Es gibt doch aber Anwendungsbereiche, in den regelbasierte Systeme und physikalische Modelle an ihre Grenzen geraten, und in denen KI, wie du auch schreibst, Antworten liefert, und aber die Antworten zuverlässig genug sind, um letztlich Kapital daraus schlagen zu können.
So? Gibt es die?
Ansonsten würde sich bspw. Siemens (Youtube-
Link mit Zeitstempel) nicht dafür interessieren, würd ich meinen.
Also wenn ich mir angucke, welche Bedeutung die heute gesamtwirtschaftlich haben und welche vor 50 Jahren, dann würde ich "Siemens interessierts" nicht unbedingt als Argument FÜR die Qualitäten einer Technik werten

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Und soweit ich das den Minuten rund um deinen Link entnehmen kann, haben sie ohnehin wenig mit KI an sich zu tun. Siemens baut einen Roboter (im herkömmlichen Sinne/existierende, händisch programmierte Technik), der jetzt um ein Modul zur Erkennung von gesprochenen Befehlen auf ChatGPT-Basis erweitert werden soll. Von eigener KI-Entwicklung ist nicht die Rede. Von Erfolg auch nicht. Von Verbesserungen gegenüber herkömmlicher Spracherkennung (die Siemens afaik nicht hat) auch nicht. Und schon gar nicht steht da, dass das System voll KI-gesteuert selbständig und voll verlässlich, also zum Beispiel ohne Bedarf für ein Notausssystem unter voller Haftungsübernahme durch den Hersteller, operieren kann.
Darauf basiert doch die Wette um KI, und irgendwie nicht grundlos, denn das kann dann auch so aussehen (Youtube-
Link mit Zeitstempel).
Ich sehe: Einen Roboterarm und ein Sensorsystem, deren Beweglichkeit respektive Erfassungsgeschwindigkeit Lichtjahre vor dem menschlichen Arm respektive Auge liegen, die sich einer einzigen, keinerlei Intelligenz (im Sinne von Logik, Verständnis, etc.) erfordernde, physikalisch-banale Aufgabe widmen, und trotzdem nicht unschlagbar sind? Das Ding hat mit einer fehlerfreien KI imho weniger zu tun, als Deep Blue seinerzeit.
Und genau diese neuen Handlungsräume würden auch im Falle der geplatzten KI-Blase ökonomisch relevant bleiben, sozialen Wandel antreiben und uns u.a. vor die Frage stellen, ob's nun Fluch oder Segen sein mag.
Bislang sind es überwiegend keine Handlungs- sondern ausschließlich Investitionsräume. Räume, in die genau die gleiche Gruppe Billionen investiert, die in den 90ern alles nur noch mit Sprachsteuerung machen wollte, die zur Jahrtausendwende alles außer .com für irrelevant erklärt hat, die in den 0er Jahren autonom fahrende Autos (damals noch ohne KI-Assoziation) als Standard für 2015 (auf der Basis von Hardware von 2010) gesehen hat, einschließlich der Vorhersage dass dann niemand mehr Autos als Tesla verkauft, während VW bereits Pleite ist, etc.. Irgendwann zwischen durch waren mal Cryptos oder Blockchain im weiteren Sinne, später NFTs the ultimate next thing.
Heute fließt das Geld, dass einige auf dieser Welt offensichtlich zu viel haben, halt in "KI". Wobei sogar egal ist, ob und wieviel KI überhaupt drin steckt - absolut alles kriegt diesen Stempel aufgedrückt und absolut jedes börsenorientierte Unternehmen ist gezwungen, mit zu machen (oder das vorzutäuschen), siehe Siemens. Aber wo liefert dann mal wer? Welches Unternehmen ist dank seiner "KI" operativ im Plus? Und was hat der Rest der Menschheit davon?
Ich sehe da bislang nur jede Menge "move fast and break things", aka FOMO, aber nichts erstrebenswertes. (Aber Nicht-Erstrebens ist ja manchmal ein besonders attraktives Investitionsfeld...) Kann sein, dass ich einfach die falsche Perspektive habe, aber genau daraum ging es ja: Wenn du Vorhersagen für eine KI-Utopie haben willst, musst du wen anders fragen. Ich bin eher derjenige, der die Lücken darin sucht und nachbohrt, bis die Vision in sich zusammenstürzt.
Aber so ein besserer Mustererkenner der z.B. Patente bis 1931 als Input bekommt (die kein Durchschnittsmensch liest), sollte zumindest absehen können dass Autos "the next big thing" sind.
Nicht nur Autos, auch Flugzeuge. Verbrennungs- und Elektromotoren hatten ihre Überlegenheit ebenso bewiesen. Eine KI, die mit einem georgianischen (V., nicht I.-IV.) Wissensstand wortwörtlich "viktorianische" Vorhersagen macht, scheitert nicht einfach daran, in die Zukunft zu extrapolieren, sondern beweist komplettes Unterständnis ihrer Gegenwart und Vergangenheit. "Dampfschiffe, die London und New York in 10 Tagen verbinden"? Der letzte Träger des Blauen Bandes, der langsamer war, war die Great Western mit 12 Tagen. Und die ist bekanntermaßen das erste echte Dampfschiff überhaupt, dass die Strecke befahren hat (22,5 h nachdem das erste Auch-mit-Dampf-Schiff erstmals einen Transatlantikrekkord aufgesteltl hat), aber trotzdem war sie 1
843 schon schnell genug für 12 Tage. Der 1931 gültige Rekord lag bei unter 5 Tagen und "Talkie" sagt das Doppelte für seine Zukunft voraus.
Eine Vorhersage mit Luftschiffen wäre noch denkbar gewesen. Do X parkte zwar schon New York, aber LZ127 war ein paar Jahre vorher wesentlich zügiger nach Nordamerika gekommen, R100 kurz zuvor in Canada (Flugzeit knapp über 3 Tage), R101 war in Erprobung, LZ129 in Bau, LZ130 in Vorbereitung. Aber Dampfschiffe? Das klingt, als hätte man das Modell mit Texten bis 1830 und nicht bis 1930 gefüttert. Also nix mit "Talkie", das Ding ist eher Daguerriker.