Ich sagte ja, wenn er einen guten job macht, kann man ihn wieder wählen.
Macht er einen miesen Job, wird er sowieso abgewählt.
Wenns denn so einfach wäre...
Leider werden Leute, die einen miesen Job machen, mit schöner Regelmäßigkeit nicht abgewählt und umgekehrt werden Leute abgewählt, die eigentlich einen guten Job machen. Große Teile der politischen Entscheidungen wirken sich eben erst nach Jahren aus und es kommt vor, dass guten Politikern Entscheidungen auf den Fuß fallen, die der (Vor-)Vorgänger vermasselt hat und dass sie von ihren eigenen Entscheidungen nicht profitieren. Viel häufiger ist aber das genaue Gegenteil: Da ein Politiker immer damit rechnen muss, nicht von Entscheidungen zu profitieren, die erst in fünf Jahren positive Wirkung entfalten, sondern im Gegenteil unter allen damit heute einhergehenden Abstrichen zu leiden hat, wird er derartige Entscheidungen nicht treffen. Das die populistisch wirksamen Entscheidungen, die er stattdessen fällt, Jahre später für Probleme sorgen, ist ihm dagegen vollkommen egal.
Anders sieht die Sache aus, wenn ein Politiker so oder so nicht wiedergewählt wird. Dann kann er entweder gehen und bis dahin Schrott machen oder er kann gehen und bis dahin was sinnvolles machen. Was er macht hängt natürlich weiterhin von Fähigkeiten und Moral ab (...), aber immerhin wirkt das System nicht mehr gegen das eigentlich sinnvolle. Mandatslimitierungen haben also durchaus auch positive Seiten. Von der Anti-Filz-Wirkung ganz zu schweigen.
(Zumindest bei deutschen Ministern muss man aber eh sagen: Hochgradig austauschbar und von einzelnen Parteipersönlichkeiten gesteuert. Somit egal und letztere wird man nicht los.)
Schüler strafen doch keine Parteien ab nur weil sie Gelder für die Bildung kürzen. Dem Schüler ist sowas herzlich egal.
Dem Lehrer aber nicht. Und Lehrer haben viel Einfluss auf die Sichtweisen von Schülern, wenn sie das wollen (und ihren Job beherschen). Größere Bedenken hätte ich aber auch eher wegen anderer Medien. Fakt ist einfach, dass die meisten 16 Jährigen null Ahnung von Politik haben und selbst die sehr, sehr wenigen, die sich interessieren, machen das nicht länger als eine Wahlperiode. Das reicht nicht, um Politiker und Parteien gut einzuschätzen und meist reicht auch die restliche Bildung nicht, um die Mehrheit der wichtigen Themen einzuschätzen.
(Gilt, bis auf "interessieren" aber auch für 90% der älteren Wahlberechtigten...

)
Und lieber führt man so einen Schwachsinn wie Ethikunterricht als Pflichtfach ein als ein Fach über Informationstechnologie und Umgang mit dem Computer.
Ich glaube mangelnde Computerkentnnisse sind so ziemlich das allerletzte Problem bei der Entscheidungsfindung angehender Wähler

Wenn es da überhaupt einen entfernten Bezug gibt, dann wäre das Quellenkritik und Online-Recherche / Umgang mit Informationsmedien. Und genau das fällt im derzeitigen Fächerkanon noch am ehesten in den Bereich Ethik... (wobei gute Lehrer für das Fach echt rar sind, eben gerade weil die Themen so unscharf sind)
Außerdem ist man wohl weiterhin der Meinung, in Deutschland, das es günstiger ist Fachkräfte aus dem Ausland zu beziehen und Flüchtlinge in 1 Jahreskursen mit IHK und HWK Abschluss auszubilden als in das Bildungssystem der hier geborenen Menschen zu investieren...
Ist es für die Unternehmen auch. Deutlich billiger sogar (nicht zuletzt weil man die Fortbildung ja noch vom Staat mitfinanzieren lässt). Und solange Unternehmen in Deutschland deutlich mehr Interesse an Politik haben, als die sogenannten mündigen Bürger...
Frage: Waren diese erfolgreichen Leute in öffentlichen Schulen?
Kann es sein dass sie allesamt auf Privatschulen waren?
Unwahrscheinlich, so verbreitet sind Privatschulen in Deutschland nicht. Vermutlich hatten sie etwas besseren Nachhilfeunterricht bzw. schlichtweg jemandem im Haushalt, den sie fragen konnten. Mit der richtigen Infrastruktur im Rücken kann man auch mit dem deutschen Schulwesen etwas lernen - das Problem ist halt nur, dass größere Teile davon nicht an/durch die Schule geleistet werden...
(Was aber auch nicht viel helfen würde. Denn beim Karriereeinstieg dürfte das Elternhaus vieler führender Unternehmenspersönlichkeiten aus Deutschland noch einmal genauso wichtig gewesen sein, wie die erlangte Bildung)