Also PCGH ist definitiv nicht jeder, sondern hat vor sechs Jahren durchaus zum 5820K an Stelle eines 6700K geraten, wenn der Preis stimmte und man bereit war zu übertakten.
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In der Regel kostete der Sechskerner aber mehr, man hätte zum Skylake-Preis höchstens einen alten Ivy Bridge E kaufen können. Oder natürlich einen FX mit "acht Kernen". Wenn ich mir die Haltbarkeit dieser Prozessoren in der PCGH-X-Community so angucke, dann haben die Vierkern-Käufer definitiv nichts falsch gemacht:
Vor dem Skylake-Launch hatten bereits 4,7 Prozent einen 5820K, 0,4 Prozent einen älteren Intel-6-Kerner und 8 Prozent einen AMD-4-Moduler.
Bis kurz vor dem Ryzen-Launch votierte noch genau ein User für IB-E und die Zahl der großen FX brauch auf 2,6 Prozent ein. Diese "viele Kerne sind die Zukunft"-Lösung wurde schon damals abgestoßen, unter anderem zugunsten von Vierkernern. Der 5820K verkaufte sich auch nicht gerade blendend, weil zu teuer, und fiel auf 3,7 Prozent, während sich knapp 8 Prozent den 6700K geholt hatten.
2,5 Jahre später waren zwei von drei der 5820K ausgemustert, während 85 Prozent der 6700K-Käufer noch glücklich spielten.
Heute harren immer noch knapp 20 Prozent mit ihrem Quadcore aus. Die Käufer konkurrierender Sechskerner sind dagegen so selten geworden, dass Dave sie gar nicht mehr extra abfragt. Dieses Schicksal teilt der 5820K unter anderem mit 21 Prozent der 2019 noch im Einsatz befindlichen CPUs, zusammen mit neueren HEDTs und mobiles verstecken sie sich in heute 6,6 Prozent "Intel sonstige". Da der 5820K ungefähr im Altersmittel dieser Gruppe liegt, sollte er durchschnittlich oft, also etwas mehr als jeder dritte verbliebene, ausgemustert worden sein. In Kombination mit dem Abfall zwischen 2017 und 2019 werden heute also nur noch 10 Prozent der 5820K zum Zocken genutzt, die zum Ende der Skylake-Ära im Einsatz waren. Und viele davon waren zu höheren Preisen, teilweise schon vor Erscheinen des 6700K gekauft worden, standen also eigentlich über diesem. Trotzdem hat der Quadcore in dem von dir gewählten Beispiel sechs Jahre nach seinem Launch eine doppelt so hohe Überlebensquote wie ein zeitgenössischer, ebenfalls empfehlenswerter Sechskerner.
Eine Wiederholung dieses Musters zeichnet sich in den Quickpolls bereits für die 2017er/2018er Duellanten 8700K und 1800X/2700X ab: Seit 2019 wurden ein Drittel der 1/3 der Intel-6C/12T ersetzt, aber zwei Drittel der AMD-8C/16T, obwohl letztere in Foren "wegen vieler Kerne" als "zukunftssicherer" galten und Intel als "veraltet" bezeichnet wurde.
Ich weiß nicht, ob sich hier vielleicht nur das Verhalten von progressiver und konservativer Nutzer wiederspiegelt. Also dass diejenigen User, die mehr Kerne als üblich kaufen, auch die Anwender sind, die früher aufrüsten, obwohl noch gar kein Bedarf besteht. Aber eine kürzere Praxislebensdauer von Prozessoren mit normalen, nicht überzogenen Kernzahlen kann ich nicht ausmachen. Im Gegenteil. Viele Many-Cores scheinen, ähnlich wie die frühen 64-Bit-CPUs, ausrangiert zu werden, ohne ihre Stärken jemals in einem Spiel voll ausgefahren zu haben. Nur von Prozessoren mit unterdurchschnittlich wenigen Threads sollte man sich in acht nehmen. Der i5-6600K ist genauso schlecht gealtert, wie die letzten Core 2 Duo und dieses Jahr ist sicherlich der allerletzte Aufruf für 6C/12T. (Man beachte, dass die PCGH-Quickpolls automatisch auch Gebrauchtkäufe beinhalten, also die etwaige Weiternutzung einer teureren CPU in einem andern System berücksichtigt ist.)