Blog Alkis Blog #11 - Das Monster.

Incredible Alk

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Hi Leute,

"...schon wiedern Blog-Eintrag vom Alki?!" werden sich ein paar Menschen da draußen denken, die von mir eigentlich nur alle paar Wochen ein paar Zeilen hier gewohnt sind aber ein Monster hat mich erreicht und fordert fast schon einen Erfahrungsbericht.

Die Rede ist trotz des Releases in wenigen Stunden nicht vom Herrn des Schreckens Diablo höchstpersönlich, sondern - man möge es mir verzeihen - vom völlig un-nerdigen neuen Autowagen den ich vergangene Woche abholen durfte (an der Stelle mal nen schönen Gruß in den Auto-Sammelthread ;-)).

Nach vielen Jahren des Sparens ist es mir nun vergönnt - letzten Freitag kam die Nachricht meines Händlers mein Seat Leon Cupra R stünde zur Abholung bereit. Nach dem in Deutschland üblichen Papierkrieg auf der örtlichen Zulassungsstelle machte ich mich also auf den Weg ins von meiner Heimat aus rund 300km entfernte Hilden um den Wagen einzuweihen. Die Übergabe war problemlos binnen weniger Minuten über die Bühne, auch die Zapfsäule raubte mir in Rekordzeit beinahe 100€ zusätzlich, als wäre die Karre an sich nicht teuer genug gewesen.
Dann konnte es losgehen: Hilden-Schmelz.

Eins vorneweg: Natürlich macht man sich ja im Vorraus genau kundig was man da kauft, was 265 PS und vor allem 350 Nm bedeuten. Und ich bin mir (auch berufsbedingt) völlig im klaren darüber, dass man einen Neuwagen nicht gleich auf den ersten Kilometern am Anschlag betreiben sollte - was ich natürlich auch nicht getan habe - aber großer Gott ist das Ding ein Monster!
Natürlich erst mal sanft warmgefahren, viel anderes blieb mir im Berufsverkehr ohnehin nicht übrig (dort machte ich auch Bekanntschaft mit der extrem bissigen Bremse die einen ungeübten bereits bei leichtem Druck beinahe ins Lenkrad beißen lässt). Dann nachdem die ersten fast 100km runter waren und endlich einmal die Autobahn nicht vollgestopft war bis obenhin konnte man mal ein wenig laufen lassen... ich hatte mir das Ziel gesetzt um die 3500-4000 Upm nicht zu überschreiten und natürlich kein Vollgas zu fahren. Funktionierte auch super, ich war äußerst überrascht wie schnell und vor allem wie unmerklich man auch mit Halbgas mit so nem Auto vorwärts kommt. Da sieht man auf ner unbegrenzten AB mal 5 Minuten nicht auf den Tacho, schielt runter - 200. Verdammt, doch etwas zu viel gegeben - aber das war die Ausnahme. ;-)

Nun, nachdem man sagen könnte die Einfahrphase ist langsam zu Ende habe ich heute den Drehzahlbereich mal bis 5000-5500 (der theoretisch möglichen 6500) Upm ausgenutzt - und das Saarlandbedingt auch nicht erst im 6. Gang. Ergebnis: Sprachlosigkeit auf ganzer Linie. Die ersten beiden Gänge sind im Drehzahlbereich über 4000 eigentlich nicht zu gebrauchen, da 235er Reifen einfach zu teuer sind um sie alle paar Monate zu wechseln. Ab der dritten Welle schafft es der Wagen dann mal (bei sehr guten Fahrbelagseigenschaften) die Kraft komplett quietschfrei auf den Asphalt zu bringen - und mich dabei gefühlt durch den Fahrersitz in den Kofferraum zu pressen. Einfach irre für Leute die zweistellige PS-Zahlen jahrelang gewohnt waren.

Etwas ängstlich war ich anfangs beim Verbrauch - ich meine klar wer so nen Wagen kauft darf den ein oder anderen Liter Super Plus mehr nicht scheuen aber zumindest ein klein wenig Restökonomie sollte noch bleiben um nicht gleich nen amerikanischen Pass beantragen zu müssen. Positiv überrascht wurde ich da schon bei der Heimfahrt - "nur" 9,2 Liter verbrauchte ich auf 100km obwohl ich in den unbegrenzten Teilen mit grob 160 unterwegs war und nicht übertrieben langsam gemacht hatte - bei dem Tempo hätte mein alter vermutlich noch mehr gefressen. Noch einen drauf setzte der Cupra dann aber auf meiner Fahrt zur Arbeit und wieder nach Hause heute wo ich, man lese und staune, nur 6,8 Liter Durchschnittsverbrauch hatte (da war mein alter dann mit 5,5 aber doch etwas genügsamer...). Zugegeben besteht diese Strecke aus großen Anteilen 70 km/h-Tempomat-Zonen aber ich hatte bei 265PS auf jeden Fall mit mehr gerechnet. Ok, bei Beschleunigungsspielchen kann man auch problemlos die 20 Liter knacken aber das ist ja eher selten mal der Fall.

Ansonsten - was soll man sagen - ist die Karre unspektakulär, und das wollte ich auch so. Ohne ein klein wenig geschult zu sein und Details wie schwarze Außenspiegel, andere Lufteinlässe oder die etwas zu groß geratenen Felgen zu erkennen vermutet niemand so eine Bestie. Der einzige Punkt der mich bisher geärgert hat ist das (außerhalb einer Werkstatt) nicht abstellbare Tagfahrlicht das nichts tut, außer bei strahlendem Sonnenschein meine Halogenbirnchen zu verschleißen, die bei Seat ohnehin erfahrungsgemäß nie lange halten. Das hätte man ebenfalls wie alles andere auch im Bordcomputer optional machen können.


Und nun stehe ich die nächsten Tage vor der Qual der Wahl wie ich in meiner Freizeit den Adrenalinstoß im Hirn auslösen soll - durch das fahren eines Autos, das mich G-Kräften sondergleichen auszusetzen vermag, oder doch durch blutiges virtuelles Gemetzel in Sanktuario... für Tipps (und sonstige Fragen oder was auch immer) gibts ja die Kommentarfunktion da unten. :P
 
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