Sry, aber da muß ich einfach mal wieder meinen Senf zu abgeben.
Nope. Spiele sind gerade bei 4- Kern Support (von den ungenutzten Threads ganz zu schweigen; von denen hat der 4790K nämlich auch 8) und bis wir da mal bei Full 6-Kern Support angelangt sind, ist der 5820K reif fürs Museum.
Irgendwie witzig und traurig zugleich diese Sprüche heute immer noch zu hören.
Ist der 6 Kerner Zukunftssicherer?
Diese Frage kann eigentlich jeder beantworten, der bis 6 zählen kann.
Und zum gefühlt 1000. Mal, zukunftssicher gibt es bei PC-Hardware nicht. Was heute "up to Date" ist, ist morgen überholt und übermorgen will es schon keiner mehr haben
Was hier nicht "up to date" ist, ist diese Aussage. Dazu kommt (ich erkläre auch gleich noch warum) das sie von Tag zu Tag sogar noch "falscher" wird.
Als ich mir damals (zum Release) nen Dual-Core kaufen wollte, meinte (gefühlt)
jeder "Spezialist" dass das noch keinen Sinn machen würde. "Nutzt doch kaum ein Spiel". Wenige Wochen nach Release der ersten Dual-Core CPUs gabs dann von den GPU-Herstellern angepasste Treiber, die die FPS mal eben um bis zu 30% anheben konnten (in einigen Spielen, nicht in allen). Naja, was dann noch alles aus dem Dual-Core rausgeholt wurde wissen vermutlich sogar die Jüngeren unter uns noch. Das gleiche Spiel beim Quad-Core
kurz drauf (ja, damals ging die Entwicklung noch sehr schnell voran). Ein höher getakteter Dual-Core würde doch bei den meisten Spielen mehr bringen, als ein langsamer getakteter 4-Kerner (damals noch ohne HT !). Was soll ich sagen, der QX6700 feierte (leicht auf 3GHz übertaktet) bei mir seinen fünften Geburtstag - im Gaming-PC (mit gelegentlich aktualisierter Graka). In den Jahren habe ich einige User gesehen, die den Kauf ihres Dual-Cores (als es schon Quads wie den Q6600 für kleines Geld gab) bereut hatten - und deutlich früher als geplant aufrüsten mussten. Blöd wenn gerade das aktuelle Lieblingsspiel auf einem ab Werk zb. 1GHz niedriger getakteten Quad-Core trotzdem noch besser läuft, als auf dem eigenen 1GHz schnelleren Dual-Core... (und beide auch in etwa das gleiche gekostet haben). Besitzer die den "frühen" Kauf ihres Dual-Cores bzw. Quad-/Hexa-/Octa-Cores bereut haben sind mir komischerweise noch keine begegnet.
Und beim Kauf meines 3930K Anfang 2012 war es dann natürlich wieder das gleiche Spiel, was heute (3,5 Jahre später) kurioserweise immer noch gespielt wird. "Lieber nen höher getakteten Quad-Core als nen Hexa".
In Einzelfällen kann das in der Tat Sinn machen. Nämlich immer dann, wenn man die Ansprüche an die Hardware über die komplette Laufzeit 100%ig exakt vorausberechnen kann. Wenn ich genau weiß, das ich in den nächsten Jahren nur mein Lieblingsspiel spielen möchte, und das auch dann nie mehr als Kernzahl X nutzen wird, dann kann ich auch heute noch sogar einen Dual-Core in einen Gaming-Rechner stecken. Alles andere wäre hier eben Verschwendung.
Die meisten User wollen aber genau das nicht, und können auch nicht wissen was die Gaming-Zukunft der nächsten 3-5 Jahre so bringt. Die wollen ihre HW einfach nur so lange wie möglich nutzen. Und gerade beim aktuellen (laaaangsamen) Entwicklungstempo im Bereich der CPUs, hat es noch nie so viel Sinn gemacht wie heute, CPU-Power auf "Vorrat" zu kaufen (bis zu einem gewissen Punkt, ein 18 Kern Xeon für 5000€ macht in einem Gaming-PC natürlich keinen Sinn). Auf die CPU-Auslastung bezogen, verglichen mit den 5 Jahren Laufzeit meines alten QX6700, sind wir bei meinem 3,5 Jahre alten Hexa-Core HEUTE so ungefähr am Anfang-Mitte vom zweiten Jahr. Sprich, mein 3930K wird nach 3,5 Jahren im Schnitt ungefähr so stark ausgelastet, wie mein Quad-Core damals am Anfang seines zweiten Jahres. Wie gut das ich nicht auf die "Spezialisten" damals gehört hab, denn dann hätte ich heute einen "Core i7-2700K"(Ivy-Quads gabs zu dem Zeitpunkt noch nicht) statt meines i7-3930K. Weil es "zukunftssicherer" ja nicht gibt, und wenn der 2700K irgendwann mal zu langsam ist, dann ist auch der 3930K "reif fürs Museum". Is klar. ^^
Wenn es so weiter geht, dann kann ich meinen Hexacore sogar noch länger behalten als seinerzeit den Quad-Core. Dazu kommt, das ich all die Jahre immer mehr Kerne im System hatte als von den "Spezialisten" empfohlen wurde/wird. Bedeutet, bei allen entsprechenden Anwendungen abseits der Computerspiele (grid/crunchen, packen, Videos recodieren), die alles an CPU-Power nehmen was in einem System steckt, habe ich auch IMMER eine entsprechende Performance. Kein must have, aber ein nice to have. Wenn das Budget also einen Hexa ermöglicht (sonst stellt sich die Frage natürlich nicht!), dann kann und sollte man sich auch ruhig einen "gönnen". Dafür darf man auch durchaus noch mal 10% auf sein Budget drauflegen, wenn es denn sein muß. Aber natürlich muß man nicht UNBEDINGT einen Hexa kaufen. Wenn es nicht ins Budget passt, dann passt es nicht. Fakt ist, 10% mehr Takt können im besten Fall auch nur etwa 10% mehr Performance erzeugen. Diese zb. 10% ist der Hexa dann in der Spitze langsamer. Die 50% mehr Kerne (Hexa vs Quad) können demgegenüber im besten Fall (extrem CPU-lastiges Game) aber auch mal annähernd 50% mehr Performance bringen (bzw. eher bis ~35% bei Spielen unter Berücksichtigung der Taktdifferenz).
Mich nervt es einfach, als Besitzer eines Hexacores, wenn ich ständig lese wie sinnlos doch alles über Quad-Core ist (zur Erinnerung, wir sind im Enthusiast-Desktop beim 8-Kerner / Xeon beim 18-Kerner), und es dann auch noch quasi immer von den Usern kommt, die selbst noch nie einen Hexa-/Octa-Core hatten. Da könnt ich manchmal echt aus der Hose springen...
btw: Und ja, auch ich sitze manchmal nur so da, und schaue auf die 12 Diagramme im Taskmanager. Das ist - auch nach 3,5 Jahren noch - schon ein bisschen geil, muß man einfach mal zugeben.
@Threadersteller: Wenn es dein Budget hergibt, dann nimm dir ruhig nen Hexacore (oder auch nen Octa-Core). Lass dir die Argumente für und wieder durch den Kopf gehen, und entscheide dann. So oder so machst du nicht wirklich etwas falsch. Ich hab übrigens das "Sharkoon WPM600", welches genau so alt wie das genannte Netzteil ist (und ungefähr die gleiche Leistung hat). Mein alter 3930K läuft unter Vollast im Turbo auf 6 x 4GHz (150Watt?), meine Gigabyte 980Ti G1 mit ihrer Werksübertaktung auf 1,4GHz. Und es läuft alles problemlos, keine Spannungsschwankungen o.ä. Ergo einfach mal das alte NT ausprobieren. Austauschen kann man es immer noch.
Weitermachen.