AW: Was ist besser Raijintek Atlantis - CWB-C1 Kühlblock oder XSPC RayStorm CPU Intel 1366/1156/1155/2011/Amd/Amd2/Amd3
Also finde schon das eine Backplate dazu gehört da sie die Kraft besser verteilt vom Gewicht des Kühlers hinten und dazu auch noch bis zu 4c weniger bringt
Wenn eine Backplate zu real 4K besseren Temps führt, war der Kühler beim Versuch ohne Backplate nicht richtig montiert

. Eine Backplate ist bei Intel-Sockeln definitiv nicht nötig, zumal der Sockel selbst bei allen aktuellen Intel-Sockeln bereits eine eigene Backplate besitzt die die Lötaugen der Sockelkontakte vor Delamination durch hohe Biegemomente schützt. Eine dahinter gesetzte Backplate die auch die Halterungslöcher für den Kühler einschließt entlastet lediglich das Board in der Umgebung des Sockels noch etwas. Das Gewicht des Kühlers spielt im Verhältnis zum Anpressdruck btw keinerlei Rolle - zumal der Hebelalarm mit dem das Gewicht des Kühlers bei senkrechter Boardausrichtung sehr klein ist, weil so gut wie alle Wasserkühler vergleichsweise flach.
40 Euro mehr als der Aquacomputer cuplex kryos
Welche Versionen hast du denn da verglichen? Solche Preisunterschiede findest du da nur zwischen Versionen der beiden Kühler die aufgrund von Auslegung und Optik in ganz unterschiedlichen Preisklassen liegen.
Beim Kryos geht die Preisspanne der regulären Kühler von ca. 35€ für die einfache Delrin-Version bis ca. 78€ für die Vollkupferversion mit Sockel 2011-Halterung. Die Versionen des Kryos mit der Bodenplatte aus Sterling-Silber für knapp 200€ lasse ich mal außen vor, denn das sind eigentlich reine "Vitrinen-Kühler" für Sammler, die kühltechnisch keinerlei Vorteil gegenüber den regulären HighEnd-Versionen des Kryos bieten.
Beim Watercool HK IV geht die Preisspanne von die Basic-Version mit Delrindeckel und etwas gröberer Kühlstruktur für ca. 55€ bis zur vernickelte Pro-Version für ca. 83€. Teure "Vitrinen-Kühler" mit Silberboden spart man sich bei Watercool.
Dazu einen richtigen unterschied ! Das das Design Verschieden sind von den beiden ist klar. Aber was sind die wirklichen Unterschiede, Design spielt nicht für jeden eine Rolle
Du möchtest also mehr über die Unterschiede bei der Kühltechnik wissen - richtig? Dann würde ich vorschlagen, dass du dir mal die Bodenplatten und die Düsen des Kryos und des HK IV im zerlegten Zustand ansiehst (Bildmaterial ist massenhaft im Netz verfügbar)

. Wenn dir da auch kein Unterschied auffällt, solltest du dir allgemein bei der Wahl der Wakü-Komponenten keinen Kopf mehr machen, denn dann ist für dich sowieso alles gleich

. Von außen kann man die Kühltechnik nicht beurteilen.
Der Kryos ist schon viele Jahre länger auf dem Markt als der HK IV und war lange Zeit das Konkurrenzmodell zum Vorgänger der HK IV - dem HK 3. Mit dessen Kühlleistungsniveau ist er auch gut vergleichbar und auch das war schon ein sehr guter Kühler. Eigentlich scheint es an der Zeit, dass auch bei Aquacomputer mal ein Modellwechsel in Angriff genommen wird, aber angesichts des geringen Potentials was noch ohne grundsätzliche Änderungen am üblichen Wakü-Konzept zu heben ist, wundert es mich nicht, dass man diesbezüglich nichts von Aquacomputer hört. Nötig ist es aus kühltechnischer Sicht nicht unbedingt nachzulegen. Der Kryos ist trotz seines Alters immer noch ein sehr guter Kühler, auch wenn er kühltechnisch nicht mehr ganz an aktuelle Top-Kühler wie den HK IV heran kommt. Mit technisch simplen Kühlern wie dem Raijintek kann er sich nicht nur messen, sondern ist mit Sicherheit die bessere Wahl, wenn´s rein um Kühlleistung geht.
Was die Kühltechnik beim Kryos angeht: Hier wird eine fein gesägte Lamellenstruktur genutzt, die durch Quersägungen zur Pinstruktur erweitert wurde. Wegen der Durchlässigkeit der Struktur in vier Richtungen wird mit einem mittigem großen runden Einlassquerschnitt gearbeitet. Was den Einlass selbst angeht ist der Kryos also recht einfach gestrickt. Die Runddüse wird jedoch von einem ovalen Dichtring im Deckel umrahmt, der den tatsächlichen Eintrittsquerschnitt in die Struktur definiert abschließt und Nebenströme über der Kühlstruktur im Spalt zwischen Deckel und Bodenplatte verhindert. Die Abstände der Pins sind schon sehr fein, aber noch nicht ganz so fein wie die Strukturbreite neuer Top-Modelle vieler anderer Hersteller. Die Restbodenstärke ist bereits recht gering aber noch nicht so klein wie bei den aktuell besten Kühlern. Speziell bei der Restbodenstärke können bereits Zehntel-Millimeter messbare Unterschiede hervorrufen und bei der Strukturbreite kommt es auf ein gut abgestimmtes Aspektverhältnis der Kanäle in Abhängigkeit von der verwenden Einlass-Düse an. Unter beiden Aspekten ist der Kryos bereits sehr gut abgestimmt aber eben nicht ganz so gut wie neuere Top-Kühler. Ein weiterer Faktor ist die Planitzität der Bodenplatte im verbauten Zustand und u. U. deren Flexibilität beim Anpressen. Auch die Unterstürzung der Bodenplatte von oben ist wichtig. Da reden wir aber auch über Unterschiede die man mit freiem Auge meist nicht erkennen kann, die aber durchaus messbare Leistungsunterschiede in Abhängigkeit von der Qualität des IHS der CPU hervorrufen können. Beim Kryos ist die Bodenplatte im unverbauten Zustand relativ plan, und wenig flexibel, da die Restbodenstärke noch so groß ist, dass die Bodenplatte trotz der Pinstruktur und und der damit verbundenen geringen strukturellen Steifigkeit, kaum ein Wölbung durch die Vorspannung zulässt, die durch den ovalen O-Ring aufgebracht wird.
Beim HK IV kommt eine Lamellenstruktur mit quer darüber liegender mittiger Schlitzdüse über die gesamte Strukturbreite zum Einsatz. Im Gegensatz zum HK 3 wurde beim HK IV der Lamellenabstand nochmals verkleinert und die Restbodenstärke weiter minimiert. Die einzelne schlitzförmige Eintrittsöffnung wird nun ohne Jetplate ausgeführt, welche beim HK 3 als "Flusensieb" verschrien war und damals mehrere Schlitzdüsen formte. Um Nebenströme zu vermeiden sind beim HK IV neben den Enden der schlitzförmigen Eintrittsöffnung Dichtschnüre in der Deckelplatte eingebaut. So wird die gesamte Strömung durch die Lamellenstruktur gezwungen, ohne dass es Verluste durch den Spalt zwischen Boden und Deckel gibt. Das hat letztlich die gleiche Funktion wie der ovale O-Ring beim Kryos. Die Feinheit der Lamellenstruktur liegt beim HK IV an der Grenze dessen sein, was aktuell mit Sägeblättern noch wirtschaftlich und zuverlässig in größerer Menge hergestellt werden kann und auch die Restbodenstärke wird sich nicht mehr entscheidend verkleinern lassen, ohne dass die Abdruckkräfte beim Sägen zum Durchdrücken in die Kontaktfläche zum IHS führen würden. Meines Wissens stellt sich beim HK IV aber bereits eine minimal konvexe Wölbung des Bodenplatte im unverbauten Zustand ein. Wie definiert diese Wölbung ist, lässt sich aber schwer sagen, da es so gut wie keine detaillierten Tests mehr gibt, bei denen solche Details noch geprüft werden. Solange sie nicht konkav ist, hat das aber sogar Vorteile auf weniger guten IHS (betrifft afaik nach wie vor vor allem intel CPUs). Von konkaven Bodenplatten hört man beim HK IV aber eigentlich nie etwas.
Da die Unterscheide bei diesen technisch ausgereiften Kühlern der HighEnd-Klasse, was die tatsächlich für die Kühlleistung relevanten Parameter angeht, nur noch sehr gering sind, reicht heute meist eine ausreichende Statistik über die quantitativ aussagelosen Tests auf realer Hardware aus, um festzustellen welches Modell im Schnitt die Nase vorn hat. Kühltechnische Neuerungen die am Prinzip etwas geändert hätten, gab es bei den HighEnd-Kühlern schon seit vielen Jahren nicht mehr - es wird nur noch an Details gefeilt. Der HK IV ist zur Zeit technisch sicher mit der beste CPU-Wasserkühler auf dem Markt, aber der Abstand zu anderen HighEnd-Kühlern wie dem AnFi-Tec "Drei", den aktuellen Versionen des XSPC Raystrom oder den aktuellen Koolance CPU-Kühlern der 380er und 390er Serie ist so gering, dass man auch bei sehr hohen Ansprüchen eigentlich die freie Auswahl unter diesen Kühlern hat. Hier kann schon eine mehr oder weniger gute Montage die minimalen Unterscheide wieder aufwiegen. Die Unterscheide die bei den HighEnd-Kühlern heute noch messbare Verbesserungen bringen, spielen sich fast alle in Bereichen ab, die mit freiem Auge oft nur schwer zu erkennen sind. So dass der Aufwand diese Details exakt aufzudecken auch immer höher wird.
Im Gegensatz zu den Top-Kühlern fallen einfache Kühler wie der Raijintek mit seiner dicken sehr simplen und nicht auf hohe Kühlleistung optimierten skived-Fin-Bodenplatte deutlich ab und gehören weder technisch noch performance-mäßig zur Riege der besten Kühler. Da steckt kein nennenswertes kühltechnisches KnowHow drin. Solche Modelle sind einfach nur günstig zu produzierenden Lösungen für den Massenmark, die hohe Gewinnmargen versprechen, wenn die äußere Optik einigermaßen ansehnlich ist. Auch solche Kühler reichen aber freilich für jede CPU bestens aus. Selbst die technisch schlechtesten CPU-Wasserkühler überhaupt (man denke z. B. an die Kreationen Innovatek die stets das Schlusslicht bildeten) sind bislang immer im Stande gewesen jede CPU auf einigermaßen vernünftigen Temperatur zu halten und trotzdem noch einen Vorteil gegenüber Luftkühlung geltend zu machen, wenn der Rest der Wakü passte. Von daher ist man natürlich nie gezwungen auf technisch sehr ausgefeilte Top-Kühler zu setzen.
Wenn man aber das erreichbare Optimum anstrebt, sollte man sich schon aus der HighEnd-Sparte bedienen. Speziell wenn man aber nicht auf der Jagd nach dem letzten halben Kelvin ist, kann man unter den guten Kühlern recht frei nach Optik und Preis wählen. Ein HK IV ist z. B. technisch auch nicht so viel besser als andere HighEnd-Kühler, dass man das um Winzigkeiten bessere Kühlpotential auf jedem IHS zuverlässig umsetzen könnte - zumal sich das auf realer Hardware ohnehin alles unterhalb der Messgenauigkeit abspielt und somit eh nur mit statistischer Bewertung feststellbar ist. Mit einem Kühler wie dem Raijintek CWB-C1 kommt man hingegen auch messbar nicht auf dieses Kühlleistungsniveau, aber auch der reicht natürlich aus, um jede CPU ordentlich zu kühlen. Das erreichbare OC-Potential verschiebt sich durch so kleine Unterschiede in der Regel nicht, auch wenn man mit mit einem einfachen Kühler eben nicht ganz so niedrige Temps erreicht wie mit technisch ausgefeilteren Modellen.
Kurzum: Wenn du wirklich hohe Ansprüche an die Kühlleistung hast, bei denen es weniger um nutzbare Vorteile, sondern mehr um das Wissen zum besten Produkt gegriffen zu haben geht, solltest du auf einen Kühler setzen bei dem viel Wert auf die Kühltechnik gelegt wurde. Damit fallen dann Kühler wie der Raijintek aus. Wenn du aber nur einen günstigen CPU-Kühler suchst der deine CPU locker zu kühlen im Stande ist, ohne dabei das Beste aus deiner Wakü heraus zu kitzeln, kannst du an sich jeden Kühler nehmen

. Trotzdem würde ich stets dazu raten von offensichtlichen Fehlkonstruktionen Abstand zu halten (Spritzgussdeckel etc.). Der Raijintek scheint mir aber keine derartigen Schwachstellen zu haben - auch wenn es eben kein Top-Kühler aus dem Performance-Blickwinkel ist. Falls sich die Details der Kühltechnik aber nicht interessieren, sondern nur, ob deine CPU am Ende brauchbar gekühlt ist, sollte es für dich insgesamt wenig spannend sein welchen Kühler du am Ende einsetzt...