Allgemeine Dienstplicht in Deutschland

Die Wehrpflicht macht die Sache aber noch weniger zum attraktiven Arbeitgeber.
Die Wehrpflicht zu absoliveren täte dem einen oder anderen sicherlich mal ganz gut, weil er mal ein paar Dinge lernt die er bis dahin scheinbar im Elternhaus nicht beigebracht bekommen hat.

Ebenfalls muss man sich dann mit Leuten rumschlagen, die keinen Bock haben. Das trifft dann auch auf die Zivildiensteinrichtungen zu.
Glaub mal, die 1 oder 2 die wirklich "keinen Bock" auf Wehrpflicht hatten und nicht befähigt waren dann Zivildienst zu leisten, oder sich ausmustern zu lassen, bekammen während der Ableistung der Wehrpflicht ganz schnell "Lust" dadrauf.
Den Schuh ziehst du dir höchstens einen Tag lang an, das du sichtbar lustlos bist und nur bestenfalls halbherzig machst was du sollst...
 
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Den Schuh ziehst du dir höchstens einen Tag an, das du sichtbar lustlos bist und nur bestenfalls halbherzig machst was du sollst...
Man darfs halt nicht plump sichtbar machen. Wer ein bisschen intelligent im Schädel ist hat das "Drillsystem" nach 3 Tagen verstanden und kann ziemlich harmlos da durch ohne sich groß zu quälen und ohne sanktioniert zu werden mit irgendwelchem Schei*. Ich hab mich da auch nicht unnötig müde gemacht damals. Wir hatten auch einen im Zug der keinen Bock hatte aber zu blöd war das so anzustellen dass mans nicht sofort sieht und entsprechend immer Lack abbekommen hatte. Lösung: Zwei Wochen später warer dauerhaft KzH (krank zu Hause) wegen psychischer Probleme. Alle 2 Wochen war der Montags 10 Minuten beim Stabsarzt und hat den Krankenschein verlängert um dann am Wochenende aufm Fußballplatz zu sein.
Eigentlich war man doof es nicht genauso zu machen und noch halbwegs mitzuspielen.
 
Ursprünglich war ich 1989 Offiziersbewerber in der DDR, und sollte später an einem Luftabwehrsystem der DDR eingesetzt werden. Nach der Wende habe ich mich aber dagegen entschieden, und erst einmal eine Lehre begonnen, als Kaufmann im EH.

1994 wurde ich für den Wehrdienst eingezogen, Luftwaffe, Stützpunkt Oldenburg (bei Oldenburg), Ausbildung am Waffensystem Patriot, und Grundwehrdienst im Harz (Goslar ). Heute bin ich Obergefreiter der Reserve.

Rückblickend betrachte ich das als absolute Zeitverschwendung. Weder fühle ich mich dem Land oder Menschen näher verbunden, habe auch nichts fürs Leben gelernt, machte oft nur sinnlosen Wachdienst, spielte oft Skat, schlief auf dem Tarnnetz, fuhr sehr oft mit Zügen von Oldenburg nach Potsdam, und zurück, und bereue diese Zeitverschwendung.

Wehrdienst auf Zwang halte ich nicht für sinnvoll.
Ein moderner Wehrdienst sollte Frauen und Männer gleich behandeln, sexuelle Orientierung sollte egal sein, auch der Glaube, und die Bürger sollten gute Bedingungen beim Wehrdienst haben, ein Job der sie erfüllt, und Spaß macht.

Wenn der Dienst attraktiv ist, ist ein Zwang nicht nötig, und man hat auch kein Personalproblem.
 
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Gute Idee, positive Stimulierung, und man integriert sich schneller in die neue Kultur, besonders im Hintergrund des demografischen Wandel.
 
Das würde aber nur wirklich funktionieren, wenn die Bundeswehr besser ausgestattet wird und man dort auch Berufe erlernen kann, dazu eben die normale Dienstpflicht.
So bekäme der Einwanderer nicht nur Abfolgen in den Streitkräften mit, sich mit dem Land, für das er dient, zu identifizieren, Grundwerte und das Grundgesetz zu lernen, im Suff die Einrichtung einer Regionalbahn zu zerstören (:D), sondern sich auch beruflich zu entwickeln und darin eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen zu können, um nach der Dienstzeit, mit dem deutschen Pass in der Hand, im zivilen Leben seinen Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften.
Die deutsche Staatsbürgerschaft bekäme der Einwanderer natürlich erst nach seiner Dienstzeit.
Allerdings weiß ich nicht, wie die rechtlichen Grundlagen sind. Wenn ich nicht irre, muss man deutscher Staatsbürger sein, um zum Bund gehen zu können. Das müsste die Politik natürlich ändern.
 
Ich kenne diverse Oberfeld, die das eben nicht haben.
Interessant! Wer Unteroffizier mit Portepee ist hat nicht nur eine abgeschlossene Berufsausbildung sondern auch einen Meisterbrief oder ist Fachkaufmann. Das der Meister nicht mehr zwingend Voraussetzung ist das kann ich für die letzten Jahre bestätigen. Das man aber zum Feldwebel befördert wird ohne abgeschlossene Berufsausbildung ist mir noch nicht unter gekommen und deckt sich auch nicht mit der geforderten Ausbildungshöhe in der Gehaltsklasse.
 
Streiche hinten eine Null bei der Abfindung. Außer es war tatsächlich eine Abfindung für irgendetwas. Beim Ausscheiden erhalten die Soldaten in der Regel einen Geldbetrag, gedacht für die Rentenversicherung, sowie Übergangsgebührnisse sowie Gelder für Weiterbildungen im Rahmen des Berufsförderungsdienstes.
Hätte ich nach 8 oder 12 Jahren 75.000 € Abfindung erhalten wäre ich sicher nicht Berufssoldat geworden.
 
Streiche hinten eine Null bei der Abfindung. Außer es war tatsächlich eine Abfindung für irgendetwas. Beim Ausscheiden erhalten die Soldaten in der Regel einen Geldbetrag, gedacht für die Rentenversicherung, sowie Übergangsgebührnisse sowie Gelder für Weiterbildungen im Rahmen des Berufsförderungsdienstes.
Hätte ich nach 8 oder 12 Jahren 75.000 € Abfindung erhalten wäre ich sicher nicht Berufssoldat geworden.
Ich gebe nur meine persönlichen Erfahrungen weiter.
In dem Fall ging es um eine 12 Jahre Dienstzeit.
Er wollte 1 Jahr Urlaub machen, von der Abfindung leben und danach schauen, was er so machen möchte.
Und von solchen Leuten gab es eben ein paar. War halt in meiner Kaserne, in der ich stationiert war. Das ist natürlich nicht repräsentativ.
 
In der Zeit beim Bund machen in der Tat viele eine weitere Ausbildung. Bei mir in Oldenburg hatten Zeitsoldaten nur selten eine zusätzliche Ausbildung gemacht, Feldwebel und höher brachten meistens eine Ausbildung mit. Nur Offiziere haben sich ständig weitergebildet, die ja eigentlich lebenslang beim Bund bleiben.

Die Ausrüstung war schon zu meiner Zeit, vor 30 Jahren, eine Katastrophe. Mein G3 war von 1957, und klemmte ständig. Und der Rest meiner Ausrüstung sah aus, wie auf dem Flohmarkt gekauft.

Was den Dienst aber wirklich unattraktiv macht, sind monotone Aufgaben, die sich ständig wiederholen, große Pausen, wo man immer wieder nur warten muss, und die Aufgabe über den eigenen Körper bestimmen zu können.

Ich musste Blut spenden, obwohl ich dass nicht wollte. Mir wurde ständig zwischen die Beine gegraptscht, bei der Musterung, vor dem Grundwehrdienst, noch einmal in Oldenburg. Und ständig bekam ich irgendwelche Spritzen vom Standortarzt.

Wie geschrieben, wenn der Dienst langweilig ist, keinen Spaß macht, unattraktiv ist, wird die Bundeswehr immer ein Personalproblem haben.

ps: Meine Fallmanagerin, Frau S......., beim Jobcenter, war nur beim Bund, weil sie dort ein Studium machen konnte, und heute mit dieser Ausbildung im Jobcenter arbeitet. Also Personal anzulocken mit einer zusätzlichen Ausbildung, ist durchaus attraktiv, aber leider ein dauerhafter Dienst dahinter nicht.
 
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Sind wir doch mal ehrlich, sich ausmustrrn lassen ist kein Hexenwerk...da geht eh nur jemand hin, der Bock hat oder Bock auf Zivildienst hatte.
Klar, Mechaniker hätte ich gern gemacht, aber im Schlamm suhlen oder Sport und so nen Scheiß, mehrer Leute auf dem Zimmet usw., nein danke.
Letzteres war ja glaube ich nur in der Grundausbildung ein Problem. Wenn man es schlau angestellt hatte, wurde man in die nächstbeste Kaserne eingezogen und konnte dann nach Dienstschluss jeden Abend daheim schlafen.
Ich denke eine Dienstverpflichtung für Alle, bei der man automatisch beim Bund landet, außer man nimmt opt-out (was aber nur ein Kreuzchen sein sollte), wäre da sehr hilfreich.
Finde ich nicht. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, dass man einen „Staatsdienst" ableisten soll, von der Verpflichtung beim Militär halte ich aber gar nichts. Ich finde man sollte es durchaus ermöglichen, den Dienst auch beim Zoll oder beim THW abzuleisten und nicht ausschließlich nur bei der Bundeswehr.
 
Wenn man es schlau angestellt hatte, wurde man in die nächstbeste Kaserne eingezogen und konnte dann nach Dienstschluss jeden Abend daheim schlafen.
Das gibt es zwar (ich hatte auch ganze 7 Kilometer von meinem Bett aus bis zur Kaserne), das schlau anstellen kann sich da aber als schwierig gestalten. Eine sogenannte "Heimatnahe Verwendung" benötigte in der Regel entweder einen sehr guten Grund, einen Haufen Glück oder das entsprechende Vitamin B. Wenn du nichts von den 3 Optionen hattest warste normalerweise während der Wehrzeit irgendwo zufällig in der Republik verstreut.

Das Schicksal hätte mich, obwohl ich bei der Musterung angegeben hatte heimatnah stationiert werden zu wollen und es natürlich hieß ja das wird schon klappen, ebenfalls ereilt - ich sollte schließlich doch irgendwo nach Norddeutschland. Was die BW zu dem Zeitpunkt nicht wusste ist, dass der einzige Prominente, den ich zu der Zeit persönlich kannte, Peter Struck war. Das Gesicht des Sachbearbeiters hätteste sehen müssen als ich nen Tag später mit nem Wisch des Verteidigungsministers da stand mit Befehl mich in die Kaserne neben meinem Wohnort zu versetzen. :haha:
 
Finde ich nicht. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, dass man einen „Staatsdienst" ableisten soll, von der Verpflichtung beim Militär halte ich aber gar nichts. Ich finde man sollte es durchaus ermöglichen, den Dienst auch beim Zoll oder beim THW abzuleisten und nicht ausschließlich nur bei der Bundeswehr.
Genau das habe ich ja geschrieben: Einfach auswählen, das man nicht BW sondern Ersatzdienst will. Und THW war ja schon früher eine Option statt BW oder Zivildienst. Das war dann halt nur eine sehr viel langfristigere Bindung. Ich glaube Verpflichtung für 10 Jahre bei 120h/Jahr oder so ähnlich, weil das kann man neben dem Beruf/Ausbildung/Studium machen. Das man das ggf. noch aufstockt, das da nicht nur "soziale" Tätigkeiten + THW als Option möglich sind, wie früher, könnte man ja entsprechend definieren.
 
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