AW: Weltweite Finanz/Währungskrise - USA/Europa/China - wo führt es hin, gibt es einen Ausweg?
Aber Spanien und mittlerweile speziell Italien bereiten mir jetzt richtig Kopfzerbrechen... Wo soll das hinführen? Da gehts um wirklich viel Geld... Inflation wär ne Antwort, also einfach soviel neues Geld auf den Markt werfen damit die Schulden nix mehr Wert sind. Nur leider richtest damit auch die Privatwirtschaft hin...
Je nach Geschwindigkeit nicht unbedingt (jedenfalls nicht die Binnenwirtschaft). Wesentlich störender wären die steigenden Kreditkosten und der internationale Bedeutungsverlust für den Euro, wenn starker Wertverlust herrscht. Da kein nenneswertes Euroland einen ausgeglichenen Haushalt hat, verschiebt (und verschlimmert) man die Probleme also nur.
Unser Glück ist es, in Staaten wie Deutschland oder Österreich zu leben. Wenn ich Italiener wär, würd ich mir mittlerweile richtig sorgen machen um meine Zukunft...
Der Unterschied ist nur eine Zeitfrage...
Griechenland hat diese Schlamperei doch schon seit Jahren und Jahrzehnten betrieben! Das ist doch nicht nur ein Zustand der seit den letzten 5 Jahre oder seit dem Eintritt in die Eurozone herrscht. Ich weiß nicht woher das kommt, das Griechenland so viele Beamte braucht, wieso sich in dem Land kaum Wirtschaft entwickelt.
Griechenland ist zum einen etwas sozialistischer unterwegs, als Deutschland, und hat entsprechend mehr Aufgaben und mehr Beschäftigte in Staatshand, zum anderen hat man nicht die (etwas fragwürdige) Aktion Deutschlands nachgemacht und die Beamten zu pensionieren (was auch nicht wirklich Geld spart) und zeitgleich für deren Aufgaben normale Angestellte einzustellen oder sie komplett outzusourcen (was sogar Geld kostet). Bei entsprechender Arbeitskultur ist es ja eigentlich wurscht, ob jemand Beamter oder Angestellter ist, solange er einen Job macht, der gemacht werden muss (d.h. solange man ihn eh nicht entlassen möchte - was, s.o. für einen Staat sowieso immer nur halb sinnvoll ist)
Bezüglich Wirtschaft:
Griechenland hat keine Ressourcen, Griechenland eine lange Diktaturphase hinter sich (mit den typischen Auswirkungen für Bildungsbasierte Branchen) und Griechenland hatte, im Gegensatz zur BRD nach dem zweiten Weltkrieg und den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung, afaik nie einen Partner, der einen raschen Aufbau ermöglicht hätte.
Dazu kommt die Geographie: Schlechte Anbindung an den EU-Binnenmarkt, hohe Transportkosten innerhalb des Landes, hohe Baukosten,...
Wachstum ist da schwer möglich und früher hat sich Griechenland durch kontinuirliche Abwertungen als Billigland für Agrar und Tourismus über Wasser gehalten - mit dem Euro ist das nicht möglich und vom Aufschwung der Eurozone hat man eben nur ein paar Jahre profitieren können, bevor die Bankenkrise den Teppich weggezogen hat.
Was wäre eigentlich billiger für uns? Wenn Griechenland aus der Eurozone geworfen wird oder wenn man Griechenland immer weiter Geld in den Rachen schiebt? Das nimmt doch kein Ende.
Imho ist letzteres die bessere Wahl
Wenn die Euroländer einen Konkursgefährdeten Staat rausschmeißen und Pleite gehen lassen, dann ist anzunehmen, dass sie das auch mit zweien oder dreien oder ... machen. Das wirkt sich entsprechend auf Kreditkosten für bedrohte Staaten aus.
-> Wer Griechenland rausschmeißen will (Gruß an die Diplomatie- und Finanzexperten der FDP...), der muss auch gleich noch Portugal, Island, Italien und Spanien rausschmeißen und, bedingt durch die Rückkoppelungen auf die heimischen Banken, ggf. auch noch Frankreich. Da dieser Schlag das gesamte europäische Bankensystem zum Einsturz bringen dürfte, kann man sich im nächsten Schritt auch gleich noch von großen Teilen der britischen Wirtschaft und von den exportorientierten und/oder kreditfinanzierten (d.h. quasi allen) Unternehmen in Deutschland verabschieden. (ähnliche Folgen in den kleineren und östlichen Euroländern sind zu erwarten, kann ich aber spontan nicht beziffern)
Es ist zwar nicht billig, Griechenland zu stabilisieren, aber wenigstens sind es nach und nach anfallende Kosten, denen eine andauernde Wirtschaftskraft gegenüber steht. Ein Zusammenbruch dagegen reißt alles in den Abgrund.
"Wir sitzen alle in einem Boot" ist wörtlich zu nehmen und die löchrige Planke rauszureißen, anstatt immer mehr Stopfmaterial reinzudrücken, ist ganz sicher keine Verbesserung.