Ok, mag sein, dass es inzwischen mehr Konfessionslose gibt, ich gehöre auch dazu, aber die überwiegende Religion ist das Christentum, man kann konfessionslos doch nicht als Religion zählen. Also würde ich durchaus sagen, dass das Christentum die größte Religion ist.
Wenn es um die Frage geht, wessen Interessen vorrang haben, dann zählt für mich in einer Demokratie die größte Gruppe - und bei den Konfessionen ist das ganz offiziell "konfessionslos".
Bei der Entwicklung der christlichen Kirche in Deutschland (rasanter Mitgliederschwund) kommt ansonsten auch irgendwann der Punkt, an dem Muslime die "größte Religion" sind, vermutlich aber weiterhin <25% der Bevölkerung stellen. Deren Wunsch nach Lärm sollte dann imho genauso ein Strich durch die Rechnung gemacht werden, wie jetzt den Kirchen.
In der Nähe meiner Arbeitsstätte haben sie heute übrigens mal von 17:45 bis 17:55 Dauergeleut trainiert, volle Stunden und gegelentlich ein Schlag dazwischen reichen wohl nicht mehr...
Das letzte habe ich weggelassen, tut hier nichts zur Sache. Aber die Frage ist, wie man 2. auslegt. "Ungestört" - das heißt egtl nicht, dass dafür Minarette gebaut werden müssen, das heißt doch lediglich, dass jeder seine Religion so ausüben kann, wie er möchte (ob jetzt aber mit vorhanden und/oder nicht vorhandenen Dingen, kA!?)
Tjo - im weiteren Sinne braucht man zum "glauben" gar keine Hilfsmittel. Demnach wäre z.B. das Bibelverbot bei unseren geliebten Öllieferanten ein Beispiel für mustergültige Religionsfreiheit?
Im Falle des Islam würde ich mich aber auch nicht so sehr auf das Recht auf freie Religionsausübung konzentrieren (ggf. heikel, da es keine klaren Vorschriften für den Aufbau einer Moschee gibt und diese ohnehin kein geweihter Ort, sondern eben eher ein Gemeindezentrum ist), sondern auf das Diskriminierungsverbot.
Aus dem leitet sich für mich nämlich her, dass der Glaube nicht als Grund genommen werden kann, um irgendetwas zu verbieten, also z.B. eine Baugenehmigung nicht zu erteilen. Dafür müssen andere Gründe her und auch nach 17 Seiten Diskussion hat da niemand welche gefunden, die eindeutig auf Minarette zutreffen.
Passiert das nicht bei jeder Wahl?!
Nö. Bei einer Wahl werden gewichtige Interessen vieler über die Gegenstücke weniger gestellt. (Jedenfalls in der Theorie. In der Praxis sind es natürlich die BILD-Schlagzeilen der letzten Wochen, aber da kann man den Wahlveranstaltern keine Vorwürfe machen)
Hier ging es darum, dass man ein nachrangiges Interesse eines einzelnen über ein Grundbedürfniss vieler stellen soll. Sowas findet man eigentlich nur da, wo eben keine Wahlen stattfnden, sondern z.B. die religiösenen Vorlieben eines einzelnen Führers zur Vorschrift für alle werden.
Der Vergleich mit dem Rauchverbot war übrigens gut, es geht ja nicht darum wieviele Leute sterben!
Sondern darum das es Nichtraucher gibt die aus eigenem Interesse für ein Rauchverbot stimmen da es "ihnen nicht gefällt" und somit nachher rauchen für "alle verboten" ist!
Beim Rauchverbot geht es zum einen sehr wohl um Gesundheitsschäden (und die daraus resultierende Belastung der Allgemeinheit), zum anderen aber auch um Belästigung.
Denn im Gegensatz zu einem Minarett, dass vielleicht 25% aller denkbaren Blickrichtungen stört, ist es unmöglich, einer Rauchquelle in der näheren Umgebung (räumlich, zeitlich durchaus länger) zu entkommen.
So alt das ich nicht an übermenschliche Fabelwesen glaube und du?
Ich glaube, dass ihr ein bißchen sehr weit vom Thema abdriftet.
(Außerdem glaube ich, dass du dich mal näher mit dem Unterschied zwischen Religion und Kirche, der Geschichte verschiedener Religionen -gerade auch der abrahamitischen- und Kirchen sowie der Abgrenzung zu Tradition und Politik beschäftigen solltest, ehe du knallharte Aussagen macht, die eine größere Zahl von Personen als persönlichen Angriff auffassen könnten)