Reiche Menschen haben Steuerberater und Anwälte welche ihnen helfen möglichst viele Steuern zu sparen.
Der Normalbürger blickt da gar nicht durch. Und kann sich oft auch keine Berater leisten.
Da sind wir uns ja einig, hoffe du hast das auch so gelesen, dass ich genau das sage.
Das Problem sind nicht die paar der Erwerbslosen, die keiner Lohnarbeit nachgehen wollen oder zu Terminen nicht erscheinen
Doch, das ist schon auch ein Gerechtigkeitsproblem, und zwar für alle Menschen, die Transferleistungen erwirtschaften. Und auch für die, die wirklich nicht anders können (wirklich schwerkrank z.B.). Aber da gibt es ja aktuell auch schon Maßnahmen und Mittel. Es darf durchaus nicht sein, dass jemand - nur weil er nicht will, aber eigentlich könnte - dauerhaft Transferleistungen bezieht. Ich betone, das ist aber an sich ein kleinerer Teil der Menschen, die Transferleistungen beziehen. Aber auch ein kleiner Teil von Schwarzfahrern macht ein System durchaus kaputt, wenn diese unsanktioniert und unberechtigt auf Kosten der Allgemeinheit den ÖPNV nutzen könnten.
sondern die Reichen, die ihr Reichtum immer weiter mehren können und sich immer weniger an der Finanzierung grundlegender Staatsaufgaben (Bildung, Absicherung, Gesundheit, Infrastruktur usw.) beteiligen.
Und da ist das ursächliche Problem doch, dass durch legale (!) Steuergestaltung es für diese Menschen möglich ist, sich aus der finanziellen Verantwortung zu verabschieden.
Was es allerskngs akutell bräuchte, wären mehr Steuerprüfer:innen die die Steuererklärungen der Reichen checken. Wichtigste Veränderung Reform des Steuersystems wäre aber das Ziel einer wesentlich größeren Umverteilung von reich hin zu arm und Investitionen in (nachhaltige) Daseinsfürsorge.
Dir helfen mehr Prüfer nix, wenn die nur feststellen, oha, die Stiftung ist so rechtlich sauber, diese Investition ist so rechtlich sauber, ... Die wenigsten hinterziehen doch wirklich Steuern. Natürlich gibt es das auch (und ist entsprechend teuer und hart zu bestrafen - wird ja auch gemacht), aber auch da würde ein einfaches, ohne Ausnahmen designtes Steuersystem extrem viel helfen, die Prüfung einfach und schnell umsetzbar zu machen. Und so könnten sogar mehr Menschen besser geprüft werden. Was wiederum zu mehr Gerechtigkeit und sicher auch mehr Ehrlichkeit (entweder aufgrund des Wissens, ok, alle müssen ihren Anteil auch wirklich leisten oder durch oha, ich werde wahrscheinlich erwischt, wenn ich mich da illegal verhalten will) führen würde. Und damit mehr Steuereinnahmen.
Das freut mich ehrlich für Dich.

Allerdings ist so ein sozialer Aufstieg mit Blick auf die gesellschaftliche Realität leider eher Ausnahme als die Regel, wie ich zuvor aufzeigte.
Danke dir. Im Endeffekt haben das sogar beide Kinder so hinbekommen, ich studiert, meine Schwester Lehre, Meister und eigener Laden.
@SIR_Thomas_TMC Wie solle denn eine Flat-Tax Deiner Ansicht nach aussehen und wie kann sie das Ziel erfüllen, dass Reiche wesentlich mehr besteuert werden als Arme?
Das kann man nach eigenem Wunsch frei gestalten. Ob 25% für alle (bitte die Grundfreibeträge nicht vergessen, ich erklär das noch kurz zu deiner Frage weiter unten), oder ein paar Stufen. Hauptsache einfach indem es möglichst keinerlei Ausnahmetatbestände gibt.
Das Problem ist eben bei diesem Ansatz, dass 25 % nicht das gleiche für Menschen mit niedrigem Einkommen bedeuten wie das für Menschen mit höherem Einkommen. Der absolute Betrag würde für Menschen mit niedrigem Einkommen recht hoch sein. Für Menschen mit hohen Einkommen wäre ihr Beitrag hingegen ein Klacks.
Das stimmt doch nur theoretisch, praktisch hat komischerweise der mit dem eigentlich höheren Einkommen die Möglichkeit sein Geld so anzulegen, dass er damit legal massiv Steuern mehr vermeidet, als du dir vorstellen kannst. Und du vergisst, dass es auch bei so einem System einen Grundfreibetrag (ich nehm jetzt einfach 20T€, ist einfacher zu rechnen - den Wert kannst du selbst feinjustieren) pro Person gäge. Also 2 verheiratet Erwachsene und ein Kind hätten dann 60T€ Freibetrag. Bei einem Familieneinkommen von 80T€ würden also nur noch auf 20T€ sagen wir einfach 25% bezahlt werden = 5T€. Dieselbe Familie mit 250T€ Einkommen zahlt auf 170T€ Steuern =47,5T€.
Oder wegen mir dann alle 50T€ 5% (bis z.B. max 45%) mehr, wären hier dann am Schluss 61T€ (mit 40% bei den letzten 40T€). Die genaue Ausgestaltung ist dann eine politische Entscheidung, auch mit einem fixen Satz wäre - solange man möglichst gar keine Ausnahmetatbestände außer Grundfreibeträge im Steuerrecht zulässt - sicher ein höheres Einkommen für den Staat erzielbar, als jetzt der Fall ist.
Wie gesagt, die Idee, die Vielverdiener zahlen mehr, wenn wir an der Steuerschraube drehen, klappt nur, wenn sie keine Ausweichmöglichkeiten haben. In der Praxis zahlen die Milliardäre und Millionäre und besonders globale Großunternehmen auf ihre Einkommen doch nur winzige Steuern. Warum? Weil sie diese nach Lust und Laune mit fähigen Steuerberatern und Anwälten gestalten können. Das ist - aus meiner Sicht - der Kern des Problems was die Einnahmenseite angeht.
Wie ich schrieb habe ich Zweifel an manchen Ansätzen (schon aufgrund aus welcher politischen Richtung die kommen). Welche genauen Auwirkungen solche Reformen hätten, müsste mensch sich dann angucken.
Eine Idee nur darum einfach abzulehnen, weil sie aus einer ungemochten Richtung kommt, macht meiner Meinung nach wenig Sinn. Dann sollte man schon inhaltlich schauen, was bedeutet die Idee denn nun genau und macht sie eventuell an der Stelle durchaus Sinn. Das gilt für alle Richtungen (Bürgergeld, Mindestlohn, Grundeinkommen, Steuerreformen, automatische Inflationsanpassung, Ausweisung krimineller Asylbewerber, Reformen der Europapolitik). Natürlich darf und sollte Skepsis angebracht sein, wenn irgendwelche Wunderheilungsversprechen aus allen möglichen Richtungen kommen. Aber die Idee zumindest anhören und inhaltlich bewerten - wie du es ja hier auch machst, also nicht falsch verstehen - wäre schon wichtig.
Die klassische SPD Wählerschaft strebt keine lebenslange Karriere als Empfänger staatlicher Leistungen an. Das sind Arbeiter im klassischen Sinne, die durch Maloche zu Geld und einer gewissen Karriere kommen wollen.
Das war zumindest mal so. Und ist glaube ich auch durchaus noch Teil der inneren Einstellung bei den meisten Menschen. Außer bei den wenigen, die erzogen wurden, dass ohne eigene Leistung auch genug Geld zusammenkommt (Habe da in der eigenen Familie durchaus auch negative Beispiele: Ach, für so wenig Geld mehr als wenn ich nix tue, möchte ich mich nicht anstrengen, da komme ich auch mit dem was der Staat mir so gibt, gut aus. - Zum Haareraufen, dass diese Einstellung überhaupt funktioniert. Sowas nimmt die Mittel für wirklich bedürftige Menschen weg. Antwort: Schulterzucken)
Früher war das Ideal bei der SPD: Ungelernte Hilfskraft -> dann Ausbildung machen -> dann Techniker oder Meister machen. Heute traut SPD Politik das ihren eigenen Wählern gar nicht mehr zu und man möchte lieber den Status als Leistungsempfänger fixieren.
Auch das sehe ich - vor allem was den ersten Teil der Aussage angeht - so wie du.