Die politischen Führer im Irak, Iran, Syrien und wo immer auch der Westen per NGO oder militärisch gewirkt haben sind ganz sicher nicht vom Himmel gefallen. Sie fanden in dem von ihren regierten Volk zumindestens zeitweise eine breite Unterstützung, denn sonst hätten sie sich nicht halten können.
Das der Westen deiner Meinung darüber entscheidet wen er gewähren lässt und wen nicht empfinde ich den betreffenden Völkern gegenüber als hochgradig übergriffig. Zumal mittlerweile viele Syrer mit denen ich Kontakt habe der Meinung sind, dass es ihnen unter Assad vor Einmischung durch den Westen besser ging und sie mehr Freiheiten hatten als heute.
Ich bin der Meinung, dass wenn die politischen Führer des Westens auf der ganzen Welt Gott spielen wollen, dann sollten sie das klar formulieren inkl. der Konsequenzen und sich per Volksentscheid die Legitimation geben lassen.
Wo ist dein Problem? Ich schrieb doch, dass es auch an uns lag, dass es ist bzw. war wie es ist bzw. war!
Was du als "Gott spielen" vermutlich meinst, das begann in Region eigentlich schon mit dem Ende des osmanischen Reiches. Die "Herren" folgten klar eurozentrischen wie nationalistischen Ideen; damals primär
der Engländer und der Franzosen. Mit dem Ende des Kolonialismus stiegen die bekannten Unterdrücker auf - schön hofiert von Europa und USA.
Was du da mit Volksabstimmung willst, ist mir nicht ganz klar?
Ein "Wir schaffen das ... " ist davon meilenweit entfernt.
Der Kontext ist wichtig. Der Spruch war aus den Erfahrungen der Jahre davor geprägt. Schuldenkrise, Eurokrise m. Griechenland. Angela Merkel soll wohl gesagt haben "Nach all den Krisen jetzt auch noch das!", worauf eine Frau aus diesem Stab wohl meinte "Wir haben das alles gemeistert, also werden wir das auch schaffen". Letzten Endes wurde es ja geschafft. Hier musste niemand verhungern oder in Elendsquartieren dahin darben. Daraus jetzt den Anspruch abzuleiten, dass mit dem Satz die perfekte Assimilation der Flüchtlinge einherzugehen hat, das halte ich hingegen für ziemlich anmaßend.
Und um auf das Thema "Integration" zu kommen: es gibt syrische Familien die sind recht gut integriert. Aber die Mehrzahl der mir bekannten hat doch seinen eigenen Kulturkreis in den deutsche Jugendliche hineinwachsen. Es findet daher hauptsächlich entweder eine Parallelgesellschaft oder eine Anpassung durch Deutsche statt. Flächige Integration ist leider nach wie vor ein Wunschdenken.
Was wäre den eurer Meinung nach die Konsequenz für Syrien, wenn wir alle Syrer aufnehmen die nach Deutschland kommen? Oder wenn alle Fachkräfte die wir gebrauchen können nicht nach Syrien zurückkehren?
Braindrain ist ein weltweites (!) Problem von vielen Staaten dieser Welt. Die Big Player wie Nordamerika, die EU, Russland oder aber auch China haben allesamt die Herausforderungen einer überalternden Gesellschaft zu meistern. Du kannst den Namen "Syrien" auch gegen andere Länder wie "Tunesien", "Algerien", "Marokko" etc tauschen. Es ist überall das gleiche Spiel.
Genau deshalb bin ich der Meinung, dass Veränderungen durch Dritte, wenn überhaupt nur durch politische und nicht durch militärische Aktivitäten erwirkt werden dürfen.
Traumtänzer bzw. Ignorant. Dikatoren gehen nämlich eher so höchst ungern von ihrem Posten, wenn man sie nicht davon verjagt. Mensch bekommt die dort aber nicht durch nett zureden weg, also zumindest dann nicht, wenn das eine Sippe ist, die seit Jahrzehnten die Zügel in der Hand hält. Solange Diktatoren die Befehle geben und ein Staatsapparat von Legislative über Judikative und Exekutive inkl. Militär sie ausführen, kannst du dich mit deinem friedlichen Wandel utschieten.