Jetzt auf einmal ist es müßig? Nvidia hat schlicht auf die eigenen Fehler reagiert. Natürlich macht das wirtschaftlich Sinn andernfalls würde man es komplett sein lassen. Aber eine ordentliche Planung oder ein war von Anfang an berücksichtigt ist was völlig anderes.
"
Nvidia hat schlicht auf die eigenen Fehler reagiert". Das bleibt nicht mehr als eine Spekulation bzw. die Art wie du es interpretieren willst. Mir scheint das Problem unserer Diskussion zu sein, dass du eher krampfhaft nVidia irgendwelche "Fehler" unterstellen willst (
welches vermeintliche Resultat das auch immer in der Außenwirkung haben soll und was du dir davon auch immer erhoffen magst), während ich hier schlicht Projektanpassungen in einem dynamichen Markt sehe.
Darüber hinaus, deine von dir in dieser Art vorgebrachte "
ordentliche Planung" impliziert Unflexibilität und ein "
wir bauen mal was und warten ab ob wir Glück haben und richtig liegen". Zu erwarten, dass derartige Milliardenkonzerne derart vorgehen, erscheint mir recht naiv. nVidia kann hier mit seinen größeren Ressourcen zudem grundsätzlich weitaus flexibler vorgehen als AMD.
Ich bin sicher kein Projektgott. Man kann aber sehen, dass im Lineup etwas bei Nvidia nicht passt und sowas passiert nicht wenn die Planung einigermaßen sauber läuft. Deine Reaktionmöglichkeiten sind ab dem Punkt der Produktionsplanung keine mehr. Ab dann ist das nur noch eine Notlösung, wenn diese dann überhaupt noch umsetzbar ist. Sowas fällt für mich unter die Kategorie Aktionismus. (Habe ich auch schon Life gesehen

)
Du meinst es passt was nicht, weil sich das Produktportfolio für dich als einfacher Konsument, der keinerlei internen Einsichten hat, nicht schön und homogen gestaltet darbietet? Das soll jetzt die Basis deiner Argumentation sein?
Übrigens ein selten unsinniger Satz: "
Deine Reaktionmöglichkeiten sind ab dem Punkt der Produktionsplanung keine mehr." Selbstredend kann man Produkten und Dienstleistungen eine gewisse Flexibilität bereits beginnend mit der grundlegenden Planung mitgeben und diese im Entwicklungsprozess berücksichtigen und sicherstellen, dass die bestehen bleiben. Das ist letzten Endes alles nur eine Frage der Gewichtung bzgl. dem vermeintlichen Druck diese Flexibilität haben zu müssen und den damit verbundenen Kosten. Im Laufe der Produktentwicklung wird man vielleicht den einen oder anderen Punkt streichen, weil man mit fortschreitender Zeit zu einer Neubewertung kommt und beschließt, dass die Kosten bei Feature X die Optionen A und B zu haben es nicht wert sind und so wird das fertige Produkt bspw. nur noch diesbzgl. Option A anbieten. Ebenso kann es sein, dass man in Laufe der Entwickung gar noch weitere Punkte identifiziert, die das nachträgliche Einfügen oder im worst case gar ein komplettes Redesign notwendig machen, weil man irgendwas für vollkommen unverzichtbar hält.
Setzt vorraus das Nvidia sowas auch wirklich geplant hatte. Gab auch Gerüchte das Nvidia relativ kurzfristig die 3080 mit dem GA102 bestücken wird und eigentlich ein GA103 geplant war. Wie gesagt es scheint alles andere als Rund gelaufen zu sein. Scheint als ob man durch AMD am Anfang extrem Nervös geworden ist und vieles was eingeplant war geändert wurde. Die Option des doppelten so großen Speichers ist vermutlich auch eher ein "Zufall" als feste Planung gewesen.
Meines Wissens nach gab es Gerüchte zur Existenz eines GA103, mehr aber auch nicht und erst recht nicht, dass die 3080 hierauf verschoben wurde. Letzten Endes macht eine derartige Vermutung aber auch keinen Sinn, denn der GA102 ist nicht gerade klein und die 3090 nutzt nahezu den Vollausbau, d. h. den ganzen "Ausschuss" hätte man ohne eine weitere GPU basieren auf diesem Chip gar nicht verwerten können, was die Fertigung überproportional teuer hätte werden lassen, d. h. im Umkehrschluss ist es um ein Vielfaches wahrscheinlicher, dass die 3080 grundlegend für den GA102 vorgesehen war als Salvage-Lösung.
Darüber hinaus ist es nicht einmal unwahrscheinlich, dass es mit etwas wie einem GA103 wirklich noch einen weiteren Chip bei nVidia gibt, denn die sind deutlich größer, haben wesentlich mehr Ressourcen und Testchips werden in umfangreichem Maße erstellt. Vielleicht existiert der gar als konkrete Option für eine Refresh, vielleicht entstand der nur im Zuge der Ampere-Entwicklung und wurde dann verworfen, weil man sich für eine Verwendung des GA102 und GA104 entschied, wer weiß, trägt aber ebensowenig dazu bei deinen allgemeinen Tenor von "Fehlplanung" etc. zu untermauern.
Und sollte deine Bewertung relativer Art sein, weil du der Meinung bist, da man derartige Änderungen/Anpassungen bei AMD nicht zu sehen scheint, so ist dieser Wahrnehmung per ser falsch, denn wie gesagt, bereits die RX 6700 XT ist ein deutliches Beispiel einer zwangsweisen Anpassung an nVidia's Portfoliostruktur. Und im HighEnd ist AMD All-In gegangen und hat den Vollausbau zum Consumer-Topmodell erklären müssen. Alles was hier blieb war bestenfalls eine Taktanpassung, justieren kann man das Design aber nur nach unten hin, d. h. hier kann man grundsätzlich nicht viel erwarten bei AMD beobachten zu können. Navi22 dagegen ist zu knapp ausgelegt worden (
möglicherweise bewusst und aus wirtschaftlichen Gründen oder in deiner Interpretaitonsart, weil man nVidia hier falsch eingeschätzt hat), eine Verschiebung des Produktes auf Navi21 wäre jedoch zu teuer geworden und so musste man bei Navi22 zwangsweise den Takt hochziehen, damit man nicht grundsätzlich hinter die Konkurrenzprodukte in dieser Klasse zurückfällt. Ist das gleiche Spiel, nur halt in rot.
Und dann direkt die nächste unsinnige Aussage: "
Die Option des doppelten so großen Speichers ist vermutlich auch eher ein "Zufall" als feste Planung gewesen."
Du meinst hochbezahlten, langgedienten HighTech-Ingenieuren, wie sie bei AMD und nVidia arbeiten, fällt es schwer, die trivialsten und offensichtlichsten Möglichkeiten zu erkennen, so bspw. 16 Gb- anstatt 8 Gb-BGAs zu verwenden oder möglicherweise das Ganze noch mit Clamshell anzubinden? Na du bist ja drollig.
Offensichtlich bist du des lesens nicht mächtig.
Ich wiederhole es aber nochmal für dich: Es gibt keinen Druck, in keinem Segment. Beide Hersteller schaffen es nicht mal Ansatzweise den Bedarf zu decken. Nvidia hat sich dann für ein anderes Design entschieden was schlicht mehr Marge verspricht. Laut Igor waren die Preise auch durchgehend konstant bei Nvidia.
Ist das so schwierig zu verstehen?
Wenn du aber mit der Behauptung um die Ecke kommst, dass Nvidia auf Druck von AMD 12Gb rausbringt dann aber im oberen Segment das nicht nötig hätte dann kann ich nur noch dass

sagen. Zumal die Karte schon Monate vorher erscheint. Also selbst wenn AMD wollte kein Druckmittel hatte.
Mir scheint eher du bist nicht des Verstehens möchtig.

Selbstredend gibt es hier einen Marktdruck und Kunden können sehrwohl zu Marke X anstatt zur Marke Y greifen, selbst heuer, wie man leicht bei den hiesigen Retailer sehen kann, die von beiden Herstellern Karten von nahezu allen Chips auf Lager haben. Deiner Theorie nach müssten die Bestände permanent leergekauft sein, sind sie aber offensichtlich nicht, weil der Markt bei den extremen Preisen (mittlerweile) durchaus mit Bedacht kauft und wären nVidia-Karten vollständig durch AMD-Modelle substituierbar, dann wären die AMD-Karten grundsätzlich Mangelware, was aber nicht zu beobchsten ist.*) "Ist das so schwierig zu verstehen?"
Hmmm ... offensichtlich ist es das ja, denn du kommst ja mit diesem unsinnigen 3060/3080-Vergleich an, aber um mal deine technischen Defizite etwas aufzulösen ... mit einer 6 GiB-Karte würdest du hier recht schnell in handfeste Limitierungen laufen, die 10 GiB einer RTX 3080 bietet da schon weitaus mehr Spielraum, mal ganz abgesehen davon, das die 6 GB-Kritik hier schon seit der LastGen bestand und dann auch schon mit dem Refresh in 2019 aufgehoben werden musste.
*) Das konnte man vor etwa 8 Wochen noch viel deutlicher beobachten, denn während die begehrten nVidia-Topmodelle kaum verfügbar waren, blieben die entsprechenden AMD-Pendants relativ gut verfügbar und bei den Händlern im Bestand, d. h. die fungieren offensichtlich trotz der grob vergleichbaren Leistungswerte für den Markt insgesamt offensichtlich dennoch nicht als vollwertige Substitution.
Ähnliches Bild zeichnen Marktanalysen, die AMD derzeit gar noch fallende Marktanteile bescheinigen und auch die Steam-Zahlen zeichnen hier ein gleichartiges Bild. Das Verhältnis von Ampere- und RDNA2-GPUs auf dem Desktop liegt hier bei etwa 10:1, d. h. offensichtlich entscheidet sich der Markt gar sogar noch weitaus mehr für Ampere-GPUs als gemäß der nur allgemein ausgewiesenen Marktanteile zu vermuten wäre.
Eine der schlüssigsten Vermutungen hierzu dürfte sein, dass AMD-Interessenten/Käufer im Mittel einfach preissensitiver sind und bei der aktuellen Marktlage noch weniger bereit sind einen hohen Preis für eine GPU zu bezahlen.
Dafür kann man Preise zum steuern nehmen. Bei entsprechender fürstlicher Entlohnung für mehr Speicher wird man Leute eher nötigen zur günstigen Variante zu greifen. Auch wenn knapper Speicher durchaus sowas begründen könnten. (Dann aber nicht den extrem hohen Preis der Ti's)
Mit dem Preis wird man grundsätzlich so wenig wie möglich zu steuern versuchen, weil der beim Konsumenten auch durch Features ausgehebelt werden kann und zudem drückt der beim Hersteller immer auf die Marge. Wäre eine rein preisbasierte Steuerung die erste Wahl, hätte es bspw. in 2019 keinen Refresh von nVidia gegeben, sondern die hätten Navi10 einfach mit Preisnachlässen gekontert und sich den ganzen kostenintensiven Aufwand neuer Kartenmodelle erspart. Offensichtlich funktioneirt das in einem Markt wie diesem aber eher nicht.
Abwarten, das ganze wird sich entscheiden falls die Coronabedingte Nachfrage nachlässt. Und danach siehts ja aktuell nicht aus.
Was gibt es hier abzuwarten? Deine Antwort scheint mit dem von dir beigelegten Zitat kaum was zu tun zu haben.
Und nVidia hat hier grundsätzlich mehr Möglichkeiten bzgl. der Produktgestaltung aufgrund des von ihnen gewählten Designs, so auch bzgl. etwaiger Refreshes. Die Frage ist nur, was sie zum Zeitpunkt X für angebracht halten, den primär geht es hier um Umsatz und Marge, die gleichen Prinzipien, nach denen auch AMD operiert. Dass letztere das an der einen oder anderen Stelle nicht so stringent durchsetzen können, liegt lediglich an ihrem Underdog-Status im GPU-Markt.