@Cuddelman:
Oo - ich fürchte du hast da einiges nicht so ganz verstanden

. Weißt du wie eine CPU mit IHS aufgebaut ist? Wenn du mit
Foliensensoren ebensolche (10KOhm Halbleitersensoren im Folienpackage) meinst, so sind diese btw überall zu haben. Aber die sind natürlich völlig ungeeignet für den Zweck. Wenn du so einen Sensor zwischen IHS und Kühler klemmst zerstörst du zum Einen den Sensor und zum Anderen raucht dir die CPU ab, weil sie nicht mehr gekühlt würde. Auch großflächige Dünnschicht-Sensoren helfen da nicht, weil die Kühlung nicht mehr ausreichend gegeben wäre. Selbst das
Workaround von Intel mit dem Thermomelement im einer eingefrästen Nut (Seite 17 bis 25) (oder
hier ab Seite 67) kann keine DIE-Temps liefern und erfordert dafür bereits erheblichen Messaufwand und Equipment, das nicht jeder hat. Hab jetzt einfach mal die genommen die als erste Treffer zu finden waren - die Vorgehensweise steht im Endeffekt in fast allen Whitepapers von Intel und funktioniert natürlich auch mit den IHSn von AMD-CPUs

. Dennoch ist auch das nicht mehr als eine grobe Annäherung an die DIE-Temps - wobei damit evtl. eine Differenz im Bereich von 4K zur Kerntemperatur möglich sein mag, weil direkt im Feld der Wärmeübertragung gemessen wird (kommt auf den Abstand, die Kühlleistung des Kühlers und den Störeinfluss der Nut an). Im Endeffekt wird so die sog. casetemp ermittelt, da an die Kerntemperaturen eben nicht direkt heran zu kommen ist. Dieses Workaround ist bei CPUs die Methode der Wahl - andere bezahlbare Möglichkeiten, die einigermaßen nutzbare Werte liefern könnten, gibt es nicht, wenn man direkt an einer realen CPU messen will und nicht nur Aussagen über die Kühlerperformance braucht. Natürlich kann man mit Thermographieverfahren und Rückrechnung per numerischer Simulation noch etwas besser an die DIE-Temps her an kommen, aber der Aufwand steht natürlich in keinem Verhältnis zum Nutzen. Für die Ermittlung der DIE-Temps ist die Methode mit der Nut und dem Thermoelement also jedenfalls genauso wenig geeignet wie alle anderen, aber sie kann wenigstens als solide Annäherung gelten. Verglichen mit der Kontakttemperaturmessung am Rand des Heatspreaders, ist die Methode jedoch um Welten aussagekräftiger.
Und damit zurück zu deinen Aussagen: Der IHS einer CPU ist eben nicht das DIE! Durch die Temperaturverteilung im IHS hat die Temperatur der Seitenflächen nicht annähernd etwas mit der Temperatur des DIE zu tun. Eine feste Differnz von nur 4K anzunehmen ist völliger Unfug. Der IHS bleibt je nach Kühler im Randbereich etwa so kühl wie der Kühler selbst im Bodenbereich außerhalb der Übertragungsfläche. Der Hauptwärmestrom fließt über dem DIE ab. Die Erwärmung des Randbereichs des IHS durch laterale Wärmeverteilung ist zudem nicht konstant sondern hängt von der Auflagefläche des Kühlers, der Güte der Anbindung (Stichwort krumme IHS-Oberfläche) und nicht zuletzt von der Kühlleistung und dem inneren Design des Kühlers ab. Was du da misst ist also in etwa so aussagekräftig wie die CPU-Sensoren selbst - nämlich gar nicht. Wie du auf 4K Differenz zum DIE kommst, bleibt in deiner Beschreibung btw völlig im Dunklen

. Im Übrigen ist die Wärmeverteilung im DIE selbst auch nicht homogen - aber das sind Feinheiten (Hotspots etc.).
Ob man nun gut an den Rand des IHS ran kommt oder nicht, ist dabei völlig nebensächlich. Dafür gibt es Mittel und Wege auch bei Intel-Sockeln

. Ausschlaggebend ist hingegen, dass von dieser Position nicht annähernd Rückschlüsse auf die DIE-Temperaturen gezogen werden können. Selbst Messungen direkt im Hauptwärmestrom nach dem workaround von Intel haben trotz des dort viel kürzeren Wärmeleitwegs noch eine Differenz zur mittleren DIE-Temperatur, die u. U. aber wenigstens im von dir geschätzten Bereich liegen könnten (das lässt sich aus den real zu messenden Differenzen auf Prüfständen einigermaßen abschätzen). Deshalb spricht man hier von der sog. casetemp und nicht von Kerntemperaturen.
Jedenfalls ist deine Vorgehensweise alles andere als professionell und die Ergebnisse sind von den realen Temperaturen so weit entfernt, dass man auch gleich den Sensoren Glauben schenken könnte

. Das kannste als Referenzwerte wirklich völlig vergessen

. Nicht bös gemeint, aber ich denke bei dem Thema musst du noch ein bisschen Erfahrung sammeln und dich besser einlesen.
Wenn ich das richtig sehe, kann man die Temp wenn überhaupt nur mit Laborbedingungen, und das wohl auch nicht zu 100% auslesen.
Den sinn der erhältlichen Programme erkenne ich dann mal garnicht.
Du sagst es überdeutlich!

. Leider ist das so. Aber mal ehrlich, davon, dass man nicht genau weiß wie heiß die CPU nun tatsächlich ist, geht die Welt nicht unter. Was letztlich wirklich zählt ist der bedingungslos stabile Betrieb der CPU ohne throttlen und dergleichen

. Wenn du also Vertrauen in deine Kühlung gewinnen willst, bist du besser damit beraten vernünftige Stresstests unter harten Randbedingungen (hohe Raum-Temps) durchzuführen, als auf irgendwelche, wie auch immer gewonnen Temperaturanzeigen zu schauen.
Aber naja, es gibt ja eh schon vieles was keinen wirklichen sinn macht...
So ist es - ein nettes Spielzeug für Leute die gern glauben was man ihnen vor die Nase hält - mehr nicht

. Für Fachkundige ist damit immerhin ein minimaler Anhaltspunkt zu ermitteln, wenn es um die Performance verschiedener Kühler geht und für den Rest sind die lustigen Anzeigewerte in der Regel eine Beruhigung der Seele oder aber ein Grund unnötig Geld auszugeben - je nach Intention und Einschätzung. Viel mehr steckt wirklich nicht dahinter.