@Kaaruzo
Das Völkerrecht (vor allem der "zwingende" Inhalt) gilt per se für alle Staaten. Ratifiziert oder nicht ist dabei (zumindest auf dem Papier) erst mal völlig egal. Es kann also theoretisch überall angewendet werden.
Jetzt aber der Haken: das Problem des Völkerrechts ist, dass es real keine "
Weltpolizei" gibt, die es durchsetzt. Außerdem ist das Völkerrecht eher eine Sammlung von Prinzipien und weniger ein handfestes Gesetzbuch, das alle Eventualitäten abdeckt.
Wenn das Völkerrecht nicht zusätzlich national verankert ist (wie bei uns im Grundgesetz), hängt die Anwendung vom Willen der involvierten Parteien ab. Im Fall von Kriegsverbrechen müssen sich die Kontrahenten gemeinsam auf eine Anwendung einigen. Weigert sich einer der Betroffenen, war es das.
Im Fall Syrien wird man sich niemals auf eine Anwendung einigen. Dafür haben alle Seiten schon zu viele Völkerrechtsbrüche (Europäer, die USA, Russland, etc. pp.) begangen.
Deswegen klagt bspw. kein Syrien gegen den Aufenthalt von fremden, ungeladenen Truppen auf eigenem Hoheitsgebiet, deswegen kann man ungestraft "Vergeltungsaktionen" durchführen, etc. pp.
Normalerweise spielt das Völkerrecht nur eine Rolle, wenn eine Seite verloren hat und eine neue Regierung auf der Verliererseite sich mit dem/den Sieger(n) auf eine Anwendung einigt. Diese sieht dann aber so gut wie immer so aus, dass die Verbrechen der Verlierer aufgearbeitet werden und die Sieger nicht belangt werden.
Edit:
Wäre ich mir nicht so sicher.

Trump würde die Israelis wohl erstmal fragen was sie den zu gedenken tun um das finanzielle Ungleichgewicht auszugleichen das durch eine amerikanische Intervention in Israel für die USA entstehen würde, schließlich profitieren die Israelis davon mehr als seine America First Nation.
Nicht das die Israelis sich dann erstmal für die nächsten 50 Jahre dazu verpflichten müssen alle Kriege der militärischen Operationen der USA zu führen, als Ausgleich / zum Ausgleich der Bilanz.

Trump steht fest zu Israel (im
Gegensatz zu seinem Vorgänger Obama). Schon alleine weil es ihm
Wähler bringt.
Und ja, die Israelis nehmen ihre Landesverteidigung durchaus sehr ernst (
man erinnere sich), verlassen sich nicht blind auf Amerika als Heilbringer, wie es die Europäer tun (die ständig das Mundwerk öffnen, was leicht ist, wenn man nie unter Zugzwang gesetzt wird, sich nie selbst die Hände schmutzig machen muss).
Europa will eine Weltmacht sein und ist zu geizig, sich um den eigenen Schutz zu kümmern. Moralisch immer ganz vorne in der Diskussion hat es keine Probleme, sich die Rückendeckung durch den amerikanischen Steuerzahler bezahlen zu lassen.