Es geht darum, dass man sich keine Konkurrenz im eigenem Haus schafft. Eine RTX 3080 20GB, für 850€ UVP hätte der RTX 3090 zu viel Konkurrenz gemacht, sowas wäre gebracht worden, um eine übermächtige RX 6800XT zu kontern. Eine 16GB RTX 3070 und 3060Ti hätten wiederum die Verkäufe der RTX 3080 und später RTX 3080Ti gefährdet. Die RTX 3060 hat man mit 12Gb gebracht, weil einerseits 6GB doch etwas wenig gewesen wären und man andererseits so noch irgendwie etwas gegen die RX 6700XT setzen kann, wenn Leute viel VRAM wollen.
Hier ist es jetzt genauso. Eine 6600XT 16GB wäre zwar durchaus die richtige Wahl gewesen, allerdings hätte sie die 6700XT doch ein wenig alt aussehen lassen. So ist eine gewisse Abstufung gegeben. Wer mehr VRAM möchte, der soll sich eine RX 6700XT zulegen, wer 16GB will eine RX 6800.
Das obere Produktspektrum von nVidia ist hier nicht für diese Mittelklassemodelle relevant.
Der GA106 hätte für 8 GiB größer ausgelegt werden müssen (erhöhte Fixkosten ggü. flexibler Speicherausstattung) und zudem wäre sein effektives PowerBudget reduziert worden. Insofern leicht nachvollziehbar, dass man sich für die Einsparungen entschied und die reduzierte Gesamtkapazität durch die Verwendung von 16 Gb-BGAs kompensiert.
Eine Erhöhung bei der 3060 Ti ist wenig sinnvoll. Der Chip hat nur 8 Controller, d. h. die Wahl hätte hier nur zwischen 8 oder 16 GiB bestanden (zumal die deutlich mehr CUs das Bandbreitenplus vermutlich auch benötigen, d. h. weniger als die 8 Controller zu verwenden mit 16 Gb-BGAs stand wohl eher nicht zur Diskussion). Der zusätzliche Speicher hätte in der Klasse jedoch nur einen minimalen Mehrwert geschaffen, die Karte aber grundlegend signifikant verteuert und damit aus dem Marktsegment herauskatapultiert, was schon als alleiniger Grund mehr als ausreichend ist, von einer derartigen Idee Abstand zu nehmen.
Ergänzend: Eine gepimpte 3060 Ti hätte bestenfalls Einfluss auf eine 3070 gehabt, aber zweifellos nicht auf eine 3080, geschweige denn eine 3080 Ti, denn die letzteren beiden Modelle rangieren deutlich außerhalb ihrer Reichweite.
16 GiB für eine RX 6600 XT sind übrigens ein abstruser Gedanke. Der Mehrwert wäre gering und wäre das gleiche Szanrio wie schon zuvor beschrieben. Die Karte würde siginifikant teuerer werden und würde damit für den Großteil des Marktes in einer P/L-Betrachtung nicht konkurrenzfähig sein i. V. z. den nVidia-Modellen.
Wie schon zuvor angemerkt, vermute ich, dass es die RX 6600 XT in ihrer aktuellen Form bereits zwischen der RTX 3060 und RTX 3060 Ti mit 379 US$ MSRP sehr schwer haben wird.
Darüber hinaus, was grundsätzlich nicht zu vergessen ist: Die benötigten Speichermengen zum Verkauf der GPUs, denn wenn man hier im volumenträchtigen Midrange-Segment aus Spaß an der Freud unnötig hoch stapelt und dann mit irgendwelchen Einkaufsproblematiken konfrontiert wird, würde das Modell schnell in ernsthafte Probleme kommen. Am Ende wäre man noch gezwungen unter Reibungsverlusten kurzerhand ein Behelfsmodell mit weniger Speicher aufzusetzen, das so ursprünglich im Portfolio gar nicht vorgesehen war und möglicherweise die ganze Struktur durcheinander bringt. (Sowohl die reine Verfügbarkeit als auch Preise waren hier schon mehrfach in den vergangenen Monaten ein Thema und erst kürzlich erklärte erneut Samsung seine Speicher grundlegend zu verteuern.)
Beispielsweiese mit der RTX 3060 hat nVidia nun schon ein solches Modell im unteren Portfolio. Da würde eine gepimpte 3060 Ti bzgl. dieses Punktes das Risiko nur noch erhöhen.
(AMD hat mit dem Thema alleine schon deshalb weniger Probleme, weil AMD deutlich weniger GPUs verkauft, also auch auf deutlich weniger Liefermengen an Speicherbausteinen angewiesen ist.)