Das hängt aber klar mit dem am ende zahlenden Preis zusammen ....
Wenn man die Software professional nutzt, also auch immer die updates sich holt um auf den neusten stand zu bleiben und alle neuen (und auch unnötigen) dinge zu nutzen ... dann ist das Adobe abomodell in etwa genauso teuer wie die alle 2 jährlichen updates gekostet haben - somit kein unterschied.
Nur bedingt. Da schwingt auch eine psychologische Komponente mit. Man will sich nicht unbedingt ein lebenslanges Abo ans Bein binden müssen, nur um auch in 10 oder 20 Jahren noch die Projekte öffnen zu können, die man heute macht. Beim Betriebssystem ist es sogar noch krasser: Kündige das Abo und du kannst mit deinem Rechner nix mehr von dem machen, wofür du ihn angeschafft hast. Nicht alles geht ohne Weiteres auf Linux, und selbst, wenn es so wäre: Wenn es sowieso darauf hinausläuft, dass man sich damit auseinandersetzen muss, kann man das ebenso gut gleich erledigen, warum würde man sich dann überhaupt noch in eine Windows-Abofalle zwängen lassen wollen? Und für Staat und Unternehmen, die jetzt schon zusammen jährlich Milliarden Euro nur für Microsoft-Lizenzen ausgeben, ist die Aussicht auf eine weitere auch nicht gerade attraktiv – ganz prinzipiell, völlig unabhängig vom Preis.
Ein Betriebssystem ist per se nicht kostenfrei. Oder anders geschrieben, "wenn das Produkt kostenfrei ist, dann ist der Kunde das Produkt". Bedeutet: Dieser bezahlt mit seinen Daten.
Wir haben uns an das kostenfreie Windows gewöhnt ggf. ist es selbstverständlich, dieses illegal mit einem Key für 3,99€ freizuschalten. Kostenfrei etwas zu nutzen und sich dann beschweren, ist irgendwie auch daneben.
Früher war das noch anders. Da kostete eine Windows Lizenz über 100€ und keiner hat gemeckert. Heute bezahlen wir oft keinen Cent.
Mal abgesehen davon, dass Freie und Open-Source-Software den gesamten ersten Absatz schon widerlegt:
Nichts hielte Microsoft davon ab, gegen wirklich illegal genutzte Keys konsequent vorzugehen und von jedem User, den es erwischt, knallhart den Vollpreis zu verlangen. Bei einem Key für 3,99 € wird niemand davon ausgehen, dass der aus einer legalen Quelle stammt. Die OEMs, die rechtlich betrachtet ungenutzte Keys weiterverkaufen dürfen, ob es Microsoft passt oder nicht, bekommen diese von Microsoft bestimmt nicht für lau, sondern allenfalls mit Mengenrabatt.
Warum tut Microsoft das dann nicht? Ich vermute mal, weil das Ausspähen und Verwerten von Userdaten auch ohne Vollpreislizenz immer noch weitaus lukrativer ist als User im Zweifel zu vergraulen.
Es ist nicht unethisch Geld für ein Produkt zu verlangen. Wenn dies im Abo gegen kleines Geld passiert, dann ist das ok. Denn hinter jedem Produkt stehen Menschen, die daran arbeiten.
Die meiste Arbeit bei Windows fließt aber nicht in neue Funktionen (die man durchaus als kostenpflichtiges Upgrade anbieten könnte), sondern in die Behebung von Bugs und Sicherheitslücken – mit anderen Worten: Mängelbeseitigung. Die ursprüngliche Idee war mal, dass das Produkt mangelfrei ausgeliefert wird. Wenn es Mängel aufweist, hat der Hersteller bzw. Händler dreimal Gelegenheit, auf eigene Kosten nachzubessern, sonst Geld zurück oder zumindest Kaufpreisminderung. Und bei allem, was keine Software ist, ist das noch immer so. Dass wir uns bei Software überhaupt haben auf „Hersteller schickt regelmäßig Patches und User frisst die Kosten für’s Updaten“ runterhandeln lassen, ist eigentlich schon eine nicht zu rechtfertigende Einzahlung auf unser Karmakonto.
Bei (Funktions-)Upgrades sieht das anders aus, aber die sind ja an sich auch nicht kostenfrei. Auch hier wieder: Niemand hat Microsoft gezwungen, seit Windows 7 Upgrades auf neuere Versionen kostenfrei anzubieten. Aber wenn jede neue Version für den User mehr Nachteile (verschlimmbesserte UI, Werbung, Microsoft-Accountzwang, „KI“...) als Vorteile hat, steigt dieser halt nicht um, wenn er nicht dazu überredet wird – und das tut Microsoft seit jeher sowohl mit dem Zuckerbrot als auch mit der Peitsche: Erst gibt es das Upgrade kostenfrei, und wer darauf nicht anspringt, wird halt durch das Supportende genötigt, will er keine Sicherheitsprobleme haben, deren Verursacher Microsoft selbst ist.
(„unethisch“ ist übrigens generell ein sinnfreies Wort, weil Ethik kein Synonym für Moral ist, sondern die Wissenschaft von dieser)
Im Gegenzug hätte ich von Microsoft dann aber auch Datenschutz und Werbefreiheit. Denn ausspionieren und gleichzeitig Geld verlangen wäre inakzeptabel.
Genau das tut Microsoft seit Jahren: Windows ist kostenpflichtig, aber telefoniert trotzdem ausgiebig nach Hause, was die „KI“ nochmal auf ein ganz neues Level hebt, und bombardiert den User immer mehr mit Werbung. Ergo handelt Microsoft nach deiner Definition inakzeptabel. Trotzdem verteidigst du es hier vehement. Weißt du, was kognitive Dissonanz ist?
Wenn Windows das sicherste und stabilste Betriebssystem der Welt wäre, dann wäre der Preis für mich und viele andere zweitrangig. Aber selbst dann würde ich mir nicht ein Abo aufbürden wollen, um auf meiner Hardware, die ich gekauft und bezahlt habe, Software ausführen zu können, die ich ebenfalls gekauft und bezahlt habe.
Ich zahle auch 1€ im Monat für meinen Mailanbieter (Posteo) und bekomme dafür mehr Sicherheit und keine Werbeapokalypse auf der Hauptseite. Gerechtfertigt? - Ja, klar!
Den Mailanbieter kannst du aber auch problemlos wechseln, wenn er dir nicht mehr gefällt, und die Kündigung führt nicht dazu, dass du sämtliche Anwendersoftware, die du völlig unabhängig von diesem Abo gekauft und bezahlt hast, nicht mehr nutzen kannst. Du verlierst noch nicht mal Zugriff auf die Accounts, die mit dieser E-Mail verknüpft sind, wenn du dich vorher darum kümmerst, die hinterlegte E-Mail-Adresse bei diesen zu ändern. Bei Windows kannst du nicht vorher sämtliche Programme einfach auf Linux installieren, schon gar nicht als Laie.