Hi!
Ich bin auch nicht Minderjährig, und hatte mal ein Essay drüber geschrieben:
Killerspiele?
Sündenbock für Fehler der Gesellschaft
"Killer-Spiele sollten inder Größenordnung von Kinderpornographie eingeordnet werden, damit es spürbareStrafen gibt" - Günther Beckstein (bayerischer Innenminister)
Amoklauf in Erfurt mit 16Toten und Selbstmord des Amokläufers.
Amoklauf in einerEmsdettener Schule nachdem diese Schule im Killerspiel Counter-Strikenachgebaut wurde.
Immer wieder hört man solche Schlagzeilen in der Zeitung und kurz darauf gibt es wieder eine Killerspiel-Debatteum ein Verbot dieser gewalttätigen Spiele. Grund dafür ist, dass Killerspiele Wut und Hass in unserer heutigen Gesellschaft verursachen und einem Menschenpsychisch zerstören. Aber lernt man wirklich Hass und Wut in Computerspielen? Ist es nicht eher so, dass Hass aus dem Leben herauswächst, aus Ausgrenzung, Demütigung, Nichtverstandensein, Stress, usw.? Ist Hass nicht angeboren? Oder lernt man es erst kennen, indem man ein Killerspiel spielt?
Aber statt Studien darüberan die Öffentlichkeit zu geben, werden diese meist gar nicht veröffentlicht, sondern die Politiker, Mediengesellschaft und engstirnige Menschen geben derWelt die Antwort darauf: Killerspiele sind daran Schuld! Man solle diese Killerspiele verbieten und schon hat man eine wunderschöne Welt ohne Probleme. Denn die Gesellschaft kann gar nicht daran Schuld sein!
Ein Jugendlicher, der mit seinen Problemen nicht mehr klarkommt, und dann etwas Dummes anstellt, ist ein Opfer von Killerspielen, weil er sich in der virtuellen Welt verloren hat" - Ralf Stegner, Schleswig-Holsteins Innenminister. Der Leistungsdruck für den Jugendlichen, die mangelnde Zuwendung seiner Eltern, Mitschüler und Lehrer ist nicht von Belang. Das Fehlen von Möglichkeiten und Perspektiven, privat undberuflich, welches eine Generation von Jugendlichen prägt, trägt keine Schuld an solche Taten! Aber diese Killerspiele sind daran Schuld!
Wenn Bilder die Netzhautscheinbar körperlich bombardieren, dann sind Bilder nicht mehr losgelöste Dinge; vielmehr haben besonders markante Bilder dieselbe Kraft wie Schwerthiebe oder Faustschläge" ? Kunsthistoriker Horst Bredekamp, Süddeutsche Zeitung, 23.12.06
Die Frage ist, ob Herr Horst Bredekamp schon jemals Computerspiele gespielt hatte, denn kein Computerspielerkann diese absurde Meinung mit ihm teilen. Aber da er ja Kunsthistoriker ist und schon mehrere Titel hat, hat er natürlich Recht. Wer kommt denn auf die Idee, einen asozialen Computerspieler zu fragen, ob er nach jedem Spiel blaue Flecken oder Blut an seinen Fingern spürt?
Zwar werden immer mal wieder Computerspieler nach ihrer Meinung gefragt und seltsamerweise kommt immerdieselbe Antwort: Es geht nicht ums Killen, sondern um Teamarbeit. Zitat von Zoch (Spieler bei Betplayer.net): "Es geht nicht um das 'Killen' insolchen Spielen, sondern darum, den Gegner durch strategisches Verhalten zubezwingen und seine Mission zu erfüllen"
Aber beiTV-Diskussionsrunden wie "Sabine Christiansen" kommen Vertreter der Gaming-Branche gar nicht zu Wort und sind immer in der Unterzahl.
Warum? Ganz einfach:
Der Politiker, der im Lenkungswahn glaubt, bestimmen zu müssen, was gespielt werden darf, und was nicht - die Politik ist im Vordergrund, damit der Politiker wieder in den Medien auftritt.
Die Intellektuellen, die Journalisten, die Kulturwissenschaftler können jetzt wieder Artikel und Bücherdarüber veröffentlichen und damit Geld machen.
Und wieder sieht man einmal,wie sich alles doch nur um Geld und Macht dreht, egal, ob die Fakten stimmen oder nicht, was Statistiken und Spieler dazu sagen ist unwichtig. Wieso sollte also ein Politiker unsere Gesellschaft in Frage stellen, oder sich intensiv mitder Suche nach Lösungen befassen, wenn es doch viel einfacher und bequemer gehtund er fördert damit auch noch die Mediengesellschaft.
Immer dasselbe Prinzip: die selbsternannten Experten wissen immer Bescheid über das Wohl und die Bedürfnisse der Menschen in den bundesdeutschen Wohnzimmern, auch wenn sie diese nie erlebt hatten.
Aber in den Medien stehen ausschließlich Meinungen der selbsternannten Experten und nicht Forscher wie Christoph Klimmt (Medienwissenschaftler an der Universität Hannover). Nach jahrelange Forschung äußerte er sich über den Amokschützen von Emsdetten: "Er hatte offensichtlich eine Reihe sozialer und psychologischer Probleme. Die Tat aber auf die Leidenschaft für Computerspiele zurückzuführen käme mir nicht inden Sinn." In seiner Forschung (Beobachtung von 1000 Spieler) konnte er keinen Zusammenhang zwischen Spielkonsum und Aggressivität feststellen.
Und wenn Killerspieleverboten werden sollen, wieso dann nicht auch gleich Autorenn-Spiele? Denn diese Spiele gehören zu dem meistgekauften Spiele in Deutschland. Führen diese Spiele, wie z.B. Need For Speed, nicht für rücksichtsloses, aggressives und gefährliches Fahren, da man in diesen Spielen für solch ein Fahren gelobt wirdund diese Spiele meist von jungen Männern gespielt werden? Also sind doch Autorenn-Spiele eine Anleitung zur Raserei, genauso wie Killerspiele eine Anleitung zur Amoklauf sind?
Aber seit es Medien gibt,werden immer Verbote und unfaire Diskussionen geleitet. 1912 hatte man nochüber Frauenverblödung im Kino geredet, heute sind es die Computerspiele, die die Jugendlichen vergiften. Auch wenn Studien bewiesen haben, dass die meistenComputerspieler bis zu 30% intelligenter sind als Nicht-Computerspieler, hört man immer wieder, das Computerspieler schlechte Noten in der Schule haben.
Aber nicht nur Killerspieleam Computer, sondern auch die "realen Killerspiele" (Paintball/Gotcha) sollen verboten werden laut der Familienministerin Ursula von der Leyen. Aber dabeihat unsere gute Frau wohl vergessen, dass Gotcha nicht mit Waffen-Nachbauten,sondern mit einen Markierer gespielt werden, sowie nur für Menschen ab 18 Jahren zugänglich sind und zudem kann man damit nur in eigens dafür präparierten Arealen spielen.
Übt man eigentlich nichtgutes Schießen im Schützenheim? Wieso wird da eine Ausnahme gemacht? Hat dieFamilienministerin schon wirklich mal so ein Spiel mitgespielt, mit Freundin imTeam? Oder hat sie nur gewalttätige Bilder mit Pixelblut gesehen?
Wieso werden solche Amokläufe nicht genauer analysiert? Wieso hinterfragt man nicht das wahre Leid, dashinter so einer Tragödie steckt? Es hat keinen Tag gedauert, bis die Medien unddie Politik einen Sündenbock hatten, die "Killerspiele". Ohne auchnur einmal den Hintergrund betrachtet zu haben.
Man soll doch solche Tatenbei den Wurzeln greifen, den Grund herausfinden und lösen, statt einen Sündenbock dafür zu suchen, denn dies ist keine Lösung, sondern nur Geldmacherei.
Politiker und Psychologenreden sehr viel, aber richtig zuhören, das haben sie noch nie. Den Medien ist es doch egal, solang es sich gut verkaufen lässt, schreiben sie auch, dass Atlantis oder die Meerjungfrau Ariel existieren ? Wahrheiten interessieren nicht.
Also ein klares Nein meinerseits
Bitte Meinung dazu schreiben...