Allgemeiner Diskussionsthread zu Netzteilen

Ich kenne keine ordentliche Firme in China, die solche Scopes vom Night-Market in Benutzung hätte.
Bei uns in der Firma hatte mal jemand sein 100€ Schnäppchen dabei und hat ein paar Vergleichsmessungen mit unseren Agilent Scopes gemacht: Die Ergebnisse waren nicht zu unterscheiden.
Dass man so einem Ding ohne Prüfprotokoll etc. auf Arbeit nie trauen würde, allein schon weil man eben nicht nachweisen kann dass es vernünftig misst, heißt aber noch lange nicht dass die wirklich schlecht messen.
 
Genau da aber liegt ja das hüpfende Komma. Wir haben die Oszi-Entwicklung von Hameg hier gleich um die Ecke und wenn man sieht, was dort für ein Aufwand betrieben wird, dann erklärt sich auch irgendwie der Preis für solche Geräte.

Um mit den mehr oder weniger offensichtlichen Nachbauten aber wirklich sicher gehen zu können, müsste man aufwändige Vergleichsreihen starten - mit jedem einzelnen Gerät, denn ob die Serie immer identische Geräte liefert, ist auch oft fraglich. Kalkuliert man dann Aufwand, Nutzen und Risiko, dann wird keine seriöse Firma ein <= 500-Euro-Scope nutzen. Auch Langzeitstabilität und Haltbarkeit sind ein Thema, von Firmware-Updates mal ganz zu schweigen.

Für einen privaten Nutzer kann sowas aber durchaus funktionieren und sich lohnen, solange er nicht in der Öffentlichkeit auf der Belastbarkeit solcher Ergebnisse besteht und damit den Finger über Produkten hebt oder senkt. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Man kann überall viel Mist messen. :D

Wenn ich an die ganzen eBay- und Baumarkt-Infrarot-Thermometer denke und was da für ein Knüll verbreitet wird... Solange man nicht den Emissionsgrad des Materials kennt, was man messen möchte und die Größe des Messpunktes nicht weiß, sind diese "Messwerte" alle voll für die Tonne. Wenn ich mit der IR-Kamera arbeite, muss ich für jeden der bis zu zwölf möglichen Messpunkte vorher den Emissionsgrad eingeben und die Punktgröße bestimmen, damit ich überhaupt nutzbare Werte bekomme. Wenn ich den Emissionsgrad nicht bestimmen kann, muss man halt mit etwas hauchdünnem Lack oder etwas Silikonöl arbeiten, da man diese Werte im Kopf hat. Einfach mal so draufhalten und messen geht 100%-ig schief. :D

Das Gleiche gilt auch für die Oszis, denn wenn man falsche Settings verwendet, ist alles auf dem Schirm für die Katz und unbrauchbar. Am Ende ist jedes komplexere Messgerät nur so gut wie der, der es bedient. ;)
 
Naja, ein Oszi bedienen ist echt kein Hexenwerk, oder? Ich hatte nie ein Digitales in der Hand, nur Vollanaloge wie mein HM 605 (sehr einfach) oder teildigitale mit CRT (sogar noch einfacher)...
 
Naja, ein Oszi bedienen ist echt kein Hexenwerk
Kommt immer genau darauf an, was Du machen möchtest. Spätestens beim Hinterlegen von Formeln dürften so einige aussteigen. Aber die Restwelligkeit bei Netzteilen dürften die meisten wohl hinbekommen.

Schlimmer wird es erst, wenn man 8 Kanäle hat und 4 davon noch eine Elektronik dazwischen sitzen haben, die einem Verzögerungen in der Signalverarbeitung aufs Auge drückt. Alle Eingänge immer schön synchron im Griff zu haben und wirklich ohne Phasenverschiebung zu loggen ist zwar auch noch kein Hexenwerk, aber dann schon etwas aufwändiger. ;)
 
Gewisses Grundverständnis muss man von Elektrotechnik mitbringen, der Rest ist übung.

ich weiß noch wie man mir ohne einführung, nix null, Im Labor unter Zeitdruck so eines hingestellt hat und gesagt mach :ugly:

So schnell hab ich noch nie gelernt :lol:

Aber ich bi nda vol laus der Übung, mache mit denn Teilen null muss mir endliche eiens um spielen besorgen, nichts geht über learning bei doing und fehler machen ;-)
 
Gebrauchte und ausgereifte Mittelklasse gibt es ab und an schon ganz günstig, also besser auf bewährte Technik setzen, zu der man auch viele Hilfen im Netz findet. :)
 
Naja, ich schreibe für PC Games Hardware und ComputerBase über Netzteile, da kommt man bei Bedarf auch an nette Hardware, wenn man einfach mal was ausprobieren möchte. Zudem stellen mir ein paar Technik-Partner einen beachtlichen Teil der Ausrüstung. Die 295X2 ist für den Privatrechner völliger Overkill (und mir persönlich zu laut). Wenn hätte ich mir eine GTX 980 geholt.

Grundsätzlich reichen für Restwelligkeitsmessungen 20 MHz Bandbreite. Wer öfter Netzteile testen will, wird mit einem Vierkanal-Oszi den Umsteckaufwand reduzieren, allerdings sind die kaum günstig zu bekommen. FormatCs HMO 3054 sind rein für die Konformitätsprüfung nach Intel-Specs völlig übertrieben. Andererseits kann man damit andere spannende Dinge machen :D

Ja. Wenn du alles in den Arsch geblasen bekommst dann ist das schon i.O. :D ;)

Ich meine eher die, die das so nebenbei machen. Ohne einen finanzstarken Auftraggeber im Rücken oder Hersteller die was sponsorn.
 
Es ist schon teuer, wenn man sich die Ausrüstung kauft und sogar auf eigene Kosten zur Chroma fährt. Aber irgendwann rentiert sich das auch wieder wenn man zu größeren Seiten wechselt. Philip hat auch mal bei Tech-Review angefangen wo ich aktuell schreibe ;)
 
Aber irgendwann rentiert sich das auch wieder wenn man zu größeren Seiten wechselt.
:lol:

Die Rechnung will ich sehen, wie sich das rentiert! Wenn sich das irgendwie auch nur ansatzweise "rentieren" würde gäbs 50 Webseiten die nur Netzteile testen würden!

Naja, ein Oszi bedienen ist echt kein Hexenwerk, oder?
Absolut nicht, es beschränkt sich darauf das man ne Anleitung lesen kann und ein gewisses Grundverständiss mitbringt. Bei guten Scopes bekommt man die Basissachen auch ohne Anleitung schnell hin.

Natürlich will einem jeder, der irgendwo in einer Firma vor so einem Gerät sitzt eintrümmern, das das alles unglaublich kompliziert ist und nur ER das wirklich bedienen kann und alles andere ausser das X0000000€ teurer Gerät Müll ist........ um damit seinen Arbeitsplatz zu sichern.... Manchmal ist das geradezu peinlich!
 
Natürlich will einem jeder, der irgendwo in einer Firma vor so einem Gerät sitzt Eintrümmern, das das alles unglaublich kompliziert ist und nur ER das wirklich bedienen kann, um damit seinen Arbeitsplatz zu sichern.... Manchmal ist das geradezu peinlich!
Naja, kommt immer darauf an, WAS man mit den Scopes machen will und muss. Ich möchten denjenigen sehen, der nach 10 Minuten Handbuch dort Formeln rein hämmert, individuelle Anwendungsprofile abspeichert, die angeschlossene Technik sauber kalibriert (es gibt ja nicht nur Tastköpfe) und mit Dingen wie Flankenfilter, Hysterese, Triggern, Speichertiefe, Interpolation usw. was anzufangen weiß. Klar kann man alle diese Dinge relativ schnell lernen, wenn man etwas technisches Grundverständnis besitzt, aber Menüeinträge und Wirklichkeit klaffen oft weit auseinander. Will man die Technik wirklich nutzen, hilft nicht nur mal eben so einschalten. :)
 
:lol:

Die Rechnung will ich sehen, wie sich das rentiert! Wenn sich das irgendwie auch nur ansatzweise "rentieren" würde gäbs 50 Webseiten die nur Netzteile testen würden!
Es rentiert sich auf größeren Seiten, teilweise sehr gut sogar. PCGH beschäftigt geschätzt 15 Leute Vollzeit und noch einige freie Mitarbeiter, woher soll das Geld denn bitteschön kommen?
 
Als freier Mitarbeiter für PCGH Fachbereich Netzteile: Die Bezahlung für Netzteil-Tests ist durchaus angemessen. Natürlich wäre mehr Geld immer schön, aber die Bezahlung für einen Standard-Artikel ist umgerechnet auf den Stundenlohn echt in Ordnung. Könnte ich so viele Artikel einreichen wie ich möchte würde ich das wohl sogar "Vollzeit" als freier Mitarbeiter machen. Für mich ist das derzeit zudem ein Nebenjob (schließe gerade mein Master-Studium ab), da passt der Arbeitsumfang perfekt. Die Vorstellung, dass freie Mitarbeit immer Ausbeutung wäre, trifft nicht vollständig zu. Es gibt auch einige lobenswerte Ausnahmen.

Dass viele kleine und mittlere Seiten den Autoren nichts oder symbolische Beträge für Inhalte anbieten, ist eine ganz andere Baustelle. Umgerechnet auf die Stunde liegt man da oft klar unter 5 Euro. Mit den richtigen Referenzen und Fähigkeiten kommt man aber auch an die fair bezahlten Aufträge. Schlecht bezahlte Angebote lehnt man dann kurz und schmerzlos ab. Früher war das auch für mich anders: Auf eigene Kosten nach Hamburg gefahren zur Chroma bei Enermax und nachher die Testmuster verschachert, um die Fahrtkosten zu decken:ugly:. Ohne den richtigen Auftraggeber im Rücken geht das auf Dauer nicht.
 
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