Allgemeiner Diskussionsthread zu Netzteilen

In einem anderen Thread kamen wir kurz auf das Thema Verschleiß eines Netzteils.

Das wurde hier: Verschleiß von Netzteilen

schonmal angerissen, aber nicht tiefer behandelt.

Aussagen von be Quiet:

- Netzteile verschleißen nicht in dem Sinne, es gibt nicht viele Teile die bei richtiger Handhabe kaputt gehen können. Es sind in den meisten Fällen nur zwei Dinge: Lüfter und Kondensatoren die anfällig sind
- Lüfter sind ein großes Risiko, deswegen setzt BQ auf langlebige FDB und keine billigen Sleeve Bearings.
- Kondensatoren können nach einigen Jahren irgendwann mal aufgehen. Das ist aber nur in sehr seltenen Fällen vorgekommen und erst nach extrem langer Zeit


und Aussagen von Seasonic:

1. Netzteile haben keinen klassischen Verschleiß – sondern die Lebensdauer hängt stark an den verwendeten Komponenten, dem Layout und der Fertigungsqualität.
2. Die schwächste Komponenten sind dabei die Lüfter, welcher die eigentliche MTBF (Mean Time Between Failure) eines Netzteiles bestimmt also die Zeit bis zum erwarteten / errechneten Defekt. Seasonic setzt dabei hauptsächlich auf die nach Industrienorm hochwertigen kugelgelagerten Lüfter von Sanyo Denki und Adda. Dazu fokussiert sich Seasonic auf die Fanless-Technologie, welches dann auf diesen „Schwachpunkt“ Lüfter komplett verzichten kann und dazu weniger Wärme und Stress der Komponenten erzeugt.
3. Weitere wichtige Komponente ist der Kondensator. Die Verwendung von Feststoffkondensatoren (wie bei Mainboards oder VGA Karten) ist dabei ein Garant für eine Langlebigkeit. Seasonic setzt dabei auf japanische Produktion mit der Zertifizierung bis 105°C.
4. Aber auch die besten Komponenten helfen nichts, wenn es bei der Fertigungsqualität hinkt. Hierbei sind die Lötstellen – verwendeten Kabel und das PCB (Platinen) Layout entscheidend wie viel Wärme entsteht oder verhindert wird. Ebenfalls wichtig ist der qualifizierte Einbau der Platine (ohne Erdung oder viel Klebematerial) im Netzteilgehäuse zu beachten.
5. Lange Garantiezeiten aktuell bis zu 7 Jahren sind dazu ein kleines Sicherheitspolster für den User – Es gilt also auf das Paket des Netzteilherstellers / -marke zu achten.

Und hier ging es explizit um die Elkos, aber eher weniger mit klarer Antwort zum "Verschleiß": Elektrolyt-Kondensatoren - Lebensdauer und Qualitätsbewertung

Jedoch hält sich iwie hartnäckig die Meinung, dass man ein Netzteil unbedingt nach ein paar Jahren tauschen muss und so ein klarer Grund lässt sich für mich einfach nicht finden. Auch wird öfter angedeutet, dass das dann die Hardware schädigen könnte. Mich würde mal interessieren wie das gehen soll, wenn nicht grad mit Gewalt Bauteile rausgerissen werden, wozumal an entsprechenden Stellen sowieso auf jedem Netzteil Sicherungen sitzen.
Bisher habe ich viel mit Class A/B-Endstufen gearbeitet, diese auseinander genommen, repariert etc. Tatsächlich muss so eine Endstufe schonmal innerhalb kürzester Zeit richtig viel Saft bereitstellen (eben dem Musik-Signal folgend), was zu sekundärseitigen Slew-Rates von 45V/µs (eher 60V/µs oder manchmal gar dreistellig) führt, natürlich mit entsprechendem Strom für bspweise 500 W (auf Vollast entsprechend). Hingegen sind die Rise-Times sekundärseitig durchaus geringer als bei einem PC-Schaltnetzteil. Das beschreibt vorrangig den Signalweg, aber somit natürlich auch die Versorgung der Transen, die ja das Signal entsprechend verstärken. Die Gleichstromversorgung der Leistungstransen liegt hier bei den Ausgangspotenzialen bei +/- 40V, 50V, 60V usw, meistens je nach Leistungsklasse aufsteigend. Als Sieb-Kondensatoren werden meist dicke Elkos im 5-6-stelligen µF-Bereich genutzt und im Transen-versorgenden Weg eben auch entsprechende Elkos verbaut, die angegebene Slew Rates und Rise-Times garantieren. Und solche Audio-Endstufen werden unter Vollast auch richtig richtig heiß, weit heißer als PC-Netzteile. Und die Krux, bei der ich immer stutzig werde: Der angenommene "Verschleiß" der Bauteile. Selbst 40 Jahre alte Elkos solcher Audio-Amps sind heutzutage oft noch bei ihrer Kapazität wie vor 40 Jahren. Und das nach jahre... achwas, jahrzehntelanger Nutzung in Discos usw. Ich musste in der Tat schon einige Elkos tauschen, aber eher, weil diese unterdimensioniert waren. Und das auch nur auf den billigen Platinen. Und naja, die Elkos von 1980 dann doch niedrigere spezifizierte Maximalwerte haben als heutige neue Kondensatoren :P. Da gab es schonmal ein, zwei gewölbte Exemplare. Meist waren es eher kalte Lötstellen oder gar Bauteile, die sich selbst entlötet haben (was dann auch wieder auf eine falsche Bauteil-Dimensionierung oder gar eine falsche Planung der Schaltung hinweist)

So. Da ich nun weniger Class D-Amps bisher repariert habe, aber hier ja ganz oft eben diese Elkos als Problem genannt wurden, würde mich mal interessieren, wieso die Elkos bei einem Class D-Netzteil im PC iwie stärker beansprucht sein sollen als bei einem Audio-Amp. Denn die Gleichrichtung und Aufrechterhaltung primärseitig der Spannung wird bei einem Class D-Netzteil ja wohl kaum anders realisiert sein als bei einer Class A/B-Endstufe. Der Unterschied zwischen Class A/B und D liegt ja an ganz anderer Stelle. (Mal ganz abgesehen von der viel höheren Verlustleistung einer Class A/B-Endstufe.) Ich weiß, dass durch schnelle sekundärseitige Lastwechsel (100kHz aufwärts), und dem Schaltregler, somit dem Ripplestrom, ein weiterer Betrachtungsfaktor dazu kommt, der den Elkos zusetzen kann. Aber auch eher, wenn diese eben außerhalb ihrer Spezifikation betrieben werden. Schnelle Lastwechsel sind jetzt kein Grund für einen Elko-"Verschleiß". Aber da lasse ich mich gern belehren.
Eine tiefere Erklärung, warum ein PC-Netzteil nach einiger Zeit getauscht werden sollte, weil einem bspweise "die Hardware lieb sein sollte" (wie auch immer die dann kaputt gehen soll durch ein altes Netzteil. Ideen?), oder eben wegen alten Elkos (scheint tatsächlich ein sehr seltenes Problem zu sein, wenn man danach sucht), wäre wünschenswert und sicher aufschlussreich für viele. Gerne auch, wie sich die Technik weiter entwickelt hat und warum man gerade deshalb keine alten Netzteile verwenden sollte und bspweise immer nach der aktuellsten ATX-Spezifizierung schauen sollte. Ich weiß ja, dass alle Komponenten-Hersteller ihre Power Supply-Guides haben, liegt hier vllt. die Teflon-Pfanne begraben?

Ein viel größeres Problem, das tatsächlich einen Verschleiß darstellt, sehe ich im verbauten Lüfter. Tut der nicht mehr, steigt die Temperatur... und wir wissen ja, was das heißt ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Takeda: Weder bequiet noch Seasonic haben auch etwas über Lastwechsel geschrieben. Andere Baugruppen des Netzteils werden eben auch sehr belastet, wenn eine Grafikkarte ständig von 50 Watt auf 250 Watt springt. Zum Beispiel bei Zwischensequenzen in Spielen.

Neuere SCHNELLERE Hardware braucht kann auch schnellere Netzteile benötigen. Denn in den letzten Jahren hat sich hier auch einiges geändert. Eine aktuelle Grafikkarte, ein aktueller Prozessor kann hier deutlich schneller von der Base Clock in den Boost fahren. Ergo wird auch viel schneller der Strom an der Komponente benötigt.

Ich hatte vorher noch ein Sharkoon Netzteil, welches uralt war. Komischerweise hat sich mein PC immer abgeschaltet, sobald die Fury in den Boost gesprungen ist. Das bequiet L7 hat es wieder gerichtet, obwohl dies auch noch 50 Watt weniger hatte! Und jetzt habe ich das E11 für die Zukunft gekauft. Komischerweise hat meine Fury fast kein Spulenfiepen mehr. Das E11 liefert wohl jetzt sauberen konstanteren Strom. Soweit bin ich auch nicht in der Netzteilsparte.
 
@ Takeda: Weder bequiet noch Seasonic haben auch etwas über Lastwechsel geschrieben. Andere Baugruppen des Netzteils werden eben auch sehr belastet, wenn eine Grafikkarte ständig von 50 Watt auf 250 Watt springt. Zum Beispiel bei Zwischensequenzen in Spielen.

Neuere SCHNELLERE Hardware braucht kann auch schnellere Netzteile benötigen. Denn in den letzten Jahren hat sich hier auch einiges geändert. Eine aktuelle Grafikkarte, ein aktueller Prozessor kann hier deutlich schneller von der Base Clock in den Boost fahren. Ergo wird auch viel schneller der Strom an der Komponente benötigt.

Ich hatte vorher noch ein Sharkoon Netzteil, welches uralt war. Komischerweise hat sich mein PC immer abgeschaltet, sobald die Fury in den Boost gesprungen ist. Das bequiet L7 hat es wieder gerichtet, obwohl dies auch noch 50 Watt weniger hatte! Und jetzt habe ich das E11 für die Zukunft gekauft. Komischerweise hat meine Fury fast kein Spulenfiepen mehr. Das E11 liefert wohl jetzt sauberen konstanteren Strom. Soweit bin ich auch nicht in der Netzteilsparte.

Danke! Das ist nämlich ein Punkt, den ich auf jeden Fall nachvollziehen kann.
 
Danke! Das ist nämlich ein Punkt, den ich auf jeden Fall nachvollziehen kann.

Hast du einen Rechner, den du nie veränderst, kann das Netzteil darin auch immer bleiben und muss nicht verändert werden.
Man kauft neue Netzteile in der Regel deswegen, weil sich die Anforderungen ändern bzw. weil die neue Hardware andere Ansprüche stellt.
Heute muss das Netzteil schlicht mehr leisten, weil die Grafikkarten Hersteller billiger bauen und alles dem Netzteil überlassen, was früher auch die Grafikkarte geleistet hat.
Spannungsspitzen muss das Netzteil ausgleichen. Dazu brauchst du eine gute Spannungsregulation. All das können ältere Netzteile nicht mehr leisten. Auch wenn sie noch funktionieren, sind sie in dem Bereich das schwächste Glied und sollte daher zeitnah ersetzt werden.
 
Das Thema hatten wir schon ausgiebig.

Seasonic und BQ aussagen sind korrekt.

Zu Elkos Das Problem ist die Veränderung der Last wechsel, ich hab hier noch ein 26 Jahre altes Netzteil die Elkos sehen blendend aus.

Auch viele alte AT/AT PCs laufen immer noch problemlos alte Amiga, Atari,... auch Konsolen...

Die Leistungen haben sich geändert und Lastwechsel sind hinzugekommen, früher hattest entweder An & Aus, später dann Idle Last, heute hast du Lastwechsel in ms Bereich mit extremen Peaks.

Was auch noch vergessen wird ist nicht nur die Belastung eine rolle spielt sondern auch die umgehbung und damit meine ich nicht nur Temperatur, Luftfeuchtigkeit... sondern auch die Eingangsspannung. Ist die Netzspannung mies, mit Surges, Peaks.. zB Ursache sind zB Industrieanlagen.
Sowas kann einem auch ganz schnell das Netzteil killen


Abschließend würde ich sagen ein Netzteil ist eine Sicherheitskomponente und sollte zeitig ausgetauscht werden nicht wen nes platzt.
Siehe Ampeln im Straßenverkehr diese werden nicht ausgetauscht wenn sie kaputt sondern nach bestimmten laufzeiten.

Darüber hinaus ist es nicht sinnvoll moderne Systeme mit ATX 1.3 Netzteilen zu betreiben, dafür sidn die nicht ausgelegt

Am ende muss jeder selbst entscheiden wie lange er mit einem Netzteil rumgurckt, ich selbst halte von pauschalen aussagen ala nach 3 Jahren gar nichts, es ist immer eine Individuelle Angelegenheit die abgewägt und beurteilt werde sollte
 
ok, dann ist es also so, wie ich es mir schon fast dachte. neuere Komponenten, neuere Power Supply Guides mit anderen Anforderungen, andere Spezifikationen... gut :)
 
Poiu hat schon recht, wenn er sagt, dass man ein Netzteil nach 3 Jahren nicht wegwerfen muss.
Man muss aber auch schauen, was man denn für Anforderungen hat.
Hast du z.B. ein Gruppe Netzteil, das du dir vor 3 Jahren neu gekauft hast und planst nun eine RTX 2080 Ti zu verbauen, solltest du das Netzteil angesichts der Grafikkarte mit tauschen.
Kaufst du aber eine 1060, brauchst du das Netzteil nicht erneuern.
 
3 Jahre? :huh:
Ich trage Unterhosen länger. :D

Aber hoffentlich nicht an einem Stück durch, oder? :D

Ich tausche Netzteile aus, sobald die Leistung nicht mehr genügt, sich Standards maßgeblich verändern oder tatsächlich Probleme auftreten. Was mir für meine Hauptsysteme nicht mehr genügt, kann für "weitervererbte" Altgeräte und Office-Zweitverwertungen immer noch gut genug sein. In meinem bald 30 Jahre alten Retro-Rechner ist auch immer noch das originale Netzteil drin ...
 
Aber hoffentlich nicht an einem Stück durch, oder? :D

Ich tausche Netzteile aus, sobald die Leistung nicht mehr genügt, sich Standards maßgeblich verändern oder tatsächlich Probleme auftreten. Was mir für meine Hauptsysteme nicht mehr genügt, kann für "weitervererbte" Altgeräte und Office-Zweitverwertungen immer noch gut genug sein. In meinem bald 30 Jahre alten Retro-Rechner ist auch immer noch das originale Netzteil drin ...

So sollte es auch sein, es hängt auch davon ab um was für ein Netzteil es sich handelt, ein P11/Prime kann länger laufen als ein Xielnce Performace usw.

Die Retro PC Netzteile :ugly: werden auch ewig laufen, trotzdem steckt in meine mein 80 + Gold NT ist aber auch eher Dekadenz, lag hier rum das 300W Gold
 
Ich es nicht aber auch so, dass moderne Netzteile, Probleme mit mancher Retro-Hardware haben können. Ich meine mal gelesen zu haben, dass die 5V früher stärker belastet wurden als Heute und hier die eher schwache Auslegung der modernen Netzteile Probleme bereiten kann.

Würde mich interessieren ob hier einer etwas sagen kann :-)
 
Ich es nicht aber auch so, dass moderne Netzteile, Probleme mit mancher Retro-Hardware haben können. Ich meine mal gelesen zu haben, dass die 5V früher stärker belastet wurden als Heute und hier die eher schwache Auslegung der modernen Netzteile Probleme bereiten kann.

Würde mich interessieren ob hier einer etwas sagen kann :-)

Das stimmt schon, aber, das kommt dann auf das System an, und das Netzteil :)

Ja es gibt einige die -5V brauchen, das ist das Problematischste

ich hab aber keine Probleme und hab hier ein PIII Slot A board, ein Sockel PIII 1GHz und mehrere Sockel A boards 700MHz - 2GHz

Die sind Problemlos, die PC haben so geringe Leistungsaufnahme das ist 30-100W

Problematischer könnte es bei irgendwelchen P4 EE werden aber solche Herdplatten hab ich nicht hier
 
Danke für die Info :-) Ich habe hier noch ein Phenom II 965BE, welcher ich irgendwann also Linux Rechner nutzen möchte, denke aber hier spielt das Netzteil keine so große Rolle.

Hier könnte ich mir sogar eins der neuen Pure Power vorstellen.
 
Zurück