Da du Demokratie ja offensichtlich wörtlich nimmst ist es für dich sicher auch ok, wenn von 100 Leuten 80 fordern, dass die anderen 20 hingerichtet werden und es so umgesetzt wird.
Ist zwar das was die ursprüngliche Demoktratie war,
Nein, das ist es nicht. Ich möchte anregen, dass du dich mit den Grundzügen der "ursprünglichen" (Gemeint ist damit sicherlich die attische Demokratie ...) auseinandersetzt, bevor wir diesen Ansatz weiter diskutieren.
Das ist nicht böse gemeint, aber man bracht da schon eine einheitliche Diskussionsbasis.
Heute knicken viele Unternehmen nur leider zu oft unter dem wütenden Mob ein.
Welcher Mob und woher weißt du, dass er wütend war? Womöglich haben ja einfach nur Leute, deren Anzahl uns übrigens gänzlich unbekannt ist, ganz sachlich Bedenken geäußert und Argumente gebracht, denen Steam dann folgte?
Nicht, dass am Ende noch ein sorgfältig gepflegter, Vorbehalt flöten geht, der dem Tag Struktur gibt, jedoch irgendwie überhaupt nicht haltbar ist: Es gab keinerlei Aufrufe zum Boykott, keine Sprechchöre vor Newells Haus oder sonstigen Druck irgend eines behaupteten Mobs, der Steam unter Druck gesetzt hätte.
Auf meine Anmerkung, dass Steam Beschwerden - egal wie viele es sind - sicherlich sachlich prüfen wird, bist du ja vorsichtshalber gar nicht erst eingegangen.
Meinungsfreiheit verliert leider immer mehr an Stellenwert.
Was man schon daran merkt, dass so wahnsinnig viele Leute - dich eingeschlossen - offenbar keine so rechte Vorstellung davon haben, was Meinungsfreiheit bedeutet und ausmacht. Insbesondere wird gerne ignoriert, dass es sich dabei um ein vom Staat gegenüber dem Bürger garantiertes Recht handelt, nicht um ein Verhältnis von Bürger zu Bürger.
Und nachdem du dir das noch einmal genau angeschaut hast, wäre ich dir sehr verbunden, wenn du näher erläutern könntest, welche schutzwürdige Meinung denn 1.) mit diesem Spiel überhaupt geäußert und 2.) in welcher Form diese Äußerung unterbunden wurde. Denn wie hier ja schon mehrfach ganz richtig festgestellt wurde, können die Produzenten ganz und gar unbehelligt ihr Produkt (Welches als solches übrigens eher unter die Geschäftsfreiheit und gaaaaanz vielleicht unter die Kunstfreiheit fällt ...) bewerben und verteilen.
Wenn du in deiner Lieblingskneipe nach dem fünften Bierchen schmutzige Lieder singst und der Wirt dich vor die Tür setzt, du aber sowohl die Sauftour fortsetzen als auch die Lieder außerhalb der Kneipe weiter trällern darfst, siehst du dann auch die Meinungsfreiheit in Gefahr? - Eben.