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politics - Was ich von der Hysterie um die Ad-Block-Blocker halte und warum ich die Presse ******* finde.

Kusanar

BIOS-Overclocker(in)
Mein Senf zu den um sich greifenden Ad-Block-Sperren und dem Kommentar von Torsten dazu. Ich hatte ehrlich gesagt keine Lust, es zum Artikel zu schreiben. Es gibt da so viele verschiedene Ansichten und Meinungen und irgendjemand tritt man sowieso immer auf den Schlips, daher gibt's meinen Senf hier im Blog zu lesen.

Da der originale Artikel.
Hier der Kommtar von PCGH_Torsten.

PCGH_Torsten;7783122 schrieb:
Es gibt zwei Möglichkeiten, eine öffentlich zugängliche Webseite zu finanzieren: Über Werbeeinnahmen oder über die Verbreitung bestimmter Messages gegen Bezahlung. Welche Art der Finanzierung zu lesenswerteren Artikeln führt, müssen die Leser entscheiden.

Wir sprechen hier von der Repräsentanz einer physikalisch vorhandenen Zeitschrift, die früher mal ihr Geld mit BEDRUCKTEM PAPIER verdient hat. Es ist nunmal Tatsache, dass der Markt für Printprodukte am schrumpfen ist. Dafür aber mit überzogenen Werbemaßnahmen das fehlende Geld aus dem "Webprodukt" zu pressen, wird nicht gelingen. Wenn sie ihr Geld jetzt im Internet machen wollen, statt wie früher mit Printprodukten (da war die Webseite noch lästiges Beiwerk), sollten sie vielleicht mal langsam ihr Geschäftsmodell überdenken und lieber eine Paywall hochziehen.
Mit einer Webseite, die ich frei Haus und ohne zusätzliche Kosten geliefert bekomme, kann ich auf meinem eigenen Rechner machen, was ich will. Analog dazu könnte ich mir auch die (Papier-)Bild auf die Toilette hängen, wenn du verstehst was ich damit meine. Oder eben alle Werbungen rausschneiden und die Zeitung weitergeben. Verklagt mich doch mal bitte einer deswegen :P


Ich erzähl dir eine kleine Story aus der Glaskugel, wir sind im Jahre 2020:
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Es war einmal eine Zeitung, die sich allein durch Werbeschaltungen in ihren Magazinen und dem Verkauf selbiger finanziert hat. Irgendwann, es muss kurz nach der Erfindung des "Wörld Weit Webb" gewesen sein, war jemand mal so schlau und hat gesagt: "Ey, da macht jetzt einer so eine tolle Seite im Internet mit News, kompett gratis auch noch! Da müssen wir natürlich mitziehen!!!!!". Später ist aus dieser kleinen Seite eine extrem aufgeblasene Webseite mit "Fläsch" und diversem anderen Schnickschnack geworden, die Anforderungen bezüglich Wartung, Pflege und Serverkosten wurden immer höher.

Versteht sich von selbst, dass das irgendwann mal nicht mehr kostendeckend (sprich mit dem Umsatz aus dem Heftverkauf) in Schuss gehalten werden konnte. Da kam ein BWLer ums Eck gewieselt und hat gemeint: "Mehr Werbung, MÄÄÄHAAARRR WÄÄÄRRRBUNNNGGG !!!!! Dann bekommen wir wieder mehr Geld, dann klappt das schon". Dann wurden die Seiten mit Werbung zugekleistert, teilweise so dreist und nervig, dass der eigentliche Inhalt der Seite (die Information, die man ursprünglich eigentlich mal verbreiten wollte) plötzlich nebensächlich geworden ist.
Woraufhin sich der gemeine Surfer draussen im WWW gedacht hat: "Nö. Da mich ich nicht mehr mit. Die Seite lädt jetzt soooo langsam und das, was ich eigentlich lesen wollte, muss ich jetzt auch umständlich zwischen Werbeblöcken suchen, wenn ich denn überhaupt mal an der bildschirmfüllenden Werbung vorbei komme, ohne gleich völlig entnervt den PC abzudrehen... ich installier' mir jetzt einen Ad-Blocker!".

Einige Zeit später fiel dann auch dem BWLer auf, dass hier was nicht mit rechten Dingen zuging. "Wir haben doch noch mehr Werbung geschaltet, und trotzdem verdienen wir mit der Webseite immer weniger? Da ist doch was faul...". Nach kurzer Recherche und einem Kaffee mit dem IT-Support war dann auch klar was: Der Ad-Blocker war schuld. Es passierte, was passieren musste... Der BWLer hatte sich mit der IT einen schlauen Plan und eine kleine softwareseitige Lösung auf den Webservern überlegt, und seitdem konnte keiner mehr mit aktiviertem Ad-Blocker die Seiten dieser einst so bekannten Zeitung mehr lesen.

Warum "einst bekannte" Zeitung? Tja... wir schreiben jetzt das Jahr 2020. Niemand war seit Jahren mehr auf der Webseite dieser Zeitung, das gedruckte Heft wurde die letzten Jahre sowieso vernachlässigt und interessierte eh schon keinen mehr. Damals meinte man ja "Digital" ist das Ding, Papier braucht keine Sau. Mehr als 1000 treue Stammleser reichten einfach nicht mehr für den Weiterbetrieb der Druckerpressen. So wurde das Produkt, mit dem die Zeitung ursprünglich groß geworden ist, die gute alte analoge Papierzeitung, eingestellt. Die Reichweite war nicht mehr vorhanden, so blieben auch die Anzeigenpartner aus und seit letztem Jahr ist der Betreiber der Zeitung pleite, die Belegschaft an den Druckerpressen, die Analog- sowie die Digital-Reporter entlassen.

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Traurig, nicht? Aber genau so wird es passieren, wenn man nicht endlich mal begreift, dass das Geschäftsmodell mit bedruckten Papierprodukten eben NICHT 1:1 aufs Geschäft im Internet übertragbar ist. Anstatt sich immer mehr und mehr auf die Webseite als Einkommensgarant zu verlassen, hätte man früh genug schon mal einsehen müssen, dass das so nicht auf Dauer klappen wird...

Ich kauf mir auch gerne hin und wieder die PCGH, aber seien wir uns ehrlich: Bis die Zeitung draussen ist, sind die dort abgedruckten News schon keine News mehr. Die Zeit wird eben schnelllebiger, und so sind Hefte aus Papier auch nur noch Lückenfüller und nicht mehr der Kassenschlager wie früher. Noch dazu kommt, dass es im Internet jede Menge Privatpersonen gibt, die aus reinem Spass Webseiten betreiben und Informationen liefern.

Das Feld ist eben hart und wird schon lange mit dem Bagger umgepflügt, die Egge reicht schon lange nicht mehr :)
 
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