@chill_eule oder irgend ein anderer Mod:
Nachdem hier schon wieder intensiv über Wehrpflicht diskutiert wird, obwohl es dafür einen eigenen Thread gibt, würde ich mir mal ne Klarstellung wünschen, ob das Ontopic ist oder nicht. Hab keinen Grund, eins auf den Deckel zu kriegen, wenn ich wiederhole, was eigentlich schon an anderer Stelle gesagt wurde.
Strom aus Wind und Sonne ist günstiger als aus fossilen Quellen. Wieso kostet ein Ökostromtarif mehr?
Stabilisierter Ökostrom inklusive Speicherung kostet mehr als fossiler Strom, bei dem alle Folgekosten auf die Gesellschaft abgewälzt werden. Zwar nicht viel mehr, aber es ist ja auch so, als wenn Ökostromtarife viel teurer wären.
Wenn du Ökostrom nur zu Produktionsspitzenzeiten kaufen willst, also dann wenn er direkt vom Kraftwerk im beliebiger Menge zum reinen Erzeugerpreis bezogen werden kann, ohne jegliche Pufferung, dann kannst du ihn aber auch heute schon spottbillig über dynamische Verträge bekommen. Geht aber halt an der Lebensrealität der meisten vorbei.
Was ist der unterschied zwischen Stromart und Erzeugung?
Es geht um den Unterschied zwischen "Stromart" und "
Veränderung der Erzeugung". Oder zumindest schien es dir darum zu gehen. Wieso letztere aus einem niedrigem Preis von Ökostromtarifen folgen soll(-te), ist weiterhin unklar.
Das ist auch so ein Wunschdenken. Davon sitzen einfach zu viele im Bundestag in Verantwortung und niemand sägt an dem Ast, auf dem er sitzt. Ist aber auch kein Vorwurf, Politik, kann und darf ja jeder machen, allerdings haben sozial Schwachere natürlich den Fokus auf anderen Bereichen, statt auf politisches Engagement. Das begünstigt natürlich immer die Gruppen, "die es sich leisten können" und abgesichert sind, wenn sie politisch aktiv sind.
Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, weiß ich gar nicht ob ich das so gut finde.
MfG
Man kann auch aus ärmeren Verhältnissen in den Bundestag kommen. Der erste Weg ist sich früh politisch zu engagieren und dafür braucht man nicht einmal in der FDP Geld. Im Gegenteil: Wer aus ärmlichen Verhältnissen kommt, hat sogar den kleinen Vorteil, dass er seinen (niedrigen) Lebensstandard schon früh aus Aufwandsentschädigungen bestreiten und sich so voll aufs hochschleimen und -arbeiten konzentrieren kann, denn dieser Weg ist lang.
Der zweite Einstieg in die höhere Politik ist auch noch einigermaßen neutral und beginnt meist mit politischem Engagement an der Uni. Iirc werden entsprechende Tätigkeiten sogar als Grund für längere Studienzeiten anerkannt, sodass diese Networking-Ebene auch Bafög-Empfängern offensteht. Reiche haben nur den Vorteil eines Sicherheitsnetz, wenn nichts draus wird. Aber das gilt ja überall.
Beim dritten Weg, Quereinsteiger aus der Wirtschaft, muss man dann die Kausalität richtig drum drehen: Wer vom IT-Konzernchef zum IT-Cheflobbyisten äh Digitalisierungsminister oder aus der Energiewirtschaft ins Energieministerium transmutiert, der ist natürlich in der Regel reich. Aber das ist nicht der Grund für seine politische Karriere, sondern ein Nebeneffekt seines hochkarätigen Lebenslauf und den hätte man z.B. auch, wenn man mal das Umweltministerium mit einem Ökologieprofessor besetzen würde. Es ist in unserer Gesellschaft leider nicht so, dass fähige Leute automatisch gute Jobs bekommen, aber das Gegenteil ist durchaus richtig: Wer rein gar nichts drauf hat, hat meist einen schlechten Job und Nieten will man nicht im Parlament sitzen haben. (Auch wenn oft der gegenteilige Eindruck entsteht

. Selbst ein Spahn z.B. ist erstklassig darin, Steuermilliarden an Freunde durchzureichen; dafür wären viele andere nicht nur zu ehrlich, sondern auch schlicht nicht geschickt genug.)
Aus dem gleichen Grund wird man halt auch bei den ersten beiden Möglichkeiten immer überproportional Interessenten aus akademischen Elternhaus dabei haben, einfach weil die im Schnitt früher politisiert werden und es eher gewohnt sind oder als positiv empfinden, sich mit komplexen Fragestellungen auseinandersetzen. Leute, deren einzige Interessen saufen und Party sind, haben in bildungsfernen, im Schnitt ärmeren Schichten nun einmal einen höheren Anteil. Aber vonn denen will man auch nicht regiert werden.
Am Ende entscheidet nämlich nur einer über die Bundestagszusammensetzung:
Der Wähler.
Und auch wenn dessen Auswahl durch die Wahllisten etwas eingeschränkt ist, so kann man doch ganz klar sagen, dass man deutlich weniger/deutlich weniger akademisch hätte wählen können, als gewählt wurde. Selbst unter den Rechtsextremen kriegt die AFD, die sowas wie Medienkompetenz und Organisationsstrukturen geistig auf die Reihe bekommt, mehr Stimmen als die Basis (ex-NPD), bei der es zu mehr als dumpfen Parolen überhaupt nicht mehr reicht. Auch im linksextremen schafft es die extrem verkopfte MLPD noch am ehesten, Stimmen zu sammeln (okay, zugegeben: bei der APPD reichen die Organisationsfähigkeiten halt nicht einmal mehr zum Wahlantritt)
Die Mehrheit der Wähler will offensichtlich lieber Akademiker im Bundestag sehen und zwar genau die, die gerade regieren. Sonst hätten sie jemand anderen gewählt. (Einzige Alternativerklärung: Die Mehrheit war zu blöd, eine kompetente Wahlentscheidung zu treffen. Aber wenn die Masse zu blöd ist, regieren halt erst recht die Eliten. Weil es niemand anders kann.)
Meist Juristen, gefolgt von Wirtschaftlern.
Es liegt auf der Hand, dass die sich nicht ins eigene Knie schießen.
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Apropos Auswahl und Qualifikationen:
Wer bitte schön hat diese Farbunkenntlichmachung verbrochen?
Heute sind sich in jedem Fall die Grünen und die Linken in Sachen Außenpolitik so uneins wie noch nie. Das liegt aber nicht an den Linken, die haben ihre Positionen weitestgehend unverändert belassen, sondern vielmehr an den Grünen, die eher so in Richtung FDP und Strack Zimmermann tendieren. Da scheint es jetzt lauter grüne Militärexperten zu geben.
MfG
Nachdem die putinesken Angriffskriegsfans aus der Linken ins BSW gewechselt sind, geht es eigentlich wieder. Das kam halt, in einer Chaostruppe wie der Linken, nur zu spät, um es konsequent für die Wahl auszunutzen. Die haben sich von Wagenknecht 1A vorführen lassen: Erst blockiert deren Flügel jahrelange jegliche Neuausrichtung oder auch nur Festlegung, dann missbraucht er die alte Partei als Bühne für den eigenen Neustart und hinterher sammelt man mit seiner neuen Partei auch noch die Stimmen derjenigen ein, die mit dem zurückgelassenen Scherbenhaufen nichts anzufangen wissen.
Aber nachdem das jetzt geschafft wurde, könnte man einen Neuanfang Rot-Grün machen. Klar: Die Linke hält immer noch Pazifismus hoch, während die Grünen für militärisches Eingreifen auf der "richtigen Seite" sind, aber das ist schon lang so. Weit länger, als es die Linke überhaupt gibt (Stichwort: Jugoslawien), und entsprechende "richtige Seiten" sind selten genug, das man sich arrangieren könnte. Umgekehrt ist die Linke für die Grünen viel akzeptabler geworden, seitdem aus dem ewigen Abschreiben von Umweltschutzvorschlägen eine gewisse linke Akzeptanz dafür geworden ist, die Zukunft nicht allein in der Braunkohle zu sehen.