AW: Wolfenstein-Entwickler enttäuscht darüber, dass Nazis Bekämpfen jetzt "problematisch" sei
Gleichberechtigt sind Meinungen in so fern, dass sie gleichberechtigt geäußert werden können.
Sie sind definitiv nicht gleichberechtigt im Wortsinne, dass sie also "gleich berechtigt" wären.
Die Meinung "der Mond ist aus Käse" hat sicher nicht die gleiche Berechtigung wie eine wissenschaftliche Abhandlung der Mondbestandteile.
Man kann natürlich einfach Unsinn reden, aber bisher schien es mir nicht so, das einer von uns beiden das tat.
Auf der rein philosophischen Ebene irrst du dich dennoch. Mond und Käse ist ein naturwissenschaftliches Beispiel. Es wurde bewiesen, das der Mond nicht aus Käse ist, Atronauten haben das fest gestellt. Aber irgendwo im Weltall gibt es vielleicht einen Mond aus Käse
Die naturwissenschaftliche Beweisführung ist induktiv. Um auszuschließen, das es im Universum Monde aus Käse gibt, müsste man deduktiv vorgehen, also alle Monde des Universums untersuchen. Außerhalb der Logik und Mathematik sind deduktive Schlüsse leider nicht möglich. Man unterhält sich nur über Wahrscheinlichkeiten. Ein Beispiel:
Heute ging die Sonne auf. Gestern ging die Sonne auf. Also wird sie wohl auch Morgen aufgehen. Induktiver Schluss.
Ob sie wirklich Morgen aufgeht, weiß man nicht, es ist nur eine Schlussfolgerung mit hoher Wahrscheinlichkeit.
Und jeder Mensch hält die eigene Meinung für überlegen. Das ist doch eines der "Grundübel" des Menschen - und die Grundlage seines Individualismus, also das, was uns ausmacht.
Das sehe ich anders. Mal als Beispiel: Meine Freundin kauft gerne Kleidung, ich gerne Computer. Sie liebt es, das Leben zu genießen, ich bin eher pflichtbewusst und verbringe freie Zeit mit Lesen. Ich interessiere mich für Politik usw., sie eher für Familienthemen. Ist ihre Meinung über das Leben nun besser oder schlechter als meine?
Ich kann da nur fest halten, das ihre Meinung für sie gut ist und meine Meinung für mich. Dazwischen müssen wir einen Kompromiss finden, der es uns ermöglicht, unsere Vorstellungen vom Leben gemeinsam zu verwirklichen. Bei dir wird das nicht anders sein. Wenn deine Erfahrung und deine Meinung dir bisher ein guter Wegweiser durchs Leben waren, dann bleibe dabei. Ich bin eben ein anderer Mensch und habe sicher abweichende Vorstellungen. Aber ich bin nicht du und deswegen ist meine Meinung auch eine andere. Meine Intelligenz ist ganz sicher nicht ausreichend, für die Menschheit abschließende Werturteile zu fällen und noch viel schlimmer, diese auch noch durchsetzen zu wollen.
Ich will in Frieden leben können, wie es mir gefällt und andere sollen das für sich tun.
Wenn Faschismus nur die Bezeichnung der Herrschaftsform unter Mussolini wäre, dann würde es absolut keinen Sinn machen, jemand in der Jetztzeit als Faschist zu bezeichnen. Das passiert aber ständig und auch zurecht. Faschismus ist eine Geisteshaltung, und ich habe versucht sie zu beschreiben. Vielleicht nicht perfekt, aber halt so gut ich es mit meinen Möglichkeiten kann.
Von mir aus kannst du andere als Faschist bezeichnen, so viel du möchtest. Wenn du das für Klug und dem politischen Dialog in Deutschland für angemessen hältst, ist das deine Meinung. Ok. Ich halte es für weniger Klug, weil es sich um Übertreibungen handelt, welche den politischen Dialog beschädigt. Am Ende gibt es dann eben nur noch Stalinisten, Faschisten, Nazis, Kapitalisten, Islamisten usw. Da kann sich dann jeder ausleben mit seiner überlegenen Meinung, fehlen nur noch ausreichend Waffen. Mit etwas Glück schafft man es dann so weit, das es bald wieder echte Nazis, Faschisten, Kommunisten, Stalinisten und fanatische Muslime gibt. Falsche Haltung? Kopf ab.
Nicht das, was ich mir Deutschland wünschen würde. Es wäre besser, man redete etwas respektvoller miteinander. Das ist eigentlich auch die Grundidee der pluralistischen Demokratie.