Und?
Bei quasi allem, was man so zivilisationstechnisch macht fällt Giftmüll an. Giftmüll bleibt ewig gefährlich und ewig ist deutlich länger, als 1 Mio Jahre. Das klingt erstmal komisch, ist aber wirklich so.
Du bist dir schon darüber im klaren, dass sämtliche problematischen Isotope ZUSÄTZLICH auch noch giftige Schwermetalle darstellen? Tatsächlich ist die Radioaktivität innerhalb der evolutionär erwartbaren Präsenzdauer vieler Arten aber dennoch das größere Problem, weil extrem geringe Mengen strahlendes Material im Körper tödliche (und sogar vererbbare) Schäden hervorraufen können, was nur bei den wenigstens Giftsstoffen der Fall ist. Und diese wenigen sind eben so reaktiv, dass sie sich bei Kontakt mit fast allem abreagieren, dem sie begegnen könnten.
Das Kriterium für ""persistente"" Organische Schadstoffe ist zum Beispiel eine Abbauzeit von "mehr als 6 Monaten". Eine Klitzekleinigkeit weniger als 6000000 Monate. Dioxine haben in der Natur zum Beispiel eine Halbwertszeit von einem bis zehn Jahren. Zuviel, um sie einfach rumstehen zu lassen, bis sie ganz weg sind, denn bis man das Material tatsächlich verwenden könnte, würde es ohne weitere Maßnahmen einige Jahrhunderte dauern. Mit passenden Mikrobenkulturen auch nur einige Jahrzehnte, aber das wären Mehrkosten und am Ende hätte man dann sauberen Abfall, aber nichts nutzbares. Also gräbt man sie einfach an einer Stelle ein, wo die nächsten 200-300 Jahre (eher >2000) eh keiner hinkommt respektive von wo aus sie bei einem Grundwasserleckage solange bis an die Oberfläche bräuchten und/oder fein genug verteilt werden würden. Denn das ist der zweite Punkt bei den meisten Giftstoffen: Wir haben eine Leber. Die kann afaik z.B. einige ng Dioxin pro Woche abbauen, ohne dass es zu Folgeschäden kommt.
Obwohl die akut lethale Dosis von Dioxin mit 0,1 mg/kg also weit niedriger als die von Plutonium (30 mg/kg) ist, kann man also 50 ng pro Jahr aufnehmen und bei bester Gesundheit bleiben. Die gleiche Menge Pu239 würde schon sämtliche Grenzwerte sprengen. Und Dioxin müsste in erheblichen Mengen aus einer Lagestätte freigesetzt werden, damit 50 ng/a überhaupt in einem Menschen landen. Reagiert es sich an irgendwas anderem ab, tut sich gar nichts. Schluckt die Dioxine irgendwas anderses und metabolisiert sie, stirbt dieses andere, aber sie sind weg. Dioxin verseuchte Eier sind schädlich, aber Eier von Hühnern aus Dioxin verseuchten Eiern sind vollkommen okay.
Pu239 ist es dagegen vollkommen egal, wo es zunächst hingelangt. Letzteres kann sich über Jahrhunderte durch das Gestein arbeiten, ehe es in einem Baketerium landet, dass ein Flagellat frisst, dass ein Krebschen konsumiert von dem sich ein Mückenlarve ernährt, die ein Jahr später von einem Frosch gefressen wird, der unter einem Baum verendet, der 10 Jahre später einen Apfel hervorbringt, den eine Kuh frisst, der Fladen als Dünger auf eine Maisfeld landet, dass ein Schwein frisst, dessen Schinken bei dir neben dem Brot mit Ei landet. Aber es ist immer noch die gleiche, für dich tödliche Menge Pu239. Und es gibt nicht einmal ein Gegenmittel, für viele Giftstoffe dagegen schon.
Wegen diesem Unterschied ist Pripyat bis heute eine Geisterstadt, das Gebiet um Fukushima immer noch nicht sicher. Das Seveso-Gelände dagegen war teilweise nach einem Jahr und vollständig nach acht Jahren wieder komplett in Nutzung. In Bophal wurde nach 14 Tagen die Produktion teilweise wieder aufgenommen, die Umgebung wurde nie dekontamniert, aber noch Jahre lang bewohnt und auch Lebensmittel dort produziert - und dass heute Aufräumarbeiten nötig sind, liegt weniger am Unglück, sondern dass das Gelände nach der späteren Stilllegung als mangelhaft/gar nicht kontrollierte Chemiemullkippe missbraucht wurde.
Läßt sich auf alles übertragen.
Du bist doch selbst das beste Beispiel. Statt dir die schöne Natur anzugucken diskutierst du mit irgendwelchen Leuten im Internet. Warum bist du nicht draußen?
In die schöne Natur zu kommen würde von meinem Wohnort ausgehend mehr Ressourcen verschlingen als meine Nutzung des Forums. Zudem wäre der Erholungswert der gesamten Aktion (hinfahren - genießen - zurückfahren) ziemlich mieß, weil die "Genuss"-Phase einen so geringen Anteil hätte. Willkommen im kaputtgesiedelten, überbevölkerten Deutschland.
Wie dir dagegen vielleicht aufgefallen ist, habe ich dir letzten Monat lang zwei Wochen lang nie widersprochen. In der Zeit habe ich mir konzentriert in besagter Natur aufgehalten und einen Dreck aufs Forum gegeben. Hätte ich auch gerne noch wesentlich länger machen können, nur mein Arbeitgeber hatte andere Ansichten.
Für MS bedeutet es entweder bei der KI mitzumachen oder in 10-20 Jahren verhältnismäßig obsolet zu werden, so, wie es Yahoo! vorgemacht hat.
Welche ein eigenes Atomkraftwerk erfordernde Umwälzung war das nochmal, die Yahoo verschlafen und sich dadurch selbst obsolet gemacht hat? Oder stellt dieses nicht-Beispiel von dir nur einen wortwörtlich dummen Spruch da?
Wenn ich mich richtig erinnere, gehörst du zudenjenigen, die deutschen Autobauern derzeit Schritte in die Obsolität vorwerfen, weil diese den Wechsel auf EFFIZIENTERE, aufwendige, schwerere Batterieantriebe verschlafen hätten, welche DIE Zukunft sein sollen.
Ich kann mich dagegen nicht erinnern, dass du (oder irgendwer anders) die These vertrittst, dass der Verbrennungsmotor viel mehr durch die viel einfachere und leichtere Gasturbine abgelöst werden wird, deren Mehrverbrauch ein vollkommen akzeptabler Preis für die generelle Überlegenheit in jeder anderen Hinsicht ist.
Fun Fact: Die Anti AKW Bewegung wurde von der US Kohleindustrie ins Leben gerufen, eine Investition, die sich ausgezahlt hat.
Ich empfinde Lügen nicht als "Fun" und Fact ist daran gar nichts. Die deutsche Anti-AKW-Bewegung war ein Zusammenschluss vieler Einzelpersonen und Kleinstorganisationen, die US-Konzerne bis heute nicht kennen geschweige denn kontaktiert haben dürften. Die Motivationsgrundlage (und ein Großteil der nicht neu aufgebauten Organisationsstrukturen) kamen aus der pazifistischen Anti-Atomwaffenbewegung, da AKWs nun einmal das Proliferations"risiko" (korrekter: Die Proliferationsgarantie) Nummer 1 sind. Der Rest war (damals eher als heute begründetes) technisches Misstrauen gegen die Anlagen selbst, die schon extrem früh zu regionalen Abwehrrreaktionen führten. Zwar anfangs nur schwachen, aber in Deutschland wurde schon immer noch "möglichen Standorten" für neue AKWs gesucht, nie musste ein Bauprojekt zwischen mehreren Regionen ausgelöst oder ausgeschrieben werden, weil mehrere unbedingt eins in ihren Vorgarten wollten.
Hm, das klingt doch gar nicht so übel. Ich schlage vor wir nehmen dann einfach dein Grundstück. Der Söder-Clown ist ja auch riesen AKW-Fanboy, und wenn man ihm dann vorschlägt das Endlager soll in Bayern sein fängt er an zu schwitzen und rennt schnell zur nächsten Brauereieröffnung.
Ich vermute, ihm schwebt eine komplett entvölkerte Region vor. Das ist tatsächlich ein (aus menschlicher Sicht) hinreichend sicheres Konzept: Wir können Atommüll zuverlässig genug einschließen, dass er die nächsten 1000000 Jahre nicht in großen Mengen als Staub um den Erdball geblasen werden sollte.
Wenn man also zum Beispiel alle Deutschen außerhalb BWs und ggf. Meck-Pomms, alle Bayern, alle Dänen, Niederländer, Belgier und zumindest alle Bewohner entlang der Ostküsten Großbritannien und der Westküsten Norwegens und Schwedens umsiedeln würde, dann wären Asse II und Gorleben nicht länger nur "die sichersten Atommüllendlager, die Deutschland hat und die die deutschen Verantwortlichen befürworden", sondern sie wären tatsächlich sicher. Mittelfristig austretende Isotope könnten zwar bis in die Mittelgebirsregionen rein sowie im gesamten Wasser Abflussgebiet nach Nordwesten hin einschließlich in unglücklichen Fällen Teile der Nordseeküsten schädigen, würden da aber keine Menschen treffen.
Ehe das Wasser bis in den weiteren Atlantik käme, wäre das schädliche Material dagegen hinreichend verdünnt (Atommüll ist ja in der Summe ""nur"" um wenige Größenordnungen radioaktiver als das ursprünglich abgebaute Erz, wenn man ihn auf um einige Größenordnungen mehr Material verdünnt, stellt er eine vernachlässigbare Bedrohung dar) und eine Ausbreitung bergauf nach Süden oder auch über sehr große Entfernungen quer durch die Wasserscheiden nach Westen oder Osten wäre bei Ausschluss großer Mengen windgetragenen Materials auch nicht möglich.
Stellt halt sich halt nur die Frage, was billiger oder angenehmer ist: 50% von Mitteleuropa dauerhaft zu entvölkern unter sämtlicher Aufgabe der dort in Jahrhunderten aufgebauten Infrastruktur oder erneuerbare Energien im benötigten Maße aufzubauen respektive den Energieverbrauch auf ein bewältigbares Niveau zu senken?
Ich muss zugeben, dass die Visionen der Atomfans zumindest unser "Flüchtlingsproblem" lösen und endlich die Flächenquote für Naturschutzgebiete (über)erfüllen würde.