AW: Sockel-1156-Mainboards: Probleme mit Phasen und Sockeln führen zum Hardware-Tod
Oberflächlich betrachtet könnte man dir vielleicht recht geben. Dummerweise brennen die Sockel und Phasen aber bei Belastungen durch, die noch innerhalb der allgemeinen Spezifikationen eines Lynnfield liegen. Sprich, was jetzt noch Overclocking ist, kann in ein paar Monaten schon der normale Betriebszustand einer Sockel-1156-Spitzen-CPU sein.
Der Sockel muß das abkönnen.
Und die Phase muß 1,4Volt bringen, ohne durchzubrennen. Das ist die obere Grenzspannung eines Lynnfield.
1,4V müssen die abkönnen - das ist aber nicht das Problem. Vermutlich können die auch 2 oder gar 2,5V ab, denn für den durchschnittlichen Kondensator oder Mosfet ist das eigentlich gar nichts, da springt nichts über.
Problematisch ist die Stromstärke und Wärmeentwicklung. Und da gilt. 95 Watt bzw. knapp 70 Ampere müssen sie abkönnen. Nicht mehr.
Wenn einer seine CPU übervoltet, bis sie 160+ Watt zieht, dann brauch er sich auch nicht zu wundern, wenn die Belastung der Spannungswandler "leicht" über Spezifikation liegt.
Für ein 250€-OC-Uber-H4X0R-7331-Board ist das trotzdem peinlich, aber dass die oft mehr Marketing als Technik sind, ist ja nichts neues.
Tjaa, damals hat man AMD wegen dem TLB-Bug in der Luft zerrissen, obwohl der nur einmal bei einem einzigen Endanwender aufgetreten ist (er hat lediglich einen Freeze verursacht), und jetzt zerreißt man Intel wegen dem fehlerhaften Sockel, der allerdings schon bei mehreren Leuten zum Hardwaretot geführt hat.

Was findest du wohl gerechtfertigter?

C'est la vie.
Beides peinliche Aktionen, die man sich hätte sparen können.
Aber wenn du eine genaue Antwort willst: Die TDP-Geschichte war gerechtfertigter. Denn zum einen war der Bug ein echtes Risiko in Bereichen, in denen es auf Genauigkeit ankommt, strenggenommen damit auch gegen die Produktbezeichnung (eine x86 CPU muss immer die Ergebnisse liefern, die man von einer x86 CPU erwartet

) und vor allem hatte AMD imho sehr großen Einfluss an dem Massenflame. Denn wer 4-5 Monate braucht, um einen Fehler öffentlich zu dokumentieren, der so schwerwiegend ist, dass man deswegen seine Produktpalette kürzt, der brauch sich über wildeste Spekulationen nicht mehr zu wundern.
Das hier dagegen...
Eigentlich besteht für 99,99999% der Endanwender genauswenig ein Grund, irgendwie zu meckern. Die, die sich über einen Fehler beklagen sollten, haben diesmal aber einen, der nie ausgeschlossen wurde.