Sorry, dass ich hier in euer Gespräch einfach so reinplatze. Muss eben was über X3 loswerden, weil der Thread mir hier gerade vor die Nase lief.
Vor ein paar Tagen gab's auf 4players.de eine Kolummne, die in deren Forum zu Diskussionen wieder mal zum Thema "Neue Spiele und Komplexität" geführt hat. Seit dem musste ich ab und zu an X3 denken, denn das war eines von den Spielen, in denen das meiste Potential ungenutzt brach lag. Warum? Weil die riesige Komplexität der Spielwelt beim Spieler vor allen Dingen als riesige Kompliziertheit ankam. Viele Dinge in dem Spiel waren reine Schikane. Das ging schon damit los, seine Schiffe über verschiedene Systeme zu verwalten, indem man sich durch ein halbes dutzend Kommunikationsmenüs klickte um dann irgendwann einen klickbaren Skriptbefehl zusammenzubauen.
Wesentlich schlimmer war es aber noch, dass man nirgendwo so einfach erfuhr, wo genau man was für Updates bekam. Man dockt an einer Station an, sieht: "Handelscomputer MK3000? Cool, baue ich mir ein. Was kann der jetzt? Mhh. Mal ausprobieren. Mhh, weiß ich auch nicht so recht, mal googeln." Die Krönung kam bei mir in der fortgeschrittenen Phase meines Imperiums. Ich hatte ein halbes Dutzend an -- beinahe selbsterhaltenden -- Fabrikkomplexen erschaffen. Ich hatte eine riesige Handelsflotte. Ich besaß mehrere von diesen Transportern, die Raumstationen einpacken und schleppen können. Hatte die dicke Raumstation aus der Forschungsmission und 3 von den riesigen Superschlactschiffen (M7 oder so??). Als ich ebendiese Pötte aus der Werft abholte, musste ich die natürlich erst einmal mit dicken Waffen ausrüsten. Wo bekommt man diese Dinge? Konnte einem natürlich weder die Werft noch das Ausrüstungsdock gegenüber mitteilen. Wenn irgendwelche Systeme einbauen wollte die andere Systeme zur Voraussetzungen hatten, wurde einem das AFAIR zwar beim Kauf mitgeteilt - aber nicht, wo man diese dann bekommen könnte. Es war lächerlich -- da klappert man letztendlich mit einer Kriegsflotte, die die halbe Galaxie auslöschen könnte und die durch ein mächtiges Handelskartell finanziert wird, System für System und fabrik für Fabrik nach der passenden Ausrüstung ab.
Dieses Spiel hätte sooooooo geil sein können, hätte man ein nicht ganz so schikanöses Interface verwendet. War es tatsächlich unmöglich, eine vernünftige "Commander"-Ansicht zu bauen? In der Mitte eine Galaxiekarte, unten Buttons um eine Übersicht über Fabriken / Flotten / Händler aufzurufen, eine Handelskarte worin alle Fabriken inkl. Produkte gelistet werden zu denen das eigene Imperium gerade Kontakt hält; eine Möglichkeit, Schiffe zu Squads zusammenzufassen und ganz einfach per Mausklick durchs All zu scheuchen? Das Interface von Master of Orion 2 hat doch gezeigt, dass es geht.
Und was diese Sache mit den Schiffsupgrades, über die man nur aus dem Internet erfährt, angeht: Wenn jemand das halbe Universum kontrolliert, kann er sich doch bestimmt einen technischen Berater leisten, der einem verfügbare Upgrades auflistet, empfiehlt und zeigt, oder?
Versteht mich nicht falsch. Die ganzen Steuerungsmöglichkeiten waren einfach super. Seine eigenen Fabriken bauen, Handelskreisläufe austüfteln, Schiffe optimieren, die Möglichkeit zu skripten - genial! Aber das war so unglaublich kacke verpackt. Viele Funktionen habe ich nicht im Interface gefunden, sondern über Seizewell.de. Es war absolut nicht nötig, dieses Spiel dermaßen kompliziert zu gestalten und ich denke, hätte man es zugänglicher (nicht: flacher) gemacht, hätte man noch vieeel mehr mit dem Spiel erreichen können (größere Community zB).
So, just my 2 cents - ich hoffe auf ein neues X, das alles besser macht ^^