AW: Rundfunkgebühr: Europäischer Gerichtshof bestätigt Erhebung und Durchsetzung
Sehr witzig, hehehe aber dennoch sollte auch das auf den Prüfstand. Generell sollte alles auf den Prüfstand bei den ÖRs, es sind wirklich viele viele Formate dabei die m. M. n. nicht durch die Rundfunkgebühr finanziert gehören. Den Passus mit der Unterhaltung nebst dem Bildungsauftrag sollte man man stark eingrenzen, wenn überhaupt noch aufrechterhalten.
Ich bin absolut deiner Meinung.
Wenn Unterhaltung, dann unter dem Gesichtspunkt Kultur: Also Dinge, die zwar möglicherweise nur für einige unterhaltsam, aber gleichzeitig auch erhaltenswert und/oder wissenswert sind. Seichte Unterhaltung für die breite Masse liefert auch das private Free-TV und mit dem soll der ÖR ja explizit *nicht* in Konkurrenz treten. Im Prinzip liefert der ÖR das schon, indem er beispielsweise Festivals überträgt - sowohl Theater als auch Wacken.
Das ließe sich aber ausbauen. Und wenn das Musikantenstadl mit Folklore-Pflege begründet wird, ist das zwar nicht meins, aber ich kann damit leben und bin der Meinung, dass Brauchtumspflege auf den öffentlich-rechtlichen Lokalsendern besser aufgehoben wäre - also dort, wo das jeweilige Brauchtum auch tatsächlich zentral gepflegt wird. Bundesweit reicht dann und wann eine Zusammenfassung überschaubarer Länge im ZDF, so nach dem Motto "Schaut mal, ihr Karnevalisten in Schleswig-Holstein, so machen es eure Vorbilder in Köln. Wenn es euch nicht reicht, dann schaltet den WDR ein, da läuft es in voller Länge."
Das Gleiche, was Sport angeht. Der ÖR muss nicht mit viel Geld um Sendelizenzen pokern. Warum auch? Es wird auf jeden Fall irgendwo übertragen, sonst würden sich ja die Privaten nicht darum reißen. Und einen Anspruch auf WM/EM ungeschnitten und in allen Perspektiven auf Kosten der Gemeinschaft hat der sportbegeisterte Bundesbürger auch nicht. Da wäre es eher interessant, Sportveranstaltungen zu übertragen, die in der Bundesrepublik Freunde haben (oder finden könnten), aber keine breite Markt- und Medienbasis haben. Natürlich mit Augenmaß ... Sport im ÖR soll jetzt nicht zwingend die ausschließliche Heimat für Smartphone-Weitwurf oder das Wasserballett der Herren werden, aber im Wesentlichen wäre ich dafür, mehr Sportarten abzudecken, diese aber nur zusammenfassend - also mit Informationscharakter - zu behandeln. Für die Hardcore-Fans der jeweiligen Disziplin (egal wie bekannt oder unbekannt sie ist) gibt es genug Spartenkanäle.
Und ansonsten: Mehr Nachrichtenformate. Mehr Themenmagazine. Mehr Dokumentationen zum umfassenderen Themenbereichen. Es wird nie alles für jeden interessant sein, aber es wird immer jeder etwas Interessantes finden und dabei nicht dümmer werden. DAS ist meines Erachtens Aufgabe des ÖR.
Wird diese erfüllt, verkraftet das Portemonnaie des Beitragszahlers auch den sonntäglichen Tatort und möglicherweise sogar ab und zu Rosamunde Pilcher.
Aber auch für diesen kleinen (!) Unterhaltungsteil ist ohnehin deutlich mehr Diversifikation gefragt. Schon klar, der deutsche Michel und die deutsche Micheline mögen Krimis und Schmonzetten. Allerdings hauptsächlich deshalb, weil sie seit knapp 70 Jahren nichts anderes kennengelernt haben. Die BBC zeigt, wie es auch anders geht; dort gibt es zwar auch ein gerüttelt Maß an Krimis und den üblichen Vorabendserien, aber die trauen sich auch an andere Genres ran
und haben damit Erfolg.