... Zu AC HighFlow DFM vs. AC mps-Flow 100:
Das grundlegende Problem besteht darin, dass die Differenzdruckmethode schon durch den Aufbau fehleranfälliger ist und auch mehr Fehlereinflüsse bietet. Zum Beispiel können Luftblasen, die sich an ungünstigen Stellen festgesetzt haben (nicht mal unbedingt direkt im DFM) das Ergebnis stark verfälschen - auch wenn das natürlich in einem gut entlüfteten Kreislauf eigentlich nicht vorkommen sollte. Die Fehlereinflüsse durch die jeweilige Viskosität des verwendeten Mediums hast du auch richtig erkannt.
Die Druckdifferenz an einer definierten Querschnittsänderung ist darüber hinaus einfach stärker und von mehr Einflussgrößen abhängig als eine rein mechanische lineare Volumenstrom-Messung per Flügelrad (zumindest innerhalb des quasilinearen Messbereichs). Zum Beispiel spielt die Viskosität des Mediums bei der Flügelrad-Messung nur eine untergeordnete Rolle - von extrem hohen oder niedrigen Viskositäten mal abgesehen. Somit spielt hier auch die Temperatur keine wesentliche Rolle, während sie auf die Differenzdruckmessung sehr wohl Einfluss hat. Deshalb ist der Tempsensor im mps-flow auch nicht ganz unwichtig.
Hinzu kommt beim mps-flow vor allem, dass es noch wichtiger ist auf ausreichend lange Beruhigungsstrecken zu achten als bei einem Radial-Flügelrad-DFM wie dem AC HighFlow. Hintergrund: Im Differenzdrucksensor wird die hydrodynamische Druckdifferenz gemessen, die sich durch die Querschnittsverengung im DFM ergibt - und zwar ausschließlich diese, wenn das Ergebnis stimmen soll. Kommt nun aber die Strömung nicht gleichförmig an, sondern umgelenkt durch einen davor oder dahinter angeordneten Winkel bzw. Krümmer, kommt es zu zusätzlichen hydrodynamischen Druckänderungen, die auf die Messkanäle wirken, was das Messergebnis verfälscht.
Der hydrodynamische Druck hängt außerdem quadratisch von der Strömungsgeschwindigkeit am Messquerschnitt ab, was dazu führt, dass die Rückrechnung auf den Volumenstrom aufwändiger ist und durch die digitale Verarbeitung Rundungsfehler nicht vermieden werden können.
Kurz gesagt sind Differenzdruckmessungen aufgrund des komplizierteren Messprinzips deutlich fehleranfälliger als volumetrische Messungen mittels Flügelrad. Auch bei einem Flügelrad-DFM gibt es natürlich Einflüsse die das Ergebnis verfälschen können (insb. die Lagerung muss stets leichtgängig sein), aber das Ausschließen der Fehlereinflüsse bei der Differenzdruckmethode ist einfach erheblich schwerer.
Mit einer Pauschalaussage mit welchen Abweichungen zwischen den beiden Methoden zu rechnen ist kann ich dir nicht dienen. Das ist auch seriös gar nicht möglich, weil es eben von den Gegebenheiten in deinem Kreislauf abhängt. Der Grund warum ich von den Differenzdrucksensoren eher abrate ist einfach die Tatsache, dass es aus o. g. Gründen viel leichter ist damit falsch zu messen als mit einem ordentlichen Flügelrad-DFM. ...