Was ist los in Syrien?

Das wage ich zu bezweifeln. Es gab in Syrien jedenfalls nie eine freie Wahl, in der das syrische Volk irgend jemanden hätte legitimieren können, demnach kann es auch kein vom syrischen Volk legitimiertes Staatsoberhaupt geben.

Das die Wahlen in Syrien das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen, ist mir selbst bewusst. Aber das ändert nichts daran, dass Assad das legitime Staatsopberhaut Syriens ist.

Deiner Logik folgend dürfte es auf der Welt sonst kaum legitime Staatsoberhäupter geben.
 
Das die Wahlen in Syrien das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen, ist mir selbst bewusst. Aber das ändert nichts daran, dass Assad das legitime Staatsopberhaut Syriens ist.

Er ist es eben ja nicht. Darum geht es doch.

Deiner Logik folgend dürfte es auf der Welt sonst kaum legitime Staatsoberhäupter geben.

Schau dir die Länder der freien Welt an. Dazu dann die Diktaturen und das, was so dazwischen ist.
In Singapur kann man davon sprechen, dass es dort freie Wahlen gibt, nur gibt es dort keine Meinungsfreiheit und auch keine Pressefreiheit. Wie soll man das deuten?
Oder schau dir die Türkei an. Auch dort wurde frei gewählt, aber die Pressefreiheit wird immer weiter eingeschränkt. Solche Länder sind auf dem Weg in eine Diktatur.
 
Er ist es eben ja nicht. Darum geht es doch.

Natürlich ist er das. Wer soll es sonst sein?

Schau dir die Länder der freien Welt an. Dazu dann die Diktaturen und das, was so dazwischen ist.
In Singapur kann man davon sprechen, dass es dort freie Wahlen gibt, nur gibt es dort keine Meinungsfreiheit und auch keine Pressefreiheit. Wie soll man das deuten?
Oder schau dir die Türkei an. Auch dort wurde frei gewählt, aber die Pressefreiheit wird immer weiter eingeschränkt. Solche Länder sind auf dem Weg in eine Diktatur.

Was ist denn mit China? Die haben auch keine freien Wahlen.

Hat China auch kein legitimes Staatsoberhaupt? Was ist mit dem Iran? Saudi-Arabien?

Ich kann mich nicht erinnern, dass wir deren Legitimation in Zweifel ziehen. Warum jetzt bei Syrien?
 
Ergo sind alle moralischen Gründen wieder mal nur vorgeschoben. Wie so oft. Doppelmoral hat.

Es geht in erster Linie um Wirtschaft. Das siehst du schon daran, wie sehr TTIP von allen Wirtschaftslobbyisten verteidigt wird.
Daher hat auch niemand was gegen Saudi Arabien oder China oder seit neusten die Türkei.
Oder denkst du echt, dass sich irgendeiner um die Menschen in den Ländern schert?
Die Asylpolitik in Deutschland mit dem Dublin Abkommen ist ja extra dafür gemacht, damit keine Flüchtlinge kommen.
Nur haben sich die EU Grenzstaaten das nicht mehr gefallen lassen, und daher ist alles auf die Füße von Merkel gefallen.
Und daher musste sie Erdogan "nett bitten" einzuschreiten, damit es wieder so wird wie früher. Erdogan ist der neue Gaddafi/Mubarak. :ugly:

Ändert aber nichts daran, dass Assad ein Diktator ist, der eben nicht von einem freien Syrischen Volk in das Amt gewählt wurde und natürlich muss man solche Sachen kritisieren, ebenso wie man die Menschenrechtsverletzungen in China und Saudi Arabien kritisieren muss.
Wo kommen wir denn hin, wenn niemand mehr wagt, den Mund aufzumachen und zu widersprechen?
Immerhin haben wir in diesem Land Meinungsfreiheit.
 
Es geht in erster Linie um Wirtschaft. Das siehst du schon daran, wie sehr TTIP von allen Wirtschaftslobbyisten verteidigt wird.
Daher hat auch niemand was gegen Saudi Arabien oder China oder seit neusten die Türkei.

Richtig.

Oder denkst du echt, dass sich irgendeiner um die Menschen in den Ländern schert?

Nein, warum auch?

Die Asylpolitik in Deutschland mit dem Dublin Abkommen ist ja extra dafür gemacht, damit keine Flüchtlinge kommen.

Was ja auch richtig war.

Nur haben sich die EU Grenzstaaten das nicht mehr gefallen lassen, und daher ist alles auf die Füße von Merkel gefallen.

Weil sie das auch mit sich hat machen lassen.

Und daher musste sie Erdogan "nett bitten" einzuschreiten, damit es wieder so wird wie früher. Erdogan ist der neue Gaddafi/Mubarak. :ugly:

Hätten wir Gaddafi und Mubarak an der Macht gelassen, wäre auch heute vieles besser.

Ändert aber nichts daran, dass Assad ein Diktator ist, der eben nicht von einem freien Syrischen Volk in das Amt gewählt wurde und natürlich muss man solche Sachen kritisieren, ebenso wie man die Menschenrechtsverletzungen in China und Saudi Arabien kritisieren muss.

So wie jeder Diktator.
 
Weil sie das auch mit sich hat machen lassen.

Anders herum, die anderen Staaten ließen sich das nicht mehr gefallen.
Merkel erntet nur die Früchte für die Politik, die 20 Jahre lang so gemacht wurde, egal ob jetzt unter Kohl, Schröder oder von ihr selbst.

Hätten wir Gaddafi und Mubarak an der Macht gelassen, wäre auch heute vieles besser.

Für wen? Für die Menschen in den Ländern oder für unseren Wohlstand?
Hauptsache der Fernseher ist billig, das Öl fließt und der Urlaub in Tunesien ist schön?
 
Für wen? Für die Menschen in den Ländern oder für unseren Wohlstand?
Hauptsache der Fernseher ist billig, das Öl fließt und der Urlaub in Tunesien ist schön?
Mal den Blick etwas erweitern.
Die werten Diktatoren haben die ganzen Terroristen, die nun marodierend durch diese Länder ziehen, klein gehalten!
Stattdessen wurde die Staatsgewalt abgesägt und durch eine neue Gewalt ersetzt, mit der sich politisch nicht einmal verhandeln lässt.
 
Anders herum, die anderen Staaten ließen sich das nicht mehr gefallen.

Würden alle Staaten in der EU einfach konsequent wie Österreich, Ungarn und die übrigen Länder auf der Balkanroute sein, gäbe es gar keine Probleme.

Merkel erntet nur die Früchte für die Politik, die 20 Jahre lang so gemacht wurde, egal ob jetzt unter Kohl, Schröder oder von ihr selbst.

Politik die richtig und gut war fürs Land.

Für wen? Für die Menschen in den Ländern oder für unseren Wohlstand?

Unseren Wohlstand natürlich.

Hauptsache der Fernseher ist billig, das Öl fließt und der Urlaub in Tunesien ist schön?

Bis auf den Urlaub in Tunesien, ja.

Mal den Blick etwas erweitern.
Die werten Diktatoren haben die ganzen Terroristen, die nun marodierend durch diese Länder ziehen, klein gehalten!
Stattdessen wurde die Staatsgewalt abgesägt und durch eine neue Gewalt ersetzt, mit der sich politisch nicht einmal verhandeln lässt.

Korrekt.

Wenn ich die Wahl zwischen Assad oder dem IS habe, weiß ich, wenn ich in Syrien an der Macht sehen will.
 
Wenn dir das wiederum egal ist, wieso akzeptierst du denn nicht, dass die Leute keine Lust mehr haben in ihrem Land als Kannonenfutter zu dienen oder von der eigenen Regierung -- die sie vielleicht sogar mal gewählt haben -- getötet zu werden?
Die hauen lieber ab und versuchen ihr Glück woanders.
Und da die Flüchtlinge Jahrelang vernachlässigt und vergessen worden, ist es eben so gekommen wie vergangenes Jahr.
Und Assad hat eben einen sehr großen Anteil daran. Er hätte ja einfach sagen können, dass er Reformen anstrebt, Meinungsfreiheit einräumt und sich den Bedürfnissen des Volkes annimmt.
Hat er aber nicht, er ist genauso Schuld daran, dass der IS jetzt halb Syrien kontrolliert wie alle anderen auch.
Und er hat sich eine Rückkehr zur Normalität schon längst kaputt gemacht. Ein neues Syrien kann es nur ohne ihn geben, das muss auch Putin akzeptieren.
Und was dann in Syrien sein wird, entscheiden ja nicht wir, sondern die Syrer.
 
Wenn dir das wiederum egal ist, wieso akzeptierst du denn nicht, dass die Leute keine Lust mehr haben in ihrem Land als Kannonenfutter zu dienen oder von der eigenen Regierung -- die sie vielleicht sogar mal gewählt haben -- getötet zu werden?
Die hauen lieber ab und versuchen ihr Glück woanders.

Weil sie ihr Glück hier versuchen und das stört mich. Das kostet dann nämlich auch meine Steuergelder.

Und da die Flüchtlinge Jahrelang vernachlässigt und vergessen worden, ist es eben so gekommen wie vergangenes Jahr.

Es ist nur so gekommen, weil in der EU (bis auf paar löbliche Ausnahmen wie Ungarn oder Österreich) keiner den Mut hatte, zu tun, was notwendig ist.

Und Assad hat eben einen sehr großen Anteil daran. Er hätte ja einfach sagen können, dass er Reformen anstrebt, Meinungsfreiheit einräumt und sich den Bedürfnissen des Volkes annimmt.

Oder er benimmt sich wie jeder arabischer Machthaber und lässt es. War das so verwunderlich?

Hat er aber nicht, er ist genauso Schuld daran, dass der IS jetzt halb Syrien kontrolliert wie alle anderen auch.

Schuld sind vorallem jene, die die Terroristen in Syrien unterstützen.

Und er hat sich eine Rückkehr zur Normalität schon längst kaputt gemacht. Ein neues Syrien kann es nur ohne ihn geben, das muss auch Putin akzeptieren.

Also doch, du möchtest einen weiteren gescheiterten Staat im Nahen Osten.

Und was dann in Syrien sein wird, entscheiden ja nicht wir, sondern die Syrer.

Dann sollen sie es bitte vor Ort entscheiden.
 
Das die Wahlen in Syrien das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen, ist mir selbst bewusst. Aber das ändert nichts daran, dass Assad das legitime Staatsopberhaut Syriens ist.

Deiner Logik folgend dürfte es auf der Welt sonst kaum legitime Staatsoberhäupter geben.

Über unterschiedliche Grade der Legitimation ließe sich sicherlich streiten (ich z.B. würde den US Präsidenten als ausreichend legitimiert betrachten, auch wenn bei knappem Wahlausgang der mit der geringen Anzahl an Wählerstimmen gewinnen kann - aber auch der hat dann eben fast die Hälft der Bevölkerung hinter sich), aber ja: Es geht defintiv eine Reihe von amtierenden Staatsoberhäuptern auf der Welt, die nicht durch die Bevölkerung des jeweiligen Landes legitimiert sind. Die sollte man dann aber auch nicht als "legitimes Staatsoberhaupt" bezeichnen, wie du es hier machst. Assad ist nichts weiter als eine weitere Person in der Region, die die politische Kontrolle für sich allein beansprucht und dass er in der Vergangenheit zeitweilig derjenige mit der größten (eingekauften) militärischen/polizeilichen Macht war, gibt ihm im hier und jetzt genau 0 moralische Boni gegenüber genausowenig legitimierter Konkurrenz, die deinen Worten zu Folge das ""legitime Staatsoberhaupt"" stürzen wollen...


Mal den Blick etwas erweitern.
Die werten Diktatoren haben die ganzen Terroristen, die nun marodierend durch diese Länder ziehen, klein gehalten!
Stattdessen wurde die Staatsgewalt abgesägt und durch eine neue Gewalt ersetzt, mit der sich politisch nicht einmal verhandeln lässt.

Äh: Sie wurde nicht durch eine neue Gewalt ersetzt, sondern sie von einer neuen Gewalt in ihre Schranken gewiesen. Assad & Co haben eben nicht die Terroristen klein gehalten, sondern sind nachweislich daran gescheitert. Was sie klein gehalten haben, war die demokratische (und andere nicht-extremistische) Opposition und das haben sie solange gemacht, bis die Bevölkerung jegliche Scheu vor radikalen Alternativen verloren und nach allem gegriffen hat, Hauptsache es war etwas anderes als Assad.
 
Äh: Sie wurde nicht durch eine neue Gewalt ersetzt, sondern sie von einer neuen Gewalt in ihre Schranken gewiesen. Assad & Co haben eben nicht die Terroristen klein gehalten, sondern sind nachweislich daran gescheitert. Was sie klein gehalten haben, war die demokratische (und andere nicht-extremistische) Opposition und das haben sie solange gemacht, bis die Bevölkerung jegliche Scheu vor radikalen Alternativen verloren und nach allem gegriffen hat, Hauptsache es war etwas anderes als Assad.
Assad ist auch noch nicht abgesägt. Die Aussage bezog sich deswegen natürlich nicht auf ihn.

Die anderen von dir erwähnten Zusammenhänge können auch ganz anders begründet sein.
 
Die gemäßigte Opposition, die mit den Worten "Gott ist groß" auf die am Fallschirm hängenden Russen geschossen hat?

Für mich hat Deutschland es mit der Unterstützung der Kurden richtig gemacht, denn die sind zuverlässig.
 
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