Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Weißrussland hat ihre Fahrzeuge mit V markiert, was auch immer das sein mag. Angeblich werden sie in Kürze dem Krieg beitreten.
 
Angeblich werden sie in Kürze dem Krieg beitreten.
Die Vermutung ist ja schon lange da. Wozu sonst sollte man sich die Truppen an der Grenze bereithalten?

Wenn Lukaschenko schlau ist, dann zieht er Putin den Stecker, in dem er die Fronten wechselt, zu Gunsten der Ukraine in den Krieg gegen Russland zieht, um damit sich und seine Lakeien vom Joch der Sanktionen zu befreien. Aber leider halte ich den Mann nicht für sonderlich schlau. :(
 
Die Vermutung ist ja schon lange da. Wozu sonst sollte man sich die Truppen an der Grenze bereithalten?

Man muss nicht bereits Anfang März seine eigenen Generäle detailiert / ausführlich über die militärischen Ziele Russlands in der Ukraine in Kentnis setzen, wenn man nicht vor hat selbst daran teilzunehmen und will das diese dafür eigene Pläne erarbeiten.

Es ist also schon seit über 2 Wochen im Grunde klar gewesen das Weißrussland sich nicht nur als Aufmarschgebiet und Durchgangsland für Nachschub an dem Konflikt der russischen Armee beteiligen wird, sondern mindestens auch als aktiv nutzbare Reserve bereitsteht, sollte es notwendig sein.

Wenn Lukaschenko schlau ist, dann zieht er Putin den Stecker, in dem er die Fronten wechselt, zu Gunsten der Ukraine in den Krieg gegen Russland zieht, um damit sich und seine Lakeien vom Joch der Sanktionen zu befreien. Aber leider halte ich den Mann nicht für sonderlich schlau. :(
Nicht "schlau" ist es in solchen Zusammenhängen immer nur äußerst dehnbare Begriffe wie "schlau" zu benutzen, deren Interpretation ausschließlich von den Interessen und dem Standpunkt abhängen die jemand verfolgt, nicht aber zwingend kohärent zu moralischen / humanitären / demokratischen / westlichen Werten zu sein haben.

Lukashenko und seinen Günstlingskreis jucken die Sanktionen erst einmal relativ wenig, in etwa nur so weit wie es seine persönliche Macht direkt bedroht / bedrohen könnte und das ist aktuell nicht all zu sehr, da die Bevölkerung weitestgehend auf Spur ist und die Oposition aus dem Land gejagt oder inhaftiert.

Am Ende ist es bei Sanktionen genauso wie mit Nordkorea oder dem Irak unter Saddam, Machthaber und Elite finden immer irgend einen weg an die Luxusgüter zu kommen die ihnen irgendwelche Sanktionen eigentlich verwehren sollen, treffen tun selbige im Endeffekt i.d.R. vor allen das gemeine Volk und solange man das auf irgend eine Art unter Kontrolle halten kann, wenn interessieren da im autokratischen System die Sanktionen...

Ganz im Gegensatz dazu stünde im Fall von Lukashenko wenn Putin weg vom Fenster wäre, der selbst ein Interesse daran hat das Lukashenko in Weißrussland an der Macht bleibt, weil dieser dort als sein politisch / idiologischer verlängerter Arm agiert, in dem Fall wäre auch Lukashenkos Zeit in Weißrussland angezählt.

Ist es also schlau aus der Position von Lukashenko Putin in den Rücken zu fallen?
Nein, im Gegneteil, für Lukashenko wäre es eine der dümmsten Entscheidungen die er in seiner Position treffen könnte!

Wäre es schlau von Lukashenko sich am Krieg in der Ukraine zu beteiligen?
Kommt auf den Ausgang des Konflikts an.

Bei einem Sieg steigert das seine Gunst bei Putin und das festigt seine Position weiter, bei einem patt und sollte es auf irgend einen Weg intern zu einer Absetzung Putins kommen wird es in jeden Fall langfristig auch für ihn nach hinten losgehen.
Lukashenko hat also durchaus irgendwo auch ein eigenes Interesse daran das Putin in der Ukraine mit seinen Zielen Erfolg haben wird, sich einzumischen liegt also auch gewissermaßen in seinem Interesse.

Du siehst also, man sollte nicht immer von einem eindimensionalen schwarz / weiß Schema an die Sache rangehen, um zu bewerten ob etwas "schlau" ist oder nicht. ;)
 
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Die Vermutung ist ja schon lange da. Wozu sonst sollte man sich die Truppen an der Grenze bereithalten?

Wenn Lukaschenko schlau ist, dann zieht er Putin den Stecker, in dem er die Fronten wechselt, zu Gunsten der Ukraine in den Krieg gegen Russland zieht, um damit sich und seine Lakeien vom Joch der Sanktionen zu befreien. Aber leider halte ich den Mann nicht für sonderlich schlau. :(
1. Die Truppen hält man im Kriegsfall immer bereit, weil die feindliche Armee mal auf Idee kommen könnte, die Grenze gewaltsam zu übertreten.
2. Nix an dem ist Schlau von Lukashenko. Ohne Putin kann er sich doch gar nicht in Belarus halten.

Mariupols Kapitulation wurde abgeleht. Was ist eure Meinung dazu?
 
OK, "unsere" Ukrainer sind dann doch erst am Samstagmorgen gekommen.
Die österreichische Organisation in Wien ist noch nicht optimal.
Der Sozialsprengel hier vor Ort unterstützt supidupi.
Sie werden nur kurze Zeit bleiben, so ca. 1-2 Wochen, da sie Verwandtschaft in Frankreich haben und dorthin weiter wollen. Sie kommen aus Terniwka, das ist ost-süd-ost und ca. 50 km Luftlinie von Dnipro entfernt.
Mama (36) kann gut englisch, Kinder sind 10 und 14.
Sie haben keine direkte Kampfhandlungen gesehen, hatten aber sehr oft Fliegeralarm und viele Zerstörungen gesehen.
Etwas irritierend war der eigentliche Fluchtgrund.
Die auch angekommenen Oma und Opa (beide um die 60) väterlicherseits sind ethnische Russen, die ukrainische Frau stammt ursprünglich aus der Nähe von Dnipro.
In ihrer Heimat vor Ort hätten paramilitärische Einheiten der Ukraine mehr oder weniger die Polizei ersetzt und ethnische Russen werden - vorsichtig ausgedrückt - unfreundlich behandelt.
Ihr Ehemann und somit ethnischer Russe kämpft auf ukrainischer Seite in der Armee.
Ihre Eltern würden weiterhin bei Dnipro bleiben und wollen auch nicht weg.

Alles eher komplex.
Gibt nicht zwingend nur schwarz-weiss.

Mehr werde ich an der Stelle nicht darüber berichten, da es wohl dann zu sehr in die Privatsphäre gehen würde.
 
Mariupols Kapitulation wurde abgeleht. Was ist eure Meinung dazu?
Die Bevölkerung ist seit Wochen von der Versorgung abgeschnitten. Evakuierungsversuche sind mehrfach gescheitert. Und wenn mal was geklappt hat, dass sie rauskonnten wurden sie nach Russland verschleppt.
Sieht sehr schlecht aus. Die Stadt ist fast komplett zerstört.
Wäre wohl besser wenn die aufgeben... sonst werden viele Zivilisten sterben.
 
Die Bevölkerung ist seit Wochen von der Versorgung abgeschnitten. Evakuierungsversuche sind mehrfach gescheitert. Und wenn mal was geklappt hat, dass sie rauskonnten wurden sie nach Russland verschleppt.
Sieht sehr schlecht aus. Die Stadt ist fast komplett zerstört.
Wäre wohl besser wenn die aufgeben... sonst werden viele Zivilisten sterben.
Aus militärischer Sicht wäre eine Kapitulation das schlechteste was man in der Situation machen kann, solange die Versorgung der dort kämpfenden Soldaten nicht völlig auswegslos ist, weil man von ukrainischer Seite an einer Kapitulation der Stadt nur verliert und nichts verbessert.

Würde man jetzt kapitulieren würde das zwar vielleicht mehr Zivilisten das Leben retten, aber man würde auch eine strategisch wichtige Position verlieren die man von russischer Seite nicht einfach ignorieren / links liegen lassen kann, man würde auch nicht unbeträchtliche für die Belagerung gebundene russische Kräfte frei werden lassen, die dann wieder an anderer Stelle eingesetzt werden können und dem Gegner schwere Verluste ersparen.

So schwer es auch sein mag das Leid der Zivilisten in Mariupol sehen zu müssen, aber je länger man von ukrainischer Seite die Stadt gehalten / verteidigt bekommt umso besser und aktuell um so belastender für die russische Armee.

Und am Ende, jeder bisher gestorbene und nocht sterbende Zivilist in Mariupol geht auf die Kappe Russlands, nicht auf die der Ukraine.
 
Und am Ende, jeder bisher gestorbene und nocht sterbende Zivilist in Mariupol geht auf die Kappe Russlands, nicht auf die der Ukraine!
Auf welche Kappe das geht ist eigentlich fast egal. Tod ist Tod.
Es geht dabei um zig tausende Zivilisten.
Wenn diese evakuiert werden könnten (in sichere Gebiete) und dann die ukrainische Führung sagen würde :"Wir halten die Stadt!" dann wäre das etwas anderes.
 
Auf welche Kappe das geht ist eigentlich fast egal. Tod ist Tod.
Es geht dabei um zig tausende Zivilisten.
Es ist nunmal leider Krieg, wenn du in einem Krieg keine schweren Entscheidungen, leider auch über das Schicksal von Zivilisten, fällen willst, solltest du direkt kapitulieren!

Weil sowas wie Mariupol wird sich sicherlich noch das eine oder andere mal widerholen, wenn der Krieg noch eine Weile andauert, auch wenn die Stadt jetzt kapitulieren würde und wenn du jede wichtige Stadt der russischen Armee auf diese einfache Art überlassen möchtest, wegen der noch eingeschlossenen Zivilisten, ist ein weiterkämpfen eben sowieso schon von vornerein sinnlos.

Mag hart sein, aber so schaut es nunmal aus, es ist der Preis den man aktuell bereit sein muss zu zahlen.
 
Die Stadt ist eh schon verloren. Das Leid würde sich nur noch länger hinziehen.
Deswegen wäre eine Kapitulation jetzt besser. Damit die Zivilisten in Sicherheit kommen.
Das wäre dann zwar eine Teilniederlage aber keine Niederlage der gesamten Ukraine.
 
Und am Ende, jeder bisher gestorbene und nocht sterbende Zivilist in Mariupol geht auf die Kappe Russlands, nicht auf die der Ukraine.
Hmmm... das könnten einige der Kinder und Frauen aber auch anders sehen, die nicht zwingend mit wehenden Fahnen sterben wollen, sondern einfach nur leben wollen...

Ich verstehe vom Prinzip her nicht, warum die Ukrainer denn nicht die Zivilbevölkerung rechtzeitig evakuieren,
bevor die Hauptkampfhandlungen um eine Stadt beginnen.
Gut, man bekommt nie alle raus, aber z. b. Mariupol war ja schon 1 Woche nach Beginn der Kampfhandlungen klar, dass die Stadt ein Ziel der Russen sein wird.
Da hätte ich doch zumindest einen größeren Teil schon vorab herausgeholt.
 
Ich verstehe vom Prinzip her nicht, warum die Ukrainer denn nicht die Zivilbevölkerung rechtzeitig evakuieren,
bevor die Hauptkampfhandlungen um eine Stadt beginnen.
Gut, man bekommt nie alle raus, aber z. b. Mariupol war ja schon 1 Woche nach Beginn der Kampfhandlungen klar, dass die Stadt ein Ziel der Russen sein wird.
Da hätte ich doch zumindest einen größeren Teil schon vorab herausgeholt.
Das verstehe ich auch nicht. Vielleicht wussten sie nicht wo hin mit den ganzen Menschen.
Oder sie hatten gehofft, dass die Russen sich barmherziger zeigen... aber das wäre wohl naiv.
Man kennt ja deren Vorgehen schon aus anderen militärischen Konflikten.
 
Ich verstehe vom Prinzip her nicht, warum die Ukrainer denn nicht die Zivilbevölkerung rechtzeitig evakuieren,
bevor die Hauptkampfhandlungen um eine Stadt beginnen.
Wohin genau? Von dort bis vor die Tore von Odessa - und sogar darüber hinaus - regnet es russischen Tod vom Himmel. Zieh eine Linie von Kiew nach Odessa; alles rechts davon ist zu 100% nicht sicher. Und dann? Was machst du mit so vielen Menschen? Es ist ja nicht Mariupol alleine. Da sind noch viele andere Großstädte, die von den Russen bombardiert werden. Obendrein gibt es dort keine Orte, wo man die Menschen unterbringen und versorgen kann. Es gibt dort keine Zelt- oder Containerstädte. Dank Putins Drohungen gegenüber dem Westen engagiert sich auch die UN nicht an Maßnahmen im Westen der Ukraine solche Flüchtlingsauffangstrukturen zu schaffen.

Rund Zehn Prozent der Zivilbevölkerung sitzt bereits in Nachbarländern, innerhalb des Landes gibt es Millionen Binnenflüchtlinge, die kein sicheres Ziel haben. Die Aufgabe von Mariupol würde das Leid für noch mehr Menschen noch mehr vergrößern, weil die Russen damit eine Entlastung bekämen und die frei gewordenen Verbände richtung Westen bewegen können. Da bekommen wir dann weitere Mariupols.
 
Das verstehe ich auch nicht. Vielleicht wussten sie nicht wo hin mit den ganzen Menschen.
Das wissen viele der Flüchtenden im Moment auch nicht.
immerhin wäre es eine Option gewesen.
Oder sie hatten gehofft, dass die Russen sich barmherziger zeigen... aber das wäre wohl naiv.
Na ja, realistisch betrachtet erleben wir einen "ganz normalen Bodenkrieg".
Wenn man so mag, wurden wir im Westen in der Illusion gelassen, dass es so was wie einen präzisen Krieg nur unter Militärs geben könnte.
Militärisch ist es für mich zunächst nachvollziehbar, dass die Russen zunächst alle möglichen Ziel bombardieren, die potentiell Schutz für Ukrainische Truppen bieten.
Ich würde mich als Ukrainer ich auch in Hochhäuser mit Snipern verschanzen, Straßen verminen und jede verfügbare Deckung im Abwehrkampf nutzen. Und die Russen versuchen, diese Deckungen oder überlegene Schusspositionen auszuschalten.
Extrem doof dann, wenn zwischendrin überall Zivilisten sind.
Man kennt ja deren Vorgehen schon aus anderen militärischen Konflikten.
Ja, aber das gilt auch für alle anderen Armeen.
Hier in Bagdad nach einem US Luftangriff 2003 sind bestimmt nicht nur Soldaten umgekommen:
irakkrieg132__v-original.jpg


Und so haben die Russen in Grosny, Tschetschenien gewütet, es war also absehbar, was kommt.
Grosny_1995.jpg

Wohin genau? Von dort bis vor die Tore von Odessa - und sogar darüber hinaus - regnet es russischen Tod vom Himmel. Zieh eine Linie von Kiew nach Odessa; alles rechts davon ist zu 100% nicht sicher. Und dann? Was machst du mit so vielen Menschen? Es ist ja nicht Mariupol alleine.
Heute Morgen kam im Radio Bayern24, dass mittlerweile 25% = über 10 Mio. Ukrainern auf der Flucht wären, davon grob 3 Mio. mittlerweile im Ausland.
Die Fluchtbewegung ist also so oder so im vollen Gange.
Die Kernfrage ist also nicht, ob geflohen werden soll, sondern ab wann.

PS:
Also ich habe weiter oben von unseren Flüchtlingen berichtet.
Die sind letzte Woche mit dem Bus aus Dnipro bis an die slowakische Grenze gefahren und dann mit dem Zug bis nach Wien.
Luftalarm hatten sie oft während der Busfahrt, aber sie haben keinen einzigen Kampfjet am Himmel gesehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man könnte jetzt auch zynisch sein und vermuten, dass die ukrainische Regierung extra die Zivilbevölkerung in den Städten gelassen hat. Und ihre Soldaten bewußt in die Nähe von Zivilgebäuden in Stellung bringt um sie als Schutzschilde zu mißbrauchen. Ähnlich wie es im Irak und Gaza praktiziert wurde. Die Russen behaupten das ja die ganze Zeit schon. Aber ich glaube nicht das die ukrainische Regierung so unmenschlich ist.
 
Man könnte jetzt auch zynisch sein und vermuten, dass die ukrainische Regierung extra die Zivilbevölkerung in den Städten gelassen hat. Und ihre Soldaten bewußt in die Nähe von Zivilgebäuden in Stellung bringt um sie als Schutzschilde zu mißbrauchen. Ähnlich wie es im Irak und Gaza praktiziert wurde. Die Russen behaupten das ja die ganze Zeit schon. Aber ich glaube nicht das die ukrainische Regierung so unmenschlich ist.
Ja, diese Berichte kursieren primär in den alternativen Medien.
Wahrheitsgehalt natürlich kaum prüfbar.
Ich drücke es mal gemäß deren Aussagen von oben so aus:
Manche ukrainischen Soldaten, vor allen offensichtlich die paramilitärischen Verbände, bekleckern sich nicht zwangsweise mit Ruhm.
Ich kann nicht verifizieren, was "unsere" Ukrainer alles erzählten, halte mich daher bedeckt.
Wenn nur die Hälfte stimmt, dann muss man den originären "Donbass" Konflikt evtl. unter einer anderen Perspektive betrachten. Evtl. unterlag Putin tatsächlich Informationen, die sich evtl. als noch so falsch herausstellen werden, für ihn aber eine gewisse Legitimation ergaben.

Klarstellung:
Selbst wenn krassere Informationen wahr wären, ist das natürlich noch lange kein Grund, einen Angriffskrieg zu führen.
 
Die Stadt ist eh schon verloren. Das Leid würde sich nur noch länger hinziehen.
Deswegen wäre eine Kapitulation jetzt besser. Damit die Zivilisten in Sicherheit kommen.
Das wäre dann zwar eine Teilniederlage aber keine Niederlage der gesamten Ukraine.

Jeder Tag an dem russische Truppen in und um Mariupol gebunden sind ist ein Tag mehr an dem diese Truppen nicht weiter gen Norden / Westen angreifen können.

Das ist der Teil an Krieg der total unlustig und extrem deprimierend ist.
 
Heute Morgen kam im Radio Bayern24, dass mittlerweile 25% = über 10 Mio. Ukrainern auf der Flucht wären, davon grob 3 Mio. mittlerweile im Ausland.
Die Fluchtbewegung ist also so oder so im vollen Gange.
Die Kernfrage ist also nicht, ob geflohen werden soll, sondern ab wann.
Die Russen haben teilweise von mehreren Seiten angegriffen und noch kurz vor der Beginn noch alles geleugnet. Die Amerikaner und auch die ukrainische Regierung werden es vorher gewusst haben, aber mit den Informationen wäre nur absolutes Chaos ausgebrochen. Man darf halt nicht vergessen, in einer großen Stadt, haben weder alle Leute ein Fortbewegungsmittel, noch sind alle Altersgruppen noch super mobil. Riesige Schlangen von Autos geben halt auch ein super Ziel ab. Es ist halt davon aufzugehen, dass die Russen Mariupol unbedingt haben wollen, deswegen haben sie es eingekesselt, die Versorgung abgeschnitten und jetzt als Druckmittel, der Bevölkerung wenig sinnvolle Fluchtmöglichkeiten gelassen.

Man könnte jetzt auch zynisch sein und vermuten, dass die ukrainische Regierung extra die Zivilbevölkerung in den Städten gelassen hat. Und ihre Soldaten bewußt in die Nähe von Zivilgebäuden in Stellung bringt um sie als Schutzschilde zu mißbrauchen. Ähnlich wie es im Irak und Gaza praktiziert wurde. Die Russen behaupten das ja die ganze Zeit schon. Aber ich glaube nicht das die ukrainische Regierung so unmenschlich ist.
Wie wurde heute hier im Thread schon wieder so schön gesagt, es gibt immer mehrere Möglichkeiten der Betrachtung. Aus Sicht der Verteidiger wäre es nicht sinnvoll, sich in eindeutig erkennbare (bekannte) Militärische Einrichtungen zu verschanzen, so ist man ein einfache Ziele für Luftangriffe aller Art ist und dann kommen die Bodentruppen und radieren dich aus. Also müssen passende Unterkünfte gesucht werden und da bieten sich öffentliche Gebäude, wie Schulen, Kindergärten und ähnliche Sachen halt an. Erstmal ist viel Platz und gleichzeitig ist leichter Zugriff, weil die Stadt meistens die Häuser verwaltet, später muss dann auch auf andere größere Gebäude zurückgegriffen werden, die strategisch wertvoll sind.

Gleichzeitig ist es gerade der Häuserkampf, welcher die größte Chance für die Ukraine ist, auf dem freien Feld außerhalb der Stadt sind sie für erfahrenen Soldaten blankes Kanonenfutter. Nur weil die Russen gerade Probleme haben, heißt es nicht, dass sie nicht genug Material und Manneskraft ran schaffen können um im Kampf auf dem freien Feld total überlegen zu sein, ein zurückdrängen der russischen Armee aus dem Land, halte ich deswegen für wenig realistisch und es ist auch Utopie sowas von den Soldaten zu fordern.

Unabhängig davon, beschießen die Russen ja trotzdem die ganzen Städte um deren Willen zu brechen. Gerade der Angriff auf das Theater war mehr Willen brechen als alles andere, ein paar Soldaten und ein bisschen Munition rechtfertigen keine mehrere hunderte Tode an einem "Safe Place".

Ziel der Regierung sollte es sein, möglichst noch viele Zivilisten aus den Städten rauszuholen, bevor die Russen sich wirkliche auf einen Häuserkampf einlassen sollten.

Donbass" Konflikt evtl. unter einer anderen Perspektive betrachten
Die ganze Thematik um diese Regionen ist ein schwierigen Thema, es wird schon seinen Grund haben, warum man damals bereitwillig das Bataillon mit den Rechten gegründet hat, welche unbedingt ihr Land beschützen wollten. Da werden sich aber beide Seiten nichts genommen haben. Auf beiden Seiten würde ich mich niemals auch nur Ansatzweise positiv in die anderen Richtung äußern, dass wird dir da ganz schnell zum Verhängnis.
 
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