Was ist los in Syrien?

Alles hat mit Allem zu tun. Will damit sagen, dass die Assads dieser Welt ja nicht einfach vom Himmel gefallen sind und sich nur halten konnten, weil andere (wir, im Sinne von Deutschland/EU/Westen) sie gewähren ließen. Somit haben wir auch eine Mitschuld an dem, was die Fluchtbewegungen ausgelöst hat. Das ist für mich Fakt!

Jahre später, wo sich jetzt Menschen an einem anderen Ort angesiedelt haben, eine neue, friedliche Heimat fanden, nachdem sie auch wegen unserem Wirken sich erst zu uns auf den Weg gemacht haben, zu verlangen, dass man sich doch bitte wieder zu verziehen hätte, wie könnte man das in kurze, prägnante Worte fassen? Spontan fällt mir da asozial ein. Gibt es passendere Begriffe?
 
Asozial passt da ganz gut. Ich täte solche Menschen jedoch auch als Dumm bezeichnen (ich beziehe mich dabei ausdrücklich nicht auf irgendjemanden im Forum) da außer menschenfeindlichen Gründen gerade sehr viel nicht dafür spricht diese Flüchtlinge (welche jetzt Arbeitnehmer, Selbstständige, Nachbarn, Steuerzahler, Familien etc.) sind zur Ausreise zu zwingen. Insbesondere die Kinder welche hier geboren wurden sind diejenigen welche auch das Rentensystem stützen werden.
Persönlich sehr schade finde ich wenn die Eltern selber, nach der langen Zeit hier, nicht oder kaum Deutsch können. Auf dem Wochenmarkt bekomme ich immer von Ahmad und seiner Schwester Besuch die sich gerne in meine Ape setzen. Beide können perfekt deutsch, sind in Syrien geboren, ihr Vater spricht praktisch kein Wort. Dennoch können wir uns austauschen. Übrigens haben die beiden Kinder schon Vorstellungen davon was sie später beruflich werden wollen. Ihr Vater täte übrigens tatsächlich nach Syrien zurück. Es ist die Zukunft seiner Kinder die ihn daran hindert. Vermutlich auch seine Frau, welche sehr gut Deutsch spricht und in der Pflege tätig ist.
Wer sich integriert und hier bleiben möchte der soll das gerne tun. Wer zurück nach Syrien möchte dem soll ein guter Start ermöglicht werden. Ja das kostet Geld ist soviel aber nicht und könnte sich später für Deutschland auch auszahlen.
 
Wer sich integriert und hier bleiben möchte der soll das gerne tun. Wer zurück nach Syrien möchte dem soll ein guter Start ermöglicht werden. Ja das kostet Geld ist soviel aber nicht und könnte sich später für Deutschland auch auszahlen.
Das war doch immer so bei Krieg. Die Menschen fliehen in andere Länder und verwurzeln dort.
Wer vor zehn Jahren nach Deutschland gekommen und hier integriert ist, hat ja keinen Grund mehr nach Syrien zurück zu gehen.
 
Alles hat mit Allem zu tun. Will damit sagen, dass die Assads dieser Welt ja nicht einfach vom Himmel gefallen sind und sich nur halten konnten, weil andere (wir, im Sinne von Deutschland/EU/Westen) sie gewähren ließen.
Die politischen Führer im Irak, Iran, Syrien und wo immer auch der Westen per NGO oder militärisch gewirkt haben sind ganz sicher nicht vom Himmel gefallen. Sie fanden in dem von ihren regierten Volk zumindestens zeitweise eine breite Unterstützung, denn sonst hätten sie sich nicht halten können.
Das der Westen deiner Meinung darüber entscheidet wen er gewähren lässt und wen nicht empfinde ich den betreffenden Völkern gegenüber als hochgradig übergriffig. Zumal mittlerweile viele Syrer mit denen ich Kontakt habe der Meinung sind, dass es ihnen unter Assad vor Einmischung durch den Westen besser ging und sie mehr Freiheiten hatten als heute.
Ich bin der Meinung, dass wenn die politischen Führer des Westens auf der ganzen Welt Gott spielen wollen, dann sollten sie das klar formulieren inkl. der Konsequenzen und sich per Volksentscheid die Legitimation geben lassen. Ein "Wir schaffen das ... " ist davon meilenweit entfernt. Und um auf das Thema "Integration" zu kommen: es gibt syrische Familien die sind recht gut integriert. Aber die Mehrzahl der mir bekannten hat doch seinen eigenen Kulturkreis in den deutsche Jugendliche hineinwachsen. Es findet daher hauptsächlich entweder eine Parallelgesellschaft oder eine Anpassung durch Deutsche statt. Flächige Integration ist leider nach wie vor ein Wunschdenken.
Was wäre den eurer Meinung nach die Konsequenz für Syrien, wenn wir alle Syrer aufnehmen die nach Deutschland kommen? Oder wenn alle Fachkräfte die wir gebrauchen können nicht nach Syrien zurückkehren?
Das war doch immer so bei Krieg. Die Menschen fliehen in andere Länder ...
Genau deshalb bin ich der Meinung, dass Veränderungen durch Dritte, wenn überhaupt nur durch politische und nicht durch militärische Aktivitäten erwirkt werden dürfen.
 
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Über die welche sich gut integriert haben brauchen wir nicht sprechen, aber was ist mit denen die sich nicht integrieren wollen und dem deutschen Staat auf der Tasche liegen oder straffällig geworden sind?
 
Genau deshalb bin ich der Meinung, dass Veränderungen durch Dritte, wenn überhaupt nur durch politische und nicht durch militärische Aktivitäten erwirkt werden dürfen.
Lol,

wer hat denn bis zu den chemischen Fassbomben in Syrien gewirkt, ausser andere arabische Staaten?

Saddam Hussein hat nachweislich und belegt, die Mehrzahl seiner Bevölkerung, Schiiten, unterdrückt, die Bath Partei war eine rein sunitische Veranstaltrung und dieser Gegensatz wirkt bis heute nach. Die Schiiten wollen für die jahrzehntelange Unterdrückung, einfach Rache. Aber schön dass du uns darüber aufklärst was der "Westen" alles falsch gemacht hat im Irak
Dazu hat Saddam Kuwait angegriffen, also einen verbrecherischen Angriffskrieg geführt.

Diese Argumentation der Westen hat, ist einfach so abgelutscht, und die Syrer, die sich unter Assad "wohl gefühlt" haben und Freiheiten genossen haben, würde ich gerne mal kennen lernen!
 
Zuletzt bearbeitet:
straffällig geworden sind?
Da ist genauso zu verfahren wie mit deutschen Staatsbürgern. Schuld nachweisen - verurteilen - Strafe ggf. absitzen. Anschließend kann auch ins Heimatland abgeschoben werden. Was bei deutschen Staatsbürgern ja nicht geht.
die sich nicht integrieren wollen und dem deutschen Staat auf der Tasche liegen
Dazu hatte ich ja schon in einem anderen Thread geschrieben. Unsere Gesellschaft macht es diesen Menschen nicht wirklich leicht sich zu integrieren. Das täte aber hier wieder alles sprengen wenn ich darauf eingehe.
Beschreib mir doch bitte das "auf der Tasche liegen". Menschen mit Asylstatus liegen nicht auf der Tasche sondern diese suchen Schutz welchem ihnen durch diesen Staat gewährt wird.
 
Die politischen Führer im Irak, Iran, Syrien und wo immer auch der Westen per NGO oder militärisch gewirkt haben sind ganz sicher nicht vom Himmel gefallen. Sie fanden in dem von ihren regierten Volk zumindestens zeitweise eine breite Unterstützung, denn sonst hätten sie sich nicht halten können.

Das der Westen deiner Meinung darüber entscheidet wen er gewähren lässt und wen nicht empfinde ich den betreffenden Völkern gegenüber als hochgradig übergriffig. Zumal mittlerweile viele Syrer mit denen ich Kontakt habe der Meinung sind, dass es ihnen unter Assad vor Einmischung durch den Westen besser ging und sie mehr Freiheiten hatten als heute.
Ich bin der Meinung, dass wenn die politischen Führer des Westens auf der ganzen Welt Gott spielen wollen, dann sollten sie das klar formulieren inkl. der Konsequenzen und sich per Volksentscheid die Legitimation geben lassen.
Wo ist dein Problem? Ich schrieb doch, dass es auch an uns lag, dass es ist bzw. war wie es ist bzw. war!

Was du als "Gott spielen" vermutlich meinst, das begann in Region eigentlich schon mit dem Ende des osmanischen Reiches. Die "Herren" folgten klar eurozentrischen wie nationalistischen Ideen; damals primär der Engländer und der Franzosen. Mit dem Ende des Kolonialismus stiegen die bekannten Unterdrücker auf - schön hofiert von Europa und USA.

Was du da mit Volksabstimmung willst, ist mir nicht ganz klar?

Ein "Wir schaffen das ... " ist davon meilenweit entfernt.
Der Kontext ist wichtig. Der Spruch war aus den Erfahrungen der Jahre davor geprägt. Schuldenkrise, Eurokrise m. Griechenland. Angela Merkel soll wohl gesagt haben "Nach all den Krisen jetzt auch noch das!", worauf eine Frau aus diesem Stab wohl meinte "Wir haben das alles gemeistert, also werden wir das auch schaffen". Letzten Endes wurde es ja geschafft. Hier musste niemand verhungern oder in Elendsquartieren dahin darben. Daraus jetzt den Anspruch abzuleiten, dass mit dem Satz die perfekte Assimilation der Flüchtlinge einherzugehen hat, das halte ich hingegen für ziemlich anmaßend.

Und um auf das Thema "Integration" zu kommen: es gibt syrische Familien die sind recht gut integriert. Aber die Mehrzahl der mir bekannten hat doch seinen eigenen Kulturkreis in den deutsche Jugendliche hineinwachsen. Es findet daher hauptsächlich entweder eine Parallelgesellschaft oder eine Anpassung durch Deutsche statt. Flächige Integration ist leider nach wie vor ein Wunschdenken.

Was wäre den eurer Meinung nach die Konsequenz für Syrien, wenn wir alle Syrer aufnehmen die nach Deutschland kommen? Oder wenn alle Fachkräfte die wir gebrauchen können nicht nach Syrien zurückkehren?
Braindrain ist ein weltweites (!) Problem von vielen Staaten dieser Welt. Die Big Player wie Nordamerika, die EU, Russland oder aber auch China haben allesamt die Herausforderungen einer überalternden Gesellschaft zu meistern. Du kannst den Namen "Syrien" auch gegen andere Länder wie "Tunesien", "Algerien", "Marokko" etc tauschen. Es ist überall das gleiche Spiel.

Genau deshalb bin ich der Meinung, dass Veränderungen durch Dritte, wenn überhaupt nur durch politische und nicht durch militärische Aktivitäten erwirkt werden dürfen.
Traumtänzer bzw. Ignorant. Dikatoren gehen nämlich eher so höchst ungern von ihrem Posten, wenn man sie nicht davon verjagt. Mensch bekommt die dort aber nicht durch nett zureden weg, also zumindest dann nicht, wenn das eine Sippe ist, die seit Jahrzehnten die Zügel in der Hand hält. Solange Diktatoren die Befehle geben und ein Staatsapparat von Legislative über Judikative und Exekutive inkl. Militär sie ausführen, kannst du dich mit deinem friedlichen Wandel utschieten.
 
Da ist genauso zu verfahren wie mit deutschen Staatsbürgern. Schuld nachweisen - verurteilen - Strafe ggf. absitzen. Anschließend kann auch ins Heimatland abgeschoben werden. Was bei deutschen Staatsbürgern ja nicht geht.

Dazu hatte ich ja schon in einem anderen Thread geschrieben. Unsere Gesellschaft macht es diesen Menschen nicht wirklich leicht sich zu integrieren. Das täte aber hier wieder alles sprengen wenn ich darauf eingehe.
Beschreib mir doch bitte das "auf der Tasche liegen". Menschen mit Asylstatus liegen nicht auf der Tasche sondern diese suchen Schutz welchem ihnen durch diesen Staat gewährt wird.
Dass haben wir schon zu genüge diskutiert, rund 1% der Asylbewerber haben nach unserem Gesetz einen Asylgrund, der große Rest sind Wirtschaftsflüchtlinge. Da muss sich etwas ändern.
 
3,3 Millionen Flüchtlinge halten sich derzeit in Deutschland auf. Davon arbeiten gute 700 Tausend. Da diese ja auch teilweise eine Familie mit ihrem Einkommen unterhalten sind 1% völlig abwegig. Selbst wenn die 700000 das Geld nur für sich persönlich verwenden.
 
Er meint wohl das:

  • 2.237 Menschen "Asyl" nach Artikel 16a des Grundgesetzes,

Wenn man mit der Maus im Artikel über Asyl fährt, kommt das:

Lediglich ein bis zwei Prozent der Asylbewerber erhalten in Deutschland Asyl nach dem Grundgesetz ("Asylberechtigte" nach Artikel 16a GG). Das ist möglich, wenn sie durch den Herkunftsstaat oder staatsähnlichen Akteuren verfolgt werden. Die meisten anderen Schutzsuchenden, deren Asylantrag erfolgreich ist, erhalten "Flüchtlingsschutz". Quelle: BAMF. Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration
 
Da steht, dass 20 % von Rechtswegen hier Schutz bekommen haben. Mensch sucht sich aber nur das raus, was am besten polarisiert. In anderen Themen, wie z.B. dem Bürgergeld, da werden dann die 1-2 % wirklichen Verweigerer auf alle Bezieher von BG bezogen, weil's dann der große Aufreger ist. In 2024 war, so steht es da, die Anerkennungsquote für einen Schutzstatus bei 50 (!) Prozent.
 
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