Oh man... seit sechzehn Jahren bin ich hier angemeldet und habe bis auf wenige Ausnahmen immer jeden thread erst gelesen, bevor ich selbst was geschrieben habe, aber hier hatte ich nach der dritten Seite echt keinen Nerv mehr.
Da wird von "nicht mehr ausbeuten lassen" gesprochen, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Hat hier überhaupt einer eine Ahnung was das sein soll? Hier soll mal jeder der das Wort Ausbeutung in den Mund genommen hat, bitte definieren wie er/sie ausgebeutet wurde. Ihr sagt, ihr lasst euch nicht mehr ausbeuten, also müsst ihr ja schon ausgebeutet worden sein.
Wenn du nicht alles gelesen hast, ist es kein Wunder, wenn du nicht weißt, was "Ausbeutung" hier bedeutet.

Das wurde nämlich oft genug anhand von Beispielen erklärt.
Da wird hier von Wertschätzung gesprochen. Der Arbeitgeber und die Mitarbeiter sollen einen schon bei der Bewerbung wertschätzen. Mal darüber nachgedacht was das bedeutet? Das Wort an sich mal auf der Zunge zergehen lassen? Jeder Mitarbeiter/in hat einen Grundwert, da vermeintlich Arbeitskraft. Alles weitere, das was als Wert eigentlich dahinter steht für die fordernden, muss man erst mal zeigen. Man kann gar nicht fordern wertgeschätzt zu werden, das ergibt sich. Tut man es doch und zwar zu Beginn schon, dann ist man eben noch nichts wert, aber das ist es ja nicht was die fordernden wollen. Die wollen einfach nur hohe Forderungen hinter einem Begriff verstecken, der es dem schätzenden schwer macht nicht schlecht dazustehen.
Wertschätzung ist nichts anderes als eine Form der Achtung vor einer Person. Und ob es sich Arbeitgeber überhaupt noch leisten können, Bewerber als irgendwelche Nullgesichter anzusehen, ist eindeutig infrage zu stellen.
Letzteres ist das was nötig ist für die Kollegen und den Betrieb um den Wert eines neuen Unternehmensmitglieds zu bestimmen, nicht die große Klappe beim Bewerbungsgespräch.
Naja, dann brauchen wir keine Bewerbungsgespräche mehr.
Über die Arbeit soll man sich nicht definieren dürfen? Aber über Urlaube, Smartphones und Klimbim? Gehts noch?
Wer sagt, dass man sich über Konsum definieren soll?

Aber wer sich über seine Arbeit definiert, hat in seinem restlichen Leben genauso was falsch gemacht, wie jemand, der schlicht keine Arbeit findet.
Wenn man gern arbeiten geht, wird man zwangsläufig auch besser in dem was man tut und es fällt einem von mal zu mal leichter und irgendwann sind diese acht Stunden einfach nur ein Zeitvertreib der einen gar nicht mal groß belastet. Darüber mal nachgedacht?
Hab ich tatsächlich. Ich liebe meinen Beruf. Ich würde ihn nicht eintauschen wollen. Aber ich weiß auch, dass mein Beruf mit extremer Lärmbelastung einher geht und ich nicht mal eben Gehörschutz tragen kann (Aufsichtspflicht und so). Auch geht mein Beruf mit hoher psychischer Belastung einher. So sehr ich den Beruf auch mag, ich würde nicht mal im Traum daran denken, Vollzeit zu arbeiten.
Bei 8h täglich, hat man doppelt so viel Freizeit wie Arbeitszeit. Man bekommt Kohle für ein Drittel seiner Zeit, die aber dann drei Drittel ausreicht, aber das ist nicht fair genug?
Wenn ihr beispielsweise liebend gern in der Küche steht und backt und werdet Bäcker/Konditor, dann sind diese 8h Arbeit gleichbedeutend mit 8h Hobby ausüben, nur eben nach Vorgaben. Ganz sicher aber keine Qual. Diese ganze Problematik beruht doch nur darauf, dass sich viele den Job nur nach Kohle aussuchen und nicht nach Leidenschaft und Interessen. Genau die meinen dann aber schlecht behandelt zu werden... zum Mäusemelken!
Edit
Personenbezug weggelassen
Arbeit ist aber nun mal per Definition kein Hobby, sondern eine Notwendigkeit, um seinen Lebensstandard (Hobbys z.B.) halten zu können.
Abgesehen davon kommen in der Freizeit bei vielen noch folgende Dinge hinzu:
- Termine (die man je nach Arbeitszeit selbst als Single schwer wahrnehmen kann)
- Familie
- Haushalt
- Schlaf will man ja auch noch
- etc.
Echte Freizeit hat man im Durchschnitt eben nicht zwei Drittel des restlichen Tages. Dazu kommt ja noch der Schichtdienst bei vielen Leuten.
Können die alles machen, wenn in paar jahren alles den Bach runtergegeangen ist werden sie schon sehen.
Wir brauchen keine 50 Millonen Streetworker und Sozialarbeiter.
Gerade was pädagogische Fachkräfte angeht, haben wir einen Mangel. Wie kommst du da jetzt bitte auf eben diese Berufe, die zu den undankbarsten gehören, die es gibt, und die deswegen weniger Leute machen wollen, als wir eigentlich benötigen?
Man wird auf der Arbeit ausgebeutet, wenn man es zulässt.
Freiberufler? Wenn es nicht gerade eine Nische ist, die man mit seinem Werk besetzt und damit richtig Geld macht, eher ein Weg in den Burn Out?
Den Burnout kann es auch für den einfachen Angestellten geben.