Wir brauchen eine neue Partei, neue Sozialdemokraten die diesen Namen auch verdienen.
Was hält dich davon ab, die Linke zu wählen? Für mich sind die zumindest zum Teil schon sozialdemokratisch, und spätestens wenn sie sich in einer Regierung auf Kompromisse einlassen müssten hätte man eine legitime Nachfolgerpartei für die Lücke, die die SPD gelassen hat.
Denn es gilt: wer eine Alternative zur aktuellen Politik sucht, muss nicht automatisch die AfD wählen. Auch zu der gibt es Alternativen.
Wer in einer Demokratie keine anderen Meinungen zulassen will, nur weil diese nicht links genug sind.... ach lassen wir das.
Jede Meinung ist zugelassen, genau wie jede Gegenmeinung zu diesen Meinungen. Wer sich dermaßen auf Populismus verlässt wie die AfD zur Zeit muss mit Gegenwind und Kritik rechnen. Wenn man dann so dünnhäutig reagiert und behauptet, "seine Meinung sei nicht zugelassen", kann man vielleicht seine Thesen nicht mit Argumenten untermauern?

Im Ernst, ich sehe momentan wirklich keinen Grund, hier die Selbstmitleidsschiene zu fahren. Die AfD ist zu den Wahlen zugelassen und darf gewählt werden. Also ist die Meinung auch zugelassen. Selbst das "Flüchtlinge an der Grenze erschießen" ist schließlich zugelassen, nur müssen bzw. mussten die beiden Damen mit der entsprechenden Kritik und dem Gegenwind leben, was ebenso zulässig ist.
So ist das nun mal mit der
Meinungsfreiheit...
Wer von den CDU Waehlern hat denn 2013 geahnt was Merkel 2015 so mal eben ganz alleine entscheidet?
Oder die Mehrwertsteuererhoehung mit der SPD.
Das hat nichts mehr mit Regierungsauftrag einer demokratischen Wahl zu tun.
Wie will man sich als Ottonormalmichel orientieren, wenn eh immer irgendwie entschieden wird.
Klar kann man hier laut rumtoesen, das sich die Leute mit den Wahlprogrammen auseinandersetzen sollen usw.
Ja wieviel davon wird angegangen? Wieviel davon faellt irgendwelchen Koalitionsverhandlungen zum Opfer, welche man als Waehler absolut nicht beeinflussen kann?
Als ob einige CDU Waehler so sehr fuer den Mindestlohn gewesen waeren. Autobahnmaut auch so ein Thmea (wobei da wussten die wahrscheinlich schon im Vorfeld das das ein langwieriger Prozess wird).
Laesst sich beliebig fortfuehren.
Hier die Schuld dem Waehler in die Schuhe schieben ist mMn gelinde eine bodenlose Frechheit.
Diese Politikverdrossenheit kommt ja nicht von irgendwoher.
Wenn einem das Blaue vom Himmel vorgelogen und versprochen wird, aber nach der Wahl irgendwas entschieden wird, weil Alternativlos, oder weil es jetzt gerade sein muss.
Sagte die Roth mal nicht: da muss man auch mal gegen den Waehler entscheiden?
Die Aussagen und Reatkionen von Katrin Göring-Eckardt und Heiko Maas (ab ca Minute 45) sind doch vielsagend:
Merkel entscheidet nichts alleine.
Zeigt sich doch gut darin, dass sie immer irgendeinen Schuldigen findet, der ihre Fehler mitträgt und gehen muss.
So ist das nun mal mit der Demokratie, sobald Koalitionen nötig werden sind auch Kompromisse nötig. Über den Mindestlohn hätten dann eben andere geschimpft, wenn er nicht gekommen wäre, der war wenn ich mich recht entsinne einer der zentralen Punkte der SPD. Dann wären eben diese Wähler enttäuscht nicht mehr zur Wahl gegangen, wenn man deiner Logik folgt. Gut, wenn man sich die Ergebnisse der SPD anguckt, hätte das auch keinen Unterschied mehr gemacht...

In diesen Fällen macht man es sich mit diesen Ausreden zu leicht. Wer von seiner "Stammpartei" enttäuscht ist kann immer anders wählen. Ich habe bei den letzten Landtagswahlen auch die Grünen gewählt und werde wieder wählen gehen, obwohl die meine Stimme mit der Koalition mit der CDU missbraucht haben. Nur eben nicht die Grünen.
Nebenbei musste ich feststellen, dass viele, die sehr stark politisch interessiert sind, ihre Stimmen viel mehr verteilen. Mein PoWi-Lehrer hat damals mal gesagt, bis auf die FDP hat er jede Partei schon gewählt, bei meinen Kumpels, die Politikwissenschaften studieren bzw. studiert haben ist es ähnlich... wenn man dagegen die gerade wegsterbenden Stammwähler sieht, die einfach aus Tradition ihr Kreuzchen da machen, wo Mutti und Vati es ihnen beigebracht haben...
Nicht zur Wahl gehen ist in Ordnung. Ich kanns nicht nachvollziehen, aber gut. Nicht zu Wahl gehen und danach rumheulen ist aber nicht in Ordnung. Und nur darum ging es ja in dem zitierten Post.
Eine Sache noch.
Wieso wird so etwas WICHTIGES fuer uns ALLE wie das TTIP hinter verschlossenen Tueren verhandelt.
Wieso hat Merkel hier ein großes Interesse dieses Ding unbedingt noch in dieser Legilaturperiode durchzubringen?
Wieso wird bei sowas nicht das Volk mit ins Boot geholt?
Wer von den Parteien die ja den Regierungsauftrag erhalten haben, hat 2013 irgendwas groß von TTIP erwaehnt?!
Selbst wenn sich 250 000 Menschen zu einer Demo zusammenfinden, wird darueber nur nebenbei berichtet und die Zahlen auch noch nach unten korrigiert?
Und da wundert ihr euch wieso Leute politikverdrossen sind oder fuer eine aufkeimende Partei ala AfD, die erstmal gegen sind, empfaenglich sind?
Wenn schon nicht die Menschen auf die Straße gehen, ist dann nicht eine Wahlbeteiligung von unter 50% ein Zeichen?
Sind Wahlen ueberhaupt zulaessig mit solch einer geringen Wahlbeteiligung?
TTIP ist ja noch mal eine ganz andere Geschichte. Komplett absurd, von vorne bis hinten. Zeigt nur, wie wirtschaftshörig die aktuellen Politik ist. Wirtschaft geht vor Gesellschaft. Das mit dem dicken Siggi gerade ein SPD-Politiker so für TTIP wirbt und damit die Drecksarbeit für Mutti macht tut sicher jedem Sozialdemokraten in der Seele weh.
Wenn man sich aber mal die Punkte der AfD anguckt (Mindestlohn weg, Steuererleichterung für Spitzenverdiener) stellt sie zumindest in einigen Punkten auch die Wirtschaft vor den Bürger, deshalb wundere ich mich schon, warum Leute für die AfD empfänglich sind, auch wenn die Suche nach Alternativen natürlich wie gesagt selbstverständlich ist. Da z.B. die Linke von den Problemen kaum bis gar nicht profitieren kann schließe ich daraus, dass es um die immer krassere Schere zwischen Arm und Reich, die immer mehr prekär Beschäftigten und generell die Wirtschaftsmarionetten an der Regierung gar nicht geht, sondern dass sich der Erfolg der AfD schlicht und einfach auf ihr "Grenzen dicht" zurückführen lässt.