Was haltet ihr von Patriotismus?

Ich halte Patriotismus für sehr wichtig, leider gibt es davon kein Fünkchen mehr in der heutigen Politik :daumen2:
 
wär ja auch noch absurder, wenn jemand im Moment des Erhalts der Staatsbürgerschaft schlagartig zu einem besseren Menschen wäre

Ist in den USA aber tatsächlich so. Als wir dem Typen vom Meldeamt erklärten, dass wir Deutsche Staatsbürger sind und unsere Tochter durch die Geburt in Los Angeles nun US Staatbürgerin ist, hat er gemeint, dass sie nun zur großartigsten Nation der Welt gehört und damit ein "Führungsmensch" ist.
(Ich muss dazu sagen, dass der Typ Republikaner war :ugly:)

Ich halte Nationalstolz auch für überholt. Die Menschen wandern viel mehr in Länder ein und andere in andere Länder aus, die Kulturen vermischen sich, die Ansichten auch, auf eine Flagge stolz zu sein ist ein Relikt des kalten Krieges.
 
Schon wärend des kalten Krieges war es imho sinnlos, denn die Werte, auf die man ggf. hätte Stolz sein können (imho war keine Seite dafür geeignet), erstrecken sich über ganze Blöcke, nicht über einzelne Nationen. (ggf. hätten die Schweizer drauf stolz sein können, nicht mitzumachen :ugly:)
 
Ich persönlich halte nix von Patriotismus / Nationalstolz. Gegenüber anderen Nationen kann so etwas schnell wieder mit der jüngsten Geschichte verwechselt werden
 
Ich finde Nationalstolz sinnvoll, wenn er in einem gewissen Umfang bleibt, das bedeutet, wenn man sich selbst bzw. die Nation nicht als überlegen ansieht.

Der Grund warum ich so denke ist einfach: Wir leben immernoch in einer Gemeinschaft (egal ob Staat oder Gemeinde), wenn es der Gemeinschaft gut geht, dann kann es uns auch gut gehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns für die Gemeinschaft einsetzen und versuchen sie zu verbessern. Dafür muss man aber auch motiviert sein und die Vor- und Nachteile der eigenen Gemeinschaft mit den anderen vergleichen.
Gerade in Zeiten der Globalisierung wo sich Kulturen vermischen sollte man den positiven Teil der Eigenheiten und Traditionen bewahren, um sich interessant zu machen, man denke an Backsteingotik im Norden oder Fachwerkhäuser im Süden des Landes, wer will schon z.B. als Tourist haben, dass in 100 Jahren jeder Ort gleich aussieht? Ein gewisser Stolz auf diese Kulturgüter ist m.M.n. angebracht.

Außerdem sind viele Sportereignisse bedeutende Wirtschaftsfaktoren geworden, was sie ohne einen gewissen Pariotismus nicht wären (siehe Super Bowl, wobei das schon eher eine Propagandaveranstaltung ist).

Schlussendlich liegt ein gewisser Chauvinismus in der Natur der Menschen. Wer will schon zugeben, dass er in keinem einzigen Gebiet was wirklich besonderes ist? Man muss nur sehr aufpassen, dass es nicht so ausartet wie am Anfang des 20. Jahrhunderts.

PS: Man darf den Nationalstolz m.M.n. auf keinen Fall mit Religion vermischen (siehe "god bless the USA" :schief:), weil es sonst extrem schnell fanatisch und angreifend für andere (auch gleichgläubige) Nationen/Personen wird.
 
ruyven_macaran schrieb:
@Threadersteller: Soll ich den Thread vielleicht um eine Umfrage ergänzen?

[X] Finde Patriotismus lächerlich, z.T. gefährlich

Nationalstolz beinhaltet per Definition, das man sich über die Taten anderer definiert und sich dafür auf die Schulter kloft - einfach nur peinlich. In einer Individualgesellschaft wie der unsrigen hat "Deutschland" nichts, aber auch rein gar nichts erreicht, auf das man stolz sein könnte (erst recht nicht uneingeschränkt). Es gibt nur Sachen, die Leute erreicht haben, die zufällig auch deutsche Staatsbürger oder/und in Deutschland geboren waren.
So what?
Er wurde zufällig als Deutscher geboren, ich wurde zufällig als Deutscher geboren. Er ist toll - hab ich deswegen was, worauf ich stolz sein kann? Weswegen ich mit lächerlichen Wimpeln durch die Straße rasen muss? Imho nein.
Ich streck doch auch nicht mein Kinn hoch, wenn XYZ den Chemie-Nobelpreis bekommt und zufällig die gleiche Körpergröße hat, wie ich.
Noch lächerlicher wird es, wenn willkürlich historische Elemente dazu genommen werden. "Das Volk der Dichter und Denker" :stupid: Mit genau der gleichen Berechtigung (imho nämlich gar keiner) kann man auch vom "Volk der Weltkriege" sprechen. Merkwürdigerweise gehört das aber nicht dazu...

Nationalstolz und Patriotismus hatten noch einigermaßen Sinn, als internationales Handeln primär auf der Ebene von kulturell geschlossenen Nationen ablief, die mit einer Meinung auftraten - aber das war vor Jahrhunderten und ist an und für sich ein Mechanismus, für den man sich schämen sollte, anstatt darüber Selbstbewußtsein zu generieren.

Bezüglich "z.T. gefährlich":
Das Kernelement von Patriotismus ist, dass man sein Land besser als alle anderen findet. Das Kernelement von Nationalismus ist, das man seine Nation, d.h. auch die Menschen besser findet, als alle anderen. Viele Menschen definieren "Nation" dann auch noch über die Abstammung (wär ja auch noch absurder, wenn jemand im Moment des Erhalts der Staatsbürgerschaft schlagartig zu einem besseren Menschen würde) - damit ist dann schon die Grunddefinition von Rassismus erfüllt.
Kommt noch eines der Lieblingskonzepte (nicht nur) unserer Zeit, nämlich "Leistungsgerechtigkeit" hinzu, der zu Folge "bessere Menschen" (= Menschen von gleicher Abstammung, wie der Nationalist), dann ist man bereits bei rassistischer Diskreminierung und (im Sozialstaat) nur noch eine Gesetzverabschiedung von Nationalsozialistischen Elementen entfernt.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. ;)
 
Meiner Meinung nach kann man nur stolz auf seine eigenen Leistungen sein. In Deutschland geboren zu sein ist keine eigene Leistung von mir. Auch kann man in der Geschichte keinen Grund finden, der einen kollektiven Nationalstolz begründen würde. Der Fall wäre anders gelagert, wenn z.B. die Nazidiktatur aus dem eigenen Volk heraus entfernt worden wäre. Aber nein, das hat nicht stattgefunden. Somit sind die angrenzenden Ereignisse, wie z. B. das Wirtschaftswunder, auch nicht geeignet um stolz darauf zu sein, da sie ohne das Einwirken externer Mächte nicht möglich gewesen wären.

Ich denke, es ist eher eine Art Verbundenheit mit dem Land in dem man lebt. Ausser es geht einem alles auf den Sack was in Deutschland passiert. Dann ist es mit der Verbundenheit nicht weit her.

So, und nächstes Jahr ist wieder Fussball EM der Männer. Da können die Horden dann wieder blöd ihre dummen Fähnchen schwingen und ja sooo stolz sein auf Deutschland :-$. Versteht mich nicht falsch, ich bin Fußballfan 1. Güte. Und ich bin auch Fan der Nationalmanschaft. Aber ich brauche dafür keine 2-jährliche Plattform um zwischen irgendwelchen Spakken (beim Public Viewing) meinen Nationalstolz auszuleben. Zumal das dann zum Großteil Leute sind, die nix mit Fußball am Hut haben.

Aber wartet nur mal ab, in knapp einem Jahr ist es wieder so weit... Mal schauen ob es der Thread so lange überlebt, denn dann ist er wieder aktuell.
 
Meiner Meinung nach kann man nur stolz auf seine eigenen Leistungen sein. In Deutschland geboren zu sein ist keine eigene Leistung von mir. Auch kann man in der Geschichte keinen Grund finden, der einen kollektiven Nationalstolz begründen würde. Der Fall wäre anders gelagert, wenn z.B. die Nazidiktatur aus dem eigenen Volk heraus entfernt worden wäre. Aber nein, das hat nicht stattgefunden. Somit sind die angrenzenden Ereignisse, wie z. B. das Wirtschaftswunder, auch nicht geeignet um stolz darauf zu sein, da sie ohne das Einwirken externer Mächte nicht möglich gewesen wären.
Mit solchen Einstellungen wärest du gut in einer Antifa Organisation aufgehoben :schief: Generell schreiben die Sieger die Geschichte und entscheiden was gut und schlecht/böse ist. Wenn Adolf gewonnen hätte, würden wir ihn sicherlich regelmäßig feiern anstatt ihn zu verfluchen. Nach über 60 Jahren könnte man schon auch mal die positiven Errungenschaften betrachten, aber die amerikanische Propaganda (z.B. N24) tut immer noch fleißig ihren Dienst. Überhaupt wurde mir früher beigebracht, dass man über Tote (also auch Hitler) nicht schlecht reden darf, da sich Tote nicht mehr verteidigen können, aber heute interessiert sich für sowas ja fast niemand mehr. Die Kommunisten wie Stalin und Mao sind für viel mehr Tote verantwortlich, trotzdem wird dies nur selten erwähnt.
Die Nazidiktatur selbst zu entfernen wäre nur schwer möglich gewesen, da bis zum Schluss die Mehrheit der Deutschen hinter Hitler gestanden hat. Wenn jetzt ein paar Gutmenschen ihn ermordet hätten, wäre dies Hochverrat am eigenen Volke und überhaupt nicht positiv zu sehen. (Ich seh schon gleich wird wieder die Nazikeule geschwungen, trotz der ständig hochgelobten Freiheit, die aber nur Linke zu scheinen gilt). Wenn man sich Demonstrationen von den Rechten anschaut, sieht man hauptsächliche Linke die Krawall machen :ugly:
Überhaupt finde ich im Moment alle etablierten Parteien unwählbar. EU, NATO und UN kosten Deutschland nur Geld und man sollte unbedingt austreten. Am besten man steckt fast alle Politiker in einen Sack und versenkt ihn im Meer :ugly: Spontan fällt mir bei den Parteien nur Thilo Sarrazin als positiv auf, der Rest würde selbst in 1000 Jahren nicht annähernd so viel positives wie Kaiser Wilhelm und Otto von Bismarck für Deutschland machen. :what: Ob Linke, Grüne, SPD CDU/CSU und FDP, man kann heutzutage nur noch zwischen Pest, Krebs, Cholera und anderen Krankheiten wählen :lol:
Also im Moment gibt es herzlich wenig worauf ich in Deutschland stolz sein kann.
 
@ Forseti:
Sicher schreiben die Gewinner die Geschichte und das ist natürlich auch der Grund warum von den schlimmen Taten der USA oder Russland nicht so viel ans Licht gekommen ist, aber macht es das besser? Selbst wenn die NS Diktatur "nur" einen Menschen getötet hätte wär das unrecht gewesen und ein Leben ist ein Leben.
Die Besonderheit des Holocausts ist nicht die Anzahl der Menschen die getötet wurden, sondern die "industrielle" Ermordung.

Linksextreme sind auch nicht besser wie Rechtsextreme, aber wieder gilt: Macht das die Rechtsextremen besser nur weil es weniger sind?

Warum sollten wir aus allen Organisationen austreten? Dir ist bewusst, das wir als exportorientiertes Land durch die EU mehr Geld verdienen als ausgeben?

Wenn du wirklich noch wie Bismarck denkst: "Nicht mit Reden oder Majoritätsbeschlüssen werden die großen Fragen der Zeit entschieden,... sondern durch Eisen und Blut.", dann tust du mir leid...
 
Sicher schreiben die Gewinner die Geschichte und das ist natürlich auch der Grund warum von den schlimmen Taten der USA oder Russland nicht so viel ans Licht gekommen ist, aber macht es das besser?
Ich finde es auch sehr erdrückend das immer nur die deutsche Nation das Maß sind für Greueltaten ist, wie auch immer die Klagen das man nix dagegen getan hat. Andere Nationen zeigen es bisweilen Heute noch wie man sich seiner Kritiker entledigt. Im Grunde hat es keine Nation verdient sich mit Patriotismus oder Nationalstolz zu schmücken. In meinen Augen der 1. Schritt zum Übermenschen
 
@ Forseti:

Mit solchen Einstellungen wärest du gut in einer Antifa Organisation aufgehoben
Was spricht dagegen?

Wenn Adolf gewonnen hätte, würden wir ihn sicherlich regelmäßig feiern anstatt ihn zu verfluchen.
Welches wir? Oder doch eher Du? Ich auf jeden Fall nicht.

Nach über 60 Jahren könnte man schon auch mal die positiven Errungenschaften betrachten
Du fängst jetzt aber nicht mit Autobahnen an, oder?

Überhaupt wurde mir früher beigebracht, dass man über Tote (also auch Hitler) nicht schlecht reden darf
Mir wurde früher auch mal erzählt es gäbe den Osterhasen.

Wenn man sich Demonstrationen von den Rechten anschaut, sieht man hauptsächliche Linke die Krawall machen
Die machen den "Krawall" doch nur wegen den Rechten.

EU, NATO und UN kosten Deutschland nur Geld und man sollte unbedingt austreten
Genau, dann sollen die anderen mal alleine Europa machen... :lol: omg...
 
:ugly:
Die NATO ist genauso schlimm wie Hitler, führt doch eh nur dauernd Angriffskriege wie gerade mal wieder in Lybien. Lybien war das fortschrittlichste Land in Afrika, jetzt wird es wieder in die Steinzeit gebombt. :daumen2: Gadaffi hat das Land zu dem gemacht was es ist und die Mehrheit der Bevölkerung steht hinter ihm, also steht ihm auch die Führung in seinem Land zu.
und die EU kann nichts außer Geld für unnütze Sachen ausgeben, wie Bankenrettungen, wirkungslose Umweltprojekte und eigene Diäten erhöhen.
Die UN praktiziert auch nur Siegerjustiz, siehe den Gerichtshof in Den Haag. Außerdem will sie genau wie die NATO anderen Ländern vorschriften machen.

Deutschland würde auch ohne Mitgliedschaft in diesen kriminellen Vereinigungen noch gut stehen. Zur Not schafft man den Kapitalismus (auch soziale Marktwirtschaft genannt) wieder ab, der bringt eh nur Unheil.
und nochmal zu oben, es ist egal ob das Morden industriell war oder nicht, letztlich zählt das Ergebnis welche bei den Kommunisten noch schlimmer ausfällt. Auch bin ich ziemlich sicher, dass es unter Stalin vergleichbare Einrichtungen zu KZs (z.B. arbeiten in Uranminen) gab.
 
Öhm, die Nato ist auf Grund eines Uno Mandates dabei, weil die arabische Liga darauf gehofft hat, da Gaddafi seine Landsleute tötet. Wo ist also Gaddafi gut für sein Land?
Er bombt es in einen Bürgerkrieg. :nene:
 
Womit legitimiesiert sich die UNO? Einfach zu bestimmen ein Land einzufallen und Partei für eine Seite zu ergreifen, wo man nicht mal weiß, was ihre wahren Intentionen sind geht überhaupt nicht meiner Meinung nach. Beweise für angebliche Massaker und Morde durch Gadaffis Leute fehlen auch völlig... Ich glaube schon, dass Gadaffi Recht hat und die Rebellen zu einem besorgniserregenden Teil zu AlQaida gehören.

Und Rebellen mit Stalinorgeln sind friedlich? Merkel würde mich auch zerbomben wenn ich bewaffnet durchs Land ziehen würde um sie abzusetzen :what: Es ist legitimes Recht von souveränen Staaten bewaffnete Aufstände auszumerzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
quantenslipstream schrieb:
Merkel kannst du ganz leicht absetzen, das ist ja der Vorteil in einer Demokratie, einfach die anderen wählen. ;)

Das ist vollkommen egal, denn das ist hier keine Demokratie.
Merkel, Obama etc. haben keine Macht.
Dies sind nur Marionetten von den Illuminati Familien (Rothschild, Warburg, Rockefeller etc.)
 
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