Steuern, -hinterziehung, -CD, Sozialausgleich: Wer darf und wer verdient was?

Damit das hier nicht zu OT wird:

DarthLAX schrieb:
a) versucht hat von da zu flüchten (schon als die anfingen die mauer zu bauen hätten eigentlich ALLE von da abhauen müssen - und ja das ist meine meinung, nennt sie ruhig NAIV, WELTFREMD etc., aber ich denke nunmal so)

Ich würde mal sehen, ob du alles zurück lässt und deine Heimat verlässt, nur weil du nicht so zufrieden bist mit dem Staat. Außerdem sind eine ganze Menge Leute geflohen und es ist auch nicht so, dass der Mauerbau groß angekündigt wurde Ich sage nur: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen"

b) wiederstand gegen die regierung geleistet hat (sei es auch nur in form von "zivilem ungehorsam" oder "nonkonformismus")
Mal schaurn wir du darüber denkst, wenn du eine Woche lang psychisch gefoltert wurdest und deine Kinder keinen Ausbildungsplatz mehr bekommen

d.h. sorry für meine wortwahl (und nein ich habe nicht wirklich was gegen die "ossis") aber: die wiedervereinigung war der größte politische fehler der letzten 40 jahre (IMHO) - gibt vll noch ein paar ähnlich schlimme, aber das ist trotzdem der den ich am schlimmsten finde (!)
Und wieso wenn ich fragen darf?

Mfg. Robin123
 
Zuletzt bearbeitet:
a) versucht hat von da zu flüchten (schon als die anfingen die mauer zu bauen hätten eigentlich ALLE von da abhauen müssen - und ja das ist meine meinung, nennt sie ruhig NAIV, WELTFREMD etc., aber ich denke nunmal so)

Die Grenzen wurden (iirc innerhalb von <12h) geschlossen, weil zuviele Leute geflohen/ausgewandert sind... :rollen:

ist das fair? noch dazu, selbst wenn die soli bezahlen, dann ist das weniger als des was wir bezahlen (weil es auch mehr west-bürger gibt soweit ich weiß und auch weil bei uns das lohnniveau nach wie vor - soweit ich weiß - höher ist) auch ist der soli einfach nur ne frechheit, vor allem, weil viele gemeinden/städte da drüben den eh nicht mehr brauchen

Nur so als Hinweis: Die Einnahmen aus dem Soli fließen schon lange nicht mehr konzentriert in einen "Aufbau Ost".
Und bezüglich Fairheit/Verantwortung: Wer nicht gegen Kohl gekämpft oder ihn gar gewählt hat, der war wohl mindestens genauso für die Vereinigung mit all ihren Konsequenzen, wie DDR-Bürger. Strenggenommen muss man sagen: Letztere hatten überhaupt keine Möglichkeit zu wählen.

indoktrinierung hab ich von gehört (rot-licht-bestrahlung sag ich nur aka. kinder ab ins SED-Ferienlager) aber - auch das kannst du naiv nennen - ich glaube nicht das ich des trotz allem toll gefunden hätte (bin skeptiker und hinterfrage so ziemlich alles!), trotzdem denke ich, das die hätten abhauen/wiederstand leisten müssen.

Man findet wegen Indoktrinierung nicht alles toll, aber ohne unabhängige Informationen über das Wirtschaftssystem der DDR konnte man dessen Versagen genausowenig vorraussehen, wie die typischen Kinder des Kapitalismus sowas wie Umweltzerstörung verstehen. Und um von "ich finds nicht optimal, aber man kann wenigstens Leben" zu "ich kämpfe auf Leben und Tod gegen das System" zu kommen, brauchts auch ein bißchen mehr.

Das aber auch nur weil du in diesem Land groß geworden bist und nicht in einem Staat wo diese Indoktrinierung schon im Kindergarten betrieben wurde, daher kannst du glauben was du willst, denn eine klare Aussage kannst du nicht zu diesem Thema äußern.

Guck dir gewisse Aussagen im Kommunismusthread an und wiederhole "keine Indoktrinierung" noch mal ;)

Damit damit das hier nicht zu OT wird:

100% gescheitert. Und damit jetzt alle b2t, d.h. Deutschland im 2 Jahrzehnt diese Jahrtausends.


naja entwicklungshilfe geld wird wohl net wieder in deutschland ausgegeben werden,

Und wie groß ist der Anteil von Entwicklungshilfe am Bundeshaushalt? (und jetzt nicht mit den Haupttätigkeiten des "Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit" verwechseln, die direkt der deutschen Wirtschaft zu gute kommen)

bankenhilfe auch nicht unbedingt und EU-RETTUNGSSCHIRM-GELD an GRIECHENLAND wird sicher auch net bei uns wieder aus gegeben....

Stabilisiert aber die Währung, von der die deutsche Exportindustrie massiv profitiert.

sicher 40% war hoch angesetzt, aber IMHO:

man muss sich hohe ziele setzen!

Irrationale Ziele sind unbrauchbare Argumente in einer seriösen Diskussion.

Ps: renten für irgendwelche "spät-aussiedler" werden zwar wieder bei uns ausgegeben, aber reißen löcher in die kassen für die wir jetzt bluten dürfen, genau wie für solche "schnellschüsse" wie die wiedervereinigung (hätten die DDR nen eigenen staat bleiben lassen sollen bis sie saniert war)

Über die Vergangenheit meckern kann man viel, aber ein unbrauchbares weil hoffnungslos einseitiges Zukunftskonzept balanciert man damit nicht aus.
 
ruyven_macaran schrieb:
Guck dir gewisse Aussagen im Kommunismusthread an und wiederhole "keine Indoktrinierung" noch mal

Sorry, aber antworten muss ich ja. ;)

Keine Indoktrinierung, von DarthLAX durch die sozialistische einheitliche Demokratie meinte ich natürlich. Den Kommunismus-Fred brauche ich nicht zu betrachten, denn ich bin selbst näher am Kommunismus gewesen in meiner Jugend, als gewisse andere Personen die sich den wünschen. :D
 
Wollte dafür jetzt nicht extra einen neuen Thread aufmachen, zumal es ja ganz gut hier reinpasst, da hier eh am meisten über Finanzen diskutiert wird.

Es geht um Folgendes:

Ich habe mich gestern etwas mit dem Bankenwesen beschäftigt und bin dabei auf einige Beiträge von mehrheitlich linker/kommunistischer Quelle gestossen. In diesen Beiträgen wurde gefordert, Zinsen gesetzlich verbieten zu lassen und die Hürden für Kreditaufnahmen einzureissen.

Nur wie genau soll dies funktionieren? Übersehe ich hier etwas, oder sind es diese "New Age" Ökonomen, die da einen entscheidenden soziologischen Faktor übersehen?

Sollten Zinsen verboten werden, hat dies doch nur zur Folge, dass der Markt mit weiteren toxischen Krediten geflutet wird und viele Menschen sich völlig gedankenlos und sinnlos verschulden. Schulden, die sie in vielen Fällen nicht einmal zu ihren Lebzeiten tilgen können.

Das ganze würde dann vielleicht 1-2 Jahre laufen (bei Buchmachern, die ... sagen wir mal ... etwas von ihren "Handwerk" verstehen *hust), bis es auffällt und wir in einem weiteren Credit Crunch enden.

Das Ziel dieser Politik soll es wohl sein, dass Menschen ihr Geld mehr investieren und selten oder garnicht mehr* ansparen. Angeblich soll es dadurch mit der Wirtschaft steiler bergauf gehen. Was da geprädigt wird, klingt für mich aber eher nach der perfekten Liquiditätsfalle.


*Besonders extreme Unterstützer dieser Politik fordern auch die Wiedereinführung des s.g. Freigeldes. Eine Art Notgeld, dass nur im Zuge eines aufgeklebten Datumstempels gültig ist. Geld mit Verfallsdatum, quasi. Dadurch wäre Sparen unmöglich. Was in kürzester Zeit zu einer klassischen Boom&Bust Situation führen dürfte.

EDIT:

@Ruyven

Man findet wegen Indoktrinierung nicht alles toll, aber ohne unabhängige Informationen über das Wirtschaftssystem der DDR konnte man dessen Versagen genausowenig vorraussehen, wie die typischen Kinder des Kapitalismus sowas wie Umweltzerstörung verstehen. Und um von "ich finds nicht optimal, aber man kann wenigstens Leben" zu "ich kämpfe auf Leben und Tod gegen das System" zu kommen, brauchts auch ein bißchen mehr.
Damit unterstellst du zwei Dinge.

1. Dass Menschen wirklich so naiv sein könnten, an ein System zu glauben, welches utopischer nicht sein könnte (soweit gehe ich noch mit).

2. Dass wir im Kapitalismus leben. Der ist ja nun seit einiger Zeit ein seltenes Tier geworden, welches man eher in den Chinesischen Hochebenen vorfindet, als im europäischen Mittelland ;)

Übrigens können wir "Kinder des Kapitalismus" sehr wohl die Zerstörung der Umwelt wahrnehmen. Wir können allerdings auch zwischen einer wirklich kritischen, Besorgniserregenden Situation und einer Gelddruckmaschine unterscheiden.

Wenn wir vor einem ausgebrannten Regenwald stehen, können wir von ersterem ausgehen. Wenn die Regierungen mal wieder neue Ökosteuern einführen oder Benzin plötzlich Ethanol beigemischt wird und dabei so getan wird, als sei Ethanol* der neueste Trend in Sachen Umweltschutz, so kann man eher von letzteren sprechen.

*Purer Alkohol
 
Zuletzt bearbeitet:
Hoffen wir, dass es kurz genug bleibt, um keinen extra Thread zu erfordern...
*misstrauisch sei*
Bitte an alle: Wenn es möglich ist, Diskussionen zu diesem und zu anderen Themen dieses Threads trennen. Das erleichtert einen späteren Split deutlich.


Ich habe mich gestern etwas mit dem Bankenwesen beschäftigt und bin dabei auf einige Beiträge von mehrheitlich linker/kommunistischer Quelle gestossen. In diesen Beiträgen wurde gefordert, Zinsen gesetzlich verbieten zu lassen und die Hürden für Kreditaufnahmen einzureissen.

Nur wie genau soll dies funktionieren? Übersehe ich hier etwas, oder sind es diese "New Age" Ökonomen, die da einen entscheidenden soziologischen Faktor übersehen?

Sollten Zinsen verboten werden, hat dies doch nur zur Folge, dass der Markt mit weiteren toxischen Krediten geflutet wird und viele Menschen sich völlig gedankenlos und sinnlos verschulden. Schulden, die sie in vielen Fällen nicht einmal zu ihren Lebzeiten tilgen können.

Es gibt eine Vielzahl von Leuten aus den verschiedensten Spektren (mit nichten nur links - sowas hab ich auch schon von liberalen und rechten gehört, auch wenn Kommunisten sich zugegebenermaßen häufiger zu grundlegenden Wirtschaftsthemen äußern), die solche Thesen vertreten und mindestens genauso viele Antworten auf deine Frage ;)

Deine Schlussfolgerung ist imho aber volllkommen falsch: Ohne Zinsen werden Kredite zwar attraktiver, aber nur etwas - die Tilgung macht schließlich meist den Großteil der Raten aus und letztendlich sind es letztere, die abschreckend wirken. Am anderen Ende ist die Wirkung viel extremer: Ohne Zinsen bringt das Verleihen von Geld keine Einnahmen. Das kommerzielle Kreditwesen würde schlichtweg kollabieren und niemand könnte sich mehr etwas leihen, außer bei Freunden.
(Konsequenzen davon: S.o. Die einen bedenks nicht, die anderen findens gut, die nächsten verstehns nicht,...)

Das Ziel dieser Politik soll es wohl sein, dass Menschen ihr Geld mehr investieren und selten oder garnicht mehr* ansparen. Angeblich soll es dadurch mit der Wirtschaft steiler bergauf gehen. Was da geprädigt wird, klingt für mich aber eher nach der perfekten Liquiditätsfalle.

Die meisten Linken (s.o. :ugly: ), die mir bislang damit begenet sind, denken überhaupt nicht wirtschaftlichen Kategorien wie Investition/Sparen/..., sondern betrachten das ganze von der sozialen Seite, insbesondere soziale Gerechtigkeit/Vermögensverteilung. Grundtenor ist dann, dass das derzeitige Zinssystem zu einer Inflation führt, von der quasi nur die Banken profitieren, in dem der kleine Mann aber verliert -> Umverteilung von der Masse in die Elite, was alle (selbsernannten) Vertretern der Masse gehörig gegen Strich geht.
(und nicht ganz falsch ist, aber imho absolut lächerlich im Vergleich zu z.B. der Geldgenerierung im Rahmen der geringen Rücklagen der Banken, die es im Kreislauf ermöglichen, jeden eingenommenen Euro mehrfach wieder auszugeben)

*Besonders extreme Unterstützer dieser Politik fordern auch die Wiedereinführung des s.g. Freigeldes. Eine Art Notgeld, dass nur im Zuge eines aufgeklebten Datumstempels gültig ist. Geld mit Verfallsdatum, quasi. Dadurch wäre Sparen unmöglich. Was in kürzester Zeit zu einer klassischen Boom&Bust Situation führen dürfte.

Boom hätte man nur in dem Moment, in dem die bestehenden Sparvermögen abgebaut werden. Mir wäre noch kein Vertreter dieser Ansätze begegnet, der den Übergangszustand überhaupt bedenkt. Im Endzustand hätte man ein System, in dem "sparen" nur in Form realer Werte möglich ist. Das wäre der Stabilität durchaus förderlich (der Gesamtleistung sicherlich nicht), denn das ganze wäre extrem träge und Spekulationen würden stark erschwert, in negativer Richtung imho sogar nahezu unmöglich. (Geldgewinn aus Leerverkäufen wäre nur möglich, wenn man das Geld direkt nach dem Verkauf in etwas anderes investieren würde - in einer Gesamtwirtschaftskrise unmöglich)

zum offtopic-populismus kein kommentar
 
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*misstrauisch sei*
Bitte an alle: Wenn es möglich ist, Diskussionen zu diesem und zu anderen Themen dieses Threads trennen. Das erleichtert einen späteren Split deutlich.
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Dir kann man es aber auch selten recht machen. Einmal postet man zu oft und zu viel. Dann soll ich doch wieder extra einen neuen Thread eröffnen. :ugly:

Es gibt eine Vielzahl von Leuten aus den verschiedensten Spektren (mit nichten nur links - sowas hab ich auch schon von liberalen und rechten gehört, auch wenn Kommunisten sich zugegebenermaßen häufiger zu grundlegenden Wirtschaftsthemen äußern), die solche Thesen vertreten und mindestens genauso viele Antworten auf deine Frage ;)

Kommt darauf an, was du als grundlegende Wirtschaftsthemen bezeichnest. VIele Dinge die die heutigen Kommunisten so vom Stapel lassen, hätte Marx unter "Vulgärwirtschaft" zusammengefasst.

Deine Schlussfolgerung ist imho aber volllkommen falsch: Ohne Zinsen werden Kredite zwar attraktiver, aber nur etwas - die Tilgung macht schließlich meist den Großteil der Raten aus und letztendlich sind es letztere, die abschreckend wirken. Am anderen Ende ist die Wirkung viel extremer: Ohne Zinsen bringt das Verleihen von Geld keine Einnahmen. Das kommerzielle Kreditwesen würde schlichtweg kollabieren und niemand könnte sich mehr etwas leihen, außer bei Freunden.
(Konsequenzen davon: S.o. Die einen bedenks nicht, die anderen findens gut, die nächsten verstehns nicht,...)

Das kommt wahrscheinlich viel mehr auf die Größenmäßige Unterscheidung an, als irgendetwas anderes.
Die Psychologie des Menschen ist einfach perfekt, wenn es darum geht Dinge zu übersehen.

Wenn du Jemandem einen Kredit zu fast 0% Zinsen anbietest, werden die wenigsten an die Tilgung decken.


Die meisten Linken (s.o. :ugly: ), die mir bislang damit begenet sind, denken überhaupt nicht wirtschaftlichen Kategorien wie Investition/Sparen/..., sondern betrachten das ganze von der sozialen Seite, insbesondere soziale Gerechtigkeit/Vermögensverteilung. Grundtenor ist dann, dass das derzeitige Zinssystem zu einer Inflation führt, von der quasi nur die Banken profitieren, in dem der kleine Mann aber verliert -> Umverteilung von der Masse in die Elite, was alle (selbsernannten) Vertretern der Masse gehörig gegen Strich geht.
(und nicht ganz falsch ist, aber imho absolut lächerlich im Vergleich zu z.B. der Geldgenerierung im Rahmen der geringen Rücklagen der Banken, die es im Kreislauf ermöglichen, jeden eingenommenen Euro mehrfach wieder auszugeben)

Das ist dann aber ein fundamentaler Denkfehler dieser meisten linken. Ohne eine gesunde Wirtschaft bestehen keinerlei Chancen auf Fairness und soziale Systeme.

Boom hätte man nur in dem Moment, in dem die bestehenden Sparvermögen abgebaut werden. Mir wäre noch kein Vertreter dieser Ansätze begegnet, der den Übergangszustand überhaupt bedenkt. Im Endzustand hätte man ein System, in dem "sparen" nur in Form realer Werte möglich ist. Das wäre der Stabilität durchaus förderlich (der Gesamtleistung sicherlich nicht), denn das ganze wäre extrem träge und Spekulationen würden stark erschwert, in negativer Richtung imho sogar nahezu unmöglich. (Geldgewinn aus Leerverkäufen wäre nur möglich, wenn man das Geld direkt nach dem Verkauf in etwas anderes investieren würde - in einer Gesamtwirtschaftskrise unmöglich)

Das gilt für eine gesunde Wirtschaft, in der Sparen bekannt ist. Systeme wie der (neo-)Keynesianismus oder die Freigeld Bewegung von Silvio Gesell versuchen aber, Sparen ja eben möglichst zu vermeiden, weil sie Sparen oder das s. g. "Horten" (Geld wird aus der Zirkulation genommen, womit in der Theorie weniger Geld zur Verfügung steht. Was ohne die ECB oder die FED deflationäre Wirkungen hätte) für eine Liquiditätsfalle halten. Ergo habe jene, die diese System propagieren, das Ziel, die Wirtschaft immer höher und weiter zu bringen. Quasi unendliches Wachstum, ohne dass je Jemand wirklich spart. Keinerlei rationaler Geschäftszyklus, sondern nur investieren, investieren und investieren. Wenn ich an soviel Aggregation denke...

zum offtopic-populismus kein kommentar

Ich weiss zwar nicht, was daran populistisch ist (ich hoffe, du gehörst nicht zu der Bevölkerungsschicht, die Ethanol für besonders ökologisch hält und meint, man hätte keinen CO2 Ausstoss, nur weil man Benzin Ethanol beimischt. Also die s. g. Generation RTL), aber gut.
 
Bezeichnest du das derzeitige, weltweite Wirtschaftssystem wirklich als gesund? :what:

Ja eben nicht.

Die Leitzinsen sind zu niedrig angesetzt, die FED und die ECB sind völlig verkehrt ausgerichtet (jeder drittklassige Gouverneur aus Nebraska weiss mehr über geldwirtschaftliche Einflüsse als Bernanke) und werden so gut wie nicht kontrolliert. Stattdessen sind sie auch noch diejenigen, die alle anderen kontrollieren sollen.

Zu allem Übel wird pro Tag weniger Toilletenpapier in der Welt produziert, als diese beiden großen Zentralbanken gemeinsam an Geld drucken.

Und Jobs werden durch diesen künstlichen Wirtschaftsdrive auch nicht geschaffen. Wie auch? Nur dadurch dass die Regierungen jedem ein nettes Rettungspaket in die Hand drücken und hier und da massig Stimulus in die Infrastruktur packen, werden Firmen bestimmt nicht angeregt, neue Positionen zu schaffen.

Nebenher kann sich die ARGE eigentlich in ALGII Amt umbenennen. Aktive und professionelle Unterstützung bei der Stellensuche gibt es da seit Jahren schon nicht mehr (seit Einführung des Hartz IV Regelpakets) und mitlerweile muss man sich sogar vorher arbeitslos mit ALGII Bezügen melden, will man eine Teilhabe am Gründerpacket.

Kurzum: Nein. In unserer Wirtschaft läuft es alles andere als toll. Und eben deswegen ist es der falsche Weg, so weiterzumachen wie zuvor. Niedrige Leitzinsen haben uns schon einmal in den Ruin geführt (siehe toxische US Kredite und die Immobilienblase).

Statt also schon wieder mit immer besseren Krediten zu werben, sollte man den Menschen wieder das Sparen näher bringen. Denn nur gespartes Geld ist reale Liquidität.
 

Achso, dann habe ich das falsch interpretiert.

Die Leitzinsen sind zu niedrig angesetzt, die FED und die ECB sind völlig verkehrt ausgerichtet (jeder drittklassige Gouverneur aus Nebraska weiss mehr über geldwirtschaftliche Einflüsse als Bernanke) und werden so gut wie nicht kontrolliert. Stattdessen sind sie auch noch diejenigen, die alle anderen kontrollieren sollen.

Das ist ja nichts Neues, Geld ist derzeit "so billig" wie noch nie zuvor, kein Wunder, dass die Banken inzwischen wieder das machen, dass sie auch vor 2008 gemacht haben. Die nächsten Blasen wachsen schon wieder und da ich ja einige Monate in den USA gearbeitet habe (nur einen Steinwurf von der Wallstreet entfernt :D), hatte ich auch ein wenig Einblick bekommen (sehr wenig), trotzdem reichte das um für mich zu sagen (und ich bin kein ausgebildeter Wirtschaftsfachmann), dass das alles kompletter Unsinn ist, was da abläuft. Aber alle Banken springen schon wieder auf den Zug auf und weil sich die Staaten mal wieder nicht einig sind, was werden soll, bleibt erst mal alles, wie es ist und die 800 Milliarden, die Obama in die Bankenrettung gesteckt hat, sind schon durchgebracht.
Aber was solls, die USA drucken halt neues Geld. :ugly:

Zu allem Übel wird pro Tag weniger Toilletenpapier in der Welt produziert, als diese beiden großen Zentralbanken gemeinsam an Geld drucken.

Bist du dir sicher, Klopapier wird in gigantischen Mengen produziert. ;)

Und Jobs werden durch diesen künstlichen Wirtschaftsdrive auch nicht geschaffen. Wie auch? Nur dadurch dass die Regierungen jedem ein nettes Rettungspaket in die Hand drücken und hier und da massig Stimulus in die Infrastruktur packen, werden Firmen bestimmt nicht angeregt, neue Positionen zu schaffen.

Die Börse selbst stinkt, schon vom Kopf an, wenn Firmen, die keine "Wert" haben, wie Facebook, als wertvoller angesehen werden als fest integrierte Firmen, die Wertgegenstände schaffen, dann stimmt etwas in diesem System nicht.

Statt also schon wieder mit immer besseren Krediten zu werben, sollte man den Menschen wieder das Sparen näher bringen. Denn nur gespartes Geld ist reale Liquidität.

Aber an Sparern verdient die Banken kein Geld. Sie verdienen etwas, wenn du dir was auf Pump kaufst (was ja eine Menge Amerikaner gemacht haben).
 
Tja. Dann verdienen die Banken eben etwas weniger. Dafür tragen sie dann aber auch weniger Risiken. Ernsthafte Investoren werden auch noch bei einem Leitzins von 4% oder 7% zugreifen und diejenigen, die es nur auf günstige Kredite für teure Plasma TVs, deutsche Autos und große Häuser anlegen, werden von vornherein abgeschreckt (hat der ehemalige FED Chef Volckers ja damals auch gemacht, als er den Leitzins 1979 auf 20.5% anhob).

Das, mein Freund, ist Kapitalismus! Nicht dieses schäbige System, über das wir jetzt in Europa und den USA verfügen. Ein System, welches laut Jim Rogers roter ist, als die chinesische Flagge.

Der Kapitalismus überholt uns. Und er kommt in der Form Chinas daher.
 
Aber alle sind daran interessiert, dass der Konsument Schulden macht und damit den Konsum fördert.
Er beleiht sein Haus... die Banken freuen sich, verdienen.
Er kauft davon einen neuen Fernseher.. China freut sich, produzieren noch mehr Fernseher.
Er kauft ein neues Auto... Die Autokonzerne freuen sich, können noch mehr Auto produzieren
Er fährt in Urlaub... Touristenzentren freuen sich, können noch mehr Hotels bauen.

Das ist ein Kreislauf, der nicht enden will (kann), denn jeder profitiert vom anderen, also wieso was daran ändern?
Der deutsche Mittelstand profitiert auch davon, denn sie können mehr Maschinen verkaufen und die Gewinne steigern um noch mehr Maschinen produzieren zu können.

China nutzt das, was der Kapitalismus für Vorteile bringt, ohne sich aber um das zu kümmern, was danach ist, oder denkst du wirklich, dass sich China Gedanken macht um das afrikanische Land, dessen Bodenschätze sie plündern?
Nachhaltigkeit ist was völlig anderes und da muss die Gesellschaft hin.
 
Tja. Dann verdienen die Banken eben etwas weniger. Dafür tragen sie dann aber auch weniger Risiken.

Langfrsitige Risiken scheinen weder Bankenvorständen noch ihren Aktionären große Sorgen zu bereiten - jedenfalls weitaus kleinere, als kurzfristige Profite. Willkommen im Kaptialismus - dem System, in dem man jeden Tag der Sieger sein muss, damit es überhaupt ein Morgen gibt.
Und die Banken sind (fast schon per Definition) nunmal einer der größten Player am Markt und somit auf der einen Seite von extremer Bedeutung für die Politik (siehe Rettungsschirm) und auf der anderen Seite mit enormem Lobbypotential ausgestattet (siehe nicht-Zügelung des Finanzmarktes), d.h. die Ansichten der Bankvorstände finden sich auch außerhalb der Bank selbst wieder. Willkommen im Kapitalismus, dem System, in dem Geld wortwörtlich alles ist.

(In China dagegen herrscht kein Kapitalismus. China setzt nicht auf freie Märkte und wild agierende Firmen. China achtet darauf, dass der Staat die Großunternehmen kontrollieren kann -> Joint-Ventures statt ausländischer Niederlassungen, letztlich Staatsunternehmen, für deren Aufbau der Staat nur einen kleinen Teil zahlen musste. In der Praxis eine sozialistische Wirtschaft, die nicht durch den Klotz eines sozialistischen Sozialsystems gebremst wird in einer Oligarchie, die die Unterdrückung via Kultur, Bildung, Medienkontrolle und schiere Größe perfektioniert hat. Kapitalismus kommt erst ins Spiel, wenn sich dieses Monstrum am internationalen Markt beteiligt. Einem Markt, in dem der größere meist gewinnt und in dem Fall hat der Größere 1,3 Milliarden Einwohner und ein höhere Wirtschaftskraft als ~150 andere Staaten zusammen. Aber zu China gibts mitlerweile einen eigenen Thread ;) )
 
Allerdings bedeutet Schulden machen, das Ganze auch wieder reinzubekommen.
Daher ist das Ganze mit den Krediten nur eine mehr oder weniger kurze Zeit machbar, danach sackt alles zusammen und viele stehen blöd da..
 
Klar, aber ein Staat haushaltet anders als eine Firma oder eine Familie.
Und solange Schulden machen bedeutet, dass man damit Arbeitsplätze schaft (subventioniert will ich nicht sagen :ugly:), ist das immer legitim, war so, ist so und wird immer so sein.
 
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