir Kryotec-Kühlung unter eigenem Namen angeboten haben, bevor AMD mit der luftgekühlten Version auf den Markt kam. Waren das Reseller? Assemblierer, welche Kühlung und restliches System getrennt gekauft haben? Wer kam damit an welchem Tag auf den Markt? The answers are blown in the wind. Gedruckt auf Totholz, wie damals üblich.
 
Und der K8 seinerzeit hat dann eigentlich nur die Registerlängen auf 64 Bit aufgebohrt und den Speichercontroller mit reingeholt. Der K8L hat nur einen zweiten Kern dazu gepackt. Der K10 hat das ganze genommen und mehrfach hinter eine dritte Cache-Stufe geparkt. Tatsächlich komplett beerdigt hat AMD die Arbeit der Alpha-Ingenieure erst mit der Bulldozer-Einführung.

Um mich mal selbst zu zitieren:
https://www.pcgameshardware.de/CPU-...ter-und-weniger-bekannter-CPU-Details-829207/

(Geschrieben kurz vor dem FX-Launch. Ich ärgere mich bis heute, dass ich mich nicht getraut habe, die ursprünglichere, schärfere Formulierung mit ausdrücklichem K7-Bezug zu publishen.)
Kann man sicherlich so sagen, wobei da die Umbauten trotzdem schon etwas umfangreicher ausfielen, als innerhalb der Slot/Sockel A Iterationen.
 
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