AW: WaKü***Quatsch***Thread
Ein Kamineffekt ist in einem PC-Gehäuse nicht vorhanden, sofern das Gehäuse nicht wenigstens einige Meter hoch und an den Seitenflächen völlig dicht ist

. Man sollte den Kamineffekt, nicht mit der natürlichen bzw. freien thermisch induzierten Konvektion verwechseln. Der Kaimineffekt ist eine spezielle Herangehensweise mit der man die thermische Konvektion unter Zuhilfenahme der aerostatischen Druckdifferenz über größere Höhenunterschiede verstärken kann. In einem PC-Gehäuse findet das auf Grund mangelnder Höhe nicht statt. Die aerostatische Druckdifferenz ist auf solche geringen Höhenunterschiede so gut wie unmessbar.
Der statische Kamineffekt ist eine Strömung im Kamin die sich den Dichteunterschied zwischen dem unteren Ende des Kamins gegenüber dem oberen Ende, im Sinne der aerostatischen Druckdifferenz zu nutze macht. Die aerostatische Druckdifferenz ist ein Effekt der Gravitationswirkung der Erde auf die Luft der Atmosphäre. Mit Hilfe dieser Druckdifferenz wird in einem Kamin die Konvektionströmung verstärkt, die aufgrund des thermischen Dichteunterschieds des geförderten Gases gegenüber der Umgebungsluft zustande kommt. Wie stark der statische Kamineffekt ist, hängt also von der Höhendifferenz von unten nach oben und von der Temperatur des geförderten Gases ab. Damit eine messbare Kaminströmung ohne nennenswerte Temperaturunterschiede zustande kommt, wie sie bei der Luft in einem PC-Gehäuse gegenüber der Umgebung vorkommen, müsste der Kamin (sprich das Gehäuse) schon mindestens einige Meter hoch und außer einer Öffnung unten und einer oben luftdicht sein. Trotzdem wäre die Strömung noch extrem schwach, da der thermische Anteil eben so gut wie keine Rolle spielt. Das sieht bei einem Kamin der die warmen bis heißen Rauchgase einer Feuerungsanlage abführt etwas anders aus, aber selbst da muss ein Kamin mindestens einige Meter hoch sein um sicher zu wirken. Hinzu kommt bei richtigen Kaminen die im Freien enden noch der dynamische Kamineffekt der durch die Wirkung des Windes der über die Kaminöffnung streicht hervorgerufen wird. Die Strömung quer zur Austrittsöffnung wirkt wie eine Wasserstrahlpumpe auf das Gas im Kamin. In einem PC-Gehäuse sind weder der statische noch der dynamische Kamineffekt nachweisbar oder gar relevant.
Natürliche (also freie) Konvektion ist der Effekt über den ab und zu im PC-Bereich diskutiert wird. Allerdings wird dabei meist vernachlässigt, dass dieser Effekt selbstverständlich ebenfalls absolut vernachlässigbar ist, da die Temperaturdifferenzen viel zu gering sind. In einem PC wir die freie Konvektion ausschließlich dann relevant, wenn sie der einzige Effekt ist der den Wärmetransport bewerkstelligt - also in einem Passiv PC. Sobald der Wärmetransport mittels Lüftern durch erzwungene Konvektion bewerkstelligt wird - selbst wenn sie noch so langsam drehen und evtl. auch nur ein einziger Lüfter vorhanden ist, übersteigt der so erzeugte erzwungene Wärmetransport die freie Konvektion in der Regel bereits um Größenordnungen. Es ist daher auch müßig sich großartige Gedanken über die Strömungsrichtung zu machen. Viel wichtiger, ist die Frage wie viel Widerstand die jeweiligen Luftwege bieten - unabhängig davon in welche Richtung die Luft bewegt wird.
Sowohl dem Kamineffekt, wie auch der freien Konvektion ist also lediglich gemein, dass sie in einem PC-Gehäuse keine, bzw. keine relevante Rolle spielen. Allenfalls in komplett passiven Rechnern in denen definitionsgemäß ausschließlich freie Konvektion zum Wärmetransport zur Verfügung steht, sollte man dafür sorgen, dass der ohnehin extrem schwachen Konvektionsströmung möglichst wenig im Wege steht und die genutzten Wärmetauscher möglichst widerstandsarm sind.