Man müsste sich erstmal drauf einigen, was Intelligenz überhaupt ist und wie man sie messen kann, bevor man bewerten kann, wieviel % davon vererbt werden
könnten.
Ach ja, ganz wichtig: es geht ja an sich darum, wieviel Prozent des UNTERSCHIEDS zwischen "dumm" und "schlau" vererbt wird. Selbst ein dummer Mensch hat ja eine biologische Intelligenz, da ist also schonmal die Grundfrage, was die Forscher, die von zb 80% sprechen überhaupt meinen. Wenn von den 80% eigentlich 79% Dinge sind wie DASS man überhaupt denken kann, Sprache versteht, "schlau" ein Glas hochhebt, unter dem eine Nuss ist, um die Nuss essen zu können usw usw, aber nur 1% davon wiederum das ist, was WIR als den Unterschied zwischen dumm und schlau meinen, dann ist das was ganz anderes, als wenn damit gemeint ist, dass das Kind eines schlauen Menschen zu 80% mind. genauso schlau sein wird und das eines dummen Menschen zu 80% dumm sein wird.
Dann müßte man auch noch erst Verfahren haben, die verlässlich Umwelteinflüsse rausfiltern - sowohl positive (vermeintlich höhere Intelligenz durch viel Umgang mit einem guten Umfeld) als auch negative (ein an sich sehr intelligenter Junge, der das Pech hatte, in einer von Anarchie und Angst geprägten Umfeld ohne Bildung aufzuwachsen). Viele als hochintelligent angesehene Menschen wären vlt. einfach druchschnittlich intelligente zB Handwerker oder so geblieben, wenn sie nicht zufällig in der Jugend an ein bestimmtes Buch gekommen wären und beschlossen hätte, sich überhaupt erst mit bestimtmen tiefgründigen Gedanken auseinanderzusetzen,
Und wenn man DAS hat, müßte man noch über Generationen jeweils mehrere Fallstudien mit Kontrollgruppen machen.
Das alles ist ganz sicher noch nicht gemacht worden, die ganzen Prozentzahlen basieren mit Sicherheit zB aus konstruierten Zusammenhängen zwischen Eltern und Kindern anhand von irgendwelchen Tests oder auch zB Bildungsergebnissen, die der jeweilige Forscher SELBER als Indiz zur Messung benutzt hat.
An sich müsste man aber, so wie Ruyven es sagt, mehrere hundert Zwillingspaare bewusst nach der Geburt trennen und versch. Umfelden aufwachsenen lassen, in denen sie auch über die gesamte Studiendauer bleiben müssen, um das Ergebnis nicht zu stören. Wenn es dann nach zB 40 Jahren GROSSE Unterschiede bei der Intelligenz gibt, dann deutet es sehr darauf hin, dass das Umfeld eine starke Rolle spielt. Ist der Unterschied aber gering, dann deutet es eher auf Vererbung hin - WENN man eine korrekte Methode zur Messung der Intelligenz hat. Aber allein daran scheitert es ja schon...
zB wer bestimmt denn überhaupt, was "intelligent" ist ? Allein das ist ja, wie gesagt, nicht eindeutig festzumachen. Der eine würde Dinge mitreinnehmen, die der andere niemals als intelligent bezeichnen würde.
Statistiken hinbiegen ist nämlich leicht gemacht, und ich würd mich nicht wundern, wenn grad Ärzte, bei denen der Beruf oft über Generationen "vererbt" wird, natürlich gern lieber Statistiken und Erkenntniss so deuten und glauben wollen, dass Intelligenz stark vererbt wird - denn sie selber sind ja quasi der beste Beweis...

ich darf das sagen, ich stamme aus ner Arzt-Familie.
Ärzte haben sich oft genug schonmal auf falsche "Beweise" verlassen, Ärzte lernen in ihrem Beruf nämlich oft nicht, wie man Statisktiken und Studien auch mal kritisch betrachtet und entlarven kann.