Und was hier empfohlen wird - naja, die meisten scheinen wohl irgendwas zu lesen bei dem Grafikkarten kurz getestet und für gut befunden wurden. Manchmal stellt sich dann auf Langzeitsicht doch etwas anderes heraus und viele lassen sich wohl auch blenden von "oh toll, 2 oder gar 3 Lüfter, kann ja nur gut sein".
Ein einziger Lüfter, der die Wärme einfach direkt aus dem Gehäuse pustet, erregt halt kein großes Aufsehen, sei er auch noch so sinnvoll und effizient, denn selbst wenn er mehr Geräusche als 3 größere, langsam laufende Lüfter erzeugt, haben die übrigen Lüfter im Gehäuse weniger Arbeit und laufen ihrerseits leiser und die in den meisten Gehäusen direkt darüber liegende CPU bleibt kühler. Irgendwas müssen sich NV und AMD ja bei ihren Referenzdesigns, die sie sich teilweise gut bezahlen lassen, wohl gedacht haben...
Nö - einige Leute schauen sich ein Foto an - geil, 3 Lüfter, ist besser als alles andere, kauf das!
Nix mit nur anschauen und dann Urteil fällen. In den letzten 4 Jahren hatte ich 2 Karten im Referencedesign (GTX670 + GTX980) und 2 Custom (GTX680 + GTX980ti)
Bei der GTX970 mag es ja noch aus irgendwelchen Gründen zutreffen, das der Referenzkühler gut ist, aber bei der GTX980 (auch von Palit) hatte ich was die Taktstabilität und Lautstärke angeht eher Probleme. Das mit der Lautstärke traf auch auf die Referenzversion der GTX670 zu.
Du hast bei den Referenzlüftern eigentlich nur eine Wahl ... Lautstärke oder hohe Temperaturen ... Eine leise Karte die nicht zu heiß wird gibt es nur im Custom-Design. Außnahme mögen noch die Karten der unteren Leistungsklasse sein, die per se nicht zu heiß werden.
Habe meine GTX670 Reference von MSI gegen eine MSI GTX680 Twin Frozr III ausgetauscht und zwischen den beiden Karten waren Welten was Temperatur und Lautstärke anging. Ich spreche jetzt nicht von FPS, das sollte sowieso klar sein.
GTX670 OC Referencedesign unter Volllast: Temperaturen um die 80°C und sehr deutlich zu hören. GTX680 mit Twin Frozr Kühler unter Vollast: 68°C und nicht wahrnehmbar. Dabei ist die GTX680 der heißere Chip.
GTX980 Palit Reference unter Volllast: Temperaturen um die 81°C, kann den Boost nicht mal ansatzweise halten (taktet teilweise bis auf nVidia Standard runter) und auch sehr wahrnehmbar. EVGA GTX980ti mit EVGA ACX2.0+ Kühler unter Volllast: Der Boost liegt immer über den von nVidia angegebenen Maximal-Boost und wird maximal bis 78°C warm. Lüfter sind als leises Rauschen wahrnehmbar, aber übertönen nicht den Sound der Spiele. Nur wenn es im Spiel ganz still ist wird mir wieder bewußt, dass ich ja noch eine Grafikkarte habe die sich abrackert.
Und was die Temperaturen der CPU angeht. Ich habe in der Zeit der GTX680 nur den Boxed auf meiner CPU i7-2600 und es gab beim spielen nie Temperaturprobleme. Selbst im Hochsommer nicht.
Gleiches jetzt: Meine Grafikkarte (EVGA 980ti SC+ ACX2.0+) liegt mit ihrer Backplate direkt am Kühler (Bin froh, dass sie eine Backplate hat, so dass es keine Probleme mit der Halteklammer des Lüfters gibt), aber die CPU (i7-5820K @ 3,9 GHz) wird selbst bei parallelen Fahren von Prime 95 und Furmark nicht über 65°C warm. Getestet habe ich dass im Hochsommer, als ich grade beide Komponenten neu erworben hatte und aufgrund eines Dachzimmers die Temperaturen hier sehr gut kuschelig waren (30°C ). Der ganze Rechner ist trotz offenen Aufbau (Corsair Carbide 500R) angenehm leise.
Ein Referenzdesign würde ich wegen des Heat-Exhaust nur im Falle eines SLI/Crossfire-Systems einbaunen, oder wenn ich ein sehr kleines Gehäuse hätte.
Aber selbst im NZXT Hades (das schon ziemlich kompakt ist) hatte ich mit den Custom-Designs keine Temperaturprobleme.
Ich verbaue lieber ein paar Lüfter im Gehäuse mehr, als auf die stärken der Grafikkarte zu verzichten, nur weil die Kühler es nicht packen den Boost zu halten.
Hier mal die Temperaturen nach 15 Minuten Witcher 3 freies Welterkunden auf allerhöchsten Einstellungen: