AW: Klimawandel/Klimakatastrophe, wie denkt ihr über die Zukunft unseres Planeten?
@quantenslipstream: Sorry wegen dem Post - hab versehentlich zwischendurch auf "antworten" geklickt, als ich nicht mal halb durch war
Dann erkläre doch bitte mal, wie man qualitative Aussagen in Prognosemodelle einarbeiten möchte. Quantitative Kenngrößen gibt es eigentlich nur in der Wahlforschung und der demographischen Entwicklung, sofern man letzteres überhaupt als ein Forschungsgebiet für die Politikwissenschaften betrachten möchte.
Nun lass mich doch mal n paar schlechte Scherze über Sozialwissenschaftler machen
Natürlich reichen deren Erkenntnisse nicht annähernd für politische Vorsagen aus - bzw.: eindeutige Erkenntnisse, zu denen niemand eine andere Meinung hat, sind sowieso nicht gerade die Regel.
Und einem großen Grill!

Mal ehrlich, ist das echt oder eine Trickaufnahme?
Ich weiß nicht, ob das spezifische Bild verfälscht - aber mir sind auch in wissenschaftlichen Texten erwähnte Berichte von Quallen mit bis zu 6m Schirmdurchmesser begegnet (auch wenn ich mich gerade nicht erinnern kann, ob es auch wissenschaftlich gesicherte Funde gibt). Wikipedia ist mit >2m, >200kg auf alle Fälle am untersten Ende der mir bekannten Rekordangaben.
Jetzt hast du aber andere Quellen als ich.
Zum Glück lässt sich das beim Golfstrom ein bißchen leichter ändern

Aber vermutlich ist es gar nicht nötig: Selbst Wikipedia spricht von 800m-1200m Tiefe. Man muss nur daran denke, noch eine zweite Quelle zur Hilfe zu nehmen - eine Tiefenkarte. Der Nordamerikanische Kontinentalschelf ist nämlich eben diese 800-1200m tief und bis Kap Hatteras strömt der Golfstrom darüber. Die Bodenreibung ist sogar eine wichtige Komponente, um seine Existenz (bzw. Art der Ausprägung -schmal und schnell-) überhaupt erklären zu können.
Hier noch ein Schnitt durch die Floridastraße:
http://sam.ucsd.edu/sio210/gifimages/A05_CTDSAL.gif
Ist zwar nicht der Golfstrom selbst, sondern der Floridastrom - aber der ist genauso eine (indirekt) windgetriebene Strömung und wie man auf dem Bild sehr schön sehen kann, reicht die salzige Wassermasse, die er darstellt, fast bis ganz nach unten.
(andere Quellen, die ihre Abbildungen leider nicht online haben, zeigen aber auch vor den Great Banks in über 4000m Tiefe noch eine klare nordwärtige Strömung. Addiert fließt im 0-1000m Bereich zwar rund 70% und weitere 15% sind zwischen 1000 und 2000m, aber das darunter ist zusammen immer noch stärker, als die gesamte südwärtige Tiefenströmung, die aus dem Nordatlantik bis in subantarktische Gebiete gelangt)
Aber auch andere geologische Veränderungen führen zu Klimaveränderungen.
Wieviel Methangas ist in Nordkanada und Sibirien im Permanentfrostboden gefangen? Was passiert, wenn der auftaut?
Schonmal was von "tippingpoint" gehört?

Es gibt Gegenden in Sibierien, da schlägst du n Loch in die Oberflächliche Eiskruste und kannst das anzünden, was darunter hervorströmt...
Wie hoch ist die Troposphäre?
Wiki sagt: 18km in Äquatornähe
Höhenangaben finde ich schon immer wichtig.
Hmm - mich interessiert das ganze nur als Antrieb für den Ozean. Da ist es wichtig zu wissen, wie der Wind an der Oberfläche weht und was für eine Mechanik dahintersteckt. Ob sich diese Mechanik aber nun über 18m oder 18km erstreckt, ist eigentlich ziemlich wurscht fürs Verständniss, Hauptsache es funktioniert.
(d.h.: wenn Windmessungen machen will, sollten es vielleicht wenigsten 180m sein, sonst muss man die Schiffe ja flacher bauen

)
Ich sehe das eben nicht so, das kalte Wasser aus den Polen fließt als Tiefenströmung wieder zurück zum Äquiator und erwärmt sich dort. Der Golfstrom befördert das Wasser wieder nach Nordamerika, neues Wasser muss ja nun nachfließen.
Kommt es allein aus der Südhalbkugel?
Nö. Das meiste kommt aus dem nördlichen Äquatorialstrom, der hat es aus dem Kanarenstrom, der hat es aus dem nordatlantischen Strom (einige Autoren schieben noch z.B. Madeira ein) und der hats aus dem Golfstrom.
Das nennt man dann Kreislauf
Nein, denn auch ein Teil kommt aus der Tiefe, denn der Untergrund des Atlantiks ist einer der aktivsten Vulkane auf der Erde.
Hmm - wüsste nicht, dass der mittelatlantische Rücken soviel aktiver ist, als andere Spreizungszonen. Aber selbst wenn: Was groß für Vulkane ist, ist nichts für den Ozean als ganzes. Wir reden hier von Prozessen, die auf 100.000den von Quadratkilometern Fläche ablaufen - wie soll das ein Vulkan erreichen, dessen spürbare Wirkung sich auf einen Umkreis von ein paar 100m erstreckt?
Vulkanismus&geothermale Prozesse sind für ein paar seltene Elemente und als Tracer, aber sie beeinflussen nicht ganze Wassermassen, nicht mal annähernd. (oder ist dir auf Oberflächentemperaturkarten schonmal ein leuchtend roter Fleck namens "Island" aufgefallen?

)
Als "Ausfall" will ich das auch nicht bezeichnen, aber man kann davon ausgehen, dass der Atlantikstrom in den nächsten 50 Jahren nicht mehr die Kraft hat wie jetzt.
Wobei wir wieder beim Klimamodell und der tatsächlichen, wissenschaftlichen Belegbarbeit dieser Vorhersagen sind. Solche gibts ja in alle Richtungen und meist pickt man sich nur die raus, die einem gerade in den Kram passen.
Aber "gesichert" ist meiner Meinung nach nichts.
Nun, dass es zu einer Verringerung der Tiefenwasserbildung und damit der nordatlantischen Strömung kommen kann, das stimmt sicherlich. Und wie erwähnt: Die Forschung daran, wie groß die ausfallen könnte, läuft sehr intensiv.
Mir ging es nur darum, klarzustellen, dass das nicht das Ende des Golfstroms als Teil des nordatlantischen Gyre darstellt (wie einem einige Medien weißmachen wollen), sondern eher ein kleine Unpässlichkeit. Sicherlich wichtig Skandinavien, deren Abzweigung eben am stärksten betroffen und ohnehin schon klein ist, aber nicht für z.B. Portugal, deren Strömungsteil 10-20 mal größer ist und der in überhaupt keinem Zusammenhang damit steht.
Sehr interessantes Modell.
Ich weiß, was du meinst, aber da ich zu faul war, alles ausführlich hinzuschreiben, hab ich die einfachere Version genommen, die den meisten Usern in diesem Thread reichen wird.

Dass du wieder ganz ausholen musst, war ja klar.
Hey - wenn ich schon wochenlang über dem Scheiß gebrütet habe, dann kann ich auch nochmal kurz die Präsentation öffnen und ein paar Absätze kopieren
Na ja, auch ein großer Fluss kann schon zufrieren, aber er erstarrt halt nicht so wie ein See und das wollte ich mit der "Wasserbewegung" aufzeigen.
Und genau dem wollte ich wiedersprechen

In Flüssen und Seen greifen genau die gleichen Mechanismen und wenn das Wasser unter 0°C kommt, gefriert ist - Bewegung hin oder her. Und wenn Wasser hart wird und auf z.B. das Ufer trifft, dann steht alles.
Der Trick ist aber eben, das die Oberfläche von Flüssen aufgrund der Bewegung so schnell nicht auf 0°C kommt, weil der Wärmeaustausch z.B. mit dem Boden wesentlich besser funktioniert. (Und selbst wenn die Oberfläche mal friert, neigen die Menschen dazu, dass eher als lokales Ereigniss abzutun - schließlich ist ein Fluss lang. Kann der See aber nichts dafür, dass er kurz ist

)
Na ja, im "Kern" ist wieder so eine Aussage, die man geteilt verstehen kann.
Sagen wir es so: Der Bereich mit einer Temperatur von 2,5-3°C ist bei 40°N 500m dick und bei 0° ist er es immer noch. Südlich davon wird es witzlos, sich die Temperatur anzugucken, weil die 500m darüberliegende Wasserschicht dann nicht mehr 10°C warmes nordatlanitsches, sondern 2,5-3°C warmes (aber süßeres) Wasser anatarktischem Ursprunges ist und es somit gar keine Wärmeleitung mehr geben kann.
Großvolumig hast du natürlich recht, ich rede aber auch von örtlichen Schwankungen
In der Tiefsee gibt es auf physikalsicher Ebene eben kaum so etwas wie "örtlich". Abgesehen von ein paar Vulkanen ist das ein extrem einheitlicher Wasserkörper. Im gesamten Atlantik zwischen 40°S und 60°N ist die Schicht, die 2-3°C warm ist, nie dünner als 2000m. Da hat man nichtmal eben einen Warmwasserflecken auf der Oberfläche.
und dass Wasser recht wärmestabil ist, merkt man hier im Norden ja sowieso. In S-H haben wir deutlich weniger kalte Tage (und vorallem Nächte) als im Süden.
Ohja... Leider merkt man auch, dass Wasser verdunsten und später wieder kondensieren kann
Das ist es ja gerade, die Tiefenzirkulation, wie ich sie verstehe, ist noch nicht genau erforscht. Was natürlich auch problematisch ist, weil mans nicht so erforschen kann wie die Oberflächenströmung.
Hmmm - die Methoden, die man heute (bzw. ~die letzten 20Jahre) für die Tiefenströmungen verwendet, befolgen genau das gleiche Prinzip wie diejenigen, mit denen man bis weit in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts die Oberfläche untersucht hat:
reinschmeißen, treiben (&messen) lassen, auswerten was wann wo war.
Wenn ich dich richtig verstehe, bleibt das Tiefseewasser immer in der Tiefsee und ein Wasseraustausch der Ozeane findet nur innerhalb der ersten, sagen wir mal 500 Meter statt.

Ich bin eben anderer Meinung, das Wasser wird auch in der Tiefsee getauscht, selbst in Gräben.
Jein.
Natürlich wird das ausgetauscht - aber der Grund dafür sind nicht Dichteänderungen. Denn das Wasser hat in der Tiefe einfach keine Möglichkeit, seine Dichte großartig zu ändern. Das geht nur im Austausch mit der Athmosphäre gut.
Aber die von Winden ausgelösten Störmungen im Ozean sind stark genug, um auch das Tiefenwasser mit umzurühren - nicht stark (im Vergleich), aber es bewegt sich doch.
(wie wenig kann man z.B. daran erkennen, dass sich Gebiete, in denen Tiefenwasser aufsteigt, sehr gut an Sauerstoffmessungen erkennen lassen. Obwohl in der Tiefsee vergleichsweise wenig los ist, braucht das Wasser solange, um einmal komplett umgerührt zu werden, dass ein nenneswerter Teil des Sauerstoffes, den es mal an der Oberfläche aufgenommen hat, verbraucht ist.)
Woher kamen denn die Anfangsdaten für CO²?
Sind das Schätzungen, die auf was beruhen, Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik?
Man sollte endlich mal Fakten sammeln und sie entsprechend präsentieren.
Macht man doch:
IPCC - Intergovernmental Panel on Climate Change 
Die Details zu den CO2-Szenarien kenne ich auch nicht, aber sie laufen letzlich auf Abschätungen hinaus, wie sich die einzelnen Prozesse, über die der Mensch CO2 freisetzt, entwickeln.
Wie man das im einzelnen Abschätzt, weiß ich auch nicht genau - ich weiß nur, dass man extrem schlecht darin ist, zu kommunizieren, was man eigentlich abschätzt. (z.B. ist das "worst case" szenario, dass man in Erwärmungsprognosen normalerweise steil nach oben aus der Grafik verschwinden sieht, nicht ein "das schlimmste, was mir machen könnten" - sondern basiert auf der Annahme, dass sich die Emissionen genau so weiterentwickeln, wie sie das in den letzten Jahr(zehnt)en gemacht haben. Die beängstigend Ansteigende Linie in der Mitte ist bereits das, was man erwartet, wenn die Klimaschutzmaßnahmen in dem Maße umgesetzt werden, wie angekündigt. Und das immer-noch-nicht-so-tolle Lienchen ganz unten, das typischerweise 0,5-1°C vorhersagt ist nicht etwas maximaler Klimaschutz - sondern gar nichts. 0 CO2. Ab Morgen)
Tiefenbohrungen haben ja gezeigt, dass die Antarktis mal ganz woanders war und anhand des Names "Grönland", der ja "Grünland" bedeutet, müssen die ersten Siedler (wann war das nochmal?) eine grüne Insel vorgefunden haben.
Das war wärend der mittelalterlichen Warmzeit (die mit Kontinentalverschiebung mal rein gar nichts zu tun hat) so 800-1200AD, als der Name geprägt wurde. (Ureinwohner gabs da schon länger)
Die Antarktis dagegen ist spätestens vor 60 Millionen Jahren in Pollage angekommen, dürfte aber schon seit 100 Millionen Jahren zumindest teilweise bis an den geographischen Südpol gelangt haben - aber damals hing sie eben noch mit Australien zusammen und warme Strömungen reichten deutlich weiter nach Süden. Echt polar ist sie, wie gesagt, erst vor 26Millionen Jahren geworden, als sich die letzten Bindungen zu nördlicheren Kontinenten lösten.
Ich meine natürlich die Algen, die Photosynthese betreiben können. Allgemein als "Algen" bezeichnet.
Alles, was als Alge bezeichnet wird, kann Photosynthese betreiben

(Afaik - ich bin kein Experte für Trivialnahmen, aber mir ist noch kein Gegenbeispiel begegnet. Auf alle Fälle können es die Mikroorganismen, von denen ich rede)
Algen sind aber keine Pflanzen und daher auch nicht mit Seegras zu verwechseln. Ich rede von den eukaryotische,, pflanzenartigen Lebewesen. Die Cyanbakterien (man kennt sie als Blaualgen), wie du sie meinst, sind eine völlig andere Gruppe.
Eben wolltest du User anlocken, jetzt steigst du in die Tiefen der Systematik hinab

Tatsächlich geht hier (d.h. bei der O2-Produktion im Meer) um Organismen, bei denen der Begriff "Pflanze" zu unpräzise wird. Im Extremfall (Foraminiferen) ernährt sich die Mehrheit brav von CO2 und Sonnenleicht - aber der böse Stiefbruder verdaut mit etwas Zufall auf einmal ne frisch geschlüpfte Krebslave. (als Einzeller. soviel zur Nahrungskette und "hochentwickelte gehören an die Spitze"

)
Wir könnten mal Supervulkane ins Spiel bringen, wie die das Klima verändern können oder woher der ganze Strom für die Elektroautos herkommen soll.
K.
Elektroautos sind sowieso mein Hassfeind.
Die Brennstoffzelle war ja schon schlimm, was Greenwashing angeht. Aber jetzt polieren die Autokonzerne ihr Image nicht nur mit Techniken auf, die es den Deutschen ermöglichen, auch auf der Autobahn Braunkohle zu verheizen, nein sie nehmen auch Techniken dafür, die das Fahrzeuggewicht noch weiter steigern und damit den Gesamtenergiebedarf noch weiter steigern.
Und sie verlangen auch noch von der Politik, dass sie ihnen die Infrastruktur und Forschung dafür bezahlt.
UND die macht das auch noch.
*runde kotzen geh*
Wie wirkt sich die steigende Weltbevölkerung und deswegen auch die steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln auf das Klima aus?
Ich sags mal so:
Wenn man die (eigentlich akzeptierten) Daten von globalfootprint zur Hand nimmt, kann dieser Planet ca. 1,5 Milliarden Menschen den Lebensstandard bieten, den wir in Deutschland haben. Wenn auch noch n bissl Natur überleben soll und wir Sicherheitsreserven haben wollen (und die resultierenden größeren Entfernungen berücksichtigen) eher 0,5-1 Milliarde.
Packt man statt dessen 7-8-10-15 Milliarden Menschen drauf, gibt es genau zwei Möglichkeiten:
a) Die Ökosphäre geht vor die Hunde
b) Die leben alle im Schnitt auf 10-20% des Lebensstandards, den ein Deutscher hat.
Imho ist b) so utopisch, dass im Vergleich dazu Kommunismus ein real existierendes Phänomen ist.
Monokulturen, Gentechnik oder was auch immer.
Gentechnik wär n Thema für sich...
Wird dem Klima direkt vermutlich nichts tun, außer die Leistungsfähigkeit der Natur durch die selbstständige, unaufhaltsame Zerstörung von Ökosystemen noch weiter zu reduzieren.
Jo, Pilze sind die größten Lebewesen.
Das, was man vom Pilz sieht, ist nur sein Fruchtkörper, also das Geschlechtsteil, nur das essen wir.
Echt ekelig, wenn man so drüber nachdenkt.
Die Geschlechtsteile sind mikroskopisch, der "Pilz" ist eher Obst.
Aber ich frag mich sowieso immer, ob solche Angaben den Begriff "ein Lebewesen" nicht etwas überstrapazieren.
Nein, nicht ganz, dazu musst du genauer definieren. Gebraucht wird das Fruchtblatt und der Fruchtknoten.
Außerdem musst du auch noch Nacktsamer unterscheiden (hmmm, klingt gut, mache ich auch so, außer ich habe meine Cowboystiefel noch an

).
Palmen sind Nacktsamer, Nadelhölzer auch.
Palmen und Nadelhölzer stellt man sich aber eher selten in die Vase
okay, vielleicht hätte ich das erst in 6 Monaten schreiben sollen