Ich habe keine Probleme mit der Website der Netzagentur, aber für einen weiteren Rückblick kann man auch hier nachschauen:
Der Stromaustauschsaldo Deutschlands betrug im Jahr 2025 rund 18,3 Terawattstunden.
de.statista.com
Die Kostendeckung ist allerdings keine relevante Größe, da Strom nicht spezifisch für den Export produziert wird, sondern aufgrund der begrenzten Regelfähigkeit
aller Energieerzeuger ohnehin anfällt. Und wenn man ihn mit einem hübschen Netto absetzen kann, ist das deutlich vorteilhafter, als wenn er komplett für die Katz' erzeugt worden wäre.
Ganz zu schweigen davon, dass Überproduktion aus regenerativen Quellen ökonomisch und ökologisch deutlich besser ist als aus Kraftwerken, in denen über den tatsächlichen Bedarf hinaus Energieträger verheizt und Dreck ausgestoßen wurde.
Alle importieren und exportieren übers ganze Jahr, denn die Grenzen der Regelfähigkeit gelten immer und überall; nicht nur im Sommer und in Deutschland. Auch dann, wenn in den warmen/hellen Monaten der Bedarf um 30 bis 40 Prozent sinkt, kann die Erzeugung nur ungefähr in diesem Maßstab gesenkt werden, während die zu kompensierenden Bedarfsschwankungen die selben sind wie im Winter.
Hierbei sind zwei Punkte wichtig:
1.) Die Strompeaks im Sommer hat man nicht erst durch die Erneuerbaren. Auch konventionelle Heizkraftwerke sind nicht mal eben komplett herunter- und bei Bedarf wieder hochfahrbar. Die laufen heruntergeregelt weiter und produzieren trotzdem Strom, der gar nicht benötigt wird. Solarenergie ist selbsterklärend gar nicht regelbar (Es sei denn, es kommt irgendwann ein Durchbruch bei steuerbaren Zellen ...), Windkraftanlagen dafür um so besser.
2.) Auch überzähliger Strom ist kein Abfall, den man Abnehmern zur "Entsorgung" überlässt. Die Abnehmer wollen den schon haben und kaufen ihn, weil er auf dem Markt verfügbar ist. Sie kaufen ihn allerdings tatsächlich billiger, wenn gleichzeitig Viele anbieten.
Aber: Keine Nation auf Gottes grüner Wiese macht seine Stromversorgung komplett von den Überschüssen der Nachbarn abhängig. Auch da wird eingekauft, um Schwankungen zu kompensieren und verkauft, was man selbst zur Kompensation produziert, aber nicht für selbige benötigt hat.
Man beachte dazu obigen Link: Unser Export war schon vor der Energiewende stark aufgrund irrwitziger Überkapazität und stieg noch einmal stark an, als die Erneuerbaren hinzu kamen. Er geht jetzt aber wieder zurück, weil der Rückbau der Konventionellen langsam in die Spur kommt.
Der ideale Zustand wäre logischerweise
weder starke Importe noch starke Exporte, sondern ein Austauschsaldo von Null. Das wird man aus technischen Gründen natürlich niemals erleben, aber wenn man sich im großmaßstäblichen Durchschnitt um die Null herum bewegt, haben alle Marktteilnehmer weder heftige Über- noch Unterkapazität, machen also aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht prinzipiell alles richtig.
Wenn ich ohne zusätzliche Kosten und Umweltlast zu viel Strom produziere, den ich dann nur billig verkaufen kann, tut mir das nicht weh, so lange trotzdem genug oder sogar mehr als genug Taler zusammenkommen, als ich bei Unterkapazität ausgeben muss.
Diese These ist so steil, die solltest du dringend mit Zahlen abstützen, falls du welche hast.