Der Punkt ist wohl eher, daß die Anleger völlig wahnsinnig geworden waren und alles für möglich gehalten haben.
Die andere Interpretation wäre klassisches Wetten auf den Markt:
Es ist ziemlich egal, ob eine Firma Gewinne erwarten lässt, oder nicht. Wenn man auf steigende Börsenkurse spekuliert, ist nur wichtig, ob andere
glauben, dass die Firma mal Gewinnen erwarten ließe. Und in zweiter Instanz der Eskalation reicht es sogar, wenn andere glauben, es gäbe andere, die glauben, dass die Firma mal Gewinn macht. Denn sobald jemand hofft, dass sich die Aktien aus irgend einem Grund lohnen könnten und er sie kaufen sollte, steigert das den Kurs. Und wenn die Kurse deutlich genug steigen, ist der Anstieg selbst Grund genug für Spekulanten, einzusteigen - wohl wissend, dass es eine Blase ist und dass sie platzen wird.
Aber mit der Selbstsicherheit, dass man der Schlaueste ist und deswegen kurz vorher selbst als reicher Mann aussteigt, während alle anderen kurze Zeit später mit wertlosen Papieren dasitzen.
Weiß nicht, was VWL-Profs an der Stelle erzählen. Aber dieser Mechanismus erklärt hervorragend nicht nur die Entwicklung von .com und 1929, sondern war auch schon zu beobachten, als an Börsen noch reale Ware gehandelt wurde und er passt auch nahtlos ins kleinerskalige Marktgeschehen zwischen großen Crashs. Und das alles, ohne vorrauszusetzen, dass tausende Menschen so blöd sind, von Unternehmen mit Realwerten von ein paar tausend $, keinerlei fachlicher Kompetenz und einer Bilanz, die sich seit der Gründung von rot nach röter gewandelt hat, Milliarden-Renditen zu erwarten.