Künstliche Intelligenz - Fluch oder Segen?

Ein einzelner Computer ist weitaus mehr als ein einzelnes Neuron, da hinkt dein Vergleich mit vernetzten Rechnern ganz gewaltig. Die könnte man bei streng funktionaler Trennung mit dem Strickleiter-Nervensystem eines Gliedertiers vergleichen, da es aber eben keine zugeordneten Segmente gibt und nicht einmal eine Trennung zwischen In- und Ouput zu erwarten ist, habe ich lieber auf Kopffüßler verwiesen.
 
Ich habe wenn dann ein Neuron mit einen "Ki-Bot" verglichen.
Beide können zusammen (neuronale) Netzwerke bilden und sind alleine nicht intelligent.
Deswegen auch der "Kollektiv" oder "Schwarmintelligenz" Vergleich. ;)
 
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Eine Karte erklärt noch nicht, wie die Teile miteinander funktionieren. Ein Brain-Computer-Interface hingegen könnte es einer KI ermöglichen, Bewusstsein nachvollziehbar zu verstehen. Der Dualismus von Bewusstsein und neuronalem Korrelat des Bewusstseins findet hier womöglich eine Synthese.
Neuroalink wurde zuvor mit Affen, Schweinen u.a. Lebewesen getestet. Seit 2023 sind auch Versuche mit Menschen legal und zeigen Erfolge, auch wenn diese aus der Fachwelt mitunter als noch "nicht soo bahnbrechend" aufgefasst werden. Die Bewegungen von Gliedmaßen, die Steuerung eines Maus-Cursors bis hin zur Bedienung von CAD und First-Person-Shootern über eine solche Schnittstelle sind irgendwie erstaunlich, aber allesamt noch etwas anderes als bewusste Entscheidungsfindung nachzuvollziehen oder gar zu reproduzieren: hierbei haben wir selber noch nicht verstanden, wie Bewusstsein aus dem Gehirn hervortritt, können es also schlechter der Technik vermitteln. Sollte sowas also mithilfe einer KI gelingen, wäre sie uns einen Schritt voraus.
 
Eine Karte erklärt noch nicht, wie die Teile miteinander funktionieren.
Man weiß aber schon welche Bereiche für welche Aufgaben zuständig sind. Anhand der Karte kann man erkennen wie sie miteinander vernetzt sind. Was am wichtigsten für das Verständnis des Bewusstseins ist.
Ein Brain-Computer-Interface hingegen könnte es einer KI ermöglichen, Bewusstsein nachvollziehbar zu verstehen. Der Dualismus von Bewusstsein und neuronalem Korrelat des Bewusstseins findet hier womöglich eine Synthese.
Neuroalink wurde zuvor mit Affen, Schweinen u.a. Lebewesen getestet. Seit 2023 sind auch Versuche mit Menschen legal und zeigen Erfolge, auch wenn diese aus der Fachwelt mitunter als noch "nicht soo bahnbrechend" aufgefasst werden. Die Bewegungen von Gliedmaßen, die Steuerung eines Maus-Cursors bis hin zur Bedienung von CAD und First-Person-Shootern über eine solche Schnittstelle sind irgendwie erstaunlich, aber allesamt noch etwas anderes als bewusste Entscheidungsfindung nachzuvollziehen oder gar zu reproduzieren: hierbei haben wir selber noch nicht verstanden, wie Bewusstsein aus dem Gehirn hervortritt, können es also schlechter der Technik vermitteln. Sollte sowas also mithilfe einer KI gelingen, wäre sie uns einen Schritt voraus.
Man kann mit Brain-Computer-Interface sogar schon Gedanken auslesen:


Edit: Ich habe außerdem mal ChatGPT gefragt und die scheint mich eher verstanden zu haben als ihr:

Könnte man das Bewusstsein als "Kollektiv" eines neuronalen Netzwerkes verstehen?

ChatGPT:​

Ja, das Bewusstsein könnte man durchaus als eine Art „Kollektiv“ eines neuronalen Netzwerks verstehen. Diese Perspektive basiert auf der Idee, dass Bewusstsein nicht in einer einzelnen Gehirnregion oder einem spezifischen Neuron sitzt, sondern aus der Gesamtheit der Interaktionen zwischen vielen Neuronen und neuronalen Netzwerken entsteht.

Argumente für diese Sichtweise:​

  1. Emergenz:
    • Bewusstsein könnte als emergentes Phänomen betrachtet werden, das aus der dynamischen und vernetzten Aktivität von Milliarden von Neuronen hervorgeht.
    • Ähnlich wie ein Schwarmverhalten in der Natur nicht durch ein einzelnes Tier, sondern durch das Zusammenspiel vieler Individuen entsteht, könnte Bewusstsein aus der kollektiven Aktivität des Gehirns resultieren.
  2. Parallelen zu künstlichen neuronalen Netzwerken:
    • In der KI-Forschung gibt es künstliche neuronale Netzwerke, die durch das Zusammenspiel vieler einfacher Einheiten komplexe Muster erkennen und „lernen“ können.
    • Das Gehirn arbeitet ebenfalls mit verteilten und vernetzten Strukturen, die Informationen verarbeiten und adaptiv reagieren.
  3. Neuronale Korrelate des Bewusstseins (NCC):
    • Studien zeigen, dass kein einzelnes Gehirnareal allein für das Bewusstsein verantwortlich ist. Stattdessen sind weitreichende Netzwerke, wie das Global Workspace Model von Baars oder das Integrated Information Theory Model von Tononi, entscheidend.
    • Diese Theorien beschreiben Bewusstsein als einen verteilten Prozess, bei dem Informationen zwischen verschiedenen Hirnregionen integriert und verarbeitet werden.

Grenzen dieser Analogie:​

  • Ein rein mechanistischer Vergleich mit neuronalen Netzen vernachlässigt möglicherweise qualitative Aspekte von Bewusstsein (z. B. subjektives Erleben, Qualia).
  • Während künstliche neuronale Netzwerke heute komplexe Probleme lösen, zeigen sie bisher kein bewusstes Erleben – dies deutet darauf hin, dass Bewusstsein mehr ist als nur ein Netzwerk von Verknüpfungen.

Fazit:​

Ja, man kann Bewusstsein als ein Kollektiv neuronaler Aktivitäten betrachten. Diese Sichtweise bietet eine mechanistische Erklärung dafür, wie Bewusstsein entsteht. Allerdings bleibt die Frage offen, ob diese Netzwerke allein ausreichen, um das subjektive Erleben zu erklären.
:ugly:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wünsche mir einen Speicherchip in meinem Kopf, auf dem alle Fremdsprachen hinterlegt sind :D
DAS wäre erstmal ein Fortschritt.
Außerdem finde ich es viel spannender, die sogenannte Schwarmintelligenz zu erforschen. Dann könnten viel dumme Politiker zusammen endlich mal was Vernünftiges schaffen :lol:
Gruß T.
 
User: Könnte man das Bewusstsein als "Kollektiv" eines neuronalen Netzwerkes verstehen?

ChatGPT: [...]

User: Bist du dir sicher?

ChatGPT: Ich verstehe, dass die Frage nach dem Bewusstsein und seiner Natur tiefgründig und herausfordernd ist. In der Tat ist das Konzept eines „kollektiven Bewusstseins“ in einem neuronalen Netzwerk eine faszinierende Perspektive, aber es gibt noch viele Unsicherheiten und offene Fragen.

Die Idee, dass Bewusstsein aus der kollektiven Aktivität eines neuronalen Netzwerks entsteht, ist in der Neurowissenschaft und Philosophie eine häufig diskutierte Hypothese. Es gibt bestimmte Theorien, wie etwa die Theorie der „Emergenz“, die vorschlagen, dass das Bewusstsein aus der Interaktion vieler einfacher Prozesse entsteht. In diesem Sinne könnte man sagen, dass das Bewusstsein aus einem "kollektiven" Zustand der Neuronenaktivität hervorgeht.

Jedoch gibt es auch viele Einwände und Kritikpunkte zu dieser Sichtweise, und viele Aspekte bleiben spekulativ. Eine der größten Herausforderungen ist die sogenannte „harte Frage des Bewusstseins“, die von Philosophen wie David Chalmers formuliert wurde. Diese Frage beschäftigt sich mit der Schwierigkeit zu erklären, warum und wie physische Prozesse im Gehirn zu subjektiven Erfahrungen führen – also warum es sich für einen Menschen so anfühlt, bewusst zu sein.

Ein neuronales Netzwerk kann sicherlich die Grundlage für kognitive Prozesse bieten, aber ob und wie diese Prozesse tatsächlich zu einem Bewusstsein führen – zu einem subjektiven Erleben von Gedanken, Gefühlen und Wahrnehmungen – bleibt eine offene Frage.

Kurz gesagt, die Theorie, dass Bewusstsein aus einem kollektiven Zustand neuronaler Aktivitäten entsteht, ist eine interessante und weit verbreitete Idee, aber es gibt keine endgültige Antwort darauf, ob das Bewusstsein wirklich so funktioniert und warum genau diese Interaktionen zu subjektivem Erleben führen.

Es gibt also noch viele Unsicherheiten und das Thema ist noch weit von einer klaren Antwort entfernt.

;)
 
User: Könnte man das Bewusstsein als "Kollektiv" eines neuronalen Netzwerkes verstehen?

ChatGPT: [...]

User: Bist du dir sicher?



;)
Und wieviele Versuche hast du gebraucht bis die Antwort so für dich gepasst hat?
Nein Spaß! :D

Mit der "Qualia" das bleibt wohl ein Problem. Diese lässt sich scheinbar nur aus der "Ich" Perspektive erleben und beschreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur ein Mal. :D
Hatte aber bereits das Problem, dass mich ChatGPT wirklich von einem Buch zum anderen geschickt hat, als ich ein Zitat nicht wieder gefunden hatte. Irgendwas von Nietzsche. Habe 4 oder 5 Bücher durchwühlt, jedes Mal nachgefragt, ob sie sicher sei, und ständig die Antwort, "Oh, tut mir leid. Das war falsch. Das Zitat ist aus dem Buch XYZ." - es war immer falsch. War halt nicht von ihm. :schief:
 
Eine Karte erklärt noch nicht, wie die Teile miteinander funktionieren. Ein Brain-Computer-Interface hingegen könnte es einer KI ermöglichen, Bewusstsein nachvollziehbar zu verstehen. Der Dualismus von Bewusstsein und neuronalem Korrelat des Bewusstseins findet hier womöglich eine Synthese.
Neuroalink wurde zuvor mit Affen, Schweinen u.a. Lebewesen getestet. Seit 2023 sind auch Versuche mit Menschen legal und zeigen Erfolge, auch wenn diese aus der Fachwelt mitunter als noch "nicht soo bahnbrechend" aufgefasst werden. Die Bewegungen von Gliedmaßen, die Steuerung eines Maus-Cursors bis hin zur Bedienung von CAD und First-Person-Shootern über eine solche Schnittstelle sind irgendwie erstaunlich, aber allesamt noch etwas anderes als bewusste Entscheidungsfindung nachzuvollziehen oder gar zu reproduzieren: hierbei haben wir selber noch nicht verstanden, wie Bewusstsein aus dem Gehirn hervortritt, können es also schlechter der Technik vermitteln. Sollte sowas also mithilfe einer KI gelingen, wäre sie uns einen Schritt voraus.

Ein multifunktionales "Interface" besteht immer aus Hard- und Software. Man arbeitet im Moment daran, über Implantate wenigstens etwas komplexere Befehle geben zu können, als zuvor an Muskeln/motorischen Nerven abgegriffen werden konnten. Aber da man auf Brain 1.0 nicht einfach einen weiteren Treiber installieren kann, sind die Zugriffsmöglichkeiten auf unser Gehirn auf das beschränkt, was der Patient sich antrainiert. Und das ist verdammt wenig und hat nichts mit einem Vollzugriff auf die Daten eines Betriebssystems über eine PC-Schnittstelle zu tun. Das Gehirn hat kein Dateisystem, das man auslesen könnte. Um den Ist-Zustand zu erfassen, müsste man es auf mindestens molekularem, eher sogar atomaren Level scannen. Was nicht nur meilenweit von der Realität entfernt ist höchstwahrscheinlich bio-physisch unmöglicher Star-Trek-Stuss: Die nötigen Kräfte, um tieferanliegende Schichten zu interpretierbaren Signalen anzuregen, würden die äußersten Schichten schlichtweg zerfetzen. (Zugegeben: Wenn man schnell genug ist, dass sich der Zustand während des Vorgangs nicht aktualisiert, könnte man sich das strenggenommen erlauben, man hat dann ja dann schon den Scan für eine analoge oder digitale Rekonstruktion des verlorengegangenen. Ich lasse aber erstmal anderen den Vortritt.)
 
[...] Um den Ist-Zustand zu erfassen, müsste man es auf mindestens molekularem, eher sogar atomaren Level scannen. Was nicht nur meilenweit von der Realität entfernt ist höchstwahrscheinlich bio-physisch unmöglicher Star-Trek-Stuss: Die nötigen Kräfte, um tieferanliegende Schichten zu interpretierbaren Signalen anzuregen, würden die äußersten Schichten schlichtweg zerfetzen. [...]
Was meinst du mit "scannen" bzw. an welche technische Methode denkst du dabei? Und warum sollte eine solche Methode derart starke "Kräfte" auf das Gewebe ausüben, dass dieses geschädigt oder zerstört würde?
 
Wie gesagt: Es GIBT keine technische Methode für sowas.

Einzelne Atome können wir nur mit optischen sowie Massenspektrometern identifizieren, Fluoreszenzspektroskopie kann afaik bis auf einzelne Moleküle runter. Für alle drei Techniken muss das zu untersuchende Teilchen aber einzeln im Trägermedium vorliegen und selbst wenn man bereit wäre, das Gehirn während des Scans Schicht für Schicht abzutragen, würde die zur Herauslösung eines Teilchens eingebrachte Energie die Position der benachbarten verändern, bevor diese analysiert werden können. Das beste, was wir derzeit machen können, ist tieffrieren und Schicht für Schicht mikroskopieren. Aber das heißt man fängt mit einem toten Gehirn an und endet bestenfalls mit dessem Aufbau auf Organellenebene, da die Feinheit von optischer Abtastung halt begrenzt ist. Und woraus das Gesehene besteht/wie sein chemischer Zustand ist, erfährt man erst recht nicht.

Aber jenseits des technisch machbaren gibt es das physikalisch denkbare und das läuft letztlich darauf hinaus, dass irgendwie Energie vom zu untersuchenden Teilchen zum Messgerät wandern muss, damit das irgendwas detektieren kann. Entweder direkt durch elektrische oder mechanische Wechselwirkung, dafür müsste man erneut Atomlage für Atomlage aus dem Weg schaffen, oder indirekt über elektromagnetische Strahlung. Aber egal welche Technik man finden kann, um ein Molekül in einer Hirnzelle zur Aussendung letzterer zu überreden: Damit wenigstens in drei Richtungen je ein Photon es durch mehrere Zentimeter umgebendes Hirn schafft, muss am Ausgangspunkt verdammt viel Energie investiert werden. Und "verdammt viel Energie", im phyiskalischen Sinne, bekommt Gehirnen schon in einem Einzelfall nicht sonderlich gut. Um aber ein Abbild des gesamten Ist-Zustands zu erstellen, müsste man sämtliche Moleküle des Gehirns wortwörtlich innerhalb eines Gedankens abtasten.

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Ja ok. Aber werden nicht jetzt schon elektrische Signale gemessen?
Oder wie funktionieren diese Neural-Interfaces?
Da werden doch die elektrischen Signale empfangen und umgewandelt.
Und anhand von EEGs kann man auch bestimmte Dinge auslesen und übersetzen.
 
Ja ok. Aber werden nicht jetzt schon elektrische Signale gemessen?
Oder wie funktionieren diese Neural-Interfaces?
Da werden doch die elektrischen Signale empfangen und umgewandelt.
Und anhand von EEGs kann man auch bestimmte Dinge auslesen und übersetzen.
Es gibt Technische Untersuchungsverfahren in der Neurologie, womit unterschiedliche Erkenntnisse gewonnen werden können. Zu unterscheiden sind Erkenntnisse über:
  • Labordiagnostik (Gewebe, Blut, Liquor)
  • Gefäßdarstellungen (Ultraschall, Angiografie)
  • Hirnstrommessungen (EEG, EMG, ENG, TMS)
  • Bildgebung (MRT, PET/CT, u.a.)
Entsprechend gibt es verschiedene Erkenntisbereiche:
  • Aufbau, also eine Kartierung des Materials
  • Organ, also die Zusammensetzung des Materials
  • Metabolismus, also der Stoffwechsel des Materials
  • Elektrophysiologie, also die Aktivitäten/Erregungszustände des Materials
  • und natürlich Wirkungen, also die mit bloßen Auge wahrnehmbaren Phänomene wie Sprache und besonders Bewegung.
Diese Blickwinkel lässen sich (teilweise 'in Echtzeit') miteinader verschränken.

Aber: für die Interpretation und Theoriebildung ist letztlich sehr wichtig, wie gut eher objektive und eher subjektive Anteile verbunden werden können. Die Erkenntnisgewinne resultieren aus der Verknüpfung von Verhalten und neuronalen Zuständen.

Ziemlich gut funktioniert das bei bloß motorischen Aspekten, weil man die Kausalkette von neuronalem Zustand über nervale Weiterleitung bis zur Bewegung der Hand nachvollziehen kann. Das beschreibt im Groben auch die derzeitigen Möglichkeiten der Brain-Computer-Interfaces.
Ziemlich schlecht funktioniert das bei bloß intelligiblen Aspekten ("Gegenstände", die nur über das Denken erfasst werden können). Die Sprache mag als Schnittstellengemenge zwischen den Gedanken zweier Personen funktionieren, wir können uns ja anscheinend gegenseitig unsere Gedanken vermitteln, sprich kommunizieren. Aber Verhaltensbeschreibung und Materialbeschreibung sind hierbei noch zwei Paar Schuhe.

Um aber ein Abbild des gesamten Ist-Zustands zu erstellen, müsste man sämtliche Moleküle des Gehirns wortwörtlich innerhalb eines Gedankens abtasten.
Klingt wirklich nach Sci-Fi, was du beschreibst. Eine Vermittlung durch Nanobots wären noch am ehesten absehbar. Bin mir aber auch nicht sicher, ob das "totale Abbild" notwendig für die relevanten Erkenntnisse sein wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Den gesamten Ist-Zustand braucht man ja nicht um z.B. Gedanken auszulesen.
Den bräuchte man nur wenn man ein Bewusstsein klonen will.
 
Ja ok. Aber werden nicht jetzt schon elektrische Signale gemessen?
Oder wie funktionieren diese Neural-Interfaces?
Da werden doch die elektrischen Signale empfangen und umgewandelt.
Und anhand von EEGs kann man auch bestimmte Dinge auslesen und übersetzen.

Die elektrischen Signale sind nur die momentane Aktivität. Funktionsweise und Wissen sind aber in der Struktur gespeichert. Das wäre in etwa so, wie die Kern- und Cache-Auslastung eines Prozessors auszulesen (Aktivität für ganze Areale, genauer sind auch die Messsysteme bislang nicht), wenn das Ziel ist, seinen Bauplan zu ermitteln, um Kopien anzufertigen.


Es gibt Technische Untersuchungsverfahren in der Neurologie, womit unterschiedliche Erkenntnisse gewonnen werden können. Zu unterscheiden sind Erkenntnisse über:
  • Labordiagnostik (Gewebe, Blut, Liquor)
  • Gefäßdarstellungen (Ultraschall, Angiografie)
  • Hirnstrommessungen (EEG, EMG, ENG, TMS)
  • Bildgebung (MRT, PET/CT, u.a.)
Entsprechend gibt es verschiedene Erkenntisbereiche:
  • Aufbau, also eine Kartierung des Materials
  • Organ, also die Zusammensetzung des Materials
  • Metabolismus, also der Stoffwechsel des Materials
  • Elektrophysiologie, also die Aktivitäten/Erregungszustände des Materials
  • und natürlich Wirkungen, also die mit bloßen Auge wahrnehmbaren Phänomene wie Sprache und besonders Bewegung.
Diese Blickwinkel lässen sich (teilweise 'in Echtzeit') miteinader verschränken.

Damit kannst du nur die Aktivität von Hirnarealen messen. Das ist nett, um Muster wiederzuerkennen, aber schon in dieser Hinsicht ziemlich grob. Und es setzt eben voraus, dass genau die gleiche Aktivität schon einmal beobachtet wurde und dass man damals auch noch wusste, was für eine Aktivität es ist. Um auf diesem Wege z.B. die Erinnerung eines Menschen analysieren zu können, müsste man ihn also erst einmal während sämtlicher Ereignisse, die er sich gemerkt haben könnte, beobachtet UND vermessen haben :ugly:

Ziemlich schlecht funktioniert das bei bloß intelligiblen Aspekten ("Gegenstände", die nur über das Denken erfasst werden können).

Je abstrakter es wird, desto schwerer ist die Trainingsphase vor der Wiedererkennung: Wir können sehr gut "nichts machen außer den Finger heben". Aber versuch mal, "nur an PCGHX [zu] denken": Du unmittelbar Assoziationen zu zahlreichen Dikussionen hier im Forum, zum Weblayout, ggf. zu engeren Kontakten, etc. im Kopf. Und das teils als Emotion, teils als Kontext und teils als bildliche Erinnerung. Also zu 99% Dinge, die gar nichts mit dem abstrakten Konstrukt "Community von PC Games Hardware" zu tun haben, sondern nur damit verknüpft sind und an die du z.B. auch bei einer Frage nach "politische Meinungsbildung", "Xenforo-Bedienung" oder "informative Diskussionen über KI" gedacht hättest.

Klingt wirklich nach Sci-Fi, was du beschreibst. Eine Vermittlung durch Nanobots wären noch am ehesten absehbar. Bin mir aber auch nicht sicher, ob das "totale Abbild" notwendig für die relevanten Erkenntnisse sein wird.

Das ist selbst den meisten Sci-Fi-Autoren schon viel zu viel. Es gibt ein paar wenige "in Computer gesaugt"-Storys (siehe z.B. Tron), aber die nehmen das aus gutem Grund nur als Rahmenhandlung/deus-ex-Vehikel, um in eine "andere Welt" zu kommen und verzichten komplett auf irgendwelche hoffnungslosen, (pseudo-)wissenschaftlichen Erklärungen, weswegen man es eigentlich schon als Fantasy betrachten müsste. Die beste konzeptionelle Annäherung wäre noch beamen. Nur das Star Trek es, unter anderem wegenn solcher Implikationen, tunlichst vermeidet darüber zu sprechen, was es denn biochemisch und nuklearphysisch bedeutet, ein Lebewesen an Ort A wortwörtlich in Luft aufzulösen, um es aus den dabei ermittelten Daten an Ort B wieder wortwörtlich aus Luft zu rekonstruieren.

Bezüglich "nötig": Hängt von der Aufgabenstellung ab. Erkentnisse kann man natürlich auch weit einfacherem Wege noch so einige ermitteln. Wenn man Simulationen, KI-Nachstellungen und experimentelles Rantasten dazu nimmt, versteht man Ende vielleicht sogar, wie menschliches Denken grundsätzlich abläuft. Die Ursprungsfrage hier war aber mal die Rekonstruktion bzw. Digitalisierung eines konkreten Menschen. Dafür muss man sich wohl oder übel die Besonderheiten dieses Individuums angucken. Und das, wie dargelegt, wortwörtlich, was durch eine Schädeldecke hindurch nicht geht.

Nanobots (so ein weiterer Euphemismus für "der Autor wusste nciht weiter" :ugly: )können imho auch nicht weiterhelfen. Wie gesagt: Das Hirn arbeitet mit einzelnen Molekülen. Markomoleküle zwar, aber um sie eindeutig zu erkennen, kannst du nicht mit etwas ankommen, dass vielfach größer ist und sich nur in Blutbahnen bewegen kann. Umgekehrt müssen aber auch Roboter jeglicher Art aus komplexe Funktionalität mitbringen, die zwingend eine Zusammensetzung aus Milliarden von Atomen alleine für die digitalen Schaltkreise erfordert.
 
Damit kannst du nur die Aktivität von Hirnarealen messen. Das ist nett, um Muster wiederzuerkennen, aber schon in dieser Hinsicht ziemlich grob. Und es setzt eben voraus, dass genau die gleiche Aktivität schon einmal beobachtet wurde und dass man damals auch noch wusste, was für eine Aktivität es ist. Um auf diesem Wege z.B. die Erinnerung eines Menschen analysieren zu können, müsste man ihn also erst einmal während sämtlicher Ereignisse, die er sich gemerkt haben könnte, beobachtet UND vermessen haben :ugly:
Es wäre schon mal toll, in der Breite Gedanken und Hirnfunktionen miteinander verknüpfen zu können; direkt ein ganzes Menschenleben zu observieren ist davon nochmal far, far away. 100 Menschen einzelne Tätigkeiten reproduzieren zu lassen, während die Brains gescannt werden, halte ich für machbar.

Je abstrakter es wird, desto schwerer ist die Trainingsphase vor der Wiedererkennung: Wir können sehr gut "nichts machen außer den Finger heben". Aber versuch mal, "nur an PCGHX [zu] denken": Du unmittelbar Assoziationen zu zahlreichen Dikussionen hier im Forum, zum Weblayout, ggf. zu engeren Kontakten, etc. im Kopf. Und das teils als Emotion, teils als Kontext und teils als bildliche Erinnerung. Also zu 99% Dinge, die gar nichts mit dem abstrakten Konstrukt "Community von PC Games Hardware" zu tun haben, sondern nur damit verknüpft sind und an die du z.B. auch bei einer Frage nach "politische Meinungsbildung", "Xenforo-Bedienung" oder "informative Diskussionen über KI" gedacht hättest.
Genau diese Verbindungen sind ja gerade der Gral. Wie wird abstrahiert? Wie wird entschieden? Allgemein: wie kommen wir vom Hundertsten ins Tausendste.

Bezüglich "nötig": Hängt von der Aufgabenstellung ab. Erkentnisse kann man natürlich auch weit einfacherem Wege noch so einige ermitteln. Wenn man Simulationen, KI-Nachstellungen und experimentelles Rantasten dazu nimmt, versteht man Ende vielleicht sogar, wie menschliches Denken grundsätzlich abläuft. Die Ursprungsfrage hier war aber mal die Rekonstruktion bzw. Digitalisierung eines konkreten Menschen. Dafür muss man sich wohl oder übel die Besonderheiten dieses Individuums angucken. Und das, wie dargelegt, wortwörtlich, was durch eine Schädeldecke hindurch nicht geht.
Läuft, aber bestenfalls noch vor der Akzeptanzlücke.
(Doku: Mein Mann lebt als KI weiter. 20.01.2025, MDR.)

Nanobots (so ein weiterer Euphemismus für "der Autor wusste nciht weiter" :ugly: )können imho auch nicht weiterhelfen. Wie gesagt: Das Hirn arbeitet mit einzelnen Molekülen. Markomoleküle zwar, aber um sie eindeutig zu erkennen, kannst du nicht mit etwas ankommen, dass vielfach größer ist und sich nur in Blutbahnen bewegen kann. Umgekehrt müssen aber auch Roboter jeglicher Art aus komplexe Funktionalität mitbringen, die zwingend eine Zusammensetzung aus Milliarden von Atomen alleine für die digitalen Schaltkreise erfordert.
Zahlreiche Autoren wissenschaftlicher Texte haben da eine andere Meinung, denn es gibt praktikable Konzepte zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke. Chemisch durchaus machbar. Da wird man die aufgabenspezifischen Wege des geringsten Widerstandes massentauglich machen - medizinischen und somit kommerziellen Nutzen gibt es zur Genüge. Die Größe ist wichtig. Scheint aber eher eine Frage des Forschungsstandes zu sein. Zur Überwindung der Blut-Hirn-Schrank sollten sie selbstverständlich funktionieren :ugly: und kleiner als 100 nm sein - es gibt mechanische Nanobots bis unter 20 nm. Nicht-mechanische Nanobots sind teilweise noch kleiner.
 
Die elektrischen Signale sind nur die momentane Aktivität. Funktionsweise und Wissen sind aber in der Struktur gespeichert. Das wäre in etwa so, wie die Kern- und Cache-Auslastung eines Prozessors auszulesen (Aktivität für ganze Areale, genauer sind auch die Messsysteme bislang nicht), wenn das Ziel ist, seinen Bauplan zu ermitteln, um Kopien anzufertigen.
Die elektrischen Signale sind die Software und die Hirnstrukturen quasi die Hardware.
 
Die elektrischen Signale sind die Software und die Hirnstrukturen quasi die Hardware.
Nein. Gehirn und Computer funktionieren unterschiedlich - das ist erstmal wichtig. Kybernetik als entsprechende Wissenschaft hat ihre Grenzen.

Ein Beispiel: Thermostate vergleichen Ist-Wert und Soll-Wert und regulieren entsprechend die Steuerung einer Heizung. Die Temperaturregulation des menschlichen Körper funktioniert auch mit einem Ist-Wert und einem Soll-Wert - da hört es aber auch schon auf. Hypothalamus und Heizungsthermostat funktioneren grundsätzlich unterschiedlich.
Wenn man wissen will, wie das Gehirn funktioniert, sollte man sich über die Funktionsweise des Gehirns belesen. Analogien zu Computern sind irreführend, weil Computer Gehirntätigkeiten allenfalls simulieren können, wodurch die Ergebnisse ähnlich sein können.
 
Nein. Gehirn und Computer funktionieren unterschiedlich - das ist erstmal wichtig. Kybernetik als entsprechende Wissenschaft hat ihre Grenzen.

Ein Beispiel: Thermostate vergleichen Ist-Wert und Soll-Wert und regulieren entsprechend die Steuerung einer Heizung. Die Temperaturregulation des menschlichen Körper funktioniert auch mit einem Ist-Wert und einem Soll-Wert - da hört es aber auch schon auf. Hypothalamus und Heizungsthermostat funktioneren grundsätzlich unterschiedlich.
Wenn man wissen will, wie das Gehirn funktioniert, sollte man sich über die Funktionsweise des Gehirns belesen. Analogien zu Computern sind irreführend, weil Computer Gehirntätigkeiten allenfalls simulieren können, wodurch die Ergebnisse ähnlich sein können.
Was meinst du denn wie das Gehirn völlig anders funktioniert als ein Computer?

Ich vergleiche gerne Neuronen mit Transistoren. Und die elektrischen Impulse sind Gedanken und Bewusstseinsinhalte.
Ergo die Software. Die Neuronen und ihre Verknüpfungen die Hardware.
 
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