Special Intel-Preiskampf gegen AM5: Warum so spät? - Ein Kommentar 20 Jahre nach Athlon 64 und Netburst

Nun, wer oben sitzt und den längeren Balken im Benchmark hat - der bestimmt die Preise.
Wo Intel vorne war und AMD mit Piledriver und Bulldozer ganz unten - da gab es von Intel auch heftige Preise quer durch das ganze Lineup (und richtig fett beim 2011 Sockel.. ach, gib HEDT wieder!).
AMD musste einen kompletten Neustart hinlegen, daher auch die Kampfpreise. Viele Kerne für wenig Geld. Ryzen 1700 war die Volks-CPU :D
Jetzt wo AMD es geschafft hat Intel zu schlagen (wobei Intel viel mehr getan hat um sich selbst zu schaden als AMD in den letzten 5-6 Jahren), können sie die Preise ganz oben bestimmen. Im unteren Segment bieten die aber nach wie vor sehr günstige Optionen die Intel in nichts nachstehen.

Also ist jetzt Intel dran, mit Kampfpreisen die Kunden zurückholen. Gerade die, die keine 16 Kerne mit X3D Cache brauchen.
Viel lieber wäre mit aber ein Kopf an Kopf Rennen wo beide Hersteller ihre Preise und Produkte anpassen müssen. Harte Dominanz von einem der 2 Hersteller hat nur Nachteile für den Kunden. Was man gerade super anschauen kann bei Nvidia und AMD - wo AMD nicht vorbeikommt und halt über den Kampfpreis wenigstens etwas vom Markt holt. Nvidia kann aber jeden Preis aufrufen und dieser wird bezahlt.
 
Verstehe nicht was du meinst. Intel hat in den 2000er Jahren PC Hersteller bezahlt bzw Vergünstigungen gegeben, wenn sie im Gegenzug auf AMD Hardware verzichten. Also JA, sie haben bezahlt, aber das war klar illegal? Gab ja auch eine Milliardenstrafe der EU dafür (später leider zu 300 Millionen oder so runtergesetzt)

Was ich sagen wollte: Intels Erfolg hatte nur einen kleinen Anteil daran, dass sie AMD so zugesetzt haben. Auch ohne das wäre Intel zu der Zeit vor AMD gewesen. Nach dem Athlon 64 gab es keinen Prozessor mehr, der Intel wirklich gefährlich werden konnte. Die Core-2-Duo-Prozessoren und ihre Nachfolger waren alle überlegen. Das ist auch einer der Gründe, warum Intel jahrelang Marktanteile gewinnen konnte. AMD wird es immer schwer haben gegen den blauen Riesen. Alles wiederholt sich gerade: AMD ist wieder in Führung, wie einst mit dem Athlon 64. Jetzt steht Intel unter Zugzwang. Wenn Nova das wird, was einst der Core2 war, dann gute Nacht AMD – die gewonnenen Marktanteile werden dann auch nicht mehr viel ändern.

Ich hoffe, du hast jetzt verstanden, was gemeint ist.^^

LG
 
Was ich sagen wollte: Intels Erfolg hatte nur einen kleinen Anteil daran, dass sie AMD so zugesetzt haben. Auch ohne das wäre Intel zu der Zeit vor AMD gewesen. Nach dem Athlon 64 gab es keinen Prozessor mehr, der Intel wirklich gefährlich werden konnte. Die Core-2-Duo-Prozessoren und ihre Nachfolger waren alle überlegen. Das ist auch einer der Gründe, warum Intel jahrelang Marktanteile gewinnen konnte. AMD wird es immer schwer haben gegen den blauen Riesen. Alles wiederholt sich gerade: AMD ist wieder in Führung, wie einst mit dem Athlon 64. Jetzt steht Intel unter Zugzwang. Wenn Nova das wird, was einst der Core2 war, dann gute Nacht AMD – die gewonnenen Marktanteile werden dann auch nicht mehr viel ändern.

Ich hoffe, du hast jetzt verstanden, was gemeint ist.^^

LG
Habe verstanden :-D :-D :-D
 
Wobei die Core 2 Quad Prozessoren über den Bus für jedermann, aber für Laien nicht immer ohne Probleme übertaktbar waren und dann gegen die Phenom II auch keine Chance mehr hatten.
Die Kerne beider Dualcores mussten lahm über den Bus kommunizieren.
Ich bin im Ökosystem geblieben, hatte X2 gegen Phenom X4 auf 790FX getauscht (siehe mein Profilhintergrundbild) und mein Bruder hatte einen Core2Quad.

Danach haben die ersten Core i5/i7 AMD wieder in die Schranken verwiesen.
 
Wobei die Core 2 Quad Prozessoren über den Bus für jedermann, aber für Laien nicht immer ohne Probleme übertaktbar waren und dann gegen die Phenom II auch keine Chance mehr hatten.
Die Kerne beider Dualcores mussten lahm über den Bus kommunizieren.
Ich bin im Ökosystem geblieben, hatte X2 gegen Phenom X4 auf 790FX getauscht (siehe mein Profilhintergrundbild) und mein Bruder hatte einen Core2Quad.

Danach haben die ersten Core i5/i7 AMD wieder in die Schranken verwiesen.
Genau, und das wiederholt sich gerade ^^

lg
Na, dann ist gut. ^^

lg
 
Erst mit Core i 2xxx, dem legendären Sandy Bridge, hatte ich das erste Mal nach Pentium MMX wieder Intel. Arrow Lake ist somit gerade mal mein Intel Nummer 3.
=):kaffee:
 
Zuletzt bearbeitet:
ja...jein. Erneut hab' ich hier keinen Zeitrahmen genannt.
Ich meine eher auf den Desktop bezogen: wir hatten von 2000 bis 2006 eben Pentium 4 und Weiterentwicklungen und nicht etwa schon, als man bei den ersten Simulationen des P4 bemerkt haben müsste eine effizientere Architektur in der Hinterhand.
Dass der Core vom P6 stammt war mir bewusst

Jein. Tatsächlich wurde von P6 bis Core 2 jeder einzelne CPU-Bestandteil mindestens einmal ausgetauscht. Letzterer enthielt also gar kein P6 mehr – aber zum Beispiel die gesamte externe Kommunikation vom P4.^^

Das letzterer insgesamt so lange überlebt hat, war eben eine Frage des Problembewusstseins: Intel brauchte nicht einmal Simulationen, um die elektrische Ineffizienz des Pentium 4 zu erkennen. Die war quasi Teil des Plans. Es brauchte aber mehrere Jahre Markterfahrung respektive eben eine Konkurrenz, die es anders/besser macht, ehe man bei Intel kapiert hatte, dass der Plan an sich ein Problem ist. Dann haben sie, für Intel-Verhältnisse, rasant reagiert: Smithfield war noch ein Sidestep wegen der 90-nm-Leckstromprobleme, aber keine Abkehr vom Hochtaktziel und garantiert nicht von hohen Verbräuchen. 12 Monate später lief Conroe vom Band und Netburst war Geschichte. (Fun Fact: Das war ziemlich genau der Zeitraum, in dem Ottelini CEO wurde. Das war er bis 2013, also ungefähr bis das Design von Skylake finalisiert wurde.)

Das hätte ich gerne noch gesehen, wenngleich: die IPC wäre niedrig gewesen, der Verbrauch hoch und es hätte wohl auch einige Transistoren (massetransistoren?) gekostet nur um solche Taktraten zu fahren.
Seither ist mir übrigens Effizienz sehr wichtig, das war mir bis zum Zeitpunkt ziemlich egal. Hauptsache "mehr Power".
Der Pentium 4 hat also ein bisschen mitgeholfen mich in dieser Hinsicht etwas reifer oder "erwachsener" zu machen.

Extra Transistoren eher für die Flip-Flops zwischen den Pipeline-Stages. Innerhalb war Netburst sogar ausgesprochen Transistor-sparsam*: Statt CMOS kam meinem Wissen nach Domino-Logik mit permanentem Stromabfluss zum Einsatz. "Effizienz" stand eben nicht im Lastenheft.

*: Ein weiteres Entwicklungsziel der Wenig-Pipelines-hoher-Takt-Designs waren niedrige Produktionskosten relativ zur Leistung. Die Pentium 4 haben das nur teilweise erfüllt, weil überdurchschnittlich großer Caches verwendet/benötigt wurden. Aber bei Bulldozer hat AMD nachträglich die geringe Größe der Ex-10-GHz-Designs zur Primärtugend erklärt..

Ist das denn auf einzelne spezielle Programme zugeschnitten? Kocht hier wieder jeder seinen eigenen Brei. Wie funktioniert das genau bei welcher NPU, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Sofern es hier kein einheitliches Bild in einem Instruktion Set gibt, ist das doch wieder nur Exklusiver Mist, richtig?

In dem Fall ist es eher umgekehrt: Die Hardware-Hersteller haben einfach mal spezielle Einheiten entwickelt in der Hoffnung, dass dann jemand seine Programme darauf zuschneidet. Intel betont auf Präsentationen meist OpenVINO und bemüht sich auch, Code aus anderen Formaten dahin zu portieren; unterstützt aber auch Microsofts Direct ML. AMD müsste das mit den von Radeon Instinct bekannten, hauseigenen Formaten unterstützen (für Details fragen sie ihren CPU- oder GPU-Fachred). Qualcomm hat, wenn ich mich richtig erinnere, das von GPUs ebenfalls unterstützte OpenCL sowie OpenVINO geflirtet, aber auch irgendwas ganz eigenes gemacht.

Da sich bislang keine "typischen" Anwendungen für lokale KI herauskristallisiert haben, kann ich nicht sagen, welcher Hersteller mit seinem Weg gerade am erfolgreichsten ist. Auf Präsentationen listen sie natürlich immer die eigenen Highlights auf und tun so, als gäbe es überhaupt nichts anderes.

Apropos Club der alten Säcke, Intel hatte zu meiner Zeit ICs bei AMD fertigen lassen.

Anhang anzeigen 1521597

Das war eher IBM. Die haben meinem Wissen nach bis zum AT, also 286er-Ära, für jeden Chip eine Dual-Source-Strategie gefahren und Intel so gezwungen, alle Designs zu lizensieren. Unter anderem AMD (aber auch ein halbes Dutzend anderer Firmen) war in den 80ern und frühen 90ern ein derartiger Lizenznehmer und hat Intel-Designs 1:1, aber auch eigene Rechnung und nicht in Intel-Auftrag, gefertigt. Bis in die frühen 90er gab es auf dieser Grundlage x86-CPUs von gut einem halben Dutzend Herstellern. Die dann folgenden Gerichts-Battles hat aber keiner der reinen Kopisten überlebt, sondern nur drei eigene Entwicklungen: Intel natürlich, NexGens Design als "AMD K6" nach Aufkauf und "Cyrix", ein Markenname der aber mittlerweile Via gehörte und für Technik aus IDTs Winchip-Linie, also von Centaur, genutzt wurde.

Bei der ganzen Geschichte rund um den K7 ...

Bist du in den späten 90ern, also eine Runde früher.^^
Aber auch da hast du etwas durcheinander gebracht: Irongate (übrigens AMDs erster Chipsatz überhaupt – und bis heute gab es nur drei weitere hauseigene Designs; zwei weitere wenn man die Notlösung Bixby nicht als solchen zählt.) war mit der stabilste Athlon-Chipsatz überhaupt, wurde aber mehr oder minder nur als Launch-Basis produziert; danach das Plattform-Geschäft den Partnern Via, Sis, ALI (später ULI) und, ab Athlon XP, Nvidia, überlassen. Die Partner beim Athlon 64 waren dann Via, Sis, ULI und Nvidia – also null Änderung. Einzig die Qualität war im Schnitt etwas besser. AMDs anhaltend mieser Ruf nach Ende der Sockel-Super-7-Ära hing maßgeblich an den Mainboards und die wurden, passend zum anvisierten Billig-Markt, eher auf Kosten denn auf Zuverlässigkeit optimiert. Verbunden mit Vias KT133, KT133A und KT266 ein Todesurteil in professionellen Kreisen, denn die boten ebenfalls viel Leistung fürs Geld, aber wenig Stabilität und erforderten eigentlich besonders sorgfältige Optimierung. Damals war es vollkommen normal, dass mehrere Testteilnehmer am PCGH-Stabilitätstest ("45 Minuten ein Spiel laufen lassen") scheiterten, während Intels 850/850E neben den nachfolgenden 865/875 wohl die stabilsten Chipsätze ever seit dem legendären i440BX waren.
 
Jein. Tatsächlich wurde von P6 bis Core 2 jeder einzelne CPU-Bestandteil mindestens einmal ausgetauscht. Letzterer enthielt also gar kein P6 mehr – aber zum Beispiel die gesamte externe Kommunikation vom P4.^^
der Pentium 3 des Theseus also?

Ok er hatte also am Ende quasi nichts mehr mit dem P6 gemeinsam außer die genetische Vorvergangenheit. Dann weiß ich nun Bescheid und merke es mir hoffentlich :)
 
Genau so. Ähnliches gilt auch später für "die Core-Architektur", bei der immer mal wieder gefordert wird, sie durch "etwas neues" zu ersetzen: Die gibt es schlichtweg nicht. Intel hat reihum immer wieder ALU, SIMD, Scheduling, Speicherinterface, Caches, Interconnects und ähnliches aktualisiert. Meinem Wissen nach wurde von Conroe bis Arrow Lake jeder Baustein mehr als einmal angefasst. (Am ehesten bis heute überlebt hat der Ring-Bus. Aber den gibt es überhaupt erst ab Sandy Bridge, seine Breite wurde verdoppelt und seit Alder Lake hat er Abzweigungen, die einen massive Änderung des Konzepts darstellen, dass Intels PR seitdem auch als Mesh bezeichnet.)

Ironie beim Core 2 ist halt: Nicht nur dass alle Bestandteile, die ihn mit P6 verbinden, komplett durch Weiterentwicklungen ersetzt wurden. Ausgerechnet der kleine Teil, der von Netburst-CPUs übernommen wurde, blieb unverändert (am Quadpumped FSB wurde nur der Takt variiert). Pseudo-genetisch betrachtet ist ein Core 2 Duo also zu 10 Prozent Pentium 4, aber zu 0 Prozent Pentium III. Die 90 Prozent, die seine Stärken ausmachen, haben nur viel mehr mit P6 gemein als mit Netburst, sodass er zu Recht als geistiger Erbe deren Philosophie gelten kann.

(Quelle für alle Zahlen: geraten)
 
Bist du in den späten 90ern, also eine Runde früher.^^
Aber auch da hast du etwas durcheinander gebracht: Irongate (übrigens AMDs erster Chipsatz überhaupt
.
Also Sommer 99 für den ganzen K7 als späte 90er zu bezeichen, der bis Sommer 2003 die aktuelle Plattform war, Thorsten mach mich nicht noch älter als ich ohnehin schon bin.:schief:
Irongate war so super das manche Mainboardhersteller die USB-Karte gleich dazu lieferten, oder sogar die Via-Southbridge reinlöteten. Und der AGP 1x lief auch wunderbar stabil mit Geforce-Karten.
Und NV gelang der Durchbruch auch erst wirklich mit dem NF2, Sommer 2002.
Aber natürlich kann ich dir nur recht geben, das Via mit dem KT133 und Nachfolgern einen großartigen Beitrag am "guten" Ruf von AMD geleistet hat.:lol:
 
Der originale K7 wurde Ende 99 vom K75 abgelöst und kurze Zeit später verschwand auch der lahme Irongate von Mainboard-Vorstellungen, weil KX133 & SiS verfügbar wurden. Ab Sommer 2000 waren Thunderbird und KT133 angesagt. Nvidia spielte zugegebenermaßen erst ab 2001 mit (und der Nforce 1 löste bereits alle von dir genannten Probleme – nur halt zu Intel-Preisen), aber der Stabilitäts-Ruf der Sockel-A-Plattform hing schon lange vor 2003, im wesentlichen seit der Jahrtausendwende, nicht mehr an AMD-Chips. Meine Kolumne dagegen beschäftigt sich mit der Situation ein halbes Jahrzehnt später. Da war es auf Plattform-Seite wenn dann gerade Nvidia und deren bescheidener Nforce-3-Support, der die Suppe weiterhin versalzen hat.

Via dagegen hatte schon mit dem KT333, spätestens KT400 die Kurve gekriegt und war zu Athlon-64-Zeiten locker auf dem Niveau von den SiS-Chipsätzen, die sich in billigen Pentium-Media-Markt-PCs fanden. AMDs Marktchancen wurden noch eine Zeitlang zu Schwächen in Anwendungen und Multi-Thread-Szenarien zurückgehalten, aber nicht mehr durch den Ist-Zustand bei den Plattform-Partnern. Durch die ATI-Übernahme (und damit das Rauskegeln besagter Partner) hat man den Zustand sogar vorerst wieder verschlechtert. Vor allem die Opterons wurden durch die Aufkündigung des Nforce Professional quasi über Nacht unverkäuflich – wer will schon einen Server, dessen CPU-Hersteller einen Knallharten Konkurrenzkampf mit dem einzig aktuellen Chipsatzanbieter angezettelt hat?

Unabhängig davon dauerte es in den Hirnen der Büro-Ausstatter natürlich einige Zeit, bis AMD den Ruf der Super-Sockel-7- und frühen -A-Chipsätze abstreifen könnte. Office-PCs waren halt auch schon damals locker fünf Jahre im Einsatz und entsprechend lange dauerte es, bis jemand alte, schlechte Vorurteile durch neue, brauchbare Erfahrungen kompensiert hatte. Auf gut Glück dagegen hat niemand Athlons bestellt – bei einem Büro-Arbeitsplatz macht der Prozessor weniger als 10 Prozent, vielleicht 50 bis maximal 100 Euro Unterschied am Gesamtpreis der Ausstattung aus. Da wiegt schon die [vermeintliche] Chance auf einen halben Tag zusätzliche Downtime pro Jahr schwerer.
 
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