Das Gerücht wurde von AMD offiziel dementiert! Quelle:
P3D
P3D-zitiert-irgend-eine-andere-News-Seite ist KEIN "offiziellies" Dementi, sondern genauso schlecht belegt, wie das ursprüngliche Gerücht selbst. Und da es bei einem AMDs-Zukunft-sieht-schlecht-aus-Gerücht fast immer eine Alternativmeldung gibt und P3D diese immer zitiert (Stichwort: Intel-Killer Bulldozer), wäre "Aussage gegen Aussage" schon eine recht positive Betrachtung der Situation.
Unter 2 Konkurrenten kann nur einer die schnellere CPU anbieten, im Moment ist das Intel. Doch bloss weil der andere nicht ganz an die Leistung heranreichen kann, heißt dass noch lange nicht, dass es sich um keine High-End-Prozessoren handelt. Man vergleiche AMDs CPUs mal mit VIAs Angebot

Im Grunde genommen reicht die Leistung beider CPU-Hersteller im Moment vollkommen aus (für 99% der PC-Nutzer, man darf nicht vergessen, dass Zocker, auch wenn man im Netz einen anderen Eindruck bekommen kann, nur eine Minderheit auf dem Markt ausmachen

)
"Im Moment" ist gut. AMD hat seit Mitte des letzten Jahrzehnts die nicht mehr die schnellere CPU. Der "Moment" in dem AMD schneller als Intel war, war auch nicht länger - selbst wenn man ihn aus reiner Zockersicht betrachtet. "Ausreichend" stimmt dagegen zwar. Nur: "Ausreichend" ist eben auch ein Sandy Bridge i3. Oder der Core2Quad/Phenom x6, den man schon hat. Wenn AMD weiterhin nur ausreichende CPUs anbietet, dann müssen sie das auch weiterhin in Preisregionen machen, mit denen man keine High-End-Entwicklungen finanzieren kann.
Und genau darauf baut das Gerücht auf: AMD ist bei weitem zu klein, um sich eine 3-4-5 Entwicklungsreihen parallel zu erlauben. Derzeit hat man Bobcat, Trinity und Server samt FX-Ableger im Feuer, erstere beide mit mobile-Ableger. Davon muss irgendwas weg, wenn AMD in Zukunft genug Manpower auf ein Projekt konzentrieren möchte, um damit am Markt zu sein, ehe es nur noch mittelprächtige P/L-Konkurrenz gegenüber Intel ist. Also haben sie die Wahl:
Die low-End-Sparte absägen, die Kreise um Intels Atom dreht und Chancen auf den Tablet-Boom hat bzw. sich optimal für günstige Subnotebooks unterhalb der kritischen 600 $ eignet, über der Intels Ultrabooks vergammeln?
Mittelklasse APUs absägen, die dank AMDs-Grafik-Know-How DAS Lieblingskind diverser OEMs sind und sich optimal für einfachere Heim-PCs und bezahlbare Notebooks eignen, insbesondere also auch für die explodierenden Märkte in Südamerika, Afrika und einigen ostasiatischen Provinzen?
Oder die ""high-end""-CPUs einstellen, die sowieso kein Land gegen Intel sehen, die man im Serversegment durch die eigenen GPUs ersetzen möchte, die im Dekstopmarkt höchstens noch von Hard Core Zockern benötigt werden und die sich insgesamt nur über Dumping-Preise verkaufen?
Das Gerücht muss nicht wahr sein, aber es ist deutlich naheliegender, als diverse Fanboyträume von konkurrenzfähigen Hochleistungs-CPUs in den nächsten Jahren. AMD hat die Einnahmen des kurzen Erfolges nun einmal vollständig in GPU-Know-How investiert und nun sind die dazu verdammt, damit Marktanteile zu gewinnen, denn im CPU-Bereich sind sie wieder da angelangt, wo sie saßen, bevor Intel ihnen mit der Netburst-Pannenserie eine Aufstiegschance geboten hat. Und zusätzlich fehlt ihnen heute auch noch eine konkurrenzfähige Fertigung.
Das AMD ein prinzipielles Design Problem bei seinen Prozessoren ist ja auch klar, früher hatten sie da den großen Vorteil, da die Pentium 4 Prozessoren nur 2-fach skalar ausgelegt waren, ab den Core 2 sind die Prozessoren aber 4-fach Skalar ausgelegt, die AMD's waren die ganze Zeit über 3-fach, die Bulldozer sind dabei ja auch noch etwas kastriert mit ihre CMT.
Die ALU-Struktur von Netburst ist eine Geschichte für sich (und die Erklärungen für die schlechte IPC somit auch), aber einfach gesagt hatte der Pentium 4 drei ALUs und der Decoder war sowieso dreifach Skalar. Bei Core dagegen ist der Decoder 4 fach skalar, es gibt aber weiterhin nur drei ALUs - und daran hat sich bis heute nichts geändert. Mit Ausnahme von eben Bulldozer gab es afaik seit dem Sockel7 keine CPU-Kerne mit nur zwei Ausführungeinheiten mehr. (wobei die ALUs bei Bulldozer auch nur in Single-Thread-Szenarien ein Problem sein sollten. Sonst geht es eben darum, dass es für alle vier Stück nur einen vierfach-sklaren Decoder gibt und der muss, im Gegensatz zu Intels 4 auf 3 Konzept, auch noch ohne diverse Zwischenspeicher-Technologien für bereits decodierte Instruktionen auskommen)
AMDs Design sieht schlanke Kerne vor, welche ansonsten hochgetaktet werden und alle Ressourcen zur Verfügung haben.
Das ist eine gute Idee,
Das ist die Idee, die hinter Netburst stand.
(und ja, sie ist gut. Wenn entweder Fertigung oder der mögliche Verbrauchsrahmen entsprechende Taktraten zulässt. Sollte man an dieser Stelle noch einmal daran erinnern, dass sich auf den allerersten AMD-Folien zur Bulldozerarchitektur ein 10 GHz-Versprechen findet?)
Also entweder bescheren sie dem Bulldozer 8 "echte" Kerne (logische Konsequenz: mehr IPC) oder sie stellen eine komplett neue Architektur vor.
Bulldozer ohne Module wäre eine komplett neue Architektur.
Vielleicht liegts ja auch an SOI, komischerweise belichtet Intel ja Bulk-Wafer und hat damit mehr Erfolg als AMD mit den teureren SOI-Wafern.
Das Patentabkommen kann AMD nicht verbieten, Bulk-Wafer zu nutzen...
Und wenn SOI der Stein der Weisen wäre, hätte Intel längst danach gegriffen.
Intel hat sich mehrfach mit SOI beschäftigt - die Vorteile sind dünn, aber vorhanden, rechtfertigten aber für Intel nie den Umstieg, für AMD und IBM halt schon. Wenn man nicht zusätzlich einen Node in der Fertigung zurückliegen würde, wäre daran auch nichts auszusetzen.
PS: ich bin auch AMD-Veteran seit dem K62 500MHz, habe miterlebt wie AMD immer wieder Vorreiter neuer Technologien war, wie der 64-bit Erweiterung, welche sich erst jetzt (~8 Jahre Später) langsam durchsetzt.
"immer wieder"? Fällt dir noch ein zweites Beispiel ein?
AMD hatte zwar mehrmals gute Ideen, aber nie die Marktmacht, um Standards durchzusetzen. Selbst AMD64 hat den Durchbruch nicht dank AMD geschafft (für viele wirds halt erst heute interessant - und selbst im Serverbereich war es erstmal in vielen Fällen nur "nice to have"), sondern weil M$ seinerzeit klargestellt hat, dass es keine weiteres 64 Bit Windows geben wird und AMD nunmal erste waren. Damit war Intel gezwungen, Yamhill zu beerdigen bzw. für Prescott eine AMD64-kompatible Variante zu entwickeln. Hätte M$ die Sache seinerzeit offen gelassen, hätten wir ggf. ein paar Jahre lang AMD64-CPUs gehabt, deren 64-Bit Funktion für die breite Masse uninteressant gewesen sind und dann wären 2005-2006 Intel CPUs mit dazu inkompatibler 64-Bit-Erweiterung erschienen, die die Marktmehrheit gehabt hätten und AMD64 wäre den gleichen Weg gegangen, wie P3D davor oder SSE4a danach.