Sinkendes Vertrauen in Sicherheitskräfte

Im Einsatz vielleicht.
Ich war doch grad bei der Polizei, die sind quasi immer im Einsatz ;)

Was man unter Beschuss fühlt in AFG sollten dir vielleicht die von uns erzählen die dort waren.
Zum Glück haben wir die im Forum.

Ich weiß nicht was du dir vorstellst was in unseren Köpfen vorgeht, man ist doch nicht geil darauf
andere zu töten oder aus meiner Sicht weil ich das halt als Erlebnis habe, dass ich in ein brennendes Haus
renne.
Man ist da, man ist in der Situation und man tut es nachdem man abgewogen hat, dass es notwendig ist.
Ob man sich überhaupt in solche Situationen begibt entscheidet man ja wenn man den Beruf ergreift bzw das Hobby.

Es geht hier auch nicht um Heldengeschichten, es geht darum, dass man im großen und ganzen so viele Menschen beschützt wie möglich.
 
Du hast nicht verstanden worauf ich hinaus will: Man verlässt nicht frühs das Haus unter der Prämise, allzeit bereit zu sein zu töten und getötet zu werden.
+
Im Einsatz vielleicht.
Aber das ist doch der Punkt. Ich bin nicht Montags aufgestanden und hatte Angst getötet zu werden, im Einsatz dagegen kann das, je nach Einsatzgebiet, durchaus eine Möglichkeit sein wie der Tag endet. Das sind einfach die Bedingungen unter denen der Beruf Soldat ausgeübt wird.

Lies mal "War" von Sebastian Junger, ein befremdlicher, weil ehrlicher Einblick auf das was ein Einsatz so alles bedeuten kann. Keiner hat Bock drauf angesprengt zu werden, trotzdem fährt man aus dem Lager raus in dem Wissen, dass es passieren kann. Und für einige nicht nachvollziehbar: Es gibt Menschen, die sich über diese Härten definieren, diesen zu trotzdem, das auszuhalten bedeutet für einige Wenige ein Merkmal von Stärke und Resilienz das andere Personen - auch innerhalb der Streitkräfte - nicht vorweisen.

Und Wirkung geht nun mal vor Deckung, das ist sogar so ein wichtiger Grundsatz des Feuerkampfs, dass selbst die Luftwaffe danach handelt. Sinngemäß steht dieser Merksatz auch für das eigene Handeln bei der Abwägung seiner Möglichkeiten. Soldaten haben Auftrag, dieser ist zu erfüllen, das ist sehr oft gefährlich. Aber Wirkung geht nun mal vor Deckung, deswegen fährt man nicht beim ersten Anzeichen von Gegenwind nach Hause.

Keiner meiner Kameraden hatte Bock verwundet oder getötet zu werden, oder zu töten.
Aber, keiner meiner Kameraden hat gekniffen als es in die Einsätze ging und das summiert für mich das alles auf, was es bedeutet sich für den Soldatenberuf entschieden zu haben.

Das man nun freiwillig, offen, in ein Maschinengewehr rennen soll, gehört eher nicht dazu.
Es gibt da ne Anekdote von Rommel. Er steckt in Afrika im Gefecht, Vormarsch gestoppt. Ohne Steilfeuer gehts nicht weiter, aber um das zu dirigieren muss jemand den Kopf rausstrecken und das ist bei dem Bleigehalt der Luft nicht ohne. Rommel, angeblich in seinem Württembergischen Dialekt, geht aus der Deckung, sieht was er sehen muss, ist zurück im Graben bevor er getroffen wird, fordert Steilfeuer an, dieses zeigt Wirkung, der Vormarsch geht weiter.

Es geht nicht darum freiwillig in MG Feuer zu rennen um zu sterben.
Es geht darum freiwillig in MG Feuer zu rennen damit der MG Schütze ein Ziel hat während der Rest flankiert / die Panzerfaust bereit macht.
Es geht nicht darum den Heldentod zu sterben, aber es geht darum, dass es Situationen geben kann, in denen jemand seinen Arsch riskieren muss, oder die ganze Einheit stirbt. Das mag für manche nach Glorifizierung des Fallens in der Schlacht klingen (ist es nicht, das ist einfach nur dumm), aber es ist die Essenz dessen was Gefechte ausmacht.
Wenn jeder nur daran denkt, was das Beste für Ihn ist, dann hat die Einheit eine sehr hohe Chance aufgerieben zu werden. Wenn jeder nur daran denkt was das Beste für die Einheit ist, dann ist man in deutlich höherem Maße erfolgreich.
Wie die Britische Werbung. Soldaten rennen durch die Wüste, kommen an ne Schlucht, Brücke ist kaputt.
Dann wird die Schrift eingeblendet: Wenn du nur darüber nachdenkst wie DU über diese Schlucht kommst, dann bist du bei uns falsch. Mehr Kombination aus Cringe & Wahrheit hab ich bislang nicht nochmal gesehen.

Es bedarf ohnehin einer ganz eigenen Geisteshaltung, auf Befehl in Kriege zu ziehen, sich töten zu lassen und andere zu töten.
Kommt drauf an.
Post 9/11 hatten jede Menge Amerikaner eine solide Motivation sich freiwillig für die Streitkräfte zu melden, 1945 war das bei der deutschen Bevölkerung ein klein wenig anders. In der Bundeswehr ist es nach meinem Ermessen bei vielen eher so, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen. Ausbildung, Bezahlung, "Boni" für Einsätze, BfD - das alles können gewichtige Gründe sein um bei der BW anzuheuern, dazu kommt, bei weitem nicht alle Soldaten die überhaupt im Einsatz waren haben auch nur im Ansatz sowas wie ein Gefecht erlebt.

Man denke immer an folgende Weisheit: Krieg ist nur vorne scheiße, hinten gehts.
Und es gibt ein sehr sehr großes "hinten" voller überzeugter Soldaten, die zwar gerne von vorne träumen, aber jede Gelegenheit nutzen um hinten bleiben zu dürfen. Es gibt nicht "den einen Grund" zur BW zu gehen. Z.b. kann die wirtschaftliche Situation im Osten Motivation genug sein für junge Männer zur BW zu gehen.


Ich würd das so nicht unterschreiben wie hier die BW dargestellt wird.
Auch was Poulton über die Truppe und die Uni sagt ist so nicht wirklich richtig. An der Uni gibts, je nach Jahrgang, sehr wenig Kontrolle v.a. wenn die interne Hygiene nicht funktioniert. Wenn dann einige wenige z.b. leicht rechte Parolen einbringen wird das erstmal toleriert, ggf. entwickelt sich das und verbreitet und festigt sich. Es sind nicht immer die biersaufenden Feldwebel die nach dem Dienst zusammen Onkelz hören die für rechten Dreck in Uniform verantwortlich sind und grade an der Uni hat man Schmelztiegel aller Truppengattungen und aller Bundesländer.
Selbst erlebt, dass Offiziere darüber hinweggesehen haben wenn andere Offz braune Bemerkungen abgesondert haben, aber bei Mannschaften / Unteroffizieren eingegriffen haben.
Grade an den beiden Unis ist Haltung extrem wichtig, eben weil es hier sehr einfach ist in der Masse zu schwimmen, keine Verantwortung übernehmen zu müssen (außer für sich selbst) und man mit Fresse halten super durchs Studium kommt.
 
Lies mal "War" von Sebastian Junger, ein befremdlicher, weil ehrlicher Einblick auf das was ein Einsatz so alles bedeuten kann. Keiner hat Bock drauf angesprengt zu werden, trotzdem fährt man aus dem Lager raus in dem Wissen, dass es passieren kann.
Das wird auch in "War" von Gwynne Dyer beschrieben. Wenn auch schon etwas älter (1985). Aber dazu eben auch, dass man unter zwei komplett verschiedenen moralischen Kompassen lebt - einen fürs zivile Leben und einen für den Krieg.

Und Wirkung geht nun mal vor Deckung, das ist sogar so ein wichtiger Grundsatz des Feuerkampfs
Das habe ich doch gar nicht in Abrede gestellt, sondern Don-71.
 
Das habe ich doch gar nicht in Abrede gestellt, sondern Don-71.
Das habe ich überhaupt nie!

Belassen wir es dabei, das ich dich falsch interpretiert habe und anscheinend hoffgang und Sparanus mich ebenfalls entweder falsch interpretiert haben oder verstanden haben.
Meine Metaffer war eingentlich nur dazu gedacht ,das ich abstreite, das die Philosophie der BW eher die ist, Leute ohne Sinn und Verstand ins gegnerische Feuer zu schicken und diese Leute so blöd sind, das mit sich machen zu lassen.
Das war noch nie das Selbstverständnis beim deutschen Militär und ist es auch Heute nicht, nichts anderes wollte ich ausdrücken.
 
Eine Welt ohne Gewalt ist alleine deshalb unmöglich weil nicht jeder Mensch geistig gesund ist.
Die meisten Menschen, die Gewalt anwenden, sind geistig gesund.
Agressionen und Gewalt gehören leider zum Mensch sein dazu.
Sind aber auch von der persönlichen Einstellung abhängig.
 
Zuletzt bearbeitet:
53€ für das New Edition Taschenbuch halte ich irgendwie nicht für gerechtfertigt :D
Das ist die Neuauflage von 2005. Es gab noch eine 2006 und die von 2016.
Ich sehe unter 20€.

Abgesehen davon, wurde daraus auch eine 8 teilige Dokumentation gemacht in den 80ern:
 
Das ist ein Begriff bei dem per Dauerfeuer volle Magazine verschossen werden, meistens um übriggebliebene Munition zu verschießen. Vor dem Neuen Schießausbildungskonzept - dort werden Übungen mit vollem Magazin & Dauerfeuer geschossen - DER Weg um Restmun "loszuwerden".

Und wenn dafür keine Mun vorgesehen war, dann musste halt die Kladde "modifiziert" werden damit es am Ende wieder passt.
 
Hab persönlich aber noch nichts sehen müssen was auch nur ansatzweise in die Richtung geht.
Ich schon. Hat Spaß gemacht, die nach Strich und Faden zusammenzuscheissen und ihnen zum Schluss in vergleichsweise mildem Ton zu verdeutlichen, dass das, was sie gerade erlebt haben, nichts dagegen wäre, wenn ich das Ganze hochschieben würde (Dezent gelogen, aber das wussten die ja nicht ...), was ich aber leider tun müsste, wenn es zur Wiederholung kommt.

Kurz gesagt, meistens beginnt es mit undurchdachtem Geblödel, eine ideologische Festigung setzt erst ein, wenn die Jungs - meistens nicht die schärfsten Messer in der Schublade - von einem Gefestigten eingeseift und quasi nebenrekrutiert werden. Und das klappt nur, wenn Vorgesetzte nicht hinsehen oder es laufen lassen.

Es bedarf ohnehin einer ganz eigenen Geisteshaltung, auf Befehl in Kriege zu ziehen, sich töten zu lassen und andere zu töten.
Das wiederum habe ich noch nicht erlebt. Ernsthaft jetzt. Da war nicht einmal jemand dabei, der sich Illusionen gemacht hätte, die Truppe wäre seine Chance auf Abenteuer.

Ich persönlich kenne vier Typen von Soldaten:

1.) Eine winzige Handvoll entzückender Idealisten mit Miles-Protector-Komplex.
2.) Eine geringfügig größere Gruppe, die anderswo keinen Job gefunden hätte.
3.) Eine etwas größere Gruppe Technophiler mit Schwerpunkt Wehrtechnik bzw. Sportskanonen mit kompatiblen Disziplinen.
4.) Und den den allergrößten Teil, die es auf einen leidlich krisensicheren Job mit angenehmer Work-Money-Balance abgesehen haben.

Schnittmengen möglich.

Im Einsatz vielleicht. Aber wenn ich mich als ED-Fauler nehme und zu den Kollegen sagen würde, ich denke ab dem Moment wo ich das Haus verlasse darüber nach, ob ich Menschen töten oder getötet werde, da wären solche Gesichtsausdrücke :hmm: :stupid: noch das harmloseste.
Soldaten (oder Polizisten etc.) verlassen das Haus nicht mit dem Gedanken, dass sie in die Situation kommen könnten, dass ihr Leben in Gefahr gerät oder sie ein anderes beenden müssen. Um genau zu sein, ist das eine ferne Möglichkeit, die dann auch noch bestmöglich verdrängt wird, weil man den eigenen Beruf hauptsächlich mit ganz anderen Dingen verbindet und sich im Berufsalltag mit deutlich weniger dramatischen Problemen herumschlagen muss.

Die Distanz zu diese Möglichkeit darfst du dir ungefähr so groß vorstellen, wie die bei Leute aus zivilen (informations-) technischen Berufen, die beispielsweise Hard- und Software entwickeln, mit denen Menschen getötet werden sollen. Man weiß, was man tut und dass die Möglichkeit besteht, aber sie fühlt sich weit, weit entfernt an.

Selbst wenn diese Möglichkeit tatsächlich sehr nahe rückt, wie zum Beispiel bei Razzien im Kosovo oder Patrouillen in Afghanistan, blieben diese Möglichkeiten surreal. Es wird real, wenn es ernst wird. Aber wenn es ernst wird, unterscheiden sich Soldaten von anderen Menschen eigentlich nur (im Idealfall) durch bessere Vorbereitung und Ausrüstung. Den Unterschied bei Überlebenswille und Tötungsbereitschaft kann man mit Lupe suchen und selbst damit oftmals nicht finden.
 
Wer bisher glaubte Deutschland sei nur Faxgerät:
Eigentlich sollte jeder Bastler das Ding als SDR für <100€ zusammen bauen können,
dann rechnen wir mal 1000€ weil ein Bastler natürlich kein Funkgerät bauen kann welches
die Belastungsanforderungen der Bundeswehr erfüllt.

Aber ich kann auch nicht verstehen was so schwer daran sein soll ein Funksystem zu bauen das moderne
Verschlüsselung kann. Ich will nicht zu großspurig auftreten, aber das kann ich dir wahrscheinlich selbst bauen.
 
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