Ungleichheit in Deutschland

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Es ist ein moderne linke Ideologie, dass die Menschen auf Wohltaten vom Staat warten - und die ist falsch und imho typisch seit linke Politik primär von Studierten und Beamten gemacht wird.

Die klassische SPD Wählerschaft strebt keine lebenslange Karriere als Empfänger staatlicher Leistungen an. Das sind Arbeiter im klassischen Sinne, die durch Maloche zu Geld und einer gewissen Karriere kommen wollen. Solche Leute spricht die SPD heute aber gar nicht mehr an. Als Facharbeiter in der Industrie mit Tarifvertrag, bist Du nach SPD Sprech zwar kein Besserverdiener, nach SPD Steuerplänen aber sehr wohl.
Früher war das Ideal bei der SPD: Ungelernte Hilfskraft -> dann Ausbildung machen -> dann Techniker oder Meister machen. Heute traut SPD Politik das ihren eigenen Wählern gar nicht mehr zu und man möchte lieber den Status als Leistungsempfänger fixieren.

Wenn es nur um jene geht, die primär umverteilen wollen, staatliche Leistungen einstreichen und dafür möglichst wenig Gegenleistung erbringen wollen, die bedient die Linke besser oder sie wählen oft gar nicht.
 
Reiche Menschen haben Steuerberater und Anwälte welche ihnen helfen möglichst viele Steuern zu sparen.
Der Normalbürger blickt da gar nicht durch. Und kann sich oft auch keine Berater leisten.
Da sind wir uns ja einig, hoffe du hast das auch so gelesen, dass ich genau das sage. :)
Das Problem sind nicht die paar der Erwerbslosen, die keiner Lohnarbeit nachgehen wollen oder zu Terminen nicht erscheinen
Doch, das ist schon auch ein Gerechtigkeitsproblem, und zwar für alle Menschen, die Transferleistungen erwirtschaften. Und auch für die, die wirklich nicht anders können (wirklich schwerkrank z.B.). Aber da gibt es ja aktuell auch schon Maßnahmen und Mittel. Es darf durchaus nicht sein, dass jemand - nur weil er nicht will, aber eigentlich könnte - dauerhaft Transferleistungen bezieht. Ich betone, das ist aber an sich ein kleinerer Teil der Menschen, die Transferleistungen beziehen. Aber auch ein kleiner Teil von Schwarzfahrern macht ein System durchaus kaputt, wenn diese unsanktioniert und unberechtigt auf Kosten der Allgemeinheit den ÖPNV nutzen könnten.
sondern die Reichen, die ihr Reichtum immer weiter mehren können und sich immer weniger an der Finanzierung grundlegender Staatsaufgaben (Bildung, Absicherung, Gesundheit, Infrastruktur usw.) beteiligen.
Und da ist das ursächliche Problem doch, dass durch legale (!) Steuergestaltung es für diese Menschen möglich ist, sich aus der finanziellen Verantwortung zu verabschieden.
Was es allerskngs akutell bräuchte, wären mehr Steuerprüfer:innen die die Steuererklärungen der Reichen checken. Wichtigste Veränderung Reform des Steuersystems wäre aber das Ziel einer wesentlich größeren Umverteilung von reich hin zu arm und Investitionen in (nachhaltige) Daseinsfürsorge.
Dir helfen mehr Prüfer nix, wenn die nur feststellen, oha, die Stiftung ist so rechtlich sauber, diese Investition ist so rechtlich sauber, ... Die wenigsten hinterziehen doch wirklich Steuern. Natürlich gibt es das auch (und ist entsprechend teuer und hart zu bestrafen - wird ja auch gemacht), aber auch da würde ein einfaches, ohne Ausnahmen designtes Steuersystem extrem viel helfen, die Prüfung einfach und schnell umsetzbar zu machen. Und so könnten sogar mehr Menschen besser geprüft werden. Was wiederum zu mehr Gerechtigkeit und sicher auch mehr Ehrlichkeit (entweder aufgrund des Wissens, ok, alle müssen ihren Anteil auch wirklich leisten oder durch oha, ich werde wahrscheinlich erwischt, wenn ich mich da illegal verhalten will) führen würde. Und damit mehr Steuereinnahmen.
Das freut mich ehrlich für Dich. :) Allerdings ist so ein sozialer Aufstieg mit Blick auf die gesellschaftliche Realität leider eher Ausnahme als die Regel, wie ich zuvor aufzeigte.
Danke dir. Im Endeffekt haben das sogar beide Kinder so hinbekommen, ich studiert, meine Schwester Lehre, Meister und eigener Laden. ;)
@SIR_Thomas_TMC Wie solle denn eine Flat-Tax Deiner Ansicht nach aussehen und wie kann sie das Ziel erfüllen, dass Reiche wesentlich mehr besteuert werden als Arme?
Das kann man nach eigenem Wunsch frei gestalten. Ob 25% für alle (bitte die Grundfreibeträge nicht vergessen, ich erklär das noch kurz zu deiner Frage weiter unten), oder ein paar Stufen. Hauptsache einfach indem es möglichst keinerlei Ausnahmetatbestände gibt.
Das Problem ist eben bei diesem Ansatz, dass 25 % nicht das gleiche für Menschen mit niedrigem Einkommen bedeuten wie das für Menschen mit höherem Einkommen. Der absolute Betrag würde für Menschen mit niedrigem Einkommen recht hoch sein. Für Menschen mit hohen Einkommen wäre ihr Beitrag hingegen ein Klacks.
Das stimmt doch nur theoretisch, praktisch hat komischerweise der mit dem eigentlich höheren Einkommen die Möglichkeit sein Geld so anzulegen, dass er damit legal massiv Steuern mehr vermeidet, als du dir vorstellen kannst. Und du vergisst, dass es auch bei so einem System einen Grundfreibetrag (ich nehm jetzt einfach 20T€, ist einfacher zu rechnen - den Wert kannst du selbst feinjustieren) pro Person gäge. Also 2 verheiratet Erwachsene und ein Kind hätten dann 60T€ Freibetrag. Bei einem Familieneinkommen von 80T€ würden also nur noch auf 20T€ sagen wir einfach 25% bezahlt werden = 5T€. Dieselbe Familie mit 250T€ Einkommen zahlt auf 170T€ Steuern =47,5T€.
Oder wegen mir dann alle 50T€ 5% (bis z.B. max 45%) mehr, wären hier dann am Schluss 61T€ (mit 40% bei den letzten 40T€). Die genaue Ausgestaltung ist dann eine politische Entscheidung, auch mit einem fixen Satz wäre - solange man möglichst gar keine Ausnahmetatbestände außer Grundfreibeträge im Steuerrecht zulässt - sicher ein höheres Einkommen für den Staat erzielbar, als jetzt der Fall ist.
Wie gesagt, die Idee, die Vielverdiener zahlen mehr, wenn wir an der Steuerschraube drehen, klappt nur, wenn sie keine Ausweichmöglichkeiten haben. In der Praxis zahlen die Milliardäre und Millionäre und besonders globale Großunternehmen auf ihre Einkommen doch nur winzige Steuern. Warum? Weil sie diese nach Lust und Laune mit fähigen Steuerberatern und Anwälten gestalten können. Das ist - aus meiner Sicht - der Kern des Problems was die Einnahmenseite angeht.
Wie ich schrieb habe ich Zweifel an manchen Ansätzen (schon aufgrund aus welcher politischen Richtung die kommen). Welche genauen Auwirkungen solche Reformen hätten, müsste mensch sich dann angucken.
Eine Idee nur darum einfach abzulehnen, weil sie aus einer ungemochten Richtung kommt, macht meiner Meinung nach wenig Sinn. Dann sollte man schon inhaltlich schauen, was bedeutet die Idee denn nun genau und macht sie eventuell an der Stelle durchaus Sinn. Das gilt für alle Richtungen (Bürgergeld, Mindestlohn, Grundeinkommen, Steuerreformen, automatische Inflationsanpassung, Ausweisung krimineller Asylbewerber, Reformen der Europapolitik). Natürlich darf und sollte Skepsis angebracht sein, wenn irgendwelche Wunderheilungsversprechen aus allen möglichen Richtungen kommen. Aber die Idee zumindest anhören und inhaltlich bewerten - wie du es ja hier auch machst, also nicht falsch verstehen - wäre schon wichtig.

Die klassische SPD Wählerschaft strebt keine lebenslange Karriere als Empfänger staatlicher Leistungen an. Das sind Arbeiter im klassischen Sinne, die durch Maloche zu Geld und einer gewissen Karriere kommen wollen.
Das war zumindest mal so. Und ist glaube ich auch durchaus noch Teil der inneren Einstellung bei den meisten Menschen. Außer bei den wenigen, die erzogen wurden, dass ohne eigene Leistung auch genug Geld zusammenkommt (Habe da in der eigenen Familie durchaus auch negative Beispiele: Ach, für so wenig Geld mehr als wenn ich nix tue, möchte ich mich nicht anstrengen, da komme ich auch mit dem was der Staat mir so gibt, gut aus. - Zum Haareraufen, dass diese Einstellung überhaupt funktioniert. Sowas nimmt die Mittel für wirklich bedürftige Menschen weg. Antwort: Schulterzucken)
Früher war das Ideal bei der SPD: Ungelernte Hilfskraft -> dann Ausbildung machen -> dann Techniker oder Meister machen. Heute traut SPD Politik das ihren eigenen Wählern gar nicht mehr zu und man möchte lieber den Status als Leistungsempfänger fixieren.
Auch das sehe ich - vor allem was den ersten Teil der Aussage angeht - so wie du.
 
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Ich betone, das ist aber an sich ein kleinerer Teil der Menschen, die Transferleistungen beziehen.
Na, damit gibst Du zumindest für den finanziellen Aspekt zu, dass gewollte Erwerbslosigkeit kein Problem ist.

Doch, das ist schon auch ein Gerechtigkeitsproblem, und zwar für alle Menschen, die Transferleistungen erwirtschaften. Und auch für die, die wirklich nicht anders können (wirklich schwerkrank z.B.). Aber da gibt es ja aktuell auch schon Maßnahmen und Mittel. Es darf durchaus nicht sein, dass jemand - nur weil er nicht will, aber eigentlich könnte - dauerhaft Transferleistungen bezieht.
Ich denke, dieser Themenbereich ist sehr komplex. Da gibt es vielerlei Gründe und Faktoren. Zum einen auch die angebotene Arbeit (Arbeitsbedingungen, Entlohnung, Fahrtzeit), zum anderen macht Armut auch (psychisch) krank ...
Das Gerichtigkeitsproblem ist in erster Linie ein Problem der Ungleichheit, dass heißt, wie die Belastungen für Ärmere und Normalverdiener aussehen gegenüber denen der Reichen und wieviel Reichtum letztere angehäuft haben. Diese Ungleichheit muss als erstes angegangen werden. Bei besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen werden auch mehr Menschen Arbeit wahrnehmen. An sich, denke ich, kann eine Gesellschaft eine gewisse Erwerbslosenzahl "verkraften".

Eine Idee nur darum einfach abzulehnen, weil sie aus einer ungemochten Richtung kommt, macht meiner Meinung nach wenig Sinn. Dann sollte man schon inhaltlich schauen, was bedeutet die Idee denn nun genau und macht sie eventuell an der Stelle durchaus Sinn.
Therloretisch ja. Praktisch kennt mensch ja entsprechende Parteien, ihr Sozialstaatsverständnis und vergangene Steuerprogramme (dazu gibt es ja Übersichten von Ökonom:innen. In der oben verwiesenen Sendung Die Anstalt wird das bspw. gezeigt). Da werde ich sicherlich keiner Partei wie der CDU, CSU, FDP zustimmen. Keine Ahnung, ob ein solches Steuersystem wie Dir es vorschwebte, tatsächlich sozialgerechter mit entsprechender Staatsquote, Vorhalten von Infrastruktur der Daseinsfürsorge mal aus linker Position aufgegriffen würde ...
Danke dennoch für Deine Erläuterung.

Dir helfen mehr Prüfer nix, wenn die nur feststellen, oha, die Stiftung ist so rechtlich sauber, diese Investition ist so rechtlich sauber, ... Die wenigsten hinterziehen doch wirklich Steuern.
Es gibt Berichte und Prognosen darüber, die aufzeigen, dass das Sinn macht - bspw. da.

Es ist ein moderne linke Ideologie, dass die Menschen auf Wohltaten vom Staat warten - und die ist falsch und imho typisch seit linke Politik primär von Studierten und Beamten gemacht wird.
Wie meinst Du das? Und wen meinst Du konkret?

Wenn es nur um jene geht, die primär umverteilen wollen, staatliche Leistungen einstreichen und dafür möglichst wenig Gegenleistung erbringen wollen, die bedient die Linke besser oder sie wählen oft gar nicht.
Das ist doch ein Mythos. Die Allermeisten Leute arbeiten, bringen Gegenleistung. Die Allermeisten wollen nicht auf Staatsgelder angewiesen sein. Die Realität ist u.a. von Aufstocken durch ALGII, Leiharbeit, gegenüber gestiegenen Lebenshaltungskosten unzureichende Löhne gekennzeichnet. Es wäre gerade Ziel, so hohe Löhne zu erreichen, dass die Leute auch davon leben können und eben kein ALG2 mehr brauchen. Das bedeutete höhere Arbeitsattraktivität und manche Erwerbslose würden dann eher Arbeit annehmen, wo sie bisher nicht wollten, würde ich vermuten. Weiterer Teil der Realität sieht so aus, dass diese Maßnahme aber nicht reichen dürften. Bspw. Mietenbremse und sozialer Wohnungsbau wären wichtige Maßnahmen ...
 
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Lese meine Beiträge richtig ich habe nichts über Menschen gesagt, sondern über Wahlverhalten bzw. die imho vorhandene Orientierungslosigkeit der SPD.
In Deinem Beitrag sind wieder die alten Rezepte der Linke dabei, nur wirken sie nicht mehr. Eine Mietpreisbremse ist eine tolle Idee, wenn ich aber gleichzeitig die Anforderungen an Bauten und den Druck bei den Sanierungen hochschraube, ist das Ergebnis, dass nicht gebaut wird oder eben Eigentumswohnungen / EFHs in den gehobenen und oberen Preisklassen. Wer soll diese Wohnungen bauen, wenn das Geld kaum mehr Rendite abwirft als Bundesschatzbriefe?

Ähnliches gilt für den Mindestlohn. Wenn der Staat auf der einen Seite der größte Kostentreiber ist (Energie) und die Energiekosten eben bei geringen Einkommen einen erhebliche Teil des Einkommens auffressen, dann kann man zwar versuchen diese Kosten per Mindestlohnerhöhung auf die Arbeitgeber zu verlagern, die verlagern die Mehrkosten dann aber wieder auf die Preise und somit beginnt das Spiel von neuem. Der einzige Unterschied wird sein, dass bestimmte Waren und Dienstleistungen dann so teuer werden, das sie nicht mehr nachgefragt werden. Was dann wieder für mehr Arbeitslosigkeit sorgt weil Gewerbe dicht machen oder abwandern. Sieht man ja gerade schön in der Gastronomie, durch Mangel an Arbeitskräften und hohe Energiepreise sind dort die Preise so hoch, dass die Menschen die Angebote immer weniger nutzen, dadurch gehen die Läden dann halt kaputt und machen dicht. Und wenn einmal Haareschneiden - einfach - mal 25 Euro kostet, werden viele im Freundeskreis Leute haben, die das schwarz für einen 10er machen. Früher hatte die SPD eine Balance aus Dingen für die Wirtschaft und Dingen für die Menschen, heute hat sie die Balance nicht mehr, eben auch weil heute das Thema Klima so richtig Geld kostet.
 
Wer soll diese Wohnungen bauen, wenn das Geld kaum mehr Rendite abwirft als Bundesschatzbriefe?
Der Staat - dessen Aufgabe es dann wäre. Aber Halt! Der darf das ja nicht. Er darf nicht in Konkurrenz zum privaten Profitstreben stehen.

Wenn der Staat auf der einen Seite der größte Kostentreiber ist (Energie) und die Energiekosten eben bei geringen Einkommen einen erhebliche Teil des Einkommens auffressen,
Der größte Kostentreiber in unserer Marktwirtschaft ist Zwang wachsen zu müssen.
Es ist der Zinseszins, der unaufhaltsam die Preise in die Höhe schraubt.
Was machen denn hier die Energiepreise aus? Die Preise der Strombörse und die werden aus dem Gaspreis gebildet. Und dank dieser Merrit-Order explodierte der Gaspreis mit Beginn des Ukraine-Krieges und mit ihm der Strompreis.

Unsere Strompreise sind das Ergebnis politischen Vollversagens weit vor der Ampel.
 
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Muss er auch nicht. Der Staat baut Wohnungen und vermietet sie, ohne Gewinn machen zu müssen. Die Miete wird genutzt, um die Wohnungen instand zu halten.

Bin ich sofort mit dabei. Aber das klappt nicht. Stichworte dabei sind Marktliberalisierung, Wettbewerbsrecht oder schlicht Lobbyismus.

Eine schöne Utopie - mehr nicht. DAS wählt keiner im Sinne einer regierungsfähigen Mehrheit.
Nur wo ist das im Programm der SPD....

Ach die SPD ... zuallererst brauchen die wieder Sozialdemokraten. Dann können die sich auch wieder an sozialen Themen versuchen.
 
Es ist ein moderne linke Ideologie, dass die Menschen auf Wohltaten vom Staat warten - und die ist falsch und imho typisch seit linke Politik primär von Studierten und Beamten gemacht wird.

Sind es nur Linke, die auf die Wohltaten des Staates warten? Oder heißt "sozialschmarotzen" nur jeweils anders?
Anderswo heißt das sehr vornehm "Zuschuss" oder "Beihilfe" - das Abfassen von Staatsleistungen ohne wirkliche Not.


Eine der größten Bezieher staatlicher (sozial)Leistungen ist die Familie Piech.
Die Miliardärs-Sozialhilfe landet auch bei den Quants oder bei der kommunistischen Partei Chinas.
19 % des Mercedes-Konzerns sind fest in chinesischer Hand. (quasi ein VEB)

Sind Gelder für florierende Wirtschaftsunternehmen nicht, das, wovon du schreibst?
Dass "die Menschen auf Wohltaten vom Staat warten" ?
Intel wollte 10!!! Milliarden geschenkt. Ist das keine staatliche Wohltätigkeit? Nur anders betitelt?


Oder anders gesagt:

Um über soziale Gerechtigkeit zu diskutieren, sollte man zuerst einig werden, was denn dieses ominöse "sozial" eigentlich bedeutet.
Für eine gewisse Frau M. aus der Uckermark war sozial- was Arbeit schafft. Dass diese "Arbeit" dann Altersarmut schuf - konnte ja niemand ahnen. Oder?
Ein anderer Herr mit exzellenten Beziehungen zu billigem Gas hielt das Prinzip Fördern und Fordern für den großen Wurf. Wobei er in seiner Amtsperiode nur das Fordern in Gesetze fasste und seine Nachfolgerin das Fördern durch Sanktionen ersetzte. Die goldene Zeit der Leiharbeiterausbeutung. Das dies die Kluft zwischen Arm und Reich schneller ausdehnte als je zuvor - konnte ja keiner Ahnen. Oder?

Meine Definition von sozial ist; das soziales Handeln, seit der werte Krösus die Penunse erfand, demjenigen im Weg steht, dem später einmal ALLES gehören soll.
Umverteilen ist genau das richtige und gute Wort dafür. Sozial dient dazu, die weitere Konzentration von Vermögen zu verhindern und im besten Fall wieder umzukehren. Damit eben NIE alles einem gehören kann.
Daher auch die "Verteufelung" des bloßen Wortes - Umverteilung. Dabei meint es nur, das, was andere zu viel an sich gerafft haben, denen zurückzugeben, denen sie es vorenthalten haben oder übervorteilt oder erpresst haben.

Alles Weitere, wie Lohngerechtigkeit, bezahlbare Mieten, u.s.w. ergeben sich damit von selbst.


Was kann Deutschland daraus lernen?
Ich meine: Nichts - sonst hätte die Union, die in ihrer Parteigenetik die soziale Ungleichheit tief verankert hat, keine 30 %.
Wer Angst um seine Rente, seinen Lebensstandard, seine medizinische Versorgung, seinen Jahresurlaub hat - der wählt entweder SPD oder Links - oder hat keine wirklichen sozialen Probleme.

Vermögensverteilung wie im Beitrag angesprochen und die sich daraus ergebenden Chancen für den Nachwuchs - sind nur politisch lösbare Probleme. Und eine Mehrheit hat offenbar seit 30 Jahren immer andere Probleme als das.

Wer das wirklich ändern möchte - muss wirklich anders wählen. Und das mehr als nur ein oder zweimal. Sowas benötigt Zeit.
 
Lese meine Beiträge richtig ich habe nichts über Menschen gesagt, sondern über Wahlverhalten bzw. die imho vorhandene Orientierungslosigkeit der SPD.
Okay. Sieh es als Kritik an entsprechende Aussagen/Haltungen egal wer sie vertritt.

In Deinem Beitrag sind wieder die alten Rezepte der Linke dabei, nur wirken sie nicht mehr. Eine Mietpreisbremse ist eine tolle Idee, wenn ich aber gleichzeitig die Anforderungen an Bauten und den Druck bei den Sanierungen hochschraube, ist das Ergebnis, dass nicht gebaut wird oder eben Eigentumswohnungen / EFHs in den gehobenen und oberen Preisklassen. Wer soll diese Wohnungen bauen, wenn das Geld kaum mehr Rendite abwirft als Bundesschatzbriefe?
Naja, in der Debatte um Wohnraum wird von manchen Akteur:innen gerne absichtlich Dinge durcheinander geworfen.
Die Mietpreisbremse soll dafür sorgen, dass Wohnraum für die Mieter:innen bezahlbar bleibt. Das ist eine Maßnahme gegen Verdrängung nicht für Neubau. Die Stiche gegen die Mietpreisbremse kommen von Marktideolog:innen und Reichen.
Rekommunalisierung finde ich auch richtig. In Berlin stimmte die Mehrheit der Einwohner:innen für das Volksbegehren. Eine weitere gute Maßnahme wäre das Vorkaufsrecht für Mieter:innen bzw. die Förderung von Wohnhngsbaugenoss:innenschaften bei Kauf und Sanierung, gebunden an den Auftrag, die Wohnungen ohne Gewinnabsicht zu vermieten.
Maßnahmen für mehr tatsächlichen (und bezahlbaren!) Wohnraum sind welche gegen Wohnungsleerstand und sozialer Wohnungsbau durch Städte und Kommunen.
An sich müssten Maßnahmen ergriffen, die das Einkommen der Leute wieder mit den Mieten in Einklang bringen. Das würde dazu führen, dass der Wohnraum auch effizienter genutzt würde - das bspw. ein:e ältere Person/Paar in eine kleinere Wohnung zieht und in deren Wohnung eine Familie einzieht.
Ansonsten müsste der ÖPNV Richtung und auf dem Land wesentlich verbessert werden. Durch das alles könnte Wohnen, Arbeit und Fahrstrecken sozialer und ökologischer organisiert werden. Es ginge schon. Solche Politik müsste gewählt und umgesetzt werden - hierfür auch Gegenfinanzierung durch Besteuerung von Reichtum.

Ähnliches gilt für den Mindestlohn. Wenn der Staat auf der einen Seite der größte Kostentreiber ist (Energie) und die Energiekosten eben bei geringen Einkommen einen erhebliche Teil des Einkommens auffressen, dann kann man zwar versuchen diese Kosten per Mindestlohnerhöhung auf die Arbeitgeber zu verlagern, die verlagern die Mehrkosten dann aber wieder auf die Preise und somit beginnt das Spiel von neuem. Der einzige Unterschied wird sein, dass bestimmte Waren und Dienstleistungen dann so teuer werden, das sie nicht mehr nachgefragt werden. Was dann wieder für mehr Arbeitslosigkeit sorgt weil Gewerbe dicht machen oder abwandern. Sieht man ja gerade schön in der Gastronomie, durch Mangel an Arbeitskräften und hohe Energiepreise sind dort die Preise so hoch, dass die Menschen die Angebote immer weniger nutzen, dadurch gehen die Läden dann halt kaputt und machen dicht. Und wenn einmal Haareschneiden - einfach - mal 25 Euro kostet, werden viele im Freundeskreis Leute haben, die das schwarz für einen 10er machen. Früher hatte die SPD eine Balance aus Dingen für die Wirtschaft und Dingen für die Menschen, heute hat sie die Balance nicht mehr, eben auch weil heute das Thema Klima so richtig Geld kostet.
Ein Teil riss ja @Low-Preis-Enthusiast bereits an. Dem würde ich soweit zustimmen.
Der Staat hat Möglichkeiten einzugreifen - in Krisen bspw. anhand Gas/Strompreisbremse - und Bereicherung durch sogenannte Übergewinnsteuer abzumildern und damit bspw. Preisbremsen zu finanzieren. Letzteres hat der Deutsche Staat im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten nicht gemacht.
Gaskrise ist der Hauptpreistreiber gewesen. Das zweite ist die verschleppte Energiewende sowie auch Folgekosten aus dem Rückbau der teuren Atomkraft nebst Lagerungskosten. Was jetzt nicht in erneuerbare Energien investiert wird, wird ein vielfaches an Folgekosten von "Naturkatastrophen" bedeuten. Zumal fossile Energieträger durch CO2-Preis teurer werden (müssen), wollte mensch die Klimakrise und deren desaströsen Folgen noch irgendwie abmildern.
Im größeren Rahmen ginge es auch um die Adressierung der Problematik Wachstum auf einem begrenzten Planeten, der Übergang hin zu einer Postwachstumsgesellschaft ...

Das Lohn/Dienstleistungs-Henne-Ei-Ding sehe ich nicht so problematisch. Höhere niedrige Löhne, entsprechende Steuerleichterungen, Verhinderung von Kostenexplosionen würde den Leuten genügend Geld lassen, so dass sie auch 25 Euro für den Friseur:innensalon-Besuch ausgeben könnten. Und nicht nur das - die Friseur:innen wiederum könnten weiterhin beruhigt sich und ihre Familie ernähren!

An sich würde ich mich da nicht so an der SPD abarbeiten bzw. klammern. Für diese gibt es mit Die Linke eine gute Alternative. Damit die SPD (und auch Die Grünen) wieder mein Vertrauen erlangten, müsste sich bei denen sehr(!) viel verändern und deren Politik sich entsprechend verändern. Ich hoffe jedenfalls, dass sich der Erfolgstrend der Linken fortsetzt. Von SPD und Grüne erwarte ich kaum Veränderung. Die checken nicht, dass sie zu einem großen Teil an den finanziellen Möglichkeiten der Wähler*innen vorbei/gegenan regieren bzw. wollen sie daran nichts verändern. Allzu groß ist meine Hoffnung für eine quasi linke "Wiederauferstehung" aber nicht, da grob gesagt die bürgerliche-faschistische Strömungen samt entsprechender Medien viel Gegenwind erzeugen und ihnen (noch) zu viele Menschen entgegen ihrer Interessen auf den Leim gehen. Mal schauen ...
 
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Jaja, enteignet die Milliardäre, verstaatlicht den Besitz und alles wird gut... Linke + MLPD stehen kurz vor der absoluten Mehrheit.. In der Realität wählen die Leute lieber AfD und CDU ... ich weiß sind die bösen Medien.

Nur was wäre, wenn die Wähler das gar nicht wollen, wenn die SPD in ihren erfolgreichen Jahren noch so etwas wie Leistung anerkannte und sozial nicht Gleichheit, sondern mehr Chancengleichheit bedeutete.
 
Jaja, enteignet die Milliardäre, verstaatlicht den Besitz und alles wird gut... Linke + MLPD stehen kurz vor der absoluten Mehrheit.. In der Realität wählen die Leute lieber AfD und CDU ... ich weiß sind die bösen Medien.

Nur was wäre, wenn die Wähler das gar nicht wollen, wenn die SPD in ihren erfolgreichen Jahren noch so etwas wie Leistung anerkannte und sozial nicht Gleichheit, sondern mehr Chancengleichheit bedeutete.
Klar, wer braucht Milliarden bzw. Milliardär:innen?? Von mir aus können wir auch bei niedrigeren Beträgen oder grundsätzlicher ansetzen, aber das führte die Diskussion noch weiter als sie jetzt bereits ist.
Ich würde die Linke anhand ihrer realpolitischen Vorschläge auch nicht soweit links einordnen. Sie erscheinen nur so links, weil SPD und Grüne weiter nach rechts gerückt sind. Die aktuell angekündigte Politik der Linke ist Sozialdemokratie.
Wenn mensch Demokratie befürwortet, darf mensch den Bereich Wirtschaft nicht aussparen. Wenn Wirtschaftsteile staatlich sind, so hat der Staat einen direkteren Einfluss auf diese. Das hieße bspw., dass die Bahn wieder in die Pampa fahren würde und es dort auch wieder regelmäßigeren Busverkehr geben würde und das Personal (hoffentlich) ordentlich entlohnt würde. Also, ich sehe darin eher Vorteile als Nachteile.

Nochmal zum Punkte Reichtum zurück - mittlerweile dämmert es auch einem Teil der Neoliberalen (SPD und Grüne), dass Konzentration von Reichtum auch Machtkonzentration bedeutet und somit Demokratie gefährdet. Und das hat auch mit den Medien bzw. Medienbesitz zu tun. Mensch schaue sich nur Meinungs- und Diskursbeeinflussung und -bildung durch den Springer-Verlag an ...
Aber ja, für den Rechtsruck gibt es noch mehr Gründe.

Also ich verstehe immer noch nicht so ganz diese Erzählung von angeblicher Leistungsfeindlichkeit der Linken (meinst Du oder eine (angenommene) Mehrheit Die Linke damit?) und Chancengleichheit. Zumal Die Linke die Rolle heute ja ausfüllt, den Ärmeren mehr Geld zu lassen und gleichzeitig z.B. in Bildung inkl. Kitas zu investieren ... Gerade die Ärmeren müssen aktuell ja mehr buckeln als andere bzw. jeden Cent noch mal umdrehen ...
 
Was Du oder ich sehe ist völlig egal, was die Wählenden sehen zählt. Und da sehe ich Blindheit im linken Lager. Migration, Wirtschaft, Sicherheit - die Topthemen im Land und selbst der erfreuliche Erfolg der Linken wird bei SPD/Grüne schon wieder nicht verstanden. Nein, das waren keine Themen mit den man in der Mitte Wählende findet, es waren eure eigenen linken Wählenden, die verloren gingen.
 
Meine Definition von sozial ist; das soziales Handeln, seit der werte Krösus die Penunse erfand, demjenigen im Weg steht, dem später einmal ALLES gehören soll.
Hört sich sehr nach Abschaffung des Kapitalismus an. Das wurde doch schon diverse Male extrem erfolglos versucht. Entsprechende Länder sind allesamt Pleite gegangen. Weiß nicht, wie sozial es ist, wenn quasi alle - außer die jeweiligen kommunistischen Führer - gleich arm sind...
Im größeren Rahmen ginge es auch um die Adressierung der Problematik Wachstum auf einem begrenzten Planeten, der Übergang hin zu einer Postwachstumsgesellschaft ...
Ach, demnächst können wir ins Weltall und auf den Mars expandieren, etwas Raum für Wachstum ist noch da, denke ich.

Ich hoffe jedenfalls, dass sich der Erfolgstrend der Linken fortsetzt.
Ich nicht, wegen ganz viel oft unsinniger Ideologie und linksextremen Ansichten in deren Programm, aber ich denke das führt zu weit weg vom Thema.

Neoliberalen (SPD und Grüne),
Oha, SPD und Grüne "neoliberal". Wie du meinst. :)
 
Einfach die Wählerwanderung ansehen:


Auch bei den Grünen, wieder falsche Logik.

Ja, man hat 700.000 Stimmen an die Linke verloren:


Man hat aber praktisch genauso viele an AfD, BSW und CDU verloren, die wiederum absolut konträr zu den Positionen der Linken sind. Die Logik legt also nahe, dass Positionen, die die Abwanderung nach links verhindern, die Abwanderung nach rechts verstärken.

Die SPD läuft auch in die Falle. Ja, 560.000 Stimmen verlor man an die Linke, aber an CDU / AfD verlor man 2,5 Millionen.
 
Über 2 Millionen Menschen sind abhängig von den Tafeln, noch mehr von Suppenküchen, Kleiderkammern, und Archen.

Fast 40% der Tafeln hat einen Aufnahmestopp.

Pfandflaschen sammelnde Mensch sieht man auch sehr oft.

Über eine Million Tafel"kunden" sind Bürgergeldempfänger.
Die schämen sich zutiefst zur Tafel gehen zu müssen.

Wenn die Gesellschaft wieder heilen soll, kann sie sich auf Dauer nicht so große soziale Spannungen leisten.

Ungleichheit wird es immer geben.
Aber wir sollten uns nicht damit abfinden, dass nur 2% in den neuen Bundesländern vererbt wird, und 98% in den alten Bundesländern, und über 50% der Bevölkerung gar nichts erbt, niemals mit Arbeit Vermögen aufbauen kann, und auch deren Kinder niemals eine echte Chance bekommen.
 
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Was Du oder ich sehe ist völlig egal, was die Wählenden sehen zählt. Und da sehe ich Blindheit im linken Lager. Migration, Wirtschaft, Sicherheit - die Topthemen im Land und selbst der erfreuliche Erfolg der Linken wird bei SPD/Grüne schon wieder nicht verstanden. Nein, das waren keine Themen mit den man in der Mitte Wählende findet, es waren eure eigenen linken Wählenden, die verloren gingen.
Das, was die Wählenden sehen, ergibt sich aus Diskursen und die lassen sich beeinflussen. Insofern finde ich es gut und wichtig, das Die Linke so überraschend stark ins Parlament eingezogen ist.

Zu den vermeintlich wichtigen Themen bzw. wie sie präsentiert und besprochen werden: Vielen Menschen wird Angst vermittelt bzw. Zerrbilder von Angst bedient. Das hat auch viel mit Berichterstattung und Diskursen in den Medien zu tun. Fakten und Statistiken sagen etwas anderes. Die Sendung Die Anstalt schnitt Rechtsruck und Wahlverhalten, wie gesagt, gut an. Bürgerliche Parteien legitimieren diese rechtspopulistische Hetze und Angsmacherei dann, in dem sie diese Themen bedienen und rechte Positionen übernehmen. Diese Dynamik zu durchbrechen, ist allerdings schwierig.

In diesem Thread geht es aber um Ungleichheit. Mensch kann allerdings Ungleichheit mit Unsicherheit verknüpft betrachten. Bei größerer Gleichheit gibt es bspw. weniger Eigentumsdelikte, weniger Kriminalität. Wenn sich die Leute Fahrkarten leisten können, fahren weniger ohne Fahrschein und es gibt weniger Einknastungen deswegen.

Wirtschaft als Wertschöpfung, als zu verteilende Basis. Hier ginge es um eine (ökologisch) nachhaltige Ausrichtung der Wirtschaft und um Erfüllung jeweiliger Aufträge (wie Personenbeförderung, Erzeugung und Verteilung von Trinkwasser und Energie). Privatisierung haben sich hierbei als Kaputtwirtschaften und Einsammeln und Zweckentfremdung öffentlicher Gelder entpuppt. Dann auf neue Technologien und effiziente setzen: erneuerbare Energien, elektrische Mobilität und zwar in Form von Kollektivverkehr (ÖPNV und Bahn) ... anstatt bspw. auf Verbrenner-Autos. Das schafft auch nachhaltig Arbeitsplätze, die gerechte Löhne bieten müssten -> mehr Gleichheit.
 
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